Aus einem Häkchen wird eine Entscheidung: Produktfilter beim Umstieg auf Shopify
In Shopware, Magento oder WooCommerce entsteht ein Filter mit einer Einstellung am Attribut, ohne feste Obergrenze. Shopify baut Filter aus dem Feld, in dem die Daten liegen, und gibt dafür 25 Plätze für den ganzen Shop. Warum die Filterleiste deshalb nicht migriert, sondern entworfen wird, welche Eigenschaft wohin gehört und was aus gefilterten Adressen wird, die heute Besucher bringen.
Die Abnahme der neuen Kategorieseiten läuft gut, bis jemand die Wanderschuhe öffnet. Im alten Shop standen dort elf Filter: Größe, Farbe, Marke, Preis, Schafthöhe, Sohle, Membran, Einsatzbereich, Gewicht, Bewertung und Versandkostenfrei. Im neuen Shop stehen Verfügbarkeit, Preis, Hersteller und Produkttyp — und dreimal hintereinander eine Farbe, weil jemand für jeden Optionsnamen, den der Import erzeugt hat, einen Filter angelegt hat: „Farbe“, „Color“ und „Farbe:“ mit Doppelpunkt.
Gelöscht wurde nichts. Die Membran steht an jedem Schuh, das Gewicht auch, die Sohle ebenso, sauber importiert in Metafelder. Nur hat bisher keiner einen Filter daraus angelegt, weil im Projekt nicht klar war, dass das nötig ist. Im alten Shop war der Filter einfach da.
Ratgeber zur Produktfilterung beschreiben sieben Filterarten und rund zehn gute Regeln: an der Kundschaft ausrichten, je Kategorie passende Filter zeigen, Produktdaten einheitlich pflegen. Das stimmt alles. Wer einen bestehenden Shop umzieht, braucht aber einen Satz, der dort meist fehlt: Filter werden beim Wechsel auf Shopify nicht migriert, sondern entworfen. Diese Umstellung ist kein Mangel der Plattform. Sie verlegt aber eine Entscheidung, die im alten Shop jahrelang niemand treffen musste, in den Import — also an eine Stelle, an der gerade kaum jemand an Filter denkt.
Der Filter hängt nicht mehr am Attribut
Wie ein Filter entsteht
Im Altsystem ein Häkchen, bei Shopify ein Bauteil
In den drei verbreiteten Altsystemen hängt der Filter am Attribut. Bei Shopify steht vor dem Filter eine Entscheidung, die es dort nicht gab: in welchem Feld die Eigenschaft liegt. Diese Entscheidung fällt beim Import — und legt fest, was der Filter später kann.
-
Shopware 6
- Eigenschaft mit Werten anlegen, Darstellung als Text, Bild oder Farbe
- Häkchen setzen: im Produktfilter anzeigen
- Im Listing des Kategorie-Layouts wählen, welche Eigenschaften dort filtern
- Gilt
- je Kategorie-Layout
- Grenze
- keine feste Obergrenze
Hersteller, Preis, Bewertung und Versandkostenfrei filtern ab Werk.
-
Magento 2
- Attribut als Dropdown, Mehrfachauswahl, Ja/Nein oder Preis anlegen
- Einstellung: in der Layered Navigation verwenden
- Erscheint in jeder Anker-Kategorie, deren Produkte Werte tragen
- Gilt
- je Attribut, in allen Anker-Kategorien
- Grenze
- keine feste Obergrenze
Freitext-Attribute filtern nicht — die Werte sind deshalb meist schon eine Liste.
-
WooCommerce
- Globales Attribut unter Produkte › Attribute anlegen
- Werte den Produkten zuordnen
- Filter-Block je Attribut in Seitenleiste oder Shop-Vorlage setzen
- Gilt
- überall, wo der Block steht
- Grenze
- keine feste Obergrenze
Nur globale Attribute filtern. Am einzelnen Produkt angelegte Attribute nicht.
-
Shopify
- Festlegen, wo die Eigenschaft liegt: Option, Metafeld, Tag, Produkttyp oder Hersteller
- Aus dieser Quelle in Search & Discovery einen Filter anlegen
- Erscheint auf allen Kollektionen und in der Suche — mit den Werten, die dort vorkommen
- Gilt
- shopweit, ein Satz für alle Seiten
- Grenze
- 25 Filter, bis zu 100 sichtbare Werte je Filter
Kollektionen mit mehr als 5.000 Produkten zeigen keine Filter. Filter ohne Werte blendet Shopify aus; eine gezielte Auswahl je Kollektion ist Theme-Arbeit.
Vereinfacht auf den Weg vom Datenfeld zum sichtbaren Filter; Erweiterungen und Such-Apps verändern das Bild in allen vier Systemen. Shopify-Grenzen nach Hilfe-Center und Entwicklerdokumentation, Stand September 2026.
Die drei Altsysteme unterscheiden sich im Detail und folgen trotzdem derselben Logik: Der Filter hängt am Attribut. Wer in Shopware eine Eigenschaft anlegt, setzt das Häkchen für den Produktfilter und wählt im Kategorie-Layout, welche Eigenschaften dort erscheinen. In Magento wird ein Dropdown-Attribut mit einer einzigen Einstellung zum Filter in allen Anker-Kategorien. Ein zusätzlicher Filter kostet in diesen Systemen fast nichts, und genau deshalb gibt es in gewachsenen Shops so viele davon. Drei Dutzend Eigenschaften mit Filter-Häkchen sind in einem Fachhandelssortiment keine Seltenheit.
Shopify dreht die Reihenfolge um. Zuerst liegt die Eigenschaft in einem Feld: in einer Variantenoption, einem Metafeld, einem Tag. Dann wird aus diesem Feld in der App Search & Discovery ein Filter angelegt. Und dieser Filter gilt überall, auf jeder Kollektion und in der Suche, jeweils mit den Werten, die in den dort gezeigten Produkten vorkommen.
Daraus folgen drei Dinge, die in Migrationsprojekten regelmäßig zu spät auffallen.
Das Feld entscheidet über den Filter. Ob eine Eigenschaft als Farbfeld erscheint, ob sie an der einzelnen Variante zählt, ob sie in einer zweiten Sprache funktioniert: Das legt nicht die Filtereinstellung fest, sondern das Feld, in das der Import sie geschrieben hat. Wer die Membran als Tag importiert, bekommt keinen Filter „Membran“: Jede Quelle lässt sich nur einmal als Filter verwenden, und so gibt es genau einen Tag-Filter, in dem alle Tags des Shops nebeneinanderstehen. Als Metafeld wird dieselbe Angabe zu einem eigenen Filter mit eigenem Namen.
Filter sind knapp. Es gibt 25 Filter für den ganzen Shop, und jeder angelegte Filter zählt mit, auch Verfügbarkeit und Preis. Welche Filter auf einer Kollektion erscheinen, ergibt sich aus den Werten: Ein Filter ohne einen einzigen Wert in der Kollektion wird ausgeblendet. Eine gezielte Auswahl je Kollektion, die darüber hinausgeht, ist keine Einstellung im Admin, sondern Theme-Arbeit — und sie verteilt nur die vorhandenen 25, sie vermehrt sie nicht.
Große Kollektionen zeigen keine Filter. Enthält eine Kollektion mehr als 5.000 Produkte, blendet Shopify die Filter dort aus. In großen Sortimenten betrifft das ausgerechnet die meistbesuchten Einstiege wie „Herren“ oder „Outdoor“. Das ist keine Randnotiz, sondern ein Grund, den Kategoriebaum vor dem Import feiner zu schneiden und große Einstiege als Übersichtsseiten mit Unterkollektionen zu planen.
Fünfundzwanzig Plätze für den ganzen Shop
Beispielrechnung
Aus 38 Filter-Häkchen werden 20 Filter
Ein Outdoor-Fachhändler, der von Shopware 6 kommt. Eins zu eins übertragen sprengt seine Filterliste die 25 Plätze deutlich. Nach vier Durchgängen bleiben 14 Eigenschaften — zusammen mit den Standardfiltern und zwei neu aufgebauten Filtern 20 Plätze, fünf bleiben frei.
Senkrechte Linie: 25 Filter, die Obergrenze bei Shopify
- Verfügbarkeit
- Preis
- Hersteller
- Produkttyp
- Größe
- Farbe
- Bewertung
- Versandkostenfrei
- frei
- frei
- frei
- frei
- frei
- Standardfilter (4)
- Variantenoptionen (2)
- Metafelder (12)
- Neu aufgebaut (2)
- Reserve (5)
Beispielrechnung: Die Zahlen sind typisch für gewachsene Fachhandelssortimente, aber nicht allgemeingültig. Bei Shopify zählt jeder angelegte Filter mit, auch Verfügbarkeit und Preis. Bewertung und Versandkostenfrei filtern in Shopware ab Werk und müssen bei Shopify als eigene Metafelder neu entstehen.
Der erste Reflex beim Blick auf die Zahl 25 ist fast immer: Das reicht nicht. In vielen Projekten reicht es doch — aber nur, wenn die Filterliste des alten Shops nicht eins zu eins übertragen, sondern in vier Durchgängen verdichtet wird.
Der erste Durchgang ist Fleißarbeit: Dieselbe Eigenschaft steht nach Jahren unter mehreren Namen im Shop, etwa als „Farbe“, „Farbe Schuhe“ und „Colour“. Der zweite beruht auf einem Verhalten von Shopify, das zunächst wie eine Einschränkung aussieht. Weil ein Filter überall gilt, aber nur die Werte zeigt, die in der jeweiligen Kollektion vorkommen, braucht es keine getrennten Filter „Einsatzbereich Schuhe“, „Einsatzbereich Jacken“ und „Einsatzbereich Zelte“. Ein einziger Filter „Einsatzbereich“ zeigt auf der Schuhseite Wandern, Trailrunning und Klettersteig, bei den Jacken Skitour und Alltag und bei den Zelten Trekking und Camping. Im alten Shop waren das drei Eigenschaften, weil sie über die Jahre je Kategorie angelegt wurden.
Diese Zusammenlegung hat eine Grenze, die man kennen sollte: gemischte Kollektionen. Auf „Sale“ oder „Neuheiten“ stehen Schuhe und Jacken nebeneinander, und ein gemeinsamer Filter „Größe“ zeigt dort 38, 39 und 40 in derselben Liste wie S, M und L. Das lässt sich lösen, über eine eigene Sortierung der Werte oder über getrennte Filter für Schuh- und Konfektionsgrößen. Es ist aber eine Entscheidung, die vor dem Import fällt und nicht danach.
Der dritte Durchgang braucht Daten aus dem alten Shop, und die liegen näher, als man denkt. Filter hinterlassen Spuren in der Adresse: properties= bei Shopware, color= oder ein anderer Attributcode bei Magento, filter_ bei WooCommerce. Hersteller, Preis und Bewertung haben meist eigene Parameter, und Shopware und Magento schreiben IDs statt Klartext hinein, die sich über einen Export den Eigenschaften zuordnen lassen. Wer im Webanalyse-Tool die Seitenaufrufe der letzten zwölf Monate nach diesen Parametern auswertet, sieht, welche Filter tatsächlich benutzt werden. In Fachhandelssortimenten zeigt sich dabei oft dasselbe Bild: Eine Handvoll Filter trägt den Großteil der Nutzung, und ein guter Teil der Liste wird so gut wie nie angeklickt.
Der vierte Durchgang sortiert aus, was nie ein Filter hätte sein sollen. „Sale“, „Neuheiten“ oder die Eigenmarke sind keine Eigenschaften, nach denen jemand eingrenzt, sondern Einstiege, die eine eigene Seite verdienen, mit Adresse, Titel und Platz im Menü. In Shopify sind das automatische Kollektionen, und sie kosten keinen Filterplatz. Für „Neuheiten“ braucht es dabei ein Tag oder Metafeld, das jemand aktuell hält, weil das Anlagedatum keine Bedingung ist.
Wo eine Eigenschaft in Shopify wohnt
Wo eine Eigenschaft wohnt
Die Datenquelle legt fest, was der Filter kann
Zwölf Quellen, aus denen Shopify Filter baut. Ob ein Filter je Variante zählt, wie er erscheint und ob er Farbfelder zeigt, ist keine Einstellung am Filter — es folgt aus dem Feld, in das der Import die Eigenschaft geschrieben hat.
Standardfilter
-
Verfügbarkeit
Herkunft: Lagerbestand
- Ebene
- Variante
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Wird an der einzelnen Variante ausgewertet, nicht am Produkt.
-
Preis
Herkunft: Variantenpreis
- Ebene
- Variante
- Darstellung
- Preisbereich
- Farbfeld, Bild
- nein
Erscheint nur in der Standardwährung des Shops. Wer in Franken einkauft, sieht keinen Preisfilter.
-
Hersteller
Herkunft: Hersteller, Marke
- Ebene
- Produkt
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Ein Wert je Produkt. Die Werte lassen sich im Filter nicht übersetzen.
-
Produkttyp
Herkunft: oft ohne Gegenstück
- Ebene
- Produkt
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Ein Wert je Produkt — und nach dem Import häufig auf ganzer Breite leer.
-
Tags
Herkunft: Merkmale ohne eigenes Feld
- Ebene
- Produkt
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Ein einziger Filter für alle Tags zusammen, und er erscheint nur in der Standardsprache des Shops.
-
Shopify-Kategorie
Herkunft: neu zuzuordnen, nicht Ihr Kategoriebaum
- Ebene
- Produkt
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Werte aus Shopifys Produkttaxonomie. Sie lassen sich nicht gruppieren.
Aus Varianten
-
Variantenoption
Herkunft: Variantenmerkmale wie Größe, Farbe
- Ebene
- Variante
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Höchstens drei Optionen je Produkt. Der Optionsname muss überall exakt gleich lauten, sonst entstehen mehrere Filter. Farbfelder erst über die Verknüpfung mit einem Kategorie-Metafeld.
-
Standard-Produktattribut
Herkunft: neu zuzuordnen, etwa Farbe oder Material
- Ebene
- Variante
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- ja
Kategorie-Metafeld mit Werten aus Shopifys Taxonomie, mit Optionen verknüpfbar. Farbfelder oder Bilder im Filter möglich.
Aus Metafeldern
-
Text oder Textliste
Herkunft: Eigenschaft, Attribut
- Ebene
- Produkt oder Variante
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- nein
Der bequemste Weg beim Import — und der, auf dem „Navy“ neben „Marineblau“ bestehen bleibt.
-
Metaobjekt-Referenz
Herkunft: Eigenschaft mit Farbcode oder Bild
- Ebene
- Produkt oder Variante
- Darstellung
- Liste
- Farbfeld, Bild
- ja
Eine gepflegte Werteliste statt freier Eingabe. Farbfeld oder Bild kommen aus dem Metaobjekt.
-
Zahl
Herkunft: Maße, Gewicht, Wassersäule
- Ebene
- Produkt oder Variante
- Darstellung
- Liste einzelner Werte
- Farbfeld, Bild
- nein
Kein Schieberegler: 1.180 g, 1.215 g und 1.240 g sind drei Einträge. Bereiche entstehen erst durch Gruppieren.
-
Ja/Nein
Herkunft: Versandkostenfrei, vegan, reparierbar
- Ebene
- Produkt oder Variante
- Darstellung
- Ja/Nein
- Farbfeld, Bild
- nein
Die Heimat für Schalter-Filter, die im Altsystem ab Werk da waren.
Nach der Entwicklerdokumentation zu Storefront-Filtern und dem Hilfe-Center zu Search & Discovery, Stand September 2026. Hervorgehoben sind die Zeilen mit Einschränkungen, die in deutschsprachigen Projekten am häufigsten überraschen. Eine gezielte Filterauswahl je Kollektion oder Bereichsregler für Zahlen sind Theme- oder App-Arbeit, kein Standard.
Nach dem Verdichten steht fest, welche Filter es geben soll. Die folgenreichere Frage kommt danach: aus welchem Feld. Die Übersicht zeigt, dass diese Wahl drei Dinge festlegt, die sich später nur mit erneuter Datenarbeit ändern lassen.
Variante oder Produkt. Größe und Farbe gehören in Variantenoptionen, wenn es sie als eigene Artikel mit eigenem Bestand gibt. Filter auf Variantenebene werten die einzelne Variante aus, und Verfügbarkeit ist ein solcher Filter. Liegt die Größe dagegen in einem Produkt-Metafeld, weiß der Filter nichts über den Bestand der einzelnen Größe. Dabei gilt: höchstens drei Optionen je Produkt. Wer im Altsystem Farbe, Größe, Weite und Länge als Varianten führt, muss eine Achse anders abbilden, und den Ausschlag gibt der Bestand, nicht die Technik. Wie sich diese Abwägung rechnet, steht in Produktkonfigurator auf Shopify.
Freier Text oder gepflegte Liste. Das Textlisten-Metafeld ist beim Import der bequemste Weg, weil die Werte aus dem Altsystem so ankommen, wie sie sind. Genau das ist sein Problem: Mit den Werten wandern alle Schreibweisen mit, und jede neue Pflege kann weitere erzeugen. Ein Metafeld, das auf Metaobjekte verweist, ist dagegen eine gepflegte Liste. Wer ein Produkt anlegt, wählt „Blau“ aus, statt es zu tippen. Einen Mittelweg bietet ein Textfeld, dessen Definition auf vorgegebene Werte beschränkt ist: Neue Schreibweisen entstehen auch dort nicht, Farbfelder allerdings auch nicht. Wer in Shopware die Darstellungsart „Farbe“ nutzt, sollte wissen: Farbfelder und Bilder im Filter entstehen bei Shopify nur aus Metaobjekt-Referenzen mit Farb- oder Bildfeld und aus Standard-Produktattributen. Für eine Farbe, die zugleich Variantenoption ist, heißt das: Die Option wird mit dem Kategorie-Metafeld „Farbe“ verknüpft, dessen Werte Metaobjekte mit Farbfeld sind.
Was das Feld nicht kann. Vier Lücken fallen in deutschsprachigen Projekten besonders auf. Der Preisfilter erscheint nur in der Standardwährung des Shops. Wer neben Euro auch Franken anbietet, hat für Schweizer Kundschaft keinen Preisfilter. Der Tag-Filter erscheint nur in der Standardsprache: Wer Eigenschaften als Tags führt, zeigt der französischsprachigen Kundschaft davon nichts. Herstellernamen lassen sich im Filter nicht übersetzen, was bei Marken selten stört, bei beschreibenden Bezeichnungen schon. Und Zahlen werden nicht als Schieberegler dargestellt, sondern als Liste einzelner Werte. Wer nach Gewicht filtern lässt, braucht Gruppen wie „unter 1 kg“ oder gleich eine Gewichtsklasse als Wert.
Die Sternebewertung, die Shopware ab Werk filtert, braucht bei Shopify eine Kopie des Durchschnitts als Zahl. Sie sollte auf ganze Sterne gerundet sein, sonst wird jeder Durchschnitt wie 4,3 oder 4,6 zu einem eigenen Filterwert, und sie muss bei jeder neuen Bewertung mitlaufen.
Wenn Filter zusammenwachsen, wachsen die Werte mit
Werte vereinheitlichen
Aus 14 Blautönen werden 3 Filterwerte
Drei Eigenschaften aus dem alten Shop, zu einem Filter „Farbe“ zusammengelegt. Im Altsystem hatte jede ihre eigene Werteliste. Im shopweiten Filter stehen alle Werte nebeneinander — und die Kundschaft soll zwischen „Marine“, „Marineblau“ und „Navy“ wählen.
- Blau Farbe
- Navy Colour
- Marine Farbe Schuhe
- Marineblau Farbe
- Dunkelblau Farbe
- Royalblau Farbe Schuhe
- Hellblau Farbe
- Eisblau Farbe Schuhe
- Jeansblau Colour
- Petrol Farbe
- Türkis Farbe Schuhe
- Aqua Colour
- Blau/Weiß Farbe
- Blau/Rot Farbe Schuhe
- Blau 9 Altwerte
- Türkis 3 Altwerte
- Mehrfarbig 2 Altwerte
In Search & Discovery gruppieren
- Schnell erledigt, ohne die Produktdaten anzufassen
- Bis zu 200 Werte je Gruppe, 1.000 Gruppen im Shop
- Produktseite, Feed und Kollektionsbedingungen sehen weiter „Navy“
- Jede neue Schreibweise muss jemand nachsortieren
Beim Import vereinheitlichen
- Metaobjekt „Farbe“ mit Farbfeld als gepflegte Werteliste
- Filter, Produktseite und Feed zeigen denselben Wert
- Neue Schreibweisen entstehen gar nicht erst
- Ein Mapping je Altwert, bevor der Import läuft
Gruppieren reicht, wenn ein Wert nur im Filter zählt. Vereinheitlichen lohnt sich, sobald derselbe Wert auch auf der Produktseite, im Feed oder als Bedingung einer Kollektion auftaucht.
Beispielwerte. Die Werte der Shopify-Kategorie lassen sich in Search & Discovery nicht gruppieren.
Die Forderung nach einheitlichen Produktdaten steht in jedem Ratgeber zur Filterung. Beim Umstieg bekommt sie eine Wendung, die dort nicht vorkommt: Das Verdichten der Filterliste macht das Durcheinander erst sichtbar. Solange „Farbe“, „Farbe Schuhe“ und „Colour“ getrennte Eigenschaften waren, stand „Marine“ nie neben „Navy“ in einer Liste. Sobald alle drei in einem shopweiten Filter landen, stehen sie nebeneinander, und die Kundschaft soll entscheiden, was der Unterschied ist.
Für die Aufräumarbeit gibt es zwei Wege, und beide sind legitim. Search & Discovery kann Werte gruppieren: Die Produkte behalten „Navy“ und „Marine“, im Filter erscheint beides als „Blau“. Das ist in kurzer Zeit erledigt und eine gute Lösung für Werte, die nur im Filter eine Rolle spielen. Es hat aber eine stille Folgelast. Jede neue Schreibweise, die später jemand anlegt, taucht als eigener Wert im Filter auf, bis jemand sie in eine Gruppe sortiert.
Der andere Weg vereinheitlicht die Werte vor dem Import und legt sie als Metaobjekte an. Das kostet ein Mapping je Altwert, eine Tabelle mit zwei Spalten, die jemand mit Sortimentskenntnis füllt. Danach zeigen Filter, Produktseite und Produktfeed denselben Wert, eine automatische Kollektion kann darauf aufbauen, und das Farbfeld im Filter gibt es dazu. Welcher Weg für welchen Filter richtig ist, klärt eine einfache Frage: Taucht der Wert außerhalb des Filters auf? Wenn ja, lohnt sich das Vereinheitlichen. Dieselbe Datenarbeit zahlt sich an anderen Stellen noch einmal aus, wie Produktvergleich in Shopify und Produktdaten für KI-Suche zeigen.
Eine Grenze gehört zu dieser Arbeit dazu: Ein Filter zeigt höchstens 100 Werte. Wer Schuh-, Konfektions- und Handschuhgrößen in einen Filter „Größe“ legt, sollte auf gemischten Kollektionen nachzählen, ob die Liste nicht abgeschnitten wird.
Was aus gefilterten Adressen mit Rankings wird
Filter und Suchmaschinen
Gefilterte Adressen sind bei Shopify keine Landingpages
Jedes Altsystem schreibt Filter anders in die Adresse. Shopify schreibt sie als Parameter an die Kollektion und behandelt die Kollektion als die eigentliche Seite. Was heute über eine gefilterte Adresse Besucher bringt, braucht deshalb vor dem Go-live eine Entscheidung.
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Magento 2, Standard
/wanderschuhe.html?color=49&size=172Filterwerte als interne Options-IDs im Parameter.
-
Mit SEO-Erweiterung
/wanderschuhe/gore-tex/Gefilterte Ansicht als eigener Pfad mit eigenem Titel — die Form, die am ehesten Rankings hat.
-
Shopware 6
/wanderschuhe/?properties=0b7c…|4f2a…Eigenschaftswerte als IDs, mehrere durch einen senkrechten Strich getrennt.
-
WooCommerce
/shop/?filter_farbe=blau&query_type_farbe=orAttribut und Wert im Parameter, dazu die Verknüpfungsart.
Shopify
/collections/wanderschuhe?filter.p.m.custom.membran=GORE-TEX - Kanonische Adresse im Referenztheme Dawn: die ungefilterte Kollektion
- Die Standard-robots.txt sperrt das Crawlen von Adressen mit zwei oder mehr Filterparametern
- Weiterleitungen von Adressen mit Parametern arbeiten laut Shopify nicht verlässlich
Bringt die gefilterte Adresse organische Klicks?
Search Console, Leistungsbericht der letzten 16 Monate, nach Seite
Nein
Auslaufen lassen
Keine Weiterleitung nötig. Die Kategorie kommt als Kollektion mit, der Filter als Filter.
Ja
Steht dahinter eine eigene Suchanfrage?
„Wanderschuhe GORE-TEX“ statt nur „Wanderschuhe“ in den Suchanfragen dieser Seite
Nein
Auf die Kollektion leiten
Pfad-Adressen per 301 auf die Kollektion. Parameter-Adressen laufen aus.
Ja
Eigene Kollektion bauen
Automatische Kollektion mit Metafeld-Bedingung, eigenem Titel und Einleitung. Die alte Adresse per 301 dorthin.
Adressbeispiele vereinfacht. Automatische Kollektionen können Metafelder als Bedingung nutzen, etwa Text, Zahlen, Ja/Nein oder Metaobjekt-Referenzen, wenn die Metafeld-Definition für Kollektionen freigeschaltet ist. Geprüft im September 2026 an Dawn, an der robots.txt eines Shopify-Shops und im Hilfe-Center; eigene Themes können den Canonical anders setzen.
Shopify behandelt gefilterte Ansichten konsequent als Ansichten einer Kollektion. Im Referenztheme Dawn zeigt die kanonische Adresse einer gefilterten Seite auf die ungefilterte Kollektion, und die Standard-robots.txt sperrt das Crawlen von Adressen, in denen zwei oder mehr Filterparameter kombiniert sind. Das ist gewollt und im Grundsatz richtig, weil sonst Tausende fast gleicher Adressen als eigene Seiten gecrawlt und bewertet würden.
Für Umsteiger aus Magento oder Shopware kann es trotzdem wehtun. Wer dort eine SEO-Erweiterung eingesetzt hat, die aus Filtern eigene Pfade mit eigenen Titeln macht, hat über Jahre womöglich Seiten wie „Wanderschuhe mit GORE-TEX“ in guten Positionen aufgebaut. Das sind im Sinne der Suchmaschine keine Filter, sondern Landingpages, die zufällig ein Filter erzeugt. Bei Shopify brauchen sie ein neues Zuhause.
Dieses Zuhause ist eine automatische Kollektion. Sie kann Metafelder als Bedingung nutzen, wenn die Metafeld-Definition dafür freigeschaltet ist, und bekommt einen eigenen Titel, eine Einleitung und eine eigene Adresse. Nicht jeder Metafeld-Typ steht als Bedingung zur Verfügung; das gehört deshalb schon in die Wahl des Feldes. Die alte Pfad-Adresse wird per 301 dorthin weitergeleitet. Das funktioniert, weil der alte Pfad im neuen Shop nicht existiert: Shopify leitet nur Adressen weiter, die sonst ins Leere laufen würden.
Anders sieht es bei Parameter-Adressen aus. Nach Shopifys eigener Beschreibung arbeiten Weiterleitungen von Adressen mit Parametern nicht verlässlich. Das ist selten ein Verlust, weil solche Adressen nur ausnahmsweise eigene Rankings haben. Ob Ihr Shop die Ausnahme ist, zeigt die Search Console, nicht das Bauchgefühl. Wie Sie die Wochen um den Go-live dabei beobachten, steht in SEO-Monitoring rund um den Shopsystem-Wechsel, die Systematik der Weiterleitungen in 301-Redirects bei Shopify-Migrationen.
Was die Filterleiste im Theme braucht
Die Daten bestimmen, welche Filter es gibt. Ob sie benutzt werden, entscheidet das Theme, und auch hier lohnt ein Vergleich mit dem alten Shop, weil die gewohnten Details nicht von allein mitkommen. Shopifys Gestaltungsrichtlinien für Theme-Entwickler nennen dafür unter anderem diese vier Punkte.
Trefferzahlen und keine Sackgassen. Neben jedem Wert steht, wie viele Produkte übrig bleiben, und Werte ohne Treffer sind nicht wählbar. Das verhindert die leere Ergebnisseite, bevor sie entsteht.
Aktive Filter sichtbar und einzeln entfernbar. Wer über einen geteilten Link auf einer vorgefilterten Seite landet, muss sehen, warum dort nur sieben Produkte stehen. Warum ein Knopf „Alle Filter entfernen“ viele leere Ergebnisseiten auffängt, beschreibt Warum die Shopsuche den Systemwechsel nicht überlebt.
Lange Listen gekürzt. Zehn Werte sichtbar, der Rest hinter „Mehr anzeigen“, und in einer Seitenleiste mit vielen Filtergruppen alle Gruppen nach den ersten fünf eingeklappt.
Auf dem Smartphone in einem eigenen Bereich. Eine Schaltfläche öffnet die Filter als Schublade oder Dialog. Die Filter sollten auch ohne JavaScript funktionieren, als Links oder als Formular mit Absenden-Knopf. Das Nachladen der Produktliste ohne Seitenwechsel ist eine Verbesserung obendrauf, keine Voraussetzung.
Checkliste
Produktfilter beim Shopify-Umstieg: fünfzehn Punkte
Die ersten drei Punkte brauchen den alten Shop und seine Daten — erledigen Sie sie, solange er läuft. Die Punkte vier bis zwölf gehören vor den Import, der Rest in die Wochen um den Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 15 erledigt
Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Aus Shopware mit Filtern je Kategorie-Layout | Eigenschaften über Kategorien hinweg zusammenlegen, bevor gezählt wird. Shopify zeigt je Kollektion ohnehin nur die passenden Werte |
| Aus Magento mit SEO-Erweiterung für Filterseiten | Filterseiten mit organischen Klicks ziehen. Mit eigener Suchanfrage wird Kollektion, sonst 301 auf die Kategorie |
| Aus WooCommerce mit Attributen am einzelnen Produkt | Diese Werte waren nie filterbar und sind oft uneinheitlich. Vor dem Import in eine gepflegte Werteliste überführen |
| Auch nach dem Verdichten mehr als 25 Filter | Nutzungszahlen ernst nehmen. Bleibt es dabei, ist eine Filter-App nötig. Theme-Logik verteilt nur die vorhandenen 25 |
| Kategorien mit mehr als 5.000 Produkten | Feiner schneiden, große Einstiege als Übersicht mit Unterkollektionen. Sonst fehlen die Filter auf den meistbesuchten Seiten |
| Farbfilter mit Farbfeldern im alten Shop | Farben als Metaobjekte mit Farbfeld anlegen oder Optionen mit Kategorie-Metafeldern verknüpfen. Textwerte zeigen nur Text |
| Verkauf in mehreren Währungen | Einplanen, dass der Preisfilter in Fremdwährungen fehlt. Kein Filterkonzept bauen, das auf dem Preis als Einstieg beruht |
| Shop in mehreren Sprachen | Keine Eigenschaften als Tags führen. Der Tag-Filter erscheint nur in der Standardsprache |
| Mehr als drei Variantenmerkmale je Produkt | Eine Achse wird Metafeld oder eigenes Produkt. Das entscheidet der Bestand, nicht die Filterleiste |
| Bewertungsfilter im alten Shop viel genutzt | Durchschnitt zusätzlich als gerundete Zahl pflegen lassen. Das Standard-Metafeld für Bewertungen filtert nicht |
| Kleines Sortiment, wenige Kategorien | Mit Standardfiltern und zwei Optionen starten, vier Wochen Nutzung messen, dann gezielt erweitern |
| Filterdaten liegen im Altsystem als Freitext | Mapping-Tabelle vor dem Import. Sie ist einmalige Arbeit, die Gruppenpflege danach eine dauerhafte |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Filter sind für Ihre Kundschaft der kürzeste Weg durch ein großes Sortiment. Beim Systemwechsel gehören sie zu den Dingen, die unauffällig verloren gehen, weil die Daten vollständig ankommen und nur ihre Wirkung fehlt. Drei Punkte verhindern das meiste davon.
Der Filter folgt dem Feld. Bei Shopify gibt es kein Häkchen, das eine Eigenschaft zum Filter macht. Ob ein Filter an der Variante zählt, Farbfelder zeigt oder in einer zweiten Sprache funktioniert, entscheidet das Feld, in das der Import die Eigenschaft schreibt. Diese Entscheidung gehört deshalb in das Import-Mapping und nicht in die Nacharbeit.
Fünfundzwanzig reichen, wenn man verdichtet. Weil Filter shopweit gelten und nur passende Werte zeigen, werden aus kategorieweisen Eigenschaften gemeinsame Filter. Mit Dubletten, ungenutzten Filtern und Einstiegen, die eigentlich Kollektionen sind, schrumpft die Liste aus dem alten Shop oft auf ein Maß, das Platz für Reserve lässt. Die Nutzungsdaten dafür liegen in den Adressen des alten Shops.
Rankings hängen an Seiten, nicht an Filtern. Gefilterte Ansichten sind bei Shopify keine Landingpages. Eine Filterseite mit eigener Suchanfrage wird eine eigene Kollektion mit Weiterleitung, eine mit Klicks, aber ohne eigene Anfrage leitet auf die Kategorie. Alles andere darf auslaufen, und die Search Console zeigt Ihnen, welche Seiten das sind.
Wenn Sie einen Systemwechsel planen und wissen wollen, welche Ihrer heutigen Filter auf Shopify wohin gehören: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Katalogmigrationen aufsetzen, steht auf Shopsystem-Migration; den Ablauf Schritt für Schritt zeigt die Migrations-Checkliste.