Zwei Pakete, eine Bestellung: Teillieferungen nach dem Shopify-Umstieg
Im alten Shop war die Teillieferung ein zweiter Beleg mit eigener Nummer — in Shopify ist sie eine zweite Erfüllung unter derselben Bestellung. Warum daran ERP, Versandsoftware und Buchhaltung gleichzeitig hängen, welche zwei Ursachen erst im Migrationsprojekt entstehen und weshalb die Standortliste die teuerste Seite Ihrer Einrichtung ist.
In der dritten Woche nach dem Go-live fällt in fast jedem Migrationsprojekt derselbe Satz: „Warum haben wir plötzlich so viele Pakete?“ Die Bestellzahlen sind unverändert, der durchschnittliche Warenkorb ist unverändert, und die Versandkostenrechnung ist um ein Fünftel höher.
Die Erklärungen, die dann angeboten werden, klingen alle plausibel. Der Dienstleister habe die Preise erhöht. Das Sortiment habe sich verschoben. Es sei Saison. Manchmal stimmt eine davon. Meistens hat sich etwas anderes verändert, das niemand als Änderung wahrgenommen hat: Der Shop teilt Bestellungen jetzt auf, und zwar von allein.
Teillieferungen gab es vorher auch. Sie waren nur ein anderer Vorgang — einer, der von einem Menschen ausgelöst wurde und einen zweiten Beleg erzeugte. Nach dem Umstieg entstehen sie aus einer Bestandsregel, erzeugen keinen zweiten Beleg und tauchen in keinem Bericht auf, den vorher jemand aufgesetzt hat.
Warum die Teillieferung im alten Shop niemandem aufgefallen ist
In gewachsenen Shopware- und Magento-Installationen ist die Teillieferung eine Belegoperation. Jemand im Lager stellt fest, dass eine Position fehlt, legt eine Teilbestellung an oder erzeugt einen zweiten Lieferschein, und das System vergibt eine neue Nummer. Von diesem Moment an ist die zweite Sendung ein eigener Vorgang: mit eigenem Beleg, eigener Rechnung, eigenem Eintrag im ERP.
Das ist umständlich, aber es hat einen unterschätzten Vorteil. Alles, was an dieser Bestellung hängt, sieht zwei Vorgänge — und muss dafür nichts wissen. Die Versandsoftware zieht zwei Aufträge. Die Buchhaltung bekommt zwei Belege. Der Kunde bekommt zwei Mails, die auch nach zwei Sendungen aussehen. Niemand hat das je entworfen; es fällt einfach so an.
Der Unterschied im Datenmodell
Aus zwei Belegen wird eine Bestellung mit zwei Zuständen
Die Teillieferung ist kein Feature, das Shopify fehlt. Sie ist ein anderer Datensatz. Im Altsystem entsteht beim Teilen ein zweiter Beleg mit eigener Nummer — in Shopify bleibt es eine Bestellung, unter der mehrere Erfüllungen hängen. Für den Kunden ist das ein Detail. Für jedes System, das an der Bestellung hängt, ist es der Unterschied zwischen zwei Datensätzen und einem Datensatz mit zwei Zuständen.
- Bestellung
- Teilbestellung 1
- Lieferschein 1
- Rechnung 1
- Teilbestellung 2
- Lieferschein 2
- Rechnung 2
Zwei Nummern, zwei Belege, zwei Rechnungsläufe. Jede angebundene Stelle sieht zwei Vorgänge — und braucht dafür keine Anpassung.
- Bestellung
- Erfüllung 1 · Lager
- Sendungsnummer
- Erfüllung 2 · Filiale
- Sendungsnummer
- eine Zahlung, ein Beleg
Eine Nummer, zwei Sendungen, ein Zahlungsvorgang. Sauberer im Kern — und genau deshalb inkompatibel mit allem, was auf zwei Vorgänge gebaut war.
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ERP und Warenwirtschaft
brichtAngenommen wird
Jede Sendung ist ein eigener Auftrag mit eigener Nummer, eigenem Lieferschein und eigenem Rechnungslauf.
Tatsächlich gilt
Shopify liefert eine Bestellnummer und darunter mehrere Erfüllungen mit eigenen Sendungsnummern. Die Schnittstelle muss die Erfüllung als Belegeinheit lesen, nicht die Bestellung. Wer das übersieht, bekommt entweder doppelte Aufträge oder eine zweite Sendung, die im ERP nie ankommt.
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Versandsoftware und Label-Erzeugung
brichtAngenommen wird
Ein Auftrag ergibt ein Paket. Gewicht und Positionen stehen fest, sobald der Auftrag übernommen wird.
Tatsächlich gilt
Die Erfüllung entscheidet über den Paketinhalt, und sie entsteht später als die Bestellung. Wird beim Import der Bestellzeitpunkt als Auslöser gesetzt, entsteht ein Label für den vollen Warenkorb — und für die zweite Sendung gar keines.
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Buchhaltung und Rechnungsstellung
brichtAngenommen wird
Zu jeder Lieferung gehört ein Beleg. Die Belegnummern laufen fortlaufend und lückenlos.
Tatsächlich gilt
Shopify erzeugt von Haus aus keine Rechnung je Erfüllung. Wer je Teillieferung fakturieren muss, braucht das im ERP oder in einer Rechnungs-App — und muss dort entscheiden, wie die zweite Rechnung zur ersten Bestellnummer passt.
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Retouren und Gutschriften
reibtAngenommen wird
Die Rücksendung bezieht sich auf einen Lieferschein. Was auf dem Schein steht, ist retournierbar.
Tatsächlich gilt
In Shopify hängt die Rückgabe an der Bestellposition, nicht an der Sendung. Das ist sauberer, passt aber nicht zu Prozessen, in denen die Lagerkraft den Lieferschein scannt. Der Retourenschein muss die Sendung kennen, obwohl die Gutschrift die Bestellung kennt.
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Kennzahlen und Reporting
reibtAngenommen wird
Sendungen und Aufträge sind dieselbe Zahl. Versandkosten je Auftrag ist eine Division.
Tatsächlich gilt
Nach dem Umstieg sind es zwei verschiedene Zahlen, und die interessante ist ihr Verhältnis. Sendungen je Bestellung ist die Kennzahl, die den Kostenanstieg erklärt — und sie steht in keinem Standardbericht, weil sie vorher immer 1,0 war.
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Kundenkommunikation
reibtAngenommen wird
Eine Bestellung, eine Versandbestätigung, eine Sendungsnummer.
Tatsächlich gilt
Shopify verschickt je Erfüllung eine Versandbestätigung. Ohne Anpassung der Vorlage bekommt der Kunde zwei fast identische Mails, in denen nicht steht, dass es eine Teillieferung ist. Das erzeugt genau eine Rückfrage: Wo ist der Rest?
Shopify löst dasselbe Problem sauberer und deshalb inkompatibel. Die Bestellung bleibt eine Bestellung, und die Sendungen sind Erfüllungen darunter — jede mit eigener Sendungsnummer, eigenem Standort und eigenem Zustand. Das Datenmodell ist besser. Es passt nur nicht zu Prozessen, die auf zwei Nummern gebaut waren.
Der praktische Kern für ein Migrationsprojekt liegt in einer einzigen Frage, die früh gestellt werden muss: Liest die ERP-Schnittstelle die Bestellung oder die Erfüllung? Liest sie die Bestellung, entsteht bei jeder Teillieferung entweder ein doppelter Auftrag oder eine zweite Sendung, die im ERP nie ankommt. Das ist keine Feineinstellung, sondern eine Entscheidung im Schnittstellenentwurf — und sie kostet nach dem Go-live ein Vielfaches von dem, was sie vorher kostet. Dieselbe Logik gilt für die anderen Anbindungen, wie ERP-Integrationsmuster für Shopify im Detail beschreibt.
Warum plötzlich geteilt wird, was vorher zusammenblieb
Teillieferungen haben Ursachen im Lager, im Sortiment oder in der Lieferkette. Alle davon gab es vor dem Umstieg — mit zwei Ausnahmen, und die sind für dieses Thema die interessanten.
Fünf Ursachen, zwei davon selbst erzeugt
Zwei dieser Ursachen entstehen erst im Migrationsprojekt
Teillieferungen haben immer eine Ursache im Lager oder im Sortiment — mit einer Ausnahme. Zwei der fünf hier aufgeführten Ursachen gab es vor dem Umstieg nicht. Sie entstehen aus zwei Entscheidungen, die Wochen vor dem Go-live fallen und die niemand als Versandkostenentscheidung wahrnimmt: dem Standort-Mapping und den Versandprofilen.
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Bestand liegt an mehreren Standorten
neu durch den UmstiegEntschieden wird das Standort-Mapping im Import, Wochen vor dem Go-live
Was Shopify daraus macht
Shopify ordnet die Positionen einer Bestellung den Standorten zu, an denen sie verfügbar sind. Liegen zwei Positionen an zwei Standorten, entstehen zwei Erfüllungen — ohne Rückfrage und ohne dass jemand die Regel bewusst eingeschaltet hat.
Der Hebel
Die Reihenfolge der Standorte und die Frage, welche Standorte überhaupt online verkaufen. Ein Filialbestand, der nur der Filiale dient, hat im Onlineverkauf nichts zu suchen — und genau diese Häkchen setzt im Projekt meist niemand bewusst.
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Gemischte Lieferzeiten im Warenkorb
gab es vorher auchEntschieden wird das Sortiment und Beschaffung, nicht das Projekt
Was Shopify daraus macht
Lagerware neben Vorbestellung oder Streckenware. Shopify hält die spätere Position offen; mit einem terminierten Halt lässt sich die Erfüllung sogar aktiv auf ein Datum legen.
Der Hebel
Kommunikation vor dem Kauf, nicht Technik danach. Steht die Lieferzeit an der Position, entscheidet der Kunde bewusst über die Teillieferung. Steht sie nur im Warenkorb-Gesamtwert, entscheidet er nichts und ruft später an.
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Sperrgut oder Spedition neben Paketware
neu durch den UmstiegEntschieden wird das Versandprofile, aufgesetzt kurz vor dem Go-live
Was Shopify daraus macht
Zwei Waren mit zwei Transportwegen sind zwangsläufig zwei Sendungen. In Shopify hängt das an Versandprofilen: Ware mit eigenem Profil wird im Checkout getrennt berechnet und getrennt versandt.
Der Hebel
Die Profile selbst. Wer alles in ein Standardprofil legt, weil es beim Testen funktioniert, bekommt später einen Speditionsartikel zum Paketpreis — der Split passiert trotzdem, nur ohne Erlös dafür.
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Streckengeschäft und Dropshipping
gab es vorher auchEntschieden wird das Lieferantenverträge, unverändert durch den Umstieg
Was Shopify daraus macht
Der Lieferant erfüllt seinen Teil selbst. In Shopify ist er ein eigener Standort, und die Zuweisung der Erfüllung an ihn ist ein sauber abbildbarer Vorgang — sauberer als in vielen Altsystemen.
Der Hebel
Der Rückkanal. Die Sendungsnummer des Lieferanten muss an der Erfüllung landen, sonst ist die Sendung für Kunde und Support unsichtbar. Das ist eine Schnittstellenposition, keine Einstellung.
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Fehlmenge bei der Kommissionierung
gab es vorher auchEntschieden wird das Bestandsgenauigkeit im Lager
Was Shopify daraus macht
Der Bestand sagt drei, im Regal liegen zwei. Die Bestellung wird geteilt, weil sie geteilt werden muss. Das Verhalten ist in jedem System dasselbe.
Der Hebel
Inventurdisziplin, nicht die Plattform. Der Umstieg ist hier nur insofern relevant, als eine falsch gezählte Anfangsmenge im Import genau dieses Muster in den ersten Wochen häuft.
Die beiden markierten Ursachen haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind Projektentscheidungen, sie fallen Wochen vor dem Go-live, und sie sehen zum Zeitpunkt der Entscheidung nach Konfiguration aus. Ein Häkchen bei einem Standort. Ein Versandprofil, das beim Testen funktioniert. Beides erzeugt danach jeden Tag Pakete.
Der Rest der Liste ist unverändert. Fehlmengen bei der Kommissionierung gibt es in jedem System, gemischte Lieferzeiten hängen am Sortiment, und das Streckengeschäft ist vertraglich geregelt und nicht technisch. Was sich für diese drei ändert, ist nicht die Ursache, sondern die Behandlung — und die ist in Shopify eher besser als vorher, weil eine terminierte Erfüllung ein sauberer Zustand ist und kein handschriftlicher Vermerk.
Die Standortliste ist eine Versandkostenentscheidung
Die Seite, auf der die Standorte stehen, gehört zu den unauffälligsten der ganzen Einrichtung. Sie enthält Adressen, ein paar Häkchen und eine Reihenfolge. Nichts daran sieht nach einer Zahl aus, die im Monatsabschluss auftaucht.
Tatsächlich steht dort, wie oft Ihre Bestellungen künftig geteilt werden. Shopify bedient jede Position von einem Standort mit Bestand; liegen zwei Positionen an zwei Standorten, entstehen zwei Erfüllungen. Ohne Rückfrage, ohne Regel, die jemand eingeschaltet hätte.
Die Standortliste als Kostenposition
Vier Standort-Mappings, vier verschiedene Versandkosten
Die Seite mit den Standorten sieht aus wie Stammdatenpflege. Tatsächlich steht dort, wie oft Ihre Bestellungen künftig geteilt werden: Shopify bedient jede Position vom Standort mit Bestand, und liegen zwei Positionen an zwei Standorten, entstehen zwei Sendungen. Der Versand wurde im Checkout einmal berechnet — das zweite Paket zahlen Sie.
| Standort-Mapping | Sendungen je Bestellung | Versandkosten je Bestellung | Laufzeit zum Kunden | Aufwand im Projekt |
|---|---|---|---|---|
| Ein Standort Aller Bestand liegt auf einem Lager, alles andere ist offline | 1,0 | 100 | unverändert | gering |
| Zentrallager plus Filialen Filialbestände sind für den Onlineverkauf freigegeben | 1,4 | 138 | kürzere Laufzeit | mittel |
| Lager plus Streckenlieferant Der Lieferant ist ein eigener Standort und erfüllt selbst | 1,3 | 104 | kürzere Laufzeit | mittel |
| Eigenlager plus Fulfillment-Dienstleister Ein Teil des Sortiments liegt beim 3PL, der Rest im Haus | 1,6 | 152 | unverändert | hoch |
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Ein Standort
Aller Bestand liegt auf einem Lager, alles andere ist offline
- Sendungen je Bestellung
- 1,0
- Versandkosten-Index
- 100
- Laufzeit
- unverändert
- Aufwand
- gering
Der Standardweg in der Migration und der einzige, der garantiert keine neuen Teillieferungen erzeugt. Er kostet Lieferzeit dort, wo Ware näher am Kunden gelegen hätte — und ist trotzdem für die ersten Wochen nach dem Go-live die richtige Einstellung, weil er eine Fehlerquelle ausschaltet, solange alle anderen noch offen sind.
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Zentrallager plus Filialen
Filialbestände sind für den Onlineverkauf freigegeben
- Sendungen je Bestellung
- 1,4
- Versandkosten-Index
- 138
- Laufzeit
- kürzere Laufzeit
- Aufwand
- mittel
Die häufigste stille Kostensteigerung nach einem Umstieg. Die Freigabe ist ein Häkchen je Standort, die Wirkung eine dauerhaft höhere Zahl an Sendungen. Rechnet sich dort, wo Filialen nah am Kunden liegen und Retouren annehmen — und rechnet sich nicht, wenn die Filiale bloß als Zusatzbestand mitläuft.
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Lager plus Streckenlieferant
Der Lieferant ist ein eigener Standort und erfüllt selbst
- Sendungen je Bestellung
- 1,3
- Versandkosten-Index
- 104
- Laufzeit
- kürzere Laufzeit
- Aufwand
- mittel
Der Split ist hier gewollt und kostet Sie meist nichts, weil der Lieferant seinen Versand selbst trägt. Der Aufwand liegt nicht im Splitten, sondern im Rückkanal: Ohne Sendungsnummer an der Erfüllung ist die halbe Bestellung für Kunde und Support unsichtbar.
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Eigenlager plus Fulfillment-Dienstleister
Ein Teil des Sortiments liegt beim 3PL, der Rest im Haus
- Sendungen je Bestellung
- 1,6
- Versandkosten-Index
- 152
- Laufzeit
- unverändert
- Aufwand
- hoch
Die teuerste Variante, wenn sich die Sortimente überschneiden — dann wird geteilt, obwohl beide Standorte liefern könnten. Sinnvoll nur bei klarer Sortimentstrennung: Was beim Dienstleister liegt, liegt nicht auch im Haus. Diese Trennung ist eine Sortimentsentscheidung und keine Einstellung.
Der Vergleich der ersten beiden Zeilen ist der eigentliche Befund. Filialbestände für den Onlineverkauf freizugeben ist ein Häkchen je Standort und wirkt wie ein reiner Gewinn: mehr verfügbare Ware, kürzere Wege. Die Gegenrechnung steht nur an einer anderen Stelle — in der Versandkostenrechnung, wo sie sich keiner Ursache mehr zuordnen lässt.
Deshalb lautet die unspektakuläre Empfehlung: mit einem Standort starten und weitere einzeln freigeben, jeweils mit Blick auf Sendungen je Bestellung. Wer alle Standorte gleichzeitig einschaltet, hat später eine höhere Zahl und keine Möglichkeit mehr zu sagen, welcher Standort sie erzeugt hat. Wie sich das mit Filialen und Kasse zusammenfügt, steht in Kasse und Onlineshop beim Umstieg auf Shopify POS; die Bestandsseite derselben Frage behandelt Endbestand beim Plattformwechsel.
Der zweite Karton hat auch eine Zahlungsseite
Bis hierher ist das Thema eine Logistikfrage. Der Teil, der in Migrationsprojekten am häufigsten übersehen wird, ist die Zahlung — weil im Altsystem jede Teillieferung ihren eigenen Beleg und damit ihre eigene Buchung hatte.
In Shopify gilt die Kassiereinstellung für den ganzen Auftrag. Das ist an sich unproblematisch, solange erste und zweite Sendung nah beieinander liegen. Liegen zwischen ihnen drei Wochen, kommt eine Frist ins Spiel, die es vorher nicht gab.
Die vergessene Seite des Themas
Die Zahlung gehört der Bestellung, nicht der Sendung
In vielen Altsystemen bekam jede Teillieferung ihren eigenen Beleg und ihre eigene Buchung. In Shopify gilt die Kassiereinstellung für den ganzen Auftrag — und wenn zwischen erster und zweiter Sendung Wochen liegen, läuft dazu noch eine Frist, die es vorher nicht gab.
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Sofort im Checkout
Die Zahlung wird mit der Bestellung eingezogen
Bei einer Teillieferung
Von der Teillieferung völlig unberührt. Das Geld ist da, bevor irgendetwas gepackt wird, und keine Frist läuft.
Was daran hängt
Sie haben Geld für Ware, die noch nicht das Haus verlassen hat. Wird die zweite Position storniert, ist das eine Teilrückzahlung — sauber machbar, aber jede einzelne kostet Gebühren und Bearbeitungszeit.
Der Standardweg für Lagerware. Für Sortimente mit vielen Fehlmengen der teuerste.
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Automatisch bei Erfüllung
Die erste Erfüllung löst die Zahlung aus
Bei einer Teillieferung
Hier sitzt das Missverständnis: Ausgelöst wird die Zahlung für die Bestellung, nicht für die Sendung. Die erste Teillieferung kassiert den vollen Auftragswert — inklusive der Position, die noch im Lager liegt.
Was daran hängt
Wird die zweite Position danach storniert, ist eine Teilrückzahlung nötig. Kunden, die ihre Kontobewegung mit dem Paket vergleichen, melden sich — die Buchung ist höher als der Inhalt.
Praktikabel, solange Teillieferungen die Ausnahme sind. Bei häufigen Splits erzeugt es Rückzahlungen als Regelfall.
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Manuell, je Sendung
Sie oder Ihr ERP entscheiden, wann und wie viel kassiert wird
Bei einer Teillieferung
Der einzige Weg, bei dem jede Teillieferung ihre eigene Buchung bekommt. Teilbeträge lassen sich einzeln kassieren, und der Restbetrag kann beim letzten Zugriff aktiv geschlossen werden.
Was daran hängt
Es läuft eine Uhr. Eine Autorisierung hält in der Regel sieben Tage, mit verlängerter Autorisierung bei den meisten Kartenarten und gegen Gebühr länger. Verschickt die zweite Sendung nach Ablauf, ist neu zu autorisieren — und ab dem ersten Teilbetrag lässt sich die Autorisierung nicht mehr einfach freigeben.
Der richtige Weg bei planbar häufigen Teillieferungen — und eine Schnittstellenposition, keine Einstellung.
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Tag 0
Bestellung, Betrag autorisiert
Versandkosten werden einmal berechnet — für die Bestellung, nicht je Sendung.
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Tag 2
Erste Teilsendung geht raus
Erste Erfüllung, erste Sendungsnummer, erste Versandbestätigung an den Kunden.
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Tag 7
Autorisierung läuft regulär ab
Ohne verlängerte Autorisierung endet hier die Zusage. Was nicht kassiert wurde, ist neu zu autorisieren.
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Tag 24
Restposten wird lieferbar
Zweite Erfüllung, zweites Paket, zweite Mail — und ein Zahlungsvorgang, der jetzt eigens hergestellt werden muss.
Autorisierungsfristen, Gebühren und die Möglichkeit von Teilbuchungen hängen an Kartenart, Zahlungsart und Zahlungsanbieter. Die Zeitachse zeigt das Muster, nicht Ihren Vertrag — und genau deshalb gehört sie vor dem Go-live einmal mit dem Zahlungsanbieter durchgesprochen, nicht danach mit der Buchhaltung.
Zwei Punkte aus dieser Gegenüberstellung lohnen den frühen Blick.
Die Einstellung „automatisch bei Erfüllung“ tut nicht, was ihr Name vermuten lässt. Sie kassiert nicht die Sendung, sie kassiert die Bestellung — ausgelöst durch die erste Erfüllung. Bei häufigen Teillieferungen werden Teilrückzahlungen damit zum Regelfall statt zur Ausnahme, und jede einzelne kostet Gebühr und Bearbeitungszeit.
Wer je Sendung kassieren will, braucht dafür eine Schnittstelle. Teilbuchungen sind möglich, aber sie sind kein Häkchen im Adminbereich, sondern ein Zugriff über die Schnittstelle — im ERP oder in einer App. Das ist eine Position im Migrationsumfang. Zusammen mit den Zahlungsarten selbst gehört das in dieselbe Vorarbeit, die Zahlungs-APIs beim Shopify-Umstieg beschreibt.
Praktisch heißt das: Die Autorisierungsfristen Ihres Zahlungsanbieters gehören vor den Go-live einmal auf den Tisch, nicht danach in ein Support-Ticket. Ein Sortiment mit Vorbestellungen und langen Beschaffungszeiten braucht hier eine bewusste Entscheidung; ein reines Lagersortiment kommt mit der Standardeinstellung durch.
Was die Teilung sonst noch auslöst
Vier weitere Punkte hängen an der Teillieferung, und sie haben miteinander nur eines gemeinsam: Keiner von ihnen ist im Theme zu lösen, und jeder hat eine andere Zuständigkeit.
Kein Prozessthema
Vier Punkte, die die Teillieferung auslöst — an vier verschiedenen Stellen
Sobald eine Bestellung in zwei Sendungen zerfällt, ändert sich mehr als die Zahl der Pakete: Fristen verschieben sich, Belege vervielfachen sich, und eine Angabe muss vor dem Kauf stehen. In gewachsenen Shops erledigt das ein Prozess, der über Jahre entstanden ist. Nach dem Umstieg verteilen sich diese vier Punkte auf Checkout, Rechtstext, ERP und Theme.
- 1
Versandkosten gelten einmal
Jede Bestellung, die in mehreren Sendungen ankommt
Vereinbart wurde ein Versandpreis für die Bestellung. Die Teilung ist Ihre Entscheidung und begründet keinen zweiten Versandpreis.
- 2
Die Widerrufsfrist wartet auf die letzte Sendung
Mehrere Waren in einer einheitlichen Bestellung, getrennt geliefert
Bei getrennt gelieferten Waren einer einheitlichen Bestellung beginnt die Frist erst, wenn die letzte Ware beim Kunden ist — nicht mit der ersten Sendung.
- 3
Jede Lieferung braucht ihren Beleg
Buchhaltung, Skontofristen, Zahlungsziele im B2B
Zu jeder Teillieferung gehört eine Rechnung oder ein Lieferschein mit den tatsächlich gelieferten Positionen — nicht ein Beleg über den ganzen Auftrag, der zur Hälfte noch aussteht.
- 4
Die Lieferzeit gehört an die Position
Warenkörbe mit gemischten Lieferzeiten
Wer bestellt, muss vor dem Kauf erkennen können, dass eine Position später kommt. Eine Gesamtangabe für den Warenkorb sagt darüber nichts.
Diese Übersicht beschreibt, wo die vier Punkte in einem Shopify-Setup technisch hängen und woran sie beim Systemwechsel typischerweise bleiben. Ob und in welchem Umfang eine Pflicht Ihren Fall trifft, ist eine Rechtsfrage — für die Migrationsplanung zählt zunächst nur, dass jeder der vier Punkte eine eigene Zuständigkeit hat und keiner von ihnen im Theme allein zu lösen ist.
Der zweite Punkt dieser Aufstellung ist der, der am ehesten still bricht. Der Rechtstext wird beim Umstieg neu aufgesetzt und dabei inhaltlich korrekt übernommen — die Widerrufsfrist beginnt bei getrennt gelieferten Waren einer einheitlichen Bestellung mit der letzten Ware. Der Bruch liegt eine Ebene tiefer, im Prozess: Retouren-Apps und ERP-Regeln rechnen die Frist gern ab der ersten Sendung und weisen eine Rücksendung ab, die noch fristgerecht wäre. Das fällt nicht im Test auf, weil im Test niemand eine Teillieferung retourniert.
Die eine Kennzahl, die den Kostenanstieg erklärt
Wenn Sie aus diesem Artikel eine Zahl mitnehmen, dann diese: Sendungen geteilt durch Bestellungen, monatlich, vor und nach dem Umschalten.
Sie steht in keinem Standardbericht, und das hat einen einfachen Grund: Vorher war sie immer 1,0, weil jede Sendung ein eigener Auftrag war. Genau deshalb ist sie nach dem Umstieg die aussagekräftigste Zahl zum Thema. Steigt sie von 1,0 auf 1,4, sind das vierzig Prozent mehr Pakete bei gleicher Bestellmenge — und ein Kostenblock, der in keiner Position des Migrationsprojekts steht.
Die zweite Zahl daneben ist die Versandkostenrechnung geteilt durch die Bestellungen. Beide zusammen sind die einzige Möglichkeit, eine Standortentscheidung nachträglich zu bewerten. Und beide brauchen einen Vorher-Wert, der nur so lange zu holen ist, wie das alte System läuft — dieselbe Mechanik wie bei Lighthouse-Werten und Bestandszahlen.
Was vor dem Umschalten zu tun ist
Drei Dinge kosten zusammen keinen Tag und sind danach nicht mehr nachholbar, weil sie ein laufendes Altsystem voraussetzen.
Der Vorher-Wert. Sendungen je Bestellung und Versandkosten je Bestellung, für die letzten sechs Monate exportiert. Ohne diese beiden Zahlen ist der Kostenanstieg nach dem Go-live eine Behauptung.
Der Anteil geteilter Aufträge und ihre Ursache. Aus dem Altsystem lässt sich meist auslesen, wie viele Bestellungen in mehreren Sendungen rausgingen und warum. Das ist die Grundlage für die Entscheidung über die Standorte — und die einzige Zahl, die verhindert, dass diese Entscheidung nach Gefühl fällt.
Die Liste der Standorte, die online verkaufen sollen. Nicht die Liste aller Lagerorte, sondern die bewusste Auswahl. Wer diesen Punkt in der Einrichtung überspringt, entscheidet ihn trotzdem — nur per Voreinstellung.
Checkliste
Teillieferungen beim Shopify-Wechsel: vierzehn Punkte
Die ersten drei Punkte haben eine Frist — sie sind nur erledigbar, solange der alte Shop noch läuft. Die Punkte vier bis neun gehören in Einrichtung und Schnittstellenentwurf, also vor den Go-live. Der Rest ist Nacharbeit in der richtigen Reihenfolge. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 14 erledigt
Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist
| Ihre Situation | Der nächste Schritt |
|---|---|
| Der alte Shop läuft noch | Heute die zwei Kennzahlen exportieren und den Anteil geteilter Aufträge auslesen. Alles andere hat Zeit, diese beiden Punkte nicht |
| Einrichtung läuft gerade | Standortliste als eigene Entscheidung behandeln, mit einem Standort starten. Der billigste Eingriff des Projekts, und nur jetzt möglich |
| Bereits umgestellt, Versandkosten gestiegen | Sendungen je Bestellung rechnen. Steigt der Wert über 1,0, erklärt er den Kostenanstieg vollständig — ohne Preiserhöhung des Dienstleisters |
| Filialbestände sollen online verkaufen | Standort für Standort freigeben und nach jeder Freigabe zwei Wochen messen. Gleichzeitig freigeben heißt: Ursache später nicht zuordenbar |
| Fulfillment-Dienstleister neben Eigenlager | Sortimente trennen, bevor die Standorte stehen. Überschneidende Sortimente erzeugen Splits, die keinen Nutzen haben |
| Streckengeschäft oder Dropshipping im Sortiment | Rückkanal für die Sendungsnummer als Schnittstellenposition aufnehmen. Ohne ihn ist die halbe Bestellung für Support und Kunde unsichtbar |
| Vorbestellungen mit langen Beschaffungszeiten | Autorisierungsfristen mit dem Zahlungsanbieter klären, bevor die erste Vorbestellung live geht |
| B2B mit Zahlungsziel und Skonto | Rechnungsstellung je Teillieferung früh entscheiden. Ein Beleg über den halben Auftrag verschiebt Fristen, die im Vertrag stehen |
| Sperrgut oder Speditionsware im Sortiment | Eigenes Versandprofil, bevor der Shop live geht. Sonst wird geteilt und zum Paketpreis abgerechnet |
| Viele Rückfragen „wo ist der Rest“ | Kein Prozessproblem, sondern ein Template. Die Versandbestätigung muss den Teilcharakter benennen und die zweite Sendung ankündigen |
| Retouren werden als verfristet abgewiesen | Fristberechnung im Retourenprozess prüfen. Bei getrennt gelieferten Waren einer Bestellung zählt die letzte Sendung |
| Migration steht erst noch bevor | Drei Positionen in den Projektplan: Standortentscheidung, Erfüllung als Belegeinheit in der Schnittstelle, Kassiereinstellung mit Frist |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Die Teillieferung ist der Teil eines Shopsystem-Wechsels, dessen Kosten am spätesten sichtbar werden — und zwar an einer Stelle, an der niemand nach der Migration sucht. Drei Punkte tragen den größten Teil davon.
Die Teilung wird zur Regel, nicht zum Sonderfall. Im Altsystem löste ein Mensch sie aus und erzeugte dabei einen zweiten Beleg. In Shopify entsteht sie aus einer Bestandsregel und erzeugt eine zweite Erfüllung unter derselben Bestellung. Das Datenmodell ist besser; kompatibel mit den alten Prozessen ist es nicht.
Die Standortliste ist die teuerste Seite der Einrichtung. Welche Standorte online verkaufen und in welcher Reihenfolge, entscheidet über die Zahl der Pakete. Ein Häkchen je Standort, eine dauerhafte Kostenposition — und im Nachhinein nicht mehr einer Ursache zuzuordnen, wenn alle gleichzeitig freigegeben wurden.
Die Zahlung gehört der Bestellung, nicht der Sendung. Wer je Teillieferung kassieren oder fakturieren muss, braucht dafür eine Schnittstelle und muss die Autorisierungsfrist kennen. Das ist eine Position im Migrationsumfang und keine Einstellung, die man nachträglich findet.
Wenn Sie einen Systemwechsel planen und wissen wollen, wie viele Ihrer heutigen Aufträge künftig geteilt würden und was das kostet: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen aufsetzen, steht auf Shopsystem-Migration; die systemspezifischen Fälle stehen auf Shopware zu Shopify und Magento zu Shopify.