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Migration Go-liveTerminSaison

Wann umsteigen? Den Go-live in den Handelskalender 2027 legen

Ein Go-live acht Wochen vor Black Friday und einer eine Woche davor sind technisch dasselbe Projekt. Für den Umsatz sind sie es nicht. Der Beitrag zeigt, warum jeder Anlass im Handelskalender mehr Wochen sperrt als seine Spitze, welche Wochen 2027 für einen Umstieg auf Shopify übrig bleiben, welche Vorgänge über den Stichtag laufen und wie der Weg zu Black Friday 2027 rückwärts gerechnet aussieht.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
13 Min.
Editorial Illustration: Ein breites Raster aus 52 kleinen, abgerundeten Feldern in vier Reihen, wie ein Jahreskalender. Die meisten Felder sind schwarz ausgefüllt, einige blasse Felder stehen in kurzen Gruppen dazwischen. Ein einzelnes Feld ist nur terrakottafarben umrandet und hat einen warmen Schein hinter sich, darunter liegt ein goldener Balken als Boden. Sinnbild für ein Jahr, in dem wenige Wochen für den Umstieg frei bleiben und eine davon der Go-live wird.

Nehmen wir einen Händler für Wohnaccessoires und Geschenke, bisher Magento 2, rund 3.000 Artikel. Der Umstieg auf Shopify ist für Ende September geplant. Dann braucht die Datenübernahme eine dritte Testrunde, die Anbindung an die Warenwirtschaft eine zweite, und aus Ende September wird der 2. November. Der neue Termin hält. Das Projekt gilt als gelungen.

Was in den Wochen danach passiert, liegt weder an Shopify noch an der Agentur. In der Black Week liegt der organische Umsatz unter dem Vorjahr, weil Google einen Teil der neuen Adressen noch nicht übernommen hat. Die Rabattregeln für die Aktion werden in der Woche davor zum ersten Mal im neuen System gebaut und am Black Friday zum ersten Mal von Kunden benutzt. Und mitten in der Black Week erstattet der Kundenservice Retouren in zwei Systemen: die neuen über Shopify, die aus den letzten Oktoberwochen über das Konto des alten Zahlungsanbieters.

Jede dieser Folgen war vorhersehbar. Mit einem Go-live Anfang September wäre keine davon in die umsatzstärksten Wochen des Jahres gefallen.

Shopify hat am 27. September einen E-Commerce-Kalender 2027 veröffentlicht. Er listet die Anlässe des Jahres vom Valentinstag über Ostern am 28. März, Vatertag und Muttertag am 6. und 9. Mai bis zu Black Friday am 26. und Cyber Monday am 29. November. Dazu kommt der Rat, nicht jeden Termin zu bespielen, früh vorzubereiten und das vierte Quartal als eine zusammenhängende Kampagnenphase zu planen. Am selben Tag erschien ein Rückblick auf fünf Jahre BFCM-Trends: Kundinnen und Kunden legen größere Anschaffungen gezielt auf dieses Wochenende und greifen besonders gern zu Sets. Beides ist für die Kampagnenplanung geschrieben. Wer das Shopsystem wechseln will, liest denselben Kalender anders: als Liste der Wochen, in denen der Go-live nicht stattfinden sollte.

Ein Anlass sperrt mehr Wochen als seine Spitze

Dass man nicht in der Black Week umstellt, muss man niemandem erklären. Weniger offensichtlich ist, dass jeder Anlass auch Wochen davor und danach belegt. Für einen Umstieg hat er drei Abschnitte.

Der Vorlauf. Wenn die Spitze beginnt, muss der neue Shop eingeschwungen sein. Google schreibt in seiner Anleitung zu Website-Umzügen mit neuen URLs, dass es bei kleinen und mittleren Websites einige Wochen dauert, bis die meisten Seiten im Index umgezogen sind, und dass die Sichtbarkeit in dieser Zeit schwanken kann. Dazu kommt alles, was im neuen System zum ersten Mal passiert: die erste Aktion, der erste Newsletter mit Rabattcode, die erste Woche mit hundert Retouren. Wir planen deshalb sechs volle Wochen zwischen Go-live und dem Beginn einer Verkaufsspitze, acht vor Black Friday und Weihnachten.

Die Spitze. In ihr wird nicht umgestellt und auch sonst nichts Grundlegendes geändert. Das gilt auch für ein Team im Urlaub: Die Go-live-Woche und die zwei Wochen danach brauchen die Leute, die den alten Shop kennen.

Der Nachlauf. Nach der Spitze kommen die Rückläufer: Retouren, Rückfragen, Gutscheine, die eingelöst werden. Nach Weihnachten reicht das bis weit in den Januar, zumal viele Shops ihre Rückgabefrist über die Feiertage verlängern.

Google selbst gibt übrigens denselben Rat für den Termin. Einen Umzug sollte man nach der Anleitung möglichst in eine Zeit mit wenig Traffic legen, und wer saisonalen Traffic hat, in eines der wiederkehrenden Täler.

Warum der Monat mehr zählt als der Prozentsatz

Wie tief der Einbruch nach dem Go-live ausfällt, entscheidet sich an den Weiterleitungen und an der Seitenstruktur. Das haben wir in Risikomanagement beim Plattformwechsel und SEO-Monitoring nach dem Umstieg beschrieben. Was er kostet, entscheidet sich am Kalender. Dieselben Prozente treffen im Januar einen kleinen Monatsumsatz und im November einen großen.

Rechenbeispiel

Gleicher Einbruch, anderer Monat

Ein Shop für Wohnaccessoires und Geschenke mit 2,4 Millionen Euro Jahresumsatz, davon 40 % über die organische Suche. Nach dem Go-live liegt der organische Umsatz vier Wochen lang 20 % unter Plan, weitere vier Wochen 10 %. Dieselbe Annahme, drei Termine.

  1. Go-live 18. Januar nach dem Nachlauf von Weihnachten

    ≈ 17.000 € entgangener Umsatz

  2. Go-live 4. Oktober Einbruch reicht in den November

    ≈ 31.000 € entgangener Umsatz

  3. Go-live 8. November eine Woche vor der Black Week

    ≈ 44.000 € entgangener Umsatz

× 2,6 kostet derselbe Einbruch im November gegenüber Januar, weil November und Dezember in diesem Shop zusammen ein Drittel des Jahresumsatzes bringen.

Beispielrechnung mit angenommenen Werten, kein Richtwert. Wie stark die Sichtbarkeit nach einem Umzug schwankt, hängt vor allem an den Weiterleitungen. Dass sie schwankt, beschreibt Google in seiner Anleitung zu Website-Umzügen als normal. Werbebudget, das in der Spitze auf einen schwächeren Shop trifft, ist nicht eingerechnet.

Die Rechnung ist eher vorsichtig. Sie berücksichtigt nicht, dass im November das meiste Werbebudget des Jahres auf einen Shop trifft, der noch nicht rund läuft, und dass Fehler in dieser Zeit schlechter zu beheben sind, weil jede Änderung am laufenden Aktionsgeschäft ein eigenes Risiko ist. Und sie unterstellt, dass es beim Einbruch bleibt. Eine fehlende Weiterleitung für die Black-Friday-Seite der Vorjahre kostet im November mehr als im Januar, und zwar nicht nur um den Faktor aus der Grafik.

Die freien Wochen im Jahr 2027

Welche Anlässe zählen, ist von Shop zu Shop verschieden, und Shopify schreibt das in seinem Kalender auch so. Ein Gartenshop lebt vom Frühjahr, ein Modehändler hat im Januar seinen Sale, ein Schreibwarenshop den Schulanfang. Die Grafik geht vom Shop aus dem Beispiel aus: Ostern, Vatertag und Muttertag, Black Friday, Weihnachten und die Urlaubszeit des Teams im Juli und August. Kreuzen Sie an, was für Ihren Shop gilt.

Umstiegsfenster 2027

Welche Wochen im Jahr 2027 für den Go-live übrig bleiben

Kreuzen Sie an, welche Anlässe für Ihren Shop zählen. Jeder Anlass sperrt die Spitze selbst, die Wochen davor, in denen der neue Shop schon eingeschwungen sein muss, und die Wochen danach, in denen Retouren und Rückfragen aus der Spitze laufen.

Anlässe, die für Ihren Shop zählen

12 von 52 Wochen

bleiben für den Go-live frei

Freie Fenster für den Go-live

  • KW 3–4 18. Januar bis 31. Januar 2 Wochen
  • KW 20–25 17. Mai bis 27. Juni 6 Wochen
  • KW 34–37 23. August bis 19. September 4 Wochen

Termine nach Shopifys E-Commerce-Kalender 2027, Kalenderwochen nach ISO 8601. Die Spitzen sind typische Muster. Ihre Umsatzkurve der letzten zwei Jahre ist die bessere Quelle. Vor- und Nachlauf sind unsere Faustregel aus Migrationsprojekten: sechs Wochen Vorlauf vor einer Verkaufsspitze, acht vor Black Friday und Weihnachten, zwei vor dem Teamurlaub. Der Nachlauf von Weihnachten reicht bis in KW 2.

Für den Beispielshop bleiben zwölf von 52 Wochen, verteilt auf drei Fenster. Drei Dinge fallen dabei auf.

Das Januarfenster ist 2027 kurz. Der Nachlauf von Weihnachten reicht bis Mitte Januar, und Ostern fällt mit dem 28. März früh, darauf weist auch Shopify im Kalender hin. Sechs Wochen Vorlauf vor der Osterspitze beginnen damit schon Anfang Februar. Für einen Shop mit Ostergeschäft bleiben zwei Januarwochen. Ohne Ostern wären es acht.

Das breiteste Fenster liegt für viele zwischen Muttertag und Sommerferien. Mitte Mai bis Ende Juni ist in den meisten Sortimenten ruhig, das Team ist noch da, und bis Black Friday bleibt genug Zeit für eine Generalprobe. Für einen Garten- oder Outdoor-Shop ist es dagegen die Hochsaison. Der bekommt sein Fenster im Herbst.

Nach dem 19. September ist das Jahr für Black Friday vorbei. Mit acht Wochen Vorlauf vor einer Aktion, die Mitte November beginnt, ist KW 37 der späteste Termin. Wer ihn verpasst, fährt die Saison besser mit dem alten Shop zu Ende und stellt im nächsten Fenster um.

Wenn gar kein Fenster übrig bleibt, gibt es zwei ehrliche Antworten. Entweder Sie wählen die kleinste Spitze und gehen mit einem frisch umgestellten Shop in sie hinein, mit allen Vorkehrungen aus diesem Beitrag. Oder Sie verkleinern den Umfang zum Go-live, damit der Termin in ein Fenster passt. Welche Teile warten können, zeigt Wie lange dauert ein Shopsystem-Wechsel?.

Was über den Stichtag läuft

Ein Umstieg ist kein Schalter, der an einem Tag umgelegt wird. Vorgänge, die im alten Shop beginnen, enden im neuen, und je näher der Go-live an einer Spitze liegt, desto mehr davon gibt es. Am deutlichsten wird das direkt nach Weihnachten.

Über den Stichtag

Vier Vorgänge, die im alten Shop beginnen und im neuen enden

Ein Go-live am 11. Januar, zwei Wochen nach Weihnachten. Keiner dieser Vorgänge ist ein Fehler. Jeder braucht vor dem Umstieg eine Antwort auf die Frage, wo er zu Ende geführt wird.

  1. Retoure einer Weihnachtsbestellung

    21.12. im alten Shop bestellt 15.1. erstattet

    Das Geld liegt beim Zahlungsanbieter des alten Shops, erstattet wird dort. Die Rechnungskorrektur bezieht sich auf die alte Rechnungsnummer.

  2. Gutschein als Weihnachtsgeschenk

    19.12. verkauft 6.2. im neuen Shop eingelöst

    Als Geschenkkarte mit dem bisherigen Code und dem Restwert anlegen. Was zwischen Export und Abschaltung verkauft oder eingelöst wird, braucht einen zweiten Abgleich am Umstellungstag.

  3. Lieferrückstand

    5.1. bestellt, Ware fehlt 25.1. versandt

    Vorher festlegen: im alten System zu Ende führen oder als offene Bestellung übernehmen. Sonst verschickt sie niemand oder beide.

  4. Aktionscode aus dem Dezember-Newsletter

    1.12. verschickt gültig bis 31.1.

    Im neuen Shop mit demselben Code, denselben Bedingungen und demselben Enddatum anlegen. Wer ihn im Januar eingibt, weiß nichts vom Umstieg.

Beispieldaten. Wie viele solcher Vorgänge über den Stichtag laufen, hängt an Ihren Rückgabefristen, an der Gültigkeit Ihrer Gutscheine und Codes und daran, wie nah der Go-live an einer Spitze liegt. Zählen Sie sie vor dem Umstieg, nicht danach.

Zwei dieser Vorgänge verdienen einen zweiten Blick, weil sie mit Geld zu tun haben.

Erstattungen alter Bestellungen. Wenn Sie die Bestellhistorie übernehmen, steht eine alte Bestellung danach auch in Shopify. Ihre Zahlung ist dort aber nur ein Eintrag. Das Geld wurde beim Zahlungsanbieter des alten Shops eingezogen, und dort muss es auch zurückgezahlt werden. Klären Sie vor dem Go-live, wer diese Erstattungen macht, mit welchem Zugang, und wie lange der alte Zahlungsanbieter dafür aktiv bleibt. Wie die Zahlungsarten selbst umziehen, steht in Zahlungs-APIs beim Umstieg.

Verkaufte Gutscheine. Wertgutscheine sind in Deutschland in der Regel drei Jahre gültig. Ein Gutschein aus dem Weihnachtsgeschäft wird also fast sicher im neuen Shop eingelöst. Shopify legt Geschenkkarten über die Schnittstelle mit einem vorgegebenen Code und einem Anfangswert an, sodass der Code auf dem Papier weiter funktioniert. Das Problem sind die letzten Tage: Was zwischen dem Export und der Abschaltung verkauft oder eingelöst wird, fehlt im ersten Import. Planen Sie am Umstellungstag einen zweiten Abgleich ein. Laufende Aktionscodes gehören in dieselbe Liste, wie in Rabatte und Aktionscodes beim Umstieg beschrieben.

Die Buchhaltung wünscht sich für den Wechsel oft den 1. Januar, damit jedes Geschäftsjahr in einem System liegt. Für einen Shop mit Weihnachtsgeschäft ist das der ungünstigste Termin des Jahres: mitten im Nachlauf, in der Woche mit den meisten Retouren, mit halber Besetzung. Einen sauberen Schnitt zum Jahreswechsel bekommt die Buchhaltung auch mit einem Datenstand zum 31. Dezember aus dem alten System. Der Go-live selbst kann zwei Wochen später stattfinden.

Rückwärts gerechnet: der Weg zu Black Friday 2027

Wer 2027 umsteigt, wird Black Friday 2027 mit dem neuen Shop bestreiten. Dafür reicht es nicht, vorher live zu sein. Zwischen Go-live und Aktion liegen Arbeitsschritte, die eine Reihenfolge haben.

Rückwärts gerechnet

Neun Stationen zwischen Go-live und Januar

Black Friday fällt 2027 auf den 26. November, Cyber Monday auf den 29. Viele Shops beginnen ihre Aktion schon eine Woche früher. Von dort zurückgerechnet ergibt sich der späteste Termin für den Umstieg.

  1. KW 37 bis 19. September

    Go-live

    Spätester Go-live

    Acht volle Wochen bis zum Aktionsbeginn Mitte November. Wer später umstellt, geht mit Weiterleitungen, Abläufen und Zahlen in die Black Week, die noch niemand im Normalbetrieb gesehen hat.

  2. KW 38–41 20. September bis 17. Oktober

    Einschwingen

    Vier Wochen Normalbetrieb

    Search Console jeden Tag: 404-Fehler, nicht übernommene Adressen, Weiterleitungsketten. Bestellung, Retoure und Erstattung einmal mit echten Kunden durchlaufen. Das Team arbeitet nur noch im neuen Adminbereich.

  3. KW 40 bis 10. Oktober

    Vorbereitung

    Saisonseiten veröffentlicht

    Black-Friday-Seite und Geschenkratgeber stehen im neuen Shop, unter der Adresse der Vorjahre oder mit Weiterleitung von dort. Suchmaschinen brauchen Zeit, um neue Seiten zu erfassen.

  4. KW 42–43 18. bis 31. Oktober

    Vorbereitung

    Generalprobe

    Eine kleinere Aktion, etwa zu Halloween: Rabatt anlegen, Newsletter verschicken, Bestellungen durch Warenwirtschaft und Versand laufen lassen. Was hier hakt, hakt im November mit der zehnfachen Menge.

  5. KW 44 1. bis 7. November

    Vorbereitung

    Aktionen eingerichtet

    Rabatte mit Start- und Endzeit anlegen und in den Kombinationen testen, die Kunden ausprobieren werden. Automatische Rabatte gegen die Obergrenze von 25 gleichzeitig aktiven zählen. Anbindungen mit der Bestellzahl pro Stunde aus dem Vorjahr prüfen.

  6. KW 45 ab 8. November

    Änderungsstopp

    Änderungsstopp bis Januar

    Keine neuen Apps, keine Theme-Umbauten, keine neuen Anbindungen. Ausnahmen nur für Fehlerbehebungen, zu zweit und mit einem Weg zurück.

  7. KW 46–48 15. November bis 5. Dezember

    Spitze

    Black Week und Cyber Monday

    Black Friday am 26., Cyber Monday am 29. November. Wichtiger als der Umsatz im Adminbereich ist, ob jede Bestellung in der Warenwirtschaft ankommt.

  8. KW 49–51 bis 24. Dezember

    Spitze

    Weihnachtsgeschäft

    Den letzten Bestelltermin für eine Lieferung vor Heiligabend im Shop, im Warenkorb und in den Mails nennen.

  9. KW 52–2 27. Dezember bis Mitte Januar

    Nachlauf

    Retouren, Gutscheine, aufgeschobene Umbauten

    Rückgaben und Gutscheineinlösungen laufen im neuen Shop. Der Änderungsstopp endet, die gesammelten Umbauten kommen an die Reihe.

Termine nach Shopifys E-Commerce-Kalender 2027. Abstände und Reihenfolge sind unsere Praxis aus Migrationsprojekten. Die Obergrenze für automatische Rabatte nach help.shopify.com, Stand September 2026.

Zwei Punkte aus der Übersicht sind neu für Händler, die bisher Shopware oder Magento selbst betrieben haben.

Der Server fällt als Vorbereitung weg, die Anbindungen nicht. Hochskalieren, Lasttest, Cache vorwärmen: Das ist bei Shopify nicht mehr Ihre Aufgabe. Wie viel davon wirklich wegfällt, haben wir in Produkt-Drops beim Umstieg beschrieben. Ihre Warenwirtschaft, Ihr Versandtool und Ihre Marktplatzanbindung holen die Bestellungen aber weiterhin über eine Schnittstelle ab, und die hat Grenzen. Für die GraphQL Admin API nennt Shopify 100 Punkte pro Sekunde in Basic und Grow, 200 in Advanced und 1.000 in Plus. Ein Anschluss, der an normalen Tagen nie an diese Grenze kommt, kann am Black Friday mit einer Warteschlange hinterherlaufen. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, ihn mit der Bestellzahl pro Stunde aus dem Vorjahr zu testen, bevor der Änderungsstopp beginnt.

Die Aktion wird zum ersten Mal gebaut. Im alten Shop existierten die Regeln für Black Friday oft schon, sie wurden jedes Jahr nur neu datiert. In Shopify entstehen sie neu, mit anderen Kombinationsregeln und mit der Obergrenze von 25 gleichzeitig aktiven automatischen Rabatten. Wer zu Black Friday Sets verkauft, baut auch die neu, etwa mit der App Shopify Bundles. Deshalb gehört die Generalprobe mit einer kleineren Aktion in den Oktober und nicht in die Woche vor Black Friday.

Und Black Friday 2026?

Heute ist der 30. September 2026. Black Friday ist in diesem Jahr am 27. November, viele Shops starten ihre Aktion ab Mitte November. Nach der Rechnung oben ist der späteste Go-live dafür Mitte September verstrichen, und ein Umstieg, der heute beginnt, dauert für einen mittleren Shop zwölf bis zwanzig Wochen.

Das heißt nicht, dass das vierte Quartal verloren ist. Ein großer Teil der Migrationsarbeit braucht das Shopteam kaum: die Bestandsaufnahme des alten Systems, die Liste aller URLs mit Zugriffen und Weiterleitungszielen, Testexporte der Daten, der Aufbau des Themes. Die Entscheidungen, die das Team braucht, legen Sie in den Oktober und in die erste Januarhälfte. Für einen Shop wie den aus dem Beispiel heißt das realistisch: Go-live Mitte Mai bis Ende Juni 2027, oder in den zwei Januarwochen, wenn das Projekt im Oktober startet und im Dezember keine Entscheidung liegen bleibt.

Checkliste

Go-live-Termin festlegen: dreizehn Punkte

Die ersten fünf Punkte bestimmen den Termin, die nächsten vier den Umstellungstag, die letzten vier die Zeit bis zur ersten Spitze im neuen Shop. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist

Ihre SituationEmpfehlung
Geschenke, Wohnen, Schmuck mit Weihnachten und MuttertagGo-live Mitte Mai bis Ende Juni oder in der zweiten Januarhälfte. Für Black Friday 2027 spätestens in KW 37
Mode mit Winter- und Sommer-SaleDer Januar ist kein Fenster. Meist bleiben die Wochen nach der Frühjahrskollektion vor dem Sommer-Sale oder der Spätsommer
Garten, Outdoor, FahrradUmstellen nach der Saison, im Spätsommer oder Herbst. Prüfen, wie wichtig Black Friday für Ihr Sortiment wirklich ist, bevor er den Herbst blockiert
Sport, Ernährung, Wellness mit NeujahrsvorsätzenJanuar ist Spitze, Dezember Vorlauf. Fenster im späten Frühjahr oder im Spätsommer
B2B-Shop oder Ersatzteile ohne ausgeprägte SaisonDer Handelskalender zählt weniger als Teamurlaub, Messen und Budgetzeiten Ihrer Kunden. Die gehören in dieselbe Rechnung
Projekt läuft, der Termin rutscht in einen VorlaufAuf das nächste Fenster verschieben oder den Umfang zum Go-live verkleinern. Die Generalprobe nicht streichen, um den Termin zu halten
Noch auf dem alten System, Black Friday 2026 steht bevorDie Saison mit dem alten Shop zu Ende fahren, das vierte Quartal für Bestandsaufnahme, URL-Liste und Testexporte nutzen, Go-live im ersten Fenster 2027
Buchhaltung wünscht den 1. Januar als StichtagDatenstand zum 31. Dezember aus dem alten System für die Buchhaltung, Go-live nach dem Nachlauf von Weihnachten

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Shopifys Kalender für 2027 ist ein Kampagnenkalender. Für einen Umstieg zeigt er vor allem, wann der Go-live nicht stattfinden sollte. Drei Punkte entscheiden, ob der neue Shop seine erste Saison so gut übersteht wie der alte seine letzte.

Ein Anlass sperrt Vorlauf, Spitze und Nachlauf. Sechs volle Wochen zwischen Go-live und der nächsten Verkaufsspitze, acht vor Black Friday und Weihnachten, dazu die Retouren und Rückfragen danach. Für einen Shop mit Ostern, Muttertag, Black Friday, Weihnachten und Sommerurlaub bleiben so 2027 zwölf von 52 Wochen, und nach KW 37 ist das Jahr für Black Friday vorbei.

Derselbe Einbruch kostet je nach Monat ein Vielfaches. Eine vorübergehend schwächere Sichtbarkeit nach dem Umzug ist normal. Ob sie einen kleinen Monat trifft oder die umsatzstärksten Wochen des Jahres, entscheidet allein der Termin. Google rät selbst dazu, einen Umzug in ein saisonales Tal zu legen.

Über den Stichtag laufen Vorgänge mit Geld. Retouren alter Bestellungen werden beim alten Zahlungsanbieter erstattet, Gutscheine aus dem Weihnachtsgeschäft im neuen Shop eingelöst, Aktionscodes aus dem Newsletter weiter benutzt. Wer sie vorher zählt und jedem einen Ort gibt, hat nach dem Go-live keine zwei Kundenservices.

Wenn Sie überlegen, 2027 umzusteigen, und wissen wollen, welches Fenster für Ihren Shop realistisch ist: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen planen, steht auf Shopsystem-Migration. Die systemspezifischen Fälle finden Sie auf Shopware zu Shopify, Magento zu Shopify und WooCommerce zu Shopify.

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