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Wer führt den Bestand? Lagerverwaltung beim Umstieg auf Shopify

Im alten Shop war die Lagerverwaltung oft ein Teil des Shopsystems: Pickware in Shopware, Multi-Source Inventory in Magento, Plugins in WooCommerce. Mit dem Umstieg verteilen sich ihre Aufgaben auf drei mögliche Orte, den Shopify-Adminbereich, eine App oder eine Warenwirtschaft. Der Beitrag zeigt, welche Lageraufgaben Shopify selbst übernimmt und welche nicht, warum zwei Systeme dieselbe Bestandszahl nie einfach überschreiben dürfen und mit welchen fünf Fragen Sie festlegen, welches System das Lager führt.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
14 Min.
Editorial Illustration: Links einer gestrichelten, messingfarbenen Mittellinie steht ein großer schwarzer Block mit zwölf hellen Quadraten in drei Reihen, darunter ein goldener Balken als Boden. Rechts stehen drei breite Behälter übereinander: Der obere ist schwarz und trägt sieben helle Quadrate, der mittlere ist nur umrandet und enthält zwei schwarze Quadrate, der untere enthält zwei schwarze Quadrate und ein drittes, nur terrakottafarben umrandetes, hinter dem ein heller Schein liegt. Sinnbild für zwölf Lageraufgaben, die bisher ein System erledigt hat und die sich nach dem Umstieg auf drei Orte verteilen, von denen genau einer den Bestand führt.

Ein Händler für Aquaristikbedarf, bisher Shopware 6, rund 4.000 Artikel, ein Lager. Jeden Montagmorgen öffnete die Einkäuferin im Shopware-Backend die Bestellvorschläge des Lagermoduls: alle Artikel unter Meldebestand, nach Lieferant sortiert, mit einer vorgeschlagenen Menge. Zwanzig Minuten später waren die Bestellungen an die Lieferanten verschickt.

Der Umstieg auf Shopify lief sauber. Produkte, Kunden, Bestellhistorie und Weiterleitungen waren übertragen, der Bestand am Stichtag gezählt und abgeglichen. Am ersten Montag danach fand die Einkäuferin im neuen Adminbereich Lieferanten, Einkaufsbestellungen und eingehende Ware, aber keine Liste, die ihr sagt, was nachbestellt werden muss. Einen Meldebestand hatte beim Import niemand angelegt, weil es in Shopify kein Feld dafür gibt. Sie half sich mit einem Bestandsbericht, sortiert nach Menge. Drei Wochen später waren die ersten Futtersorten ausverkauft, die im alten Shop nie ausverkauft gewesen waren.

Einen Fehler hatte niemand gemacht. Im Migrationsplan standen Daten: Produkte, Kunden, Bestellungen, Bestände. Der Bestellvorschlag war keine Datei, sondern eine Funktion. Er stand in keiner Liste, weil er zum Shop gehörte wie die Kasse zum Laden.

Shopify hat am 27. September einen Beitrag über Bestandsverwaltungs-Apps veröffentlicht. Er beschreibt drei Strategien: Just-in-time, Großbestellungen sowie permanente und periodische Bestandsführung. Als wichtige Funktionen nennt er die Anbindung an den Onlineshop, automatische Nachbestellung, die Anbindung an die Kasse und eine genaue Erfassung jedes Artikels. Dann stellt er acht Programme vor, von Shopifys eigener Bestandsverwaltung über Prediko und Katana bis Odoo Inventory. Für einen neuen Shop ist das eine Auswahlfrage. Wer umsteigt, muss vorher eine andere Frage beantworten: Welche dieser Funktionen hat das alte System bisher nebenbei erledigt, und wer übernimmt sie nach dem Umstieg?

Im alten Shop war das Lager ein Teil des Shops

Bei Shopware, Magento und WooCommerce ist das Backend des Shops für viele Händler auch die Lagerverwaltung. Dort wird der Wareneingang gebucht, dort steht der Bestand je Lager, dort wird nachbestellt und gezählt. Ob das über den Kern des Shopsystems läuft oder über ein Plugin, spielt im Alltag keine Rolle. Wichtig wird es erst beim Umstieg, denn dann entscheidet es darüber, ob die Funktion mitkommt.

Ausgangslage

Wo das Lager bisher gewohnt hat

Vier verbreitete Ausgangslagen im deutschsprachigen Raum. In dreien gehört die Lagerverwaltung zum Shopsystem oder zu seinen Plugins und endet mit ihm, nur eines davon gibt es auch für Shopify.

  • Shopware 6

    Endet oder zieht um
    Wo der Bestand lag
    Der Kern führt einen Bestand je Artikel. Mehrere Lager gibt es mit Multi-Inventory im Tarif Beyond, Einkauf, Wareneingang und Inventur meist über Pickware im Shopware-Backend.
    Was oft dazugehörte
    Lieferantenbestellungen, Chargen und MHD, Lagerplätze und Scanner je nach Pickware-Paket

    Pickware gibt es inzwischen auch als Shopify-App. Wer es behält, zieht trotzdem um: neue Installation, neue Abläufe, eigener Tarif. Alle anderen Plugins enden mit dem Shop.

  • Magento 2

    Endet mit dem Shop
    Wo der Bestand lag
    Multi-Source Inventory im Kern, seit Version 2.3: Quellen für Lager und Filialen, Bestände für Verkaufskanäle, Reservierungen und eine verkaufsfähige Menge je Kanal.
    Was oft dazugehörte
    Quellenauswahl nach Priorität oder Entfernung, Einkauf über Erweiterungen oder ERP

    Die Logik steckt im Shopsystem selbst. Quellen und Reservierungen werden in Shopify neu aufgebaut, nicht übertragen.

  • WooCommerce

    Endet mit dem Shop
    Wo der Bestand lag
    Eine Menge je Produkt oder Variante, wenn „Lagerbestand verwalten“ aktiv ist, dazu eine Schwelle für niedrigen Bestand. Mehr als ein Lager gibt es nur über Erweiterungen.
    Was oft dazugehörte
    Lager, Einkauf und Inventur je nach Erweiterung, oft mehrere nebeneinander

    Mit WordPress gehen die Erweiterungen. Was sie zusätzlich gespeichert haben, etwa Lieferanten und Einkaufspreise, muss vorher exportiert werden.

  • JTL-Shop

    Bleibt
    Wo der Bestand lag
    Der Shop hat keine eigene Lagerverwaltung. Bestand, Einkauf, Lager und Versand liegen in JTL-Wawi, der Shop zeigt an, was sie ihm schickt.
    Was oft dazugehörte
    JTL-WMS mit Lagerplätzen und Scannern, Marktplätze über JTL

    Die Warenwirtschaft bleibt, nur der Shop wird getauscht. JTL bietet dafür einen eigenen Connector im Shopify App Store an.

Nach den Dokumentationen von Shopware, Adobe Commerce, WooCommerce, Pickware und JTL sowie dem Shopify App Store, Stand September 2026. Welche Funktionen Ihr altes System tatsächlich genutzt hat, zeigt nur ein Blick in das Backend, nicht die Paketbeschreibung.

Die vierte Karte ist der einfachere Fall, auch wenn er nach mehr Aufwand aussieht. Bei JTL-Shop bleibt die Warenwirtschaft, und das Projekt dreht sich um eine neue Verbindung. Dasselbe gilt für Shopware- oder WooCommerce-Händler, die schon heute JTL-Wawi, Xentral, plentymarkets (heute PlentyONE), Billbee oder weclapp hinter dem Shop betreiben. Für alle diese Systeme gibt es eine Anbindung an Shopify.

In den anderen Fällen verschwindet mit dem Shop auch das Werkzeug, mit dem das Lager gearbeitet hat. Die eine Ausnahme ist Pickware, das es inzwischen auch als App im Shopify App Store gibt. Auch dann ist es ein Umzug und keine Übernahme: eine neue Installation mit eigenem Tarif, neue Abläufe und Daten, die übertragen werden müssen. In allen anderen Fällen brauchen die Aufgaben des Lagermoduls ein neues Zuhause, und zwar jede einzeln.

Was der Adminbereich übernimmt und was nicht

Wer Shopify zuletzt vor zwei, drei Jahren angesehen hat, unterschätzt den Adminbereich an dieser Stelle. Einkaufsbestellungen mit Lieferanten gibt es seit 2023, seit Juni 2026 erzeugt eine Einkaufsbestellung beim Wareneingang einen Transfer, der die Ware bucht. Dazu kommen Zählungen mit Freigabe, bevor sich eine Menge ändert, ein Lagerplatz je Variante und Standort, Picklisten und eine Reihe von Bestandsberichten, von der ABC-Analyse bis zur Reichweite je Produkt. Auf der anderen Seite ist Stocky, die Lager-App von Shopify mit Bestellvorschlägen, seit dem 31. August 2026 eingestellt.

Die Übersicht ordnet zwölf Aufgaben, die ein Lagermodul im alten Shop typischerweise erledigt hat. Zu jeder steht, wo sie künftig liegt und wo die Grenze verläuft.

Umzugsplan

Zwölf Lageraufgaben, drei neue Zuhause

Was ein Lagermodul im alten Shop typischerweise erledigt hat, und wo die Aufgabe nach dem Umstieg liegt. Unter jeder Aufgabe steht die Grenze, an der sie den Ort wechselt.

Shopify-Adminbereich

7 von 12 Im Tarif enthalten, keine Schnittstelle nötig.

  1. Bestand je Standort

    Lager, Filialen und Dienstleister als Standorte, Bestand je Variante und Standort.

    Grenze 10 Standorte in Basic, Grow und Advanced, 200 in Plus.

  2. Verfügbar, zugesagt, gesperrt

    Zugesagt für offene Bestellungen, nicht verfügbar mit Grund: beschädigt, Qualitätskontrolle, Sicherheitsbestand, Sonstiges.

    Grenze Zugesagt bucht nur Shopify selbst, keine App und keine Warenwirtschaft.

  3. Umlagerung

    Transfers zwischen Standorten, auch in mehreren Sendungen, Annahme mit Barcode-Scanner.

    Grenze Annahme an der Kasse nur mit POS Pro.

  4. Einkauf und Wareneingang

    Lieferanten und Einkaufsbestellungen. Beim Wareneingang erzeugt die Bestellung einen Transfer, der die Ware bucht.

    Grenze Die Kosten pro Artikel bleiben beim Eingang unverändert. Versand an den Lieferanten als PDF, nicht aus dem Adminbereich.

  5. Inventur und Korrektur

    Zählungen mit Freigabe, bevor sich Mengen ändern. Korrekturen mit Grund und Verlauf.

    Grenze Zählen in der Kasse nur mit POS Pro.

  6. Lagerplatz und Pickliste

    Ein Lagerplatz je Variante und Standort, Picklisten mit Platzangabe, auch für Sammelabwicklungen.

    Grenze Ein Platz je Variante. Mehrere Plätze, Nachschub und Lagerzonen sind Sache eines WMS.

  7. Feste Sets

    Mit der App Shopify Bundles: Der Bestand des Sets folgt dem knappsten Teil.

    Grenze Bis 30 Teile je festem Set, Bestand nicht je Standort, nur im Onlineshop und in eigenen Storefronts.

App aus dem App Store

2 von 12 Eine Aufgabe, eine App. Schreibt über die Schnittstelle in denselben Bestand.

  1. Nachbestellvorschlag

    Meldebestand, Reichweite, Prognose und Vorschlag je Lieferant, etwa mit Prediko oder Thrive.

    Grenze Stocky ist seit dem 31. August 2026 eingestellt. Shopify nennt als Ersatz Flow-Warnungen, Mindestbestände in Metafeldern und Sidekick.

  2. Stücklisten und Fertigung

    Mehrstufige Stücklisten, Fertigungsaufträge und Materialbedarf, etwa mit Katana.

    Grenze Die App schreibt den Bestand der Fertigware über dieselbe Schnittstelle wie alle anderen.

Warenwirtschaft oder WMS

3 von 12 Sobald eine dieser Aufgaben zählt, führt meist die Warenwirtschaft das Lager. Manche laufen selbst als App, etwa Pickware.

  1. Chargen, MHD, Seriennummern

    Bestand je Charge, Ablaufdatum und Seriennummer, Versand nach dem frühesten Ablaufdatum.

    Grenze Shopify zählt Stück je Standort. Ein Metafeld am Produkt ersetzt keine Charge.

  2. Bestandsbewertung

    Fifo, gleitender Durchschnitt, Abschriften und Inventurdifferenzen für den Abschluss.

    Grenze Shopify führt ein festes Feld „Kosten pro Artikel“ je Variante, kein Bewertungsverfahren.

  3. Ein Bestand für alle Kanäle

    Marktplätze, B2B-Portal und Kassen anderer Hersteller aus derselben Menge bedienen.

    Grenze Shopify gleicht eigene Kanäle und Shopify POS ab. Für alles andere braucht der Bestand eine Mitte.

Funktionsumfang von Shopify nach help.shopify.com und shopify.dev, Stand September 2026. Welche Aufgabe eine App und welche eine Warenwirtschaft übernimmt, ist unsere Einordnung aus Migrationsprojekten. Prediko, Thrive und Katana nennt Shopifys Beitrag vom 27. September, Pickware steht im Shopify App Store. Beispiele, keine Empfehlung.

Das Muster ist deutlich: Der Adminbereich zählt und bewegt, er plant und bewertet nicht. Was wo liegt, was verkauft, gesperrt oder unterwegs ist, wie Ware von einem Ort zum anderen kommt, das deckt Shopify ab. Was nachbestellt werden sollte, aus welcher Charge verkauft wird und was der Bestand wert ist, nicht.

Beim Nachbestellen lohnt ein genauer Blick, weil es hier die meisten Missverständnisse gibt. Für Händler, die Stocky genutzt haben, nennt Shopify drei Bausteine als Ersatz: Warnungen bei niedrigem Bestand über Shopify Flow, Mindest- und Höchstbestände in Metafeldern und die Frage an den Assistenten Sidekick, was nachbestellt werden sollte. Sidekick kann auch Einkaufsbestellungen entwerfen. Das sind brauchbare Bausteine. Einen Meldebestand, aus dem jede Woche dieselbe Vorschlagsliste entsteht, ergeben sie erst, wenn jemand sie so einrichtet. Wer bisher mit einer solchen Liste gearbeitet hat, braucht eine App oder baut sie sich mit Flow und Metafeldern nach, und zwar vor dem Go-live.

Zwei Grenzen fallen erst im Betrieb auf. Die erste ist die Zahl der Standorte: zehn in Basic, Grow und Advanced, 200 in Plus. Wer Lager, Filialen, Pop-up-Flächen und ein externes Lager als eigene Standorte abbildet, kommt schneller an zehn, als es am Anfang aussieht. Die zweite sind einige Kassenfunktionen: Transfers annehmen und zählen geht an der Kasse nur mit POS Pro, im Adminbereich ohne. Wie Filiale und Onlineshop zusammenspielen, steht in Kasse und Onlineshop beim Umstieg auf Shopify POS.

Warum zwei Systeme dieselbe Zahl nicht überschreiben dürfen

Sobald eine App oder eine Warenwirtschaft dazukommt, gibt es zwei Systeme, die Bestände ändern. Shopify ändert sie bei jeder Bestellung, jeder Stornierung und jeder Rückgabe. Die Warenwirtschaft ändert sie bei jedem Wareneingang, jeder Inventur und jeder Korrektur. Im alten Shop gab es dieses Problem oft nicht, weil beides in derselben Datenbank passierte.

Shopify beschreibt in seiner Entwicklerdokumentation zwei Wege, Bestände über die Schnittstelle zu ändern: eine Menge absolut setzen oder eine Änderung buchen. Das absolute Setzen ist laut Dokumentation nur für ein System gedacht, das als Quelle der Wahrheit für den Bestand arbeitet, alle anderen sollen Änderungen buchen. Und eine Zahl kann die Warenwirtschaft gar nicht schreiben: Den zugesagten Bestand, also Ware in offenen Bestellungen, verwaltet ausschließlich Shopify. Was daraus im Alltag folgt, zeigt ein Artikel mit drei Stück.

Abgleich

Drei Arten, denselben Bestand zu übergeben

Ein Artikel, drei Stück im Lager. Die Warenwirtschaft gleicht den Bestand alle fünf Minuten mit Shopify ab und holt Bestellungen alle fünfzehn Minuten ab. Wählen Sie, wie sie den Bestand übergibt.

Art der Übergabe wählen

Zahl setzen Die Warenwirtschaft schickt bei jedem Abgleich ihren verfügbaren Bestand und Shopify übernimmt ihn ohne Rückfrage.

  1. 09:00

    Ausgangslage. Beide Systeme kennen drei Stück.

    Shopify
    Verfügbar 3 Zugesagt 0 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  2. 09:04

    Online-Bestellung über zwei Stück. Shopify sagt sie zu.

    Die Warenwirtschaft holt Bestellungen erst um 09:15 ab.

    Shopify
    Verfügbar 1 Zugesagt 2 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  3. 09:05

    Bestandsabgleich: Die Warenwirtschaft setzt Verfügbar auf 3.

    Vorrätig steigt auf 5. Zwei Stück gibt es nur in Shopify.

    Shopify
    Verfügbar 3 Zugesagt 2 Vorrätig 5
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  4. 09:11

    Nächste Bestellung über drei Stück. Shopify nimmt sie an.

    Shopify
    Verfügbar 0 Zugesagt 5 Vorrätig 5
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  5. 09:15

    Bestellimport: Die Warenwirtschaft reserviert fünf von drei Stück.

    Shopify
    Verfügbar 0 Zugesagt 5 Vorrätig 5
    Warenwirtschaft
    Verfügbar −2

Ergebnis Zwei Stück verkauft, die es nicht gibt. Kein Protokoll meldet einen Fehler, beide Übertragungen waren erfolgreich.

Setzen mit Prüfung Die Warenwirtschaft schickt mit der neuen Zahl den Stand, von dem sie ausgeht. Weicht Shopify davon ab, wird nichts überschrieben.

  1. 09:00

    Ausgangslage. Beide Systeme kennen drei Stück.

    Shopify
    Verfügbar 3 Zugesagt 0 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  2. 09:04

    Online-Bestellung über zwei Stück. Shopify sagt sie zu.

    Die Warenwirtschaft holt Bestellungen erst um 09:15 ab.

    Shopify
    Verfügbar 1 Zugesagt 2 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  3. 09:05

    Bestandsabgleich: Verfügbar auf 3 setzen, wenn Shopify noch 3 meldet. Shopify meldet 1 und lehnt ab.

    Rückmeldung CHANGE_FROM_QUANTITY_STALE: Der Stand der Warenwirtschaft ist veraltet.

    Shopify
    Verfügbar 1 Zugesagt 2 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  4. 09:11

    Nächste Bestellung: Shopify bietet nur noch ein Stück an, die Kundin kauft es.

    Shopify
    Verfügbar 0 Zugesagt 3 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  5. 09:15

    Bestellimport: Die Warenwirtschaft reserviert drei Stück.

    Shopify
    Verfügbar 0 Zugesagt 3 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 0
  6. 09:20

    Nächster Abgleich: Verfügbar auf 0, wenn bisher 0. Shopify übernimmt.

    Shopify
    Verfügbar 0 Zugesagt 3 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 0

Ergebnis Stimmt. Der abgelehnte Abgleich kostet eine Runde, aber keinen Bestand. Der Anschluss muss die Ablehnung allerdings verarbeiten und neu lesen, statt sie still zu übergehen.

Änderungen buchen Die Warenwirtschaft schickt keine Bestände, sondern nur ihre Lagerbewegungen: Wareneingang, Korrektur, Schwund.

  1. 09:00

    Ausgangslage. Beide Systeme kennen drei Stück.

    Shopify
    Verfügbar 3 Zugesagt 0 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  2. 09:04

    Online-Bestellung über zwei Stück. Shopify sagt sie zu.

    Die Warenwirtschaft holt Bestellungen erst um 09:15 ab.

    Shopify
    Verfügbar 1 Zugesagt 2 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  3. 09:05

    Bestandsabgleich: In der Warenwirtschaft gab es keine Lagerbewegung, sie schickt nichts.

    Shopify
    Verfügbar 1 Zugesagt 2 Vorrätig 3
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 3
  4. 09:08

    Wareneingang über zehn Stück. Die Warenwirtschaft bucht +10 in Shopify.

    Shopify
    Verfügbar 11 Zugesagt 2 Vorrätig 13
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 13
  5. 09:11

    Nächste Bestellung über drei Stück.

    Shopify
    Verfügbar 8 Zugesagt 5 Vorrätig 13
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 13
  6. 09:15

    Bestellimport: Die Warenwirtschaft reserviert fünf Stück.

    Shopify
    Verfügbar 8 Zugesagt 5 Vorrätig 13
    Warenwirtschaft
    Verfügbar 8

Ergebnis Stimmt, solange keine Buchung verloren geht. Eine verlorene Änderung korrigiert sich nie von selbst. Deshalb gehört ein regelmäßiger Vollabgleich mit Prüfung dazu, etwa nach jeder Inventur.

Zahlen zur Veranschaulichung. Verhalten nach der Dokumentation der GraphQL Admin API auf shopify.dev, Version 2026-07: Absolute Werte setzt inventorySetQuantities, den erwarteten Ausgangswert prüft das Pflichtfeld changeFromQuantity, Änderungen bucht inventoryAdjustQuantities. Zugesagt verwaltet nur Shopify, Vorrätig ist die Summe aus Verfügbar, Zugesagt und Nicht verfügbar. Welche Art ein fertiger Anschluss verwendet, steht in seiner Dokumentation oder erfahren Sie beim Anbieter.

Der erste Verlauf ist kein konstruierter Sonderfall. Er entsteht immer dann, wenn der Bestandsabgleich häufiger läuft als der Bestellimport und die Warenwirtschaft ihren Bestand einfach setzt. Bei Artikeln mit viel Bestand fällt das nicht auf, weil die Menge vor dem nächsten Abgleich nie auf null sinkt. Bei den letzten Stück eines Artikels wird genau diese Lücke verkauft, und das trifft bevorzugt Bestseller und Aktionsware.

Für die Auswahl oder den Bau eines Anschlusses heißt das, vier Fragen zu stellen, bevor über Felder und Preise gesprochen wird:

Setzt der Anschluss Bestände, oder bucht er Änderungen? Beides kann richtig sein. Wer setzt, muss es mit Prüfung tun. In der aktuellen Schnittstellenversion 2026-07 ist der erwartete Ausgangswert ein Pflichtfeld. Wer die Prüfung abschalten will, muss das ausdrücklich angeben.

Was passiert bei einer Ablehnung? Ein abgelehnter Abgleich ist nur dann harmlos, wenn der Anschluss neu liest und es später noch einmal versucht. Landet die Ablehnung nur in einem Protokoll, fehlt der Wareneingang so lange, bis ihn jemand von Hand nachbucht.

Wie groß ist das Fenster zwischen Bestellung und Bestellimport? Solange die Warenwirtschaft eine Bestellung nicht kennt, rechnet sie mit einem zu hohen Bestand. Je kürzer dieses Fenster, desto kleiner das Risiko. Ein Import, der auf ein Ereignis aus Shopify reagiert, ist besser als einer, der alle fünfzehn Minuten nachsieht.

Wie wird doppeltes oder verlorenes Buchen verhindert? Seit der Schnittstellenversion 2026-04 verlangt Shopify für beide Bestandsbuchungen einen Idempotenzschlüssel. Eine wiederholte Übertragung wird damit nicht zweimal gebucht. Gegen verlorene Buchungen hilft nur ein regelmäßiger Vollabgleich. Ein Anschluss, der noch auf einer älteren Version läuft, muss spätestens beim nächsten Versionswechsel umgebaut werden. Fragen Sie, auf welcher Version er läuft.

Welche technischen Muster sich für die Verbindung bewährt haben, beschreibt ERP-Integration mit Shopify. Wie wir JTL-Wawi und Xentral an Shopify anbinden, steht unter JTL-Wawi und Xentral.

Welches System das Lager führen sollte

Die Frage „Brauchen wir nach dem Umstieg noch eine Warenwirtschaft?“ wird in Projekten meist nach Bauchgefühl beantwortet: Wer eine hat, behält sie, wer keine hat, will keine. Beides kann falsch sein. Besser ist es, sie an den Aufgaben zu entscheiden, die der Adminbereich nicht übernimmt.

Entscheidung

Fünf Fragen bis zum bestandsführenden System

Die Reihenfolge ist Absicht: Die ersten drei Fragen entscheiden über eine Warenwirtschaft, die nächsten zwei über eine App. Das erste Ja beendet den Weg.

  1. Verkaufen Sie denselben Bestand auch außerhalb von Shopify?

    Amazon, Otto, Kaufland, ein B2B-Portal, ein Kassensystem eines anderen Herstellers. Dann braucht der Bestand eine Mitte, die alle Kanäle bedient.

    Ja Warenwirtschaft

  2. Müssen Sie Chargen, Mindesthaltbarkeit oder Seriennummern nachweisen?

    Lebensmittel, Kosmetik, Tierfutter, Elektronik mit Garantie. Shopify zählt Stück je Standort, nicht Stück je Charge. Das leisten Warenwirtschaften, auch solche, die als App laufen.

    Ja Warenwirtschaft

  3. Liegt ein Artikel an mehreren Plätzen, mit Nachschub aus einem Reservelager?

    Einen Lagerplatz je Variante und Standort und Picklisten kennt Shopify inzwischen. Mehrere Plätze je Artikel, Nachschub und Kommissionierung mit mobilen Scannern sind die Aufgabe eines WMS.

    Ja Warenwirtschaft

  4. Bestellen Sie nach Mindestbestand oder Prognose nach?

    Einkaufsbestellungen legt Shopify an, Sidekick kann sie entwerfen. Einen Meldebestand, aus dem jede Woche eine Vorschlagsliste entsteht, hat der Adminbereich nicht.

    Ja Shopify + App

  5. Bauen Sie Produkte aus Komponenten zusammen?

    Feste Sets mit bis zu 30 Teilen deckt die App Shopify Bundles ab. Stücklisten über mehrere Ebenen, Fertigungsaufträge oder Konfektionierung brauchen eine eigene App.

    Ja Shopify + App

  6. Fünfmal Nein

    Ergebnis Shopify

  • Die Warenwirtschaft führt das Lager

    Wareneingang, Inventur, Chargen und Lagerplätze werden in der Warenwirtschaft gebucht. Shopify verkauft, sagt Bestellungen zu und erfährt die Lagerbewegungen als Änderungen.

    Typisch bei JTL-Shop mit JTL-Wawi, bei Marktplatzhändlern und bei Shops mit eigenem Lagerteam.

  • Shopify führt, eine App ergänzt

    Bestand, Transfers und Einkaufsbestellungen bleiben im Adminbereich. Eine App übernimmt genau die eine Aufgabe, die fehlt, und schreibt über dieselbe Schnittstelle.

    Typisch bei Shops, die im alten System ein Lagermodul ohne eigenes Lagerteam genutzt haben.

  • Shopify führt, der Adminbereich reicht

    Bestand je Standort, Zustände, Transfers, Einkaufsbestellungen, Zählungen und Berichte im Adminbereich. Keine Schnittstelle, die Bestände überschreiben könnte.

    Typisch bei einem Lager, einem Kanal und einem Sortiment ohne Chargen.

Eigene Einordnung aus Migrationsprojekten. Funktionsumfang des Adminbereichs nach help.shopify.com, Stand September 2026. Wer eine Frage nur für einen kleinen Teil des Sortiments mit Ja beantwortet, prüft zuerst, ob sich dieser Teil anders lösen lässt, bevor er das ganze Lager in eine Warenwirtschaft legt.

„Die Warenwirtschaft führt das Lager“ heißt nicht, dass Shopify zur reinen Anzeigefläche wird. Bestellungen, Zusagen und Rückgaben entstehen weiter in Shopify, und dort müssen sie auch zuerst gebucht werden. Die Warenwirtschaft bucht die physischen Bewegungen: Wareneingang, Umlagerung, Inventur, Schwund. Jede Bewegung hat genau ein System, das sie zuerst bucht, und das andere erfährt sie als Änderung. Für den Wert des Bestands gilt eine eigene Arbeitsteilung, die wir in Endbestand beim Plattformwechsel beschrieben haben.

Umgekehrt ist „der Adminbereich reicht“ keine Notlösung. Ein Shop mit einem Lager, einem Kanal und einem Sortiment ohne Chargen hat mit Shopify allein weniger bewegliche Teile als vorher mit einem Lagermodul im Shop. Es gibt keine Schnittstelle, die Bestände überschreiben könnte, und keinen zweiten Bestand, der abweichen könnte.

Die Abläufe, die in keinem Migrationsplan stehen

Der Bestellvorschlag aus dem Beispiel am Anfang ist nur einer von mehreren Abläufen, die regelmäßig passieren und deshalb niemandem als eigene Funktion auffallen. Sie stehen nicht in der Datenmigration, weil sie keine Daten sind. Gehen Sie sie vor dem Go-live einzeln durch, jeweils mit der Person, die sie heute erledigt:

Nachbestellen. Wer entscheidet, was bestellt wird, und woraus? Wenn die Antwort bisher „der Vorschlag im Backend“ war, braucht es eine App oder eine Warenwirtschaft, die ihn ersetzt. Welche Rolle Prognosen dabei spielen können, steht in KI in der Lieferkette.

Wareneingang buchen. Wo wird die gelieferte Menge gegen die Bestellung gezählt? In Shopify über den Transfer, den die Einkaufsbestellung beim Eingang erzeugt, in der Warenwirtschaft über deren Wareneingang. Nicht in beiden.

Retouren zurückbuchen. Wer prüft die Ware, und wer entscheidet, ob sie wieder verkäuflich ist oder als beschädigt gebucht wird? Im alten Shop war das oft ein Häkchen bei der Gutschrift.

Umlagern. Zwischen Lager und Filiale, zwischen eigenem Lager und Dienstleister. Mit mehreren Standorten ändert sich außerdem, von wo Bestellungen verschickt werden. Das behandelt Teillieferungen nach dem Shopify-Umstieg.

Zählen. Stichtagsinventur, permanente Inventur, das schnelle Nachzählen eines Regals. Wer zählt, womit, und welches System übernimmt die gezählte Menge? Shopify hat dafür eigene Zählungen mit Freigabe. Führt die Warenwirtschaft das Lager, wird dort gezählt und Shopify bekommt die Differenz.

Schwund und Beschädigung buchen. Mit Grund, damit die Differenz später erklärbar ist. Shopify kennt dafür eigene Zustände und Gründe, die Warenwirtschaft meist eigene Buchungsarten.

Spielen Sie jeden dieser Abläufe im neuen Shop einmal mit echter Ware durch, bevor der alte abgeschaltet wird. Ein Ablauf, der in der Schulung funktioniert, aber am ersten Montag niemandem einfällt, ist der Bestellvorschlag aus dem Beispiel.

Checkliste

Lagerverwaltung beim Umstieg: vierzehn Punkte

Die ersten fünf Punkte brauchen den alten Shop und die Menschen, die heute mit ihm arbeiten. Die Punkte sechs bis elf gehören in das Migrationsprojekt, die letzten drei in die Wochen um den Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist

Ihre SituationEmpfehlung
Shopware mit Pickware, ein Lager, ein KanalZwei Wege vergleichen: Pickware als Shopify-App weiterführen oder die Aufgaben einzeln verteilen, Bestand, Einkauf und Zählung in den Adminbereich, Nachbestellvorschläge in eine App
Magento mit mehreren Quellen und FilialenQuellen als Standorte anlegen und gegen die Zahl im Tarif prüfen, Versandregeln für mehrere Standorte neu aufbauen, Filialkasse mit Shopify POS prüfen
WooCommerce mit mehreren Lager-PluginsVor der Abschaltung alle Plugin-Daten exportieren, danach dieselbe Zuordnung wie bei Shopware. Oft bleibt weniger übrig, als installiert war
JTL-Shop mit JTL-WawiWarenwirtschaft behalten, Anschluss an Shopify auswählen, klären, wer welche Bewegung bucht, und den Bestellimport eng takten
Marktplätze oder Fremdkassen aus demselben BestandWarenwirtschaft oder Multichannel-System als Mitte, Shopify als ein Kanal von mehreren, Sicherheitsbestand je Kanal festlegen
Lebensmittel, Kosmetik oder Tierfutter mit MHDChargen und Haltbarkeit in einer Warenwirtschaft oder spezialisierten App führen, nicht in Metafeldern nachbauen
Eigene Konfektionierung oder FertigungFeste Sets mit Shopify Bundles, Stücklisten und Fertigungsaufträge in einer eigenen App oder dem ERP
Go-live liegt hinter Ihnen, es gibt ÜberverkäufeZuerst prüfen, ob der Anschluss Bestände ohne Prüfung setzt, dann den Abstand zum Bestellimport messen. Meist liegt die Ursache dort

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Shopifys Beitrag über Bestandsverwaltungs-Apps fragt, welches Programm zu einem Shop passt. Beim Umstieg kommt eine Frage davor: Welche Lageraufgaben hat das alte System erledigt, und wohin gehen sie jetzt? Drei Punkte entscheiden, ob das Lager nach dem Wechsel so zuverlässig arbeitet wie vorher.

Das Lager war oft ein Teil des Shops. Mit Magento oder WooCommerce verschwinden auch Multi-Source Inventory und die Lager-Erweiterungen. Pickware gibt es auch für Shopify, aber als neue Installation. Nur wer schon eine Warenwirtschaft hinter dem Shop hat, behält sie wirklich. Alle anderen ordnen jede Lageraufgabe einzeln neu zu.

Der Adminbereich zählt und bewegt, er plant und bewertet nicht. Bestand je Standort, Zustände, Transfers, Einkaufsbestellungen, Zählungen und ein Lagerplatz je Variante gehören zu Shopify selbst. Nachbestellvorschläge, Chargen und Bewertung nicht. Dafür gibt es eine App oder eine Warenwirtschaft, und welches von beiden, entscheiden fünf Fragen.

Jede Bestandsbewegung braucht genau ein System, das sie zuerst bucht. Zwei Systeme, die dieselbe Zahl einfach setzen, verkaufen Ware, die es nicht gibt, ohne dass ein Protokoll einen Fehler zeigt. Setzen nur mit Prüfung, sonst Änderungen buchen, und den Abstand zwischen Bestellung und Bestellimport so kurz wie möglich halten.

Wenn Sie vor einem Wechsel stehen und wissen wollen, welche Lageraufgaben Ihr System heute erledigt und wo sie bei Shopify hingehören: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen planen, steht auf Shopsystem-Migration, wie wir Warenwirtschaft und Shopify verbinden, auf Systemintegration. Die systemspezifischen Fälle finden Sie auf Shopware zu Shopify, Magento zu Shopify, WooCommerce zu Shopify und JTL-Shop zu Shopify.

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