Bild, Titel, Preis: Was die Produktkachel beim Umstieg verliert
Die Kachel in Ihrer Kategorieübersicht ist über Jahre gewachsen — Lieferzeit, Grundpreis, Sterne, Badges, jede Zeile einzeln beauftragt und nirgends dokumentiert. Nach dem Systemwechsel zeigt sie Bild, Titel und Preis. Warum das Reporting den Verlust als Erfolg liest, welche vier Zeilen keine Kür sind und was Sie fotografieren müssen, bevor der alte Shop abgeschaltet wird.
Der erste Blick auf die neuen Kategorieseiten fällt fast immer positiv aus. Sie wirken ruhiger, luftiger, moderner. Jemand im Projekt sagt „endlich aufgeräumt“, und alle nicken. Der Katalog ist vollständig, die Bilder sitzen, die Preise stimmen. Es gibt an dieser Stelle nichts zu beanstanden.
Sechs Wochen später steht im Bericht, dass Besucher mehr Produkte ansehen als vorher, mehr Produktseiten öffnen als vorher — und weniger kaufen. Die drei Zahlen wirken widersprüchlich, und deshalb werden sie einzeln erklärt: die Klicks mit besserem Design, der Umsatz mit dem Wettbewerb. Beides klingt plausibel. Beides ist falsch.
Die Erklärung liegt auf der Seite, die im ersten Absatz gelobt wurde. Es war nicht aufgeräumt worden. Es war etwas verloren gegangen, das niemand vermisst hat, weil es nie irgendwo aufgeschrieben stand.
Die Kachel war nie ein Konzept, sie war eine Ablagerung
Fragen Sie in einem gewachsenen Shopware- oder Magento-Shop, wer die Produktkachel entworfen hat. Sie werden keine Antwort bekommen, und das ist kein Versäumnis, sondern der Normalfall.
Diese Kacheln entstehen nicht am Stück. Sie wachsen: Der Kundenservice meldet zu viele Rückfragen zur Lieferzeit, also kommt die Lieferzeit in die Übersicht. Der Einkauf will Restposten sichtbar machen, also kommt ein Badge dazu. Eine Abmahnung landet im Haus, also kommt der Grundpreis dazu. Ein Wettbewerber zeigt Sterne, also kommen Sterne dazu. Jede dieser Erweiterungen war eine kleine Beauftragung über Jahre verteilt, jede einzeln bezahlt, keine davon in einem Dokument festgehalten.
Das Ergebnis ist das dichteste Element Ihres Shops — und gleichzeitig das einzige wichtige, das in keiner Anforderungsliste steht. Wenn ein Systemwechsel ansteht, wird der Katalog exportiert, werden Bestellungen und Kunden migriert, werden Weiterleitungen gebaut. Die Kachel wird nicht migriert, weil sie kein Datensatz ist. Sie wird neu gebaut, und zwar aus dem, was das neue Theme von Haus aus mitbringt.
Anatomie einer Produktkachel
Zwölf Zeilen vorher, vier Zeilen nachher
Die Kachel in Ihrer Kategorieübersicht ist selten am Stück entstanden. Sie ist über Jahre gewachsen: Lieferzeit dazu, Grundpreis dazu, Sterne dazu, Bio-Badge dazu — jede Zeile einzeln beauftragt, jede einzeln bezahlt, keine davon in einem Dokument festgehalten. Eine frische Shopify-Kachel zeigt Bild, Titel und Preis.
Kachel im Altsystem
12 Informationen, ohne einen einzigen Klick
Kachel nach dem Umstieg
Technisch fehlerfrei. Die Entscheidung fällt jetzt eine Seite weiter
Zeilen dieser Kachel stehen nach dem Import nicht von allein wieder da. Vier davon brauchen nur eine Verdrahtung — das Feld existiert, es fehlt der Weg in das Theme. Der Rest ist Neubau.
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Produktbild
Kommt mitIm Altsystem
Medien-Verwaltung des Altsystems
Wo es in Shopify liegen muss
Produktmedien, Standardfeld
Kommt mit jedem Import mit. Der einzige Punkt, an dem es hakt, ist die Reihenfolge: Welches Bild in Shopify auf Position eins landet, entscheidet der Import, nicht Ihre alte Sortierung. Bei Sortimenten mit Verpackungsfotos als Zweitbild fällt das sofort auf.
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Produkttitel
Kommt mitIm Altsystem
Artikelbezeichnung
Wo es in Shopify liegen muss
Titel, Standardfeld
Wandert unverändert mit. Prüfen Sie trotzdem die Länge: Viele Altsysteme zeigen in der Übersicht eine gekürzte Bezeichnung und den vollen Titel erst auf der Produktseite. Shopify-Themes kürzen per CSS — aus einer sauberen Zeile werden dann drei.
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Preis
Kommt mitIm Altsystem
Preisfeld der Variante
Wo es in Shopify liegen muss
Variantenpreis, Standardfeld
Unkritisch, solange es einen Preis gibt. Bei Varianten mit unterschiedlichen Preisen zeigt Shopify „ab 89,90 €“ — was stimmt, aber in Sortimenten mit großer Preisspanne die Vergleichbarkeit in der Übersicht kostet.
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Streichpreis
Kommt mitIm Altsystem
UVP- oder Aktionspreisfeld
Wo es in Shopify liegen muss
Vergleichspreis, Standardfeld
Das Feld heißt bei Shopify „Vergleichspreis“ und liegt auf der Variante. Es wandert mit, wenn es im Import-Mapping steht — und genau dort fehlt es oft, weil es im Altsystem anders hieß.
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Marke
VerdrahtenIm Altsystem
Hersteller-Entität mit Logo
Wo es in Shopify liegen muss
Anbieter (Vendor), Standardfeld
Der Wert kommt mit, wenn der Import ihn ins Anbieter-Feld schreibt statt in ein Metafeld. Die Kachel zeigt ihn trotzdem erst, wenn jemand ihn ins Theme einbaut — kaum ein Standard-Theme tut das von sich aus. Dieselbe Feldentscheidung wirkt auf Suche und Filter mit.
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Sternebewertung
Neu bauenIm Altsystem
Bewertungsmodul des Altsystems
Wo es in Shopify liegen muss
Bewertungs-App plus Theme-Baustein
Zwei getrennte Aufgaben, die im Projekt gern zu einer verschmelzen: die Bewertungen importieren und den Stern-Baustein in die Kachel setzen. Ohne den zweiten Schritt liegen die Bewertungen zwar im Shop, aber nicht dort, wo sie den Klick auslösen.
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Grundpreis
VerdrahtenIm Altsystem
Automatisch aus Inhalt und Einheit
Wo es in Shopify liegen muss
Preis pro Einheit auf der Variante
Shopify kennt das Feld — es heißt „Preis pro Einheit“ und liegt auf der Variante. Es steht nur in kaum einem Import-Mapping, weil es im Altsystem aus Inhaltsmenge und Einheit gerechnet wurde statt gepflegt zu sein. Für Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche ist die Angabe in Deutschland Pflicht, auch in der Übersicht.
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Lieferzeit
Neu bauenIm Altsystem
Lieferzeit-Attribut je Artikel
Wo es in Shopify liegen muss
Metafeld plus Theme-Baustein
Shopify hat kein Lieferzeitfeld. In gewachsenen Shops hängt an dieser Zeile mehr als es aussieht: Sie ist oft je Lieferant gepflegt, wird in der Übersicht als Ampel gezeigt und ist eines der stärksten Klicksignale im ganzen Sortiment.
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Energieeffizienz
Neu bauenIm Altsystem
Label-Modul mit Datenblatt-Anhang
Wo es in Shopify liegen muss
Metafelder plus Theme-Baustein
Betrifft nur bestimmte Warengruppen, dort aber ohne Ermessensspielraum: Label und Produktdatenblatt gehören in die Nähe des Preises, und das schließt die Übersichtsseite ein. Wer solche Waren führt, hat hier keinen Optimierungspunkt, sondern eine Startbedingung.
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Farbvarianten
VerdrahtenIm Altsystem
Varianten-Vorschau in der Übersicht
Wo es in Shopify liegen muss
Optionswerte, im Theme sichtbar gemacht
Die Optionen wandern mit dem Katalog mit, die Vorschau in der Kachel nicht. Aktuelle Themes können Farbfelder darstellen, brauchen dafür aber gepflegte Optionswerte und eine Zuordnung von Wert zu Farbe — Arbeit an den Daten, nicht am Theme.
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Badges
Neu bauenIm Altsystem
Attribut- oder regelbasiert gesetzt
Wo es in Shopify liegen muss
Tags plus Theme-Baustein
Der billigste Punkt der Liste und der am leichtesten übersehene. Tags sind in Shopify schnell gesetzt und lassen sich im Theme ohne großen Aufwand als Badge ausgeben. Vorausgesetzt, im Import hat jemand daran gedacht — sonst sind die Regeln des Altsystems weg.
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Artikelnummer
VerdrahtenIm Altsystem
In der Übersicht mit ausgegeben
Wo es in Shopify liegen muss
SKU der Variante, im Theme ausgegeben
Für Endkundensortimente meist verzichtbar, im Ersatzteil- und B2B-Geschäft dagegen die Zeile, nach der überhaupt gesucht wird. Der Wert liegt in Shopify auf der Variante und ist eine Zeile Theme-Code von der Kachel entfernt.
Der Punkt dieser Gegenüberstellung ist nicht, dass Shopify weniger könnte. Alle zwölf Zeilen sind in Shopify darstellbar, einige davon mit sehr wenig Aufwand. Der Punkt ist, dass sie nicht von allein kommen und dass niemand sie vermisst, solange niemand weiß, dass sie da waren.
Deshalb ist die wirksamste Maßnahme zu diesem Thema auch keine technische. Öffnen Sie Ihre drei umsatzstärksten Kategorieseiten und machen Sie Screenshots — mobil und am Desktop. Das ist eine Viertelstunde Arbeit und der einzige Beleg, den Sie später haben. Ein Katalogexport enthält Ihre Produktdaten. Er enthält nicht, welche davon in der Übersicht sichtbar waren.
Warum das Reporting den Verlust nicht als Verlust zeigt
Die naheliegende Erwartung lautet: dünnere Kachel, weniger Klicks. Sie ist falsch, und diese eine Umkehrung ist der Grund, warum das Thema in Migrationsprojekten so lange unentdeckt bleibt.
Eine Kachel mit Lieferzeit, Grundpreis und Effizienzklasse erledigt Arbeit. Sie beantwortet Fragen, bevor jemand klickt, und sie sortiert damit vor: Wer sieht, dass ein Artikel erst in zwei Wochen lieferbar ist, klickt ihn nicht an. Fällt diese Vorsortierung weg, verschwinden die Fragen nicht — sie wandern eine Seite weiter. Die Übersicht wird zum Bilderkatalog, und die Produktseite wird zum Auskunftsschalter.
Was im Bericht danach steht
Die Klickrate steigt — und genau das ist der Befund
Die naheliegende Erwartung lautet: dünnere Kachel, weniger Klicks. Sie ist falsch. Wer in der Übersicht nicht entscheiden kann, öffnet mehr Produktseiten, nicht weniger. Drei der vier Kennzahlen, die sich dadurch verschieben, sehen in jedem Monatsbericht wie ein Erfolg aus — und die vierte, die tatsächlich ein Problem anzeigt, wird an anderer Stelle erklärt.
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Angesehene Kacheln je Sitzung
+38 %Wird gelesen als
Mehr Sortiment gesehen
Wer aus der Kachel nicht ablesen kann, ob ein Produkt passt, scrollt weiter. Die Zahl steigt nicht, weil das Sortiment interessanter geworden ist, sondern weil es unschärfer geworden ist.
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Klicks auf Produktseiten je Sitzung
+63 %Wird gelesen als
Höhere Klickrate in der Kategorie
Der Klick ist hier kein Interesse, sondern eine Rückfrage. Die Angabe, die früher unter dem Bild stand, steht jetzt eine Seite weiter — und jeder, der sie braucht, muss sie sich holen.
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Produktseiten je Bestellung
+62 %Wird gelesen als
Intensivere Produktrecherche
Die klarste Zahl der vier. Für dieselbe Kaufentscheidung sind jetzt vier zusätzliche Seitenaufrufe nötig. Auf dem Smartphone ist das kein Detail, sondern der Unterschied zwischen Vergleichen und Aufgeben.
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Conversion Rate ab Kategorieseite
−26 %Wird gelesen als
Erklärungsbedürftiger Rückgang
Die einzige der vier Zahlen, die sofort als Problem gelesen wird — und die einzige, für die reihenweise falsche Ursachen gefunden werden: Ladezeit, Preise, Wettbewerb, Saison. Die drei Zahlen darüber stehen im selben Bericht und zeigen auf die richtige.
Die unangenehme Eigenschaft dieses Musters: Drei der vier Zahlen lesen sich wie Engagement. „Mehr angesehene Produkte“, „höhere Klickrate in der Kategorie“, „intensivere Recherche“ — das sind Formulierungen, die in Berichten als Fortschritt auftauchen und selten hinterfragt werden. Nur die vierte Zahl fällt auf, und sie steht in einem anderen Abschnitt des Berichts als die drei, die sie erklären.
Wenn Sie nur eine Kennzahl aus diesem Artikel mitnehmen, dann diese: Produktseitenaufrufe geteilt durch Bestellungen, vor und nach dem Umschalten. Sie brauchen dafür kein neues Werkzeug und keinen Zugriff, den Sie nicht schon haben. Steigt dieser Wert deutlich, während der Umsatz nicht mitwächst, hat Ihr Shop die Entscheidung von der Übersicht auf die Produktseite verschoben — und das ist auf dem Smartphone ein anderer Vorgang als am Desktop. Wie sich derselbe Effekt in der Onsite-Suche zeigt, steht in Null-Treffer beim Systemwechsel.
Das Import-Mapping entscheidet, was die Kategorieseite später kann
Der zweite Grund, warum die Kachel dünn bleibt, liegt Wochen vor dem Go-live und wird von jemandem entschieden, der die Kategorieseiten nie gesehen hat.
Beim Import muss jedes Attribut des Altsystems irgendwo landen. Shopware kennt Eigenschaften, Magento kennt Attribute, beide in großer Zahl und mit gewachsenen Bedeutungen. Shopify kennt Standardfelder, Optionen, Tags und Metafelder. Die Zuordnung dazwischen ist Handarbeit, und sie fällt in der Praxis nach dem bequemsten Kriterium: Was in kein Standardfeld passt, wird ein Metafeld, weil Metafelder alles aufnehmen.
Wohin die Attribute wandern
Fünf Ablagen — und nur eine zeigt die Kachel von allein
Im Import muss jedes Attribut des Altsystems irgendwo hin. Die Entscheidung fällt meist technisch: Was in kein Standardfeld passt, wird ein Metafeld, weil Metafelder alles aufnehmen. Das ist bequem und genau der Grund, warum später Werte im Adminbereich stehen, die im Shop niemand sieht.
| Ablage in Shopify | Kachel zeigt es ohne Zusatzarbeit im Theme | Filterbar in der Kategorieübersicht | Suche liest es Onsite-Suche im Shop |
|---|---|---|---|
| Standardfeld Die festen Felder des Shopify-Produkts | ja | ja | ja |
| Produktoption Die Achsen, entlang derer Varianten entstehen | mit Theme-Arbeit | ja | mit Theme-Arbeit |
| Tag Freie Schlagworte am Produkt | mit Theme-Arbeit | ja | ja |
| Metafeld Selbst definierte, typisierte Zusatzfelder | nein | mit Theme-Arbeit | mit Theme-Arbeit |
| App-Daten Werte, die eine installierte App vorhält | mit Theme-Arbeit | nein | nein |
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Standardfeld
Kachel zeigt es Filterbar Suche liest esTitel, Preis, Vergleichspreis, Anbieter, Produkttyp, SKU, Bestand
Die einzige Ablage, die alles drei kann. Deshalb gilt für das Mapping: Was in ein Standardfeld passt, gehört in ein Standardfeld — auch dann, wenn es im Altsystem ein frei definiertes Attribut war. Die Marke ist der Klassiker: Sie gehört in „Anbieter“ und landet trotzdem regelmäßig in einem Metafeld.
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Produktoption
Kachel zeigt es Filterbar Suche liest esFarbe, Größe, Material, Ausführung
Die teuerste Ablage, weil jede Kombination eine echte Variante mit eigenem Bestand erzeugt. Als Option gehört nur, was tatsächlich bestellbar unterschieden wird. Ein Attribut, das nur beschreibt, hat hier nichts verloren — auch wenn es im Altsystem in derselben Liste stand.
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Tag
Kachel zeigt es Filterbar Suche liest esBio, Neu, Restposten, Outdoor, Geschenkidee
Die unterschätzte Ablage. Tags sind im Import billig, in der Suche sofort wirksam und im Theme mit wenigen Zeilen als Badge darstellbar. Ihre Schwäche ist die fehlende Struktur: Ein Tag hat keinen Typ, keine Einheit und keine Pflichtprüfung. Für Kennzeichnungen ideal, für Messwerte ungeeignet.
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Metafeld
Kachel zeigt es Filterbar Suche liest esLieferzeit, Energieklasse, Füllmenge, Datenblatt-Datei
Die flexibelste Ablage und die stillste. Ein Metafeld ist nach dem Import vollständig gefüllt und trotzdem unsichtbar: Bis jemand es im Theme ausgibt, existiert es nur im Adminbereich. Genau deshalb sind Metafelder die häufigste Ursache für den Satz „die Daten sind doch alle da“.
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App-Daten
Kachel zeigt es Filterbar Suche liest esBewertungen, Treuepunkte, Verfügbarkeitsbenachrichtigung
Liegt außerhalb Ihres Katalogs. Was hier landet, ist an die App gebunden: Es lässt sich in der Regel nicht filtern, die Onsite-Suche liest es nicht, und beim nächsten App-Wechsel steht dieselbe Migrationsfrage noch einmal. Als Ablage für Kataloginformationen ist das die letzte Wahl.
Genau daraus entsteht der Satz, der in Migrationsprojekten so oft fällt: „Die Daten sind doch alle da.“ Das stimmt sogar. Sie sind im Adminbereich vollständig sichtbar, sauber typisiert und korrekt befüllt. Sie sind nur nirgendwo im Shop, weil ein Metafeld ohne Theme-Baustein exakt so viel anzeigt wie ein leeres Feld.
Zwei Entscheidungen aus dieser Tabelle lohnen den frühen Blick, weil sie später teuer werden:
Die Marke gehört in das Anbieter-Feld. Sie landet regelmäßig in einem Metafeld, weil sie im Altsystem eine eigene Entität mit Logo und Beschreibungstext war und ein einzelnes Textfeld dafür zu klein wirkt. Die Folge ist, dass die Marke aus Kachel, Filter und Suche gleichzeitig verschwindet — eine Feldentscheidung, drei Wirkungen. Dasselbe Muster beschreibt Rich Snippets beim Shopsystem-Wechsel für die Suchergebnisseite.
Tags sind billiger, als sie aussehen. Was im Altsystem eine regelbasierte Kennzeichnung war — neu, reduziert, bio, Restposten —, ist in Shopify ein Tag und im Theme eine überschaubare Ergänzung. Das ist der Teil dieser Liste mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, und er fällt trotzdem meistens hinten runter, weil Badges wie Kosmetik aussehen.
Vier Zeilen, die nicht zur Diskussion stehen
Ein Teil dessen, was unter dem Preis Ihrer Kachel steht, ist nicht dort, weil es verkauft. Es ist dort, weil es dort hingehört.
Kein Optimierungsthema
Vier Zeilen der Kachel sind Startbedingung, nicht Kür
Ein Teil dessen, was in Ihrer Kategorieübersicht unter dem Preis steht, ist nicht dort, weil es verkauft. Es ist dort, weil es dort hingehört. In gewachsenen Shops erledigt das ein Modul, das seit Jahren läuft und das niemand mehr bewusst sieht. Nach dem Umstieg ist dieses Modul weg — und seine vier Ausgaben verteilen sich auf vier verschiedene Stellen.
- 1
Grundpreis je Mengeneinheit
Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche
Der Preis je Mengeneinheit gehört in die Nähe des Gesamtpreises — und der Gesamtpreis steht auch in der Kategorieübersicht.
- 2
Umsatzsteuer und Versand
Jede Preisangabe im Endkundengeschäft
Aus der Preisangabe muss hervorgehen, dass die Umsatzsteuer enthalten ist und ob Versandkosten dazukommen.
- 3
Niedrigster Preis der letzten 30 Tage
Überall dort, wo mit einer Preisermäßigung geworben wird
Wer einen Streichpreis zeigt, muss den niedrigsten Gesamtpreis der vorangegangenen 30 Tage angeben. Auch das gilt dort, wo der Streichpreis steht.
- 4
Energielabel und Datenblatt
Gekennzeichnete Warengruppen, etwa Haushalt und Elektronik
Effizienzklasse und Zugang zum Produktdatenblatt gehören in die Nähe des Preises — in Übersichten ebenso wie auf der Produktseite.
Diese Übersicht beschreibt, wo die Werte in einem Shopify-Shop technisch herkommen und woran sie beim Systemwechsel typischerweise hängen bleiben. Ob und in welchem Umfang eine Pflicht für Ihr Sortiment gilt, ist eine Rechtsfrage — sie gehört vor dem Go-live geklärt, und nicht in ein Migrationsangebot.
Der dritte Punkt in dieser Aufstellung verdient eine gesonderte Bemerkung, weil er die einzige echte Frist im ganzen Artikel enthält. Die Angabe des niedrigsten Preises der vorangegangenen 30 Tage braucht eine Preishistorie. Ein frisch migrierter Shop hat keine — sie liegt im Altsystem und wandert bei keinem Standardimport mit.
Wenn Sie planen, kurz nach dem Go-live eine Rabattaktion zu fahren, ist das ein Thema für die Projektplanung, nicht für das Marketing im Nachgang. Entweder die Historie wird mitgenommen, oder die Aktion wartet, oder es gibt eine bewusst getroffene andere Entscheidung. Was nicht funktioniert, ist, den Punkt erst zu bemerken, wenn die Kampagne bereits läuft.
Was vor dem Umschalten zu tun ist
Drei Dinge kosten zusammen keinen Tag und sind danach nicht mehr nachholbar, weil sie ein laufendes Altsystem voraussetzen.
Screenshots der Kategorieübersichten. Ihre drei bis fünf wichtigsten Kategorien, mobil und am Desktop, mit Datum abgelegt. Das ist die einzige Dokumentation der Kachel, die je existieren wird. Ohne sie diskutieren Sie nach dem Go-live über Erinnerungen.
Die Attributliste mit einer Spalte mehr. Für das Import-Mapping wird ohnehin eine Liste aller Attribute des Altsystems erzeugt. Ergänzen Sie eine einzige Spalte: „steht in der Übersicht“. Das ist eine halbe Stunde und verwandelt eine technische Liste in eine fachliche Entscheidungsgrundlage — inklusive der Erkenntnis, wie wenige Attribute es tatsächlich betrifft.
Der Vorher-Wert. Produktseitenaufrufe je Bestellung und die Klickrate von der Kategorieseite auf die Produktseite, für die letzten drei Monate exportiert. Ohne diese zwei Zahlen lässt sich später nicht belegen, dass sich etwas verändert hat. Dieselbe Logik gilt für den Lighthouse-Score: Der Vorher-Wert kostet nichts und ist nach dem Abschalten unwiederbringlich.
Die Reihenfolge danach
Nach dem Go-live ist die Frage nicht, ob die Kachel wieder dichter wird, sondern in welcher Reihenfolge. Die Antwort hängt weniger am Aufwand als daran, wie viele Kaufentscheidungen an der jeweiligen Zeile hängen.
Zuerst die Zeilen, die eine Frage beantworten. Lieferzeit und Verfügbarkeit stehen fast immer an erster Stelle, weil sie über den Klick entscheiden, nicht über die Sympathie. In Sortimenten mit langen Beschaffungszeiten ist das die einzige Zeile, die wirklich zählt.
Dann die Zeilen, die vergleichbar machen. Grundpreis, Füllmenge, technische Kernangabe — alles, was zwei ähnliche Produkte nebeneinander unterscheidbar macht. Wo diese Angaben fehlen, entsteht das Muster, das der Produktvergleich beim Systemwechsel beschreibt: Kunden bauen sich den Vergleich in Browser-Tabs selbst zusammen.
Dann die Zeilen, die Vertrauen tragen. Sterne und Bewertungsanzahl. Der Aufwand liegt hier nicht im Theme, sondern im Import der Altbewertungen — und der ist eine Position im Migrationsangebot, keine Nacharbeit.
Zuletzt die Kosmetik. Badges, Hover-Zweitbild, Farbfelder. Wirksam, sichtbar, gern zuerst gemacht — und trotzdem der Teil, der am wenigsten Kaufentscheidungen trägt.
Diese Reihenfolge ist deshalb wichtig, weil in den Wochen nach einem Go-live das knappe Gut nicht Geld ist, sondern Aufmerksamkeit. Wer die Kacheln in dieser Reihenfolge angeht, hat den größten Teil der Wirkung nach der zweiten Runde erreicht. Wer bei den Badges anfängt, hat einen schöneren Shop und dieselbe Conversion. Wie sich solche Prioritäten im Projekt sauber verankern lassen, steht in Umsetzungspartner auswählen.
Checkliste
Produktkachel beim Shopify-Wechsel: dreizehn Punkte
Die ersten drei Punkte haben eine Frist — sie sind nur erledigbar, solange der alte Shop noch läuft. Die Punkte vier bis acht gehören in das Import-Mapping, also vor den Go-live. Der Rest ist Nacharbeit in der richtigen Reihenfolge. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 13 erledigt
Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist
| Ihre Situation | Der nächste Schritt |
|---|---|
| Der alte Shop läuft noch | Heute die Screenshots machen und die zwei Kennzahlen exportieren. Alles andere hat Zeit, diese beiden Punkte nicht |
| Import-Mapping wird gerade erstellt | Eine Spalte ergänzen: „steht in der Übersicht“. Der billigste Eingriff des ganzen Projekts, und nur jetzt möglich |
| Bereits umgestellt, Zahlen wirken widersprüchlich | Produktseiten je Bestellung prüfen. Steigt der Wert, ist die Entscheidung von der Kategorie auf die Produktseite gewandert |
| Klickrate gestiegen, Umsatz nicht | Genau das Muster aus diesem Artikel. Kein Designerfolg, sondern eine Kachel, die keine Fragen mehr beantwortet |
| Sortiment mit langen Lieferzeiten | Lieferzeit vor allem anderen zurück in die Kachel. In diesen Sortimenten trägt keine andere Zeile so viele Kaufentscheidungen |
| Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche | Grundpreis-Felder prüfen, nicht annehmen. Der Wert wurde im Altsystem gerechnet und ist deshalb in keinem Export enthalten |
| Elektro-, Haushalts- oder Leuchtmittelsortiment | Energielabel und Datenblätter als eigene Position aufnehmen. Das ist ein Dateiimport, keine Theme-Aufgabe |
| Rabattaktion kurz nach dem Go-live geplant | Preishistorie klären, bevor die Kampagne steht. Danach ist es kein Planungsthema mehr, sondern ein Problem |
| Viele Bewertungen im Altsystem | Import in den Migrationsumfang, plus den Theme-Baustein in der Kachel. Ohne den zweiten Schritt liegen die Sterne an der falschen Stelle |
| Zwanzig Metafelder angelegt, im Shop unsichtbar | Kein Datenproblem. Die Werte sind da und brauchen je einen Theme-Baustein — erst entscheiden welche, dann bauen |
| Ersatzteil- oder B2B-Sortiment | Artikelnummer zurück in die Kachel. In diesen Sortimenten wird danach gesucht, nicht nach dem Produktnamen |
| Migration steht erst noch bevor | Drei Positionen in den Projektplan: Kachelaufnahme, Mapping-Review, Bewertungsimport. Zusammen unter zwei Tagen |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Die Produktkachel ist der Teil eines Shopsystem-Wechsels, dessen Verlust am ehesten als Verbesserung durchgeht. Sie sieht danach ruhiger aus, sie lädt schneller, und sie enthält nichts Falsches. Drei Punkte tragen den größten Teil davon.
Was verloren geht, stand nie in einer Anforderungsliste. Die Kachel ist über Jahre gewachsen, Zeile für Zeile, jede einzeln beauftragt und nirgends dokumentiert. Ein Katalogexport enthält Ihre Produktdaten, nicht die Information, welche davon in der Übersicht sichtbar waren. Screenshots vor dem Umschalten sind die einzige Dokumentation, die es je geben wird.
Der Verlust zeigt sich als Anstieg, nicht als Rückgang. Wer in der Übersicht nicht entscheiden kann, öffnet mehr Produktseiten. Angesehene Produkte, Klickrate und Recherchetiefe steigen — und lesen sich im Bericht wie Engagement. Die eine Zahl, die fällt, wird an anderer Stelle erklärt. Produktseitenaufrufe je Bestellung ist die Kennzahl, die beides zusammenbringt.
Die Weichen stellt das Import-Mapping, nicht das Theme. Ob die Marke im Anbieter-Feld oder in einem Metafeld landet, ob Kennzeichnungen als Tags übernommen werden, ob die Grundpreis-Felder erzeugt werden: Diese Entscheidungen fallen Wochen vor dem Go-live und bestimmen, was die Kategorieseite später überhaupt kann. Nachträglich sind sie nur mit einem zweiten Durchlauf über den ganzen Katalog zu korrigieren.
Wenn Sie einen Systemwechsel planen und wissen wollen, welche Zeilen Ihrer heutigen Kategorieübersicht an einem Modul hängen und welche am Katalog: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen aufsetzen, steht auf Shopsystem-Migration; die systemspezifischen Fälle stehen auf Shopware zu Shopify und Magento zu Shopify.