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Conversion Rate Optimierung ConversionMigrationProduktdaten

Bild, Titel, Preis: Was die Produktkachel beim Umstieg verliert

Die Kachel in Ihrer Kategorieübersicht ist über Jahre gewachsen — Lieferzeit, Grundpreis, Sterne, Badges, jede Zeile einzeln beauftragt und nirgends dokumentiert. Nach dem Systemwechsel zeigt sie Bild, Titel und Preis. Warum das Reporting den Verlust als Erfolg liest, welche vier Zeilen keine Kür sind und was Sie fotografieren müssen, bevor der alte Shop abgeschaltet wird.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
14 Min.
Editorial Illustration: vier Produktkacheln nebeneinander, jede mit einem Bildblock und Zeilen darunter. Eine feine senkrechte Linie teilt das Bild — links sind alle Zeilen gefüllt, samt zweier kräftiger Markierungen, rechts stehen unter Titel und Preis nur noch leere Umrisse. Sinnbild für eine Kategorieübersicht, die nach dem Systemwechsel dieselben Produkte zeigt und weniger über sie sagt.

Der erste Blick auf die neuen Kategorieseiten fällt fast immer positiv aus. Sie wirken ruhiger, luftiger, moderner. Jemand im Projekt sagt „endlich aufgeräumt“, und alle nicken. Der Katalog ist vollständig, die Bilder sitzen, die Preise stimmen. Es gibt an dieser Stelle nichts zu beanstanden.

Sechs Wochen später steht im Bericht, dass Besucher mehr Produkte ansehen als vorher, mehr Produktseiten öffnen als vorher — und weniger kaufen. Die drei Zahlen wirken widersprüchlich, und deshalb werden sie einzeln erklärt: die Klicks mit besserem Design, der Umsatz mit dem Wettbewerb. Beides klingt plausibel. Beides ist falsch.

Die Erklärung liegt auf der Seite, die im ersten Absatz gelobt wurde. Es war nicht aufgeräumt worden. Es war etwas verloren gegangen, das niemand vermisst hat, weil es nie irgendwo aufgeschrieben stand.

Die Kachel war nie ein Konzept, sie war eine Ablagerung

Fragen Sie in einem gewachsenen Shopware- oder Magento-Shop, wer die Produktkachel entworfen hat. Sie werden keine Antwort bekommen, und das ist kein Versäumnis, sondern der Normalfall.

Diese Kacheln entstehen nicht am Stück. Sie wachsen: Der Kundenservice meldet zu viele Rückfragen zur Lieferzeit, also kommt die Lieferzeit in die Übersicht. Der Einkauf will Restposten sichtbar machen, also kommt ein Badge dazu. Eine Abmahnung landet im Haus, also kommt der Grundpreis dazu. Ein Wettbewerber zeigt Sterne, also kommen Sterne dazu. Jede dieser Erweiterungen war eine kleine Beauftragung über Jahre verteilt, jede einzeln bezahlt, keine davon in einem Dokument festgehalten.

Das Ergebnis ist das dichteste Element Ihres Shops — und gleichzeitig das einzige wichtige, das in keiner Anforderungsliste steht. Wenn ein Systemwechsel ansteht, wird der Katalog exportiert, werden Bestellungen und Kunden migriert, werden Weiterleitungen gebaut. Die Kachel wird nicht migriert, weil sie kein Datensatz ist. Sie wird neu gebaut, und zwar aus dem, was das neue Theme von Haus aus mitbringt.

Anatomie einer Produktkachel

Zwölf Zeilen vorher, vier Zeilen nachher

Die Kachel in Ihrer Kategorieübersicht ist selten am Stück entstanden. Sie ist über Jahre gewachsen: Lieferzeit dazu, Grundpreis dazu, Sterne dazu, Bio-Badge dazu — jede Zeile einzeln beauftragt, jede einzeln bezahlt, keine davon in einem Dokument festgehalten. Eine frische Shopify-Kachel zeigt Bild, Titel und Preis.

Kachel im Altsystem

12 Informationen, ohne einen einzigen Klick

Kachel nach dem Umstieg

Technisch fehlerfrei. Die Entscheidung fällt jetzt eine Seite weiter

Schematische Darstellung, kein konkreter Shop. Welche Zeilen Ihre Kachel führt, steht in Ihrer Kategorieübersicht — und sonst nirgends.
8/12

Zeilen dieser Kachel stehen nach dem Import nicht von allein wieder da. Vier davon brauchen nur eine Verdrahtung — das Feld existiert, es fehlt der Weg in das Theme. Der Rest ist Neubau.

  1. Produktbild

    Kommt mit

    Im Altsystem

    Medien-Verwaltung des Altsystems

    Wo es in Shopify liegen muss

    Produktmedien, Standardfeld

    Kommt mit jedem Import mit. Der einzige Punkt, an dem es hakt, ist die Reihenfolge: Welches Bild in Shopify auf Position eins landet, entscheidet der Import, nicht Ihre alte Sortierung. Bei Sortimenten mit Verpackungsfotos als Zweitbild fällt das sofort auf.

  2. Produkttitel

    Kommt mit

    Im Altsystem

    Artikelbezeichnung

    Wo es in Shopify liegen muss

    Titel, Standardfeld

    Wandert unverändert mit. Prüfen Sie trotzdem die Länge: Viele Altsysteme zeigen in der Übersicht eine gekürzte Bezeichnung und den vollen Titel erst auf der Produktseite. Shopify-Themes kürzen per CSS — aus einer sauberen Zeile werden dann drei.

  3. Preis

    Kommt mit

    Im Altsystem

    Preisfeld der Variante

    Wo es in Shopify liegen muss

    Variantenpreis, Standardfeld

    Unkritisch, solange es einen Preis gibt. Bei Varianten mit unterschiedlichen Preisen zeigt Shopify „ab 89,90 €“ — was stimmt, aber in Sortimenten mit großer Preisspanne die Vergleichbarkeit in der Übersicht kostet.

  4. Streichpreis

    Kommt mit

    Im Altsystem

    UVP- oder Aktionspreisfeld

    Wo es in Shopify liegen muss

    Vergleichspreis, Standardfeld

    Das Feld heißt bei Shopify „Vergleichspreis“ und liegt auf der Variante. Es wandert mit, wenn es im Import-Mapping steht — und genau dort fehlt es oft, weil es im Altsystem anders hieß.

  5. Marke

    Verdrahten

    Im Altsystem

    Hersteller-Entität mit Logo

    Wo es in Shopify liegen muss

    Anbieter (Vendor), Standardfeld

    Der Wert kommt mit, wenn der Import ihn ins Anbieter-Feld schreibt statt in ein Metafeld. Die Kachel zeigt ihn trotzdem erst, wenn jemand ihn ins Theme einbaut — kaum ein Standard-Theme tut das von sich aus. Dieselbe Feldentscheidung wirkt auf Suche und Filter mit.

  6. Sternebewertung

    Neu bauen

    Im Altsystem

    Bewertungsmodul des Altsystems

    Wo es in Shopify liegen muss

    Bewertungs-App plus Theme-Baustein

    Zwei getrennte Aufgaben, die im Projekt gern zu einer verschmelzen: die Bewertungen importieren und den Stern-Baustein in die Kachel setzen. Ohne den zweiten Schritt liegen die Bewertungen zwar im Shop, aber nicht dort, wo sie den Klick auslösen.

  7. Grundpreis

    Verdrahten

    Im Altsystem

    Automatisch aus Inhalt und Einheit

    Wo es in Shopify liegen muss

    Preis pro Einheit auf der Variante

    Shopify kennt das Feld — es heißt „Preis pro Einheit“ und liegt auf der Variante. Es steht nur in kaum einem Import-Mapping, weil es im Altsystem aus Inhaltsmenge und Einheit gerechnet wurde statt gepflegt zu sein. Für Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche ist die Angabe in Deutschland Pflicht, auch in der Übersicht.

  8. Lieferzeit

    Neu bauen

    Im Altsystem

    Lieferzeit-Attribut je Artikel

    Wo es in Shopify liegen muss

    Metafeld plus Theme-Baustein

    Shopify hat kein Lieferzeitfeld. In gewachsenen Shops hängt an dieser Zeile mehr als es aussieht: Sie ist oft je Lieferant gepflegt, wird in der Übersicht als Ampel gezeigt und ist eines der stärksten Klicksignale im ganzen Sortiment.

  9. Energieeffizienz

    Neu bauen

    Im Altsystem

    Label-Modul mit Datenblatt-Anhang

    Wo es in Shopify liegen muss

    Metafelder plus Theme-Baustein

    Betrifft nur bestimmte Warengruppen, dort aber ohne Ermessensspielraum: Label und Produktdatenblatt gehören in die Nähe des Preises, und das schließt die Übersichtsseite ein. Wer solche Waren führt, hat hier keinen Optimierungspunkt, sondern eine Startbedingung.

  10. Farbvarianten

    Verdrahten

    Im Altsystem

    Varianten-Vorschau in der Übersicht

    Wo es in Shopify liegen muss

    Optionswerte, im Theme sichtbar gemacht

    Die Optionen wandern mit dem Katalog mit, die Vorschau in der Kachel nicht. Aktuelle Themes können Farbfelder darstellen, brauchen dafür aber gepflegte Optionswerte und eine Zuordnung von Wert zu Farbe — Arbeit an den Daten, nicht am Theme.

  11. Badges

    Neu bauen

    Im Altsystem

    Attribut- oder regelbasiert gesetzt

    Wo es in Shopify liegen muss

    Tags plus Theme-Baustein

    Der billigste Punkt der Liste und der am leichtesten übersehene. Tags sind in Shopify schnell gesetzt und lassen sich im Theme ohne großen Aufwand als Badge ausgeben. Vorausgesetzt, im Import hat jemand daran gedacht — sonst sind die Regeln des Altsystems weg.

  12. Artikelnummer

    Verdrahten

    Im Altsystem

    In der Übersicht mit ausgegeben

    Wo es in Shopify liegen muss

    SKU der Variante, im Theme ausgegeben

    Für Endkundensortimente meist verzichtbar, im Ersatzteil- und B2B-Geschäft dagegen die Zeile, nach der überhaupt gesucht wird. Der Wert liegt in Shopify auf der Variante und ist eine Zeile Theme-Code von der Kachel entfernt.

Keine dieser Zeilen ist ein Fehler im Import. Der Katalog ist vollständig, die Preise stimmen, die Bilder sitzen. Verloren geht nicht Inhalt, sondern Dichte — und Dichte ist genau das, was eine Übersichtsseite von einer Bilderliste unterscheidet.

Der Punkt dieser Gegenüberstellung ist nicht, dass Shopify weniger könnte. Alle zwölf Zeilen sind in Shopify darstellbar, einige davon mit sehr wenig Aufwand. Der Punkt ist, dass sie nicht von allein kommen und dass niemand sie vermisst, solange niemand weiß, dass sie da waren.

Deshalb ist die wirksamste Maßnahme zu diesem Thema auch keine technische. Öffnen Sie Ihre drei umsatzstärksten Kategorieseiten und machen Sie Screenshots — mobil und am Desktop. Das ist eine Viertelstunde Arbeit und der einzige Beleg, den Sie später haben. Ein Katalogexport enthält Ihre Produktdaten. Er enthält nicht, welche davon in der Übersicht sichtbar waren.

Warum das Reporting den Verlust nicht als Verlust zeigt

Die naheliegende Erwartung lautet: dünnere Kachel, weniger Klicks. Sie ist falsch, und diese eine Umkehrung ist der Grund, warum das Thema in Migrationsprojekten so lange unentdeckt bleibt.

Eine Kachel mit Lieferzeit, Grundpreis und Effizienzklasse erledigt Arbeit. Sie beantwortet Fragen, bevor jemand klickt, und sie sortiert damit vor: Wer sieht, dass ein Artikel erst in zwei Wochen lieferbar ist, klickt ihn nicht an. Fällt diese Vorsortierung weg, verschwinden die Fragen nicht — sie wandern eine Seite weiter. Die Übersicht wird zum Bilderkatalog, und die Produktseite wird zum Auskunftsschalter.

Was im Bericht danach steht

Die Klickrate steigt — und genau das ist der Befund

Die naheliegende Erwartung lautet: dünnere Kachel, weniger Klicks. Sie ist falsch. Wer in der Übersicht nicht entscheiden kann, öffnet mehr Produktseiten, nicht weniger. Drei der vier Kennzahlen, die sich dadurch verschieben, sehen in jedem Monatsbericht wie ein Erfolg aus — und die vierte, die tatsächlich ein Problem anzeigt, wird an anderer Stelle erklärt.

  1. Angesehene Kacheln je Sitzung

    +38 %
    vorher 24
    nachher 33

    Wird gelesen als

    Mehr Sortiment gesehen

    Wer aus der Kachel nicht ablesen kann, ob ein Produkt passt, scrollt weiter. Die Zahl steigt nicht, weil das Sortiment interessanter geworden ist, sondern weil es unschärfer geworden ist.

  2. Klicks auf Produktseiten je Sitzung

    +63 %
    vorher 2,4
    nachher 3,9

    Wird gelesen als

    Höhere Klickrate in der Kategorie

    Der Klick ist hier kein Interesse, sondern eine Rückfrage. Die Angabe, die früher unter dem Bild stand, steht jetzt eine Seite weiter — und jeder, der sie braucht, muss sie sich holen.

  3. Produktseiten je Bestellung

    +62 %
    vorher 5,8
    nachher 9,4

    Wird gelesen als

    Intensivere Produktrecherche

    Die klarste Zahl der vier. Für dieselbe Kaufentscheidung sind jetzt vier zusätzliche Seitenaufrufe nötig. Auf dem Smartphone ist das kein Detail, sondern der Unterschied zwischen Vergleichen und Aufgeben.

  4. Conversion Rate ab Kategorieseite

    −26 %
    vorher 1,9 %
    nachher 1,4 %

    Wird gelesen als

    Erklärungsbedürftiger Rückgang

    Die einzige der vier Zahlen, die sofort als Problem gelesen wird — und die einzige, für die reihenweise falsche Ursachen gefunden werden: Ladezeit, Preise, Wettbewerb, Saison. Die drei Zahlen darüber stehen im selben Bericht und zeigen auf die richtige.

Typisches Muster aus Migrationsprojekten, keine Messreihe eines einzelnen Shops. Die Aussage liegt in der Richtung der vier Balken zueinander: Drei Zahlen steigen, eine fällt, und alle vier haben dieselbe Ursache. Nachrechnen lässt sich das in Ihrem eigenen Konto — Produktseitenaufrufe geteilt durch Bestellungen, vor und nach dem Umschalten, zwei Minuten Arbeit.

Die unangenehme Eigenschaft dieses Musters: Drei der vier Zahlen lesen sich wie Engagement. „Mehr angesehene Produkte“, „höhere Klickrate in der Kategorie“, „intensivere Recherche“ — das sind Formulierungen, die in Berichten als Fortschritt auftauchen und selten hinterfragt werden. Nur die vierte Zahl fällt auf, und sie steht in einem anderen Abschnitt des Berichts als die drei, die sie erklären.

Wenn Sie nur eine Kennzahl aus diesem Artikel mitnehmen, dann diese: Produktseitenaufrufe geteilt durch Bestellungen, vor und nach dem Umschalten. Sie brauchen dafür kein neues Werkzeug und keinen Zugriff, den Sie nicht schon haben. Steigt dieser Wert deutlich, während der Umsatz nicht mitwächst, hat Ihr Shop die Entscheidung von der Übersicht auf die Produktseite verschoben — und das ist auf dem Smartphone ein anderer Vorgang als am Desktop. Wie sich derselbe Effekt in der Onsite-Suche zeigt, steht in Null-Treffer beim Systemwechsel.

Das Import-Mapping entscheidet, was die Kategorieseite später kann

Der zweite Grund, warum die Kachel dünn bleibt, liegt Wochen vor dem Go-live und wird von jemandem entschieden, der die Kategorieseiten nie gesehen hat.

Beim Import muss jedes Attribut des Altsystems irgendwo landen. Shopware kennt Eigenschaften, Magento kennt Attribute, beide in großer Zahl und mit gewachsenen Bedeutungen. Shopify kennt Standardfelder, Optionen, Tags und Metafelder. Die Zuordnung dazwischen ist Handarbeit, und sie fällt in der Praxis nach dem bequemsten Kriterium: Was in kein Standardfeld passt, wird ein Metafeld, weil Metafelder alles aufnehmen.

Wohin die Attribute wandern

Fünf Ablagen — und nur eine zeigt die Kachel von allein

Im Import muss jedes Attribut des Altsystems irgendwo hin. Die Entscheidung fällt meist technisch: Was in kein Standardfeld passt, wird ein Metafeld, weil Metafelder alles aufnehmen. Das ist bequem und genau der Grund, warum später Werte im Adminbereich stehen, die im Shop niemand sieht.

Wo ein Wert nach dem Import liegt, entscheidet darüber, ob er in der Kategorieübersicht überhaupt wirken kann.
Ablage in Shopify Kachel zeigt es ohne Zusatzarbeit im Theme Filterbar in der Kategorieübersicht Suche liest es Onsite-Suche im Shop
Standardfeld Die festen Felder des Shopify-Produkts ja ja ja
Produktoption Die Achsen, entlang derer Varianten entstehen mit Theme-Arbeit ja mit Theme-Arbeit
Tag Freie Schlagworte am Produkt mit Theme-Arbeit ja ja
Metafeld Selbst definierte, typisierte Zusatzfelder nein mit Theme-Arbeit mit Theme-Arbeit
App-Daten Werte, die eine installierte App vorhält mit Theme-Arbeit nein nein
  1. Standardfeld

    Kachel zeigt es Filterbar Suche liest es

    Titel, Preis, Vergleichspreis, Anbieter, Produkttyp, SKU, Bestand

    Die einzige Ablage, die alles drei kann. Deshalb gilt für das Mapping: Was in ein Standardfeld passt, gehört in ein Standardfeld — auch dann, wenn es im Altsystem ein frei definiertes Attribut war. Die Marke ist der Klassiker: Sie gehört in „Anbieter“ und landet trotzdem regelmäßig in einem Metafeld.

  2. Produktoption

    Kachel zeigt es Filterbar Suche liest es

    Farbe, Größe, Material, Ausführung

    Die teuerste Ablage, weil jede Kombination eine echte Variante mit eigenem Bestand erzeugt. Als Option gehört nur, was tatsächlich bestellbar unterschieden wird. Ein Attribut, das nur beschreibt, hat hier nichts verloren — auch wenn es im Altsystem in derselben Liste stand.

  3. Tag

    Kachel zeigt es Filterbar Suche liest es

    Bio, Neu, Restposten, Outdoor, Geschenkidee

    Die unterschätzte Ablage. Tags sind im Import billig, in der Suche sofort wirksam und im Theme mit wenigen Zeilen als Badge darstellbar. Ihre Schwäche ist die fehlende Struktur: Ein Tag hat keinen Typ, keine Einheit und keine Pflichtprüfung. Für Kennzeichnungen ideal, für Messwerte ungeeignet.

  4. Metafeld

    Kachel zeigt es Filterbar Suche liest es

    Lieferzeit, Energieklasse, Füllmenge, Datenblatt-Datei

    Die flexibelste Ablage und die stillste. Ein Metafeld ist nach dem Import vollständig gefüllt und trotzdem unsichtbar: Bis jemand es im Theme ausgibt, existiert es nur im Adminbereich. Genau deshalb sind Metafelder die häufigste Ursache für den Satz „die Daten sind doch alle da“.

  5. App-Daten

    Kachel zeigt es Filterbar Suche liest es

    Bewertungen, Treuepunkte, Verfügbarkeitsbenachrichtigung

    Liegt außerhalb Ihres Katalogs. Was hier landet, ist an die App gebunden: Es lässt sich in der Regel nicht filtern, die Onsite-Suche liest es nicht, und beim nächsten App-Wechsel steht dieselbe Migrationsfrage noch einmal. Als Ablage für Kataloginformationen ist das die letzte Wahl.

Die praktische Folge für ein Migrationsprojekt: Das Import-Mapping ist keine technische Fleißarbeit, sondern die Entscheidung darüber, was Ihre Kategorieseiten später können. Sie wird meist von jemandem getroffen, der die Kategorieseiten nie gesehen hat — und sie ist nachträglich nur mit einem zweiten Durchlauf über den ganzen Katalog korrigierbar.

Genau daraus entsteht der Satz, der in Migrationsprojekten so oft fällt: „Die Daten sind doch alle da.“ Das stimmt sogar. Sie sind im Adminbereich vollständig sichtbar, sauber typisiert und korrekt befüllt. Sie sind nur nirgendwo im Shop, weil ein Metafeld ohne Theme-Baustein exakt so viel anzeigt wie ein leeres Feld.

Zwei Entscheidungen aus dieser Tabelle lohnen den frühen Blick, weil sie später teuer werden:

Die Marke gehört in das Anbieter-Feld. Sie landet regelmäßig in einem Metafeld, weil sie im Altsystem eine eigene Entität mit Logo und Beschreibungstext war und ein einzelnes Textfeld dafür zu klein wirkt. Die Folge ist, dass die Marke aus Kachel, Filter und Suche gleichzeitig verschwindet — eine Feldentscheidung, drei Wirkungen. Dasselbe Muster beschreibt Rich Snippets beim Shopsystem-Wechsel für die Suchergebnisseite.

Tags sind billiger, als sie aussehen. Was im Altsystem eine regelbasierte Kennzeichnung war — neu, reduziert, bio, Restposten —, ist in Shopify ein Tag und im Theme eine überschaubare Ergänzung. Das ist der Teil dieser Liste mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, und er fällt trotzdem meistens hinten runter, weil Badges wie Kosmetik aussehen.

Vier Zeilen, die nicht zur Diskussion stehen

Ein Teil dessen, was unter dem Preis Ihrer Kachel steht, ist nicht dort, weil es verkauft. Es ist dort, weil es dort hingehört.

Kein Optimierungsthema

Vier Zeilen der Kachel sind Startbedingung, nicht Kür

Ein Teil dessen, was in Ihrer Kategorieübersicht unter dem Preis steht, ist nicht dort, weil es verkauft. Es ist dort, weil es dort hingehört. In gewachsenen Shops erledigt das ein Modul, das seit Jahren läuft und das niemand mehr bewusst sieht. Nach dem Umstieg ist dieses Modul weg — und seine vier Ausgaben verteilen sich auf vier verschiedene Stellen.

  1. 1

    Grundpreis je Mengeneinheit

    Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche

    Der Preis je Mengeneinheit gehört in die Nähe des Gesamtpreises — und der Gesamtpreis steht auch in der Kategorieübersicht.

    Quelle in Shopify

    Feld „Preis pro Einheit“ auf der Variante, vom Theme ausgegeben

    Typischer Bruch beim Umstieg

    Im Altsystem wurde der Wert aus Füllmenge und Einheit gerechnet, war also nirgends gepflegt. Beim Import gibt es nichts zu übernehmen — die Felder müssen aus zwei anderen Feldern erst erzeugt werden, und zwar für jede Variante einzeln.

  2. 2

    Umsatzsteuer und Versand

    Jede Preisangabe im Endkundengeschäft

    Aus der Preisangabe muss hervorgehen, dass die Umsatzsteuer enthalten ist und ob Versandkosten dazukommen.

    Quelle in Shopify

    Theme-Text unter dem Preis, je Markt konfiguriert

    Typischer Bruch beim Umstieg

    Der Hinweis ist reiner Theme-Text und fällt deshalb in keinem Datenabgleich auf. Er verschwindet still — und mit mehreren Märkten wird er zur Übersetzungsaufgabe, weil er je Land anders lautet.

  3. 3

    Niedrigster Preis der letzten 30 Tage

    Überall dort, wo mit einer Preisermäßigung geworben wird

    Wer einen Streichpreis zeigt, muss den niedrigsten Gesamtpreis der vorangegangenen 30 Tage angeben. Auch das gilt dort, wo der Streichpreis steht.

    Quelle in Shopify

    Preishistorie der Variante — in Shopify keine Standardangabe

    Typischer Bruch beim Umstieg

    Der heikelste Punkt der vier, weil er Historie braucht. Ein frisch migrierter Shop hat keine: Die Preishistorie liegt im Altsystem und wandert bei keinem Standardimport mit. Wer am Tag nach dem Go-live eine Rabattaktion fährt, hat die Grundlage für die Angabe nicht mehr.

  4. 4

    Energielabel und Datenblatt

    Gekennzeichnete Warengruppen, etwa Haushalt und Elektronik

    Effizienzklasse und Zugang zum Produktdatenblatt gehören in die Nähe des Preises — in Übersichten ebenso wie auf der Produktseite.

    Quelle in Shopify

    Metafelder für Klasse und Datenblatt plus Theme-Baustein

    Typischer Bruch beim Umstieg

    Im Altsystem oft ein eigenes Modul mit eigener Dateiverwaltung. In Shopify sind das zwei Metafelder und ein Theme-Baustein — plus der Import der Datenblätter, der als eigene Position im Projekt selten auftaucht.

Diese Übersicht beschreibt, wo die Werte in einem Shopify-Shop technisch herkommen und woran sie beim Systemwechsel typischerweise hängen bleiben. Ob und in welchem Umfang eine Pflicht für Ihr Sortiment gilt, ist eine Rechtsfrage — sie gehört vor dem Go-live geklärt, und nicht in ein Migrationsangebot.

Der dritte Punkt in dieser Aufstellung verdient eine gesonderte Bemerkung, weil er die einzige echte Frist im ganzen Artikel enthält. Die Angabe des niedrigsten Preises der vorangegangenen 30 Tage braucht eine Preishistorie. Ein frisch migrierter Shop hat keine — sie liegt im Altsystem und wandert bei keinem Standardimport mit.

Wenn Sie planen, kurz nach dem Go-live eine Rabattaktion zu fahren, ist das ein Thema für die Projektplanung, nicht für das Marketing im Nachgang. Entweder die Historie wird mitgenommen, oder die Aktion wartet, oder es gibt eine bewusst getroffene andere Entscheidung. Was nicht funktioniert, ist, den Punkt erst zu bemerken, wenn die Kampagne bereits läuft.

Was vor dem Umschalten zu tun ist

Drei Dinge kosten zusammen keinen Tag und sind danach nicht mehr nachholbar, weil sie ein laufendes Altsystem voraussetzen.

Screenshots der Kategorieübersichten. Ihre drei bis fünf wichtigsten Kategorien, mobil und am Desktop, mit Datum abgelegt. Das ist die einzige Dokumentation der Kachel, die je existieren wird. Ohne sie diskutieren Sie nach dem Go-live über Erinnerungen.

Die Attributliste mit einer Spalte mehr. Für das Import-Mapping wird ohnehin eine Liste aller Attribute des Altsystems erzeugt. Ergänzen Sie eine einzige Spalte: „steht in der Übersicht“. Das ist eine halbe Stunde und verwandelt eine technische Liste in eine fachliche Entscheidungsgrundlage — inklusive der Erkenntnis, wie wenige Attribute es tatsächlich betrifft.

Der Vorher-Wert. Produktseitenaufrufe je Bestellung und die Klickrate von der Kategorieseite auf die Produktseite, für die letzten drei Monate exportiert. Ohne diese zwei Zahlen lässt sich später nicht belegen, dass sich etwas verändert hat. Dieselbe Logik gilt für den Lighthouse-Score: Der Vorher-Wert kostet nichts und ist nach dem Abschalten unwiederbringlich.

Die Reihenfolge danach

Nach dem Go-live ist die Frage nicht, ob die Kachel wieder dichter wird, sondern in welcher Reihenfolge. Die Antwort hängt weniger am Aufwand als daran, wie viele Kaufentscheidungen an der jeweiligen Zeile hängen.

Zuerst die Zeilen, die eine Frage beantworten. Lieferzeit und Verfügbarkeit stehen fast immer an erster Stelle, weil sie über den Klick entscheiden, nicht über die Sympathie. In Sortimenten mit langen Beschaffungszeiten ist das die einzige Zeile, die wirklich zählt.

Dann die Zeilen, die vergleichbar machen. Grundpreis, Füllmenge, technische Kernangabe — alles, was zwei ähnliche Produkte nebeneinander unterscheidbar macht. Wo diese Angaben fehlen, entsteht das Muster, das der Produktvergleich beim Systemwechsel beschreibt: Kunden bauen sich den Vergleich in Browser-Tabs selbst zusammen.

Dann die Zeilen, die Vertrauen tragen. Sterne und Bewertungsanzahl. Der Aufwand liegt hier nicht im Theme, sondern im Import der Altbewertungen — und der ist eine Position im Migrationsangebot, keine Nacharbeit.

Zuletzt die Kosmetik. Badges, Hover-Zweitbild, Farbfelder. Wirksam, sichtbar, gern zuerst gemacht — und trotzdem der Teil, der am wenigsten Kaufentscheidungen trägt.

Diese Reihenfolge ist deshalb wichtig, weil in den Wochen nach einem Go-live das knappe Gut nicht Geld ist, sondern Aufmerksamkeit. Wer die Kacheln in dieser Reihenfolge angeht, hat den größten Teil der Wirkung nach der zweiten Runde erreicht. Wer bei den Badges anfängt, hat einen schöneren Shop und dieselbe Conversion. Wie sich solche Prioritäten im Projekt sauber verankern lassen, steht in Umsetzungspartner auswählen.

Checkliste

Produktkachel beim Shopify-Wechsel: dreizehn Punkte

Die ersten drei Punkte haben eine Frist — sie sind nur erledigbar, solange der alte Shop noch läuft. Die Punkte vier bis acht gehören in das Import-Mapping, also vor den Go-live. Der Rest ist Nacharbeit in der richtigen Reihenfolge. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist

Ihre SituationDer nächste Schritt
Der alte Shop läuft nochHeute die Screenshots machen und die zwei Kennzahlen exportieren. Alles andere hat Zeit, diese beiden Punkte nicht
Import-Mapping wird gerade erstelltEine Spalte ergänzen: „steht in der Übersicht“. Der billigste Eingriff des ganzen Projekts, und nur jetzt möglich
Bereits umgestellt, Zahlen wirken widersprüchlichProduktseiten je Bestellung prüfen. Steigt der Wert, ist die Entscheidung von der Kategorie auf die Produktseite gewandert
Klickrate gestiegen, Umsatz nichtGenau das Muster aus diesem Artikel. Kein Designerfolg, sondern eine Kachel, die keine Fragen mehr beantwortet
Sortiment mit langen LieferzeitenLieferzeit vor allem anderen zurück in die Kachel. In diesen Sortimenten trägt keine andere Zeile so viele Kaufentscheidungen
Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder FlächeGrundpreis-Felder prüfen, nicht annehmen. Der Wert wurde im Altsystem gerechnet und ist deshalb in keinem Export enthalten
Elektro-, Haushalts- oder LeuchtmittelsortimentEnergielabel und Datenblätter als eigene Position aufnehmen. Das ist ein Dateiimport, keine Theme-Aufgabe
Rabattaktion kurz nach dem Go-live geplantPreishistorie klären, bevor die Kampagne steht. Danach ist es kein Planungsthema mehr, sondern ein Problem
Viele Bewertungen im AltsystemImport in den Migrationsumfang, plus den Theme-Baustein in der Kachel. Ohne den zweiten Schritt liegen die Sterne an der falschen Stelle
Zwanzig Metafelder angelegt, im Shop unsichtbarKein Datenproblem. Die Werte sind da und brauchen je einen Theme-Baustein — erst entscheiden welche, dann bauen
Ersatzteil- oder B2B-SortimentArtikelnummer zurück in die Kachel. In diesen Sortimenten wird danach gesucht, nicht nach dem Produktnamen
Migration steht erst noch bevorDrei Positionen in den Projektplan: Kachelaufnahme, Mapping-Review, Bewertungsimport. Zusammen unter zwei Tagen

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Die Produktkachel ist der Teil eines Shopsystem-Wechsels, dessen Verlust am ehesten als Verbesserung durchgeht. Sie sieht danach ruhiger aus, sie lädt schneller, und sie enthält nichts Falsches. Drei Punkte tragen den größten Teil davon.

Was verloren geht, stand nie in einer Anforderungsliste. Die Kachel ist über Jahre gewachsen, Zeile für Zeile, jede einzeln beauftragt und nirgends dokumentiert. Ein Katalogexport enthält Ihre Produktdaten, nicht die Information, welche davon in der Übersicht sichtbar waren. Screenshots vor dem Umschalten sind die einzige Dokumentation, die es je geben wird.

Der Verlust zeigt sich als Anstieg, nicht als Rückgang. Wer in der Übersicht nicht entscheiden kann, öffnet mehr Produktseiten. Angesehene Produkte, Klickrate und Recherchetiefe steigen — und lesen sich im Bericht wie Engagement. Die eine Zahl, die fällt, wird an anderer Stelle erklärt. Produktseitenaufrufe je Bestellung ist die Kennzahl, die beides zusammenbringt.

Die Weichen stellt das Import-Mapping, nicht das Theme. Ob die Marke im Anbieter-Feld oder in einem Metafeld landet, ob Kennzeichnungen als Tags übernommen werden, ob die Grundpreis-Felder erzeugt werden: Diese Entscheidungen fallen Wochen vor dem Go-live und bestimmen, was die Kategorieseite später überhaupt kann. Nachträglich sind sie nur mit einem zweiten Durchlauf über den ganzen Katalog zu korrigieren.

Wenn Sie einen Systemwechsel planen und wissen wollen, welche Zeilen Ihrer heutigen Kategorieübersicht an einem Modul hängen und welche am Katalog: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen aufsetzen, steht auf Shopsystem-Migration; die systemspezifischen Fälle stehen auf Shopware zu Shopify und Magento zu Shopify.

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