Drei Angebote, Faktor drei: Wie Sie den richtigen Umsetzungspartner für den Shopify-Wechsel erkennen
Wer den Shopsystem-Wechsel ausschreibt, bekommt Angebote, die um den Faktor drei auseinanderliegen — und keine Erklärung dafür. Der Grund steht nicht im teuersten Dokument, sondern in dem, was im günstigsten fehlt. Welche fünf Anbietertypen überhaupt antworten, welche zwölf Positionen den Preis entscheiden und welche Arbeit auch der beste Partner nicht übernehmen kann.
Auf dem Tisch liegen drei Angebote für denselben Shopsystem-Wechsel. Dieselbe Anfrage, derselbe Katalog, derselbe Wunschtermin. Das günstigste liegt bei 18.000 Euro, das teuerste bei 61.000. Zwischen beiden liegt keine erkennbare Grenze, sondern ein Gefühl: Das eine wirkt zu billig, um zu stimmen, das andere zu teuer, um es zu rechtfertigen. Also gewinnt meistens das mittlere.
Diese Entscheidung ist nicht falsch, weil sie nach Preis getroffen wird. Sie ist falsch, weil sie drei Dokumente vergleicht, die nicht dasselbe beschreiben. Der Faktor drei ist keine Preisspanne — er ist ein Umfangsunterschied, den niemand ausgeschrieben hat. Und er wird nicht im teuersten Angebot erklärt, sondern in dem, was im günstigsten fehlt.
Wer das einmal verstanden hat, führt Auswahlgespräche anders. Nicht misstrauischer, sondern präziser: Die entscheidende Frage lautet nicht „Was kostet es?“, sondern „Was ist darin nicht enthalten, und wann fällt das auf?“
In eigener Sache: Wir sind selbst eine Shopify-Agentur und schreiben hier über die Auswahl von Shopify-Agenturen. Das ist keine neutrale Position, und wir tun nicht so. Sie werden weiter unten Kriterien finden, die gegen uns sprechen — etwa dann, wenn parallel ein ERP getauscht wird oder das Vorhaben klein genug für zwei Freelancer ist. Wir halten das für den einzig brauchbaren Umgang mit einem Interessenkonflikt: ihn benennen und die Kriterien so schreiben, dass sie auch angewendet werden können, wenn die Antwort nicht wir sind.
Fünf Anbieter beantworten fünf verschiedene Fragen
Wer antwortet da eigentlich
Fünf Anbietertypen, eine Anfrage — und jeder deckt einen anderen Abschnitt ab
Angebote für einen Shopsystem-Wechsel wirken unvergleichbar, weil sie es sind. Die Anbieter beantworten nicht dieselbe Frage: Der eine verkauft das Zielbild, der nächste die Schnittstellen, der dritte den Betrieb danach. Die Skala zeigt, wo jeder Typ wirklich stark ist — und wo er nur mitläuft.
- Vorne
Unternehmensberatung
Denkt das Zielbild, baut es nicht
- Passt, wenn
- Wenn nicht das Shopsystem die eigentliche Frage ist, sondern das Geschäftsmodell dahinter: neue Märkte, D2C neben dem Handel, Zusammenlegung mehrerer Gesellschaften. Die Plattformentscheidung ist dann ein Nebenergebnis.
- Wo die Grenze liegt
- Die technische Umsetzung läuft über Dritte. Damit gibt es im Projekt zwei Verträge, zwei Zeitpläne und eine Nahtstelle, an der Verantwortung verloren gehen kann.
Erkennungszeichen im Erstgespräch Das Angebot beschreibt Workshops, Zielbilder und Roadmaps, aber keine einzige Datenmigration.
- Mitte
Systemintegrator
Verbindet die Landschaft, nicht die Marke
- Passt, wenn
- Wenn der Shop das kleinste Teil des Vorhabens ist: ERP-Wechsel parallel, PIM-Einführung, mehrere Länder, eine gewachsene Schnittstellenlandschaft mit eigener IT-Abteilung auf Ihrer Seite.
- Wo die Grenze liegt
- Storefront, Marke und Conversion sind selten die Stärke. Der Shop wird technisch korrekt und sieht aus wie ein technisch korrekter Shop.
Erkennungszeichen im Erstgespräch Im Erstgespräch geht es dreißig Minuten um Schnittstellen und keine drei Minuten um Ihre Kundschaft.
- Mitte
Spezialisierte Shopify-Agentur
Deckt den Wechsel von Konzept bis Betrieb
- Passt, wenn
- Der Regelfall beim Systemwechsel im Mittelstand: ein Shop, ein bis drei angebundene Systeme, ein Katalog mit Eigenheiten und ein Team, das die Plattform danach selbst bedienen soll.
- Wo die Grenze liegt
- Außerhalb der Plattform wird es dünn. Wenn im selben Jahr auch das ERP getauscht wird, braucht es jemanden, der diese zweite Baustelle verantwortet.
Erkennungszeichen im Erstgespräch Es gibt Referenzen mit demselben Altsystem wie Ihrem — und die Agentur nennt von sich aus, was daran schwierig war.
- Mitte
Freelance-Konstellation
Zwei bis vier Köpfe, ein Vertrag pro Kopf
- Passt, wenn
- Bei überschaubarem Umfang und starker eigener Projektleitung. Fachlich oft ausgezeichnet und deutlich günstiger in der Stunde — der Weg, den viele kleinere Händler zu Recht gehen.
- Wo die Grenze liegt
- Die Projektleitung bleibt bei Ihnen, auch wenn niemand sie so genannt hat. Urlaub, Krankheit und Anschlussprojekte sind nicht abgefedert, und nach dem Go-live ist der Zugriff eine Frage der Verfügbarkeit.
Erkennungszeichen im Erstgespräch Niemand kann sagen, wer entscheidet, wenn zwei Beteiligte unterschiedlicher Meinung sind.
- Hinten
Betriebs- und Wartungspartner
Übernimmt danach, nicht dabei
- Passt, wenn
- Für die Zeit nach dem Start: Weiterentwicklung in kleinen Schritten, Monitoring, Apps im Griff behalten, Saisonvorbereitung. Häufig sinnvoll als zweiter Vertrag neben dem Umsetzer.
- Wo die Grenze liegt
- Ein Wartungsvertrag ist kein Migrationsvertrag. Wer den Wechsel selbst nicht begleitet hat, kennt die Entscheidungen nicht, die ihn erklären.
Erkennungszeichen im Erstgespräch Das Angebot ist ein Stundenkontingent pro Monat, ohne Aussage darüber, wer das Projekt inhaltlich versteht.
Der erste Grund für unvergleichbare Angebote steht in der Übersicht: Auf eine Anfrage antworten Anbieter, die unterschiedliche Abschnitte des Projekts als ihren Kern verstehen. Die Beratung verkauft das Zielbild, der Systemintegrator die Landschaft dahinter, die spezialisierte Agentur den Wechsel selbst, ein Freelance-Team die Umsetzung und der Wartungspartner die Zeit danach.
Keiner davon ist der bessere Typ. Aber es gibt einen, der zu Ihrer Ausgangslage passt, und die Frage lässt sich vor der ersten Anfrage klären, nicht erst beim Vergleich. Sie lautet: Welchen Abschnitt können wir selbst, und welchen kaufen wir ein?
Drei Antworten kommen in der Praxis besonders häufig vor.
Wenn im selben Jahr auch das Warenwirtschaftssystem gewechselt wird, ist der Shop nicht das Projekt, sondern ein Teil davon. Dann braucht es jemanden, der beide Baustellen verantwortet — und eine reine Shop-Agentur ist dafür die falsche Wahl, so gut sie auf ihrem Feld auch sein mag. Welche Muster dabei tragen, haben wir in ERP-Integration mit Shopify beschrieben.
Wenn das Vorhaben überschaubar ist — ein Katalog unter tausend Artikeln, keine Anbindung, ein Standardtheme —, ist ein eingespieltes Freelance-Team fachlich oft ebenbürtig und deutlich günstiger. Der Preis dafür ist, dass die Projektleitung bei Ihnen bleibt. Das ist vertretbar, solange jemand im Haus diese Rolle wirklich hat und nicht nur nominell.
Und wenn Sie hauptsächlich Sorge haben, was nach dem Start passiert, lösen Sie damit kein Auswahlproblem, sondern ein Vertragsproblem. Der Betrieb gehört in einen eigenen Vertrag mit eigener Reaktionszeit — nicht in eine Hoffnung auf Goodwill.
Warum die Angebote nicht vergleichbar sind
Das Hauptbuch zum Angebot
Zwölf Positionen — drei stehen drin, neun entscheiden den Preis
Wenn drei Angebote für denselben Wechsel um den Faktor drei auseinanderliegen, liegt das fast nie am Stundensatz. Es liegt daran, dass sie unterschiedlich viel enthalten — und dass die Differenz in keinem der drei Dokumente steht. Gehen Sie diese Liste vor der Entscheidung Position für Position durch.
- Praktisch immer enthalten 3 Vergleichbar zwischen Angeboten
- Meist wortlos ausgeklammert 6 Hier entsteht die Preisdifferenz
- Kommt als Nachtrag 3 Bekannt, aber bewusst nicht eingepreist
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Katalog: Produkte, Varianten, Bilder
EnthaltenDer Teil, den jedes Angebot enthält, weil er sich gut beschreiben lässt. Der Aufwand steckt nicht im Übertragen, sondern im Aufräumen davor.
Wer bereinigt Dubletten, tote Varianten und leere Felder — und ist dieser Aufwand geschätzt oder angenommen?
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Theme auf Basis eines Standard-Themes
EnthaltenEnthalten, aber in sehr unterschiedlicher Tiefe. „Theme anpassen“ und „Theme entwickeln“ trennen zwei Angebote leicht um einen fünfstelligen Betrag.
Wie viele Seitenvorlagen sind enthalten, und was passiert, wenn eine Vorlage nach dem ersten Entwurf abgelehnt wird?
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Grundeinrichtung: Steuern, Versandzonen, Zahlarten
EnthaltenHandwerklich unspektakulär und fast immer eingeplant. Sie wird nur dann teuer, wenn Sie Sonderfälle haben, nach denen niemand gefragt hat.
Sind Kleinunternehmerregelung, OSS, abweichende Steuersätze und Lieferländer außerhalb der EU berücksichtigt?
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Kundenkonten und Passwörter
Fehlt meistKundendaten ziehen um, Passwörter nicht — sie liegen verschlüsselt im Altsystem und lassen sich nicht übertragen. Jeder Bestandskunde muss beim ersten Login neu setzen.
Wer schreibt die E-Mail, die das erklärt, und wann geht sie raus — vor dem Umschalten oder danach?
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Bestellhistorie
NachtragTechnisch möglich, aber selten im Grundpreis. Die Frage ist nicht „ob“, sondern „wie viele Jahre“ und „als echte Bestellungen oder als Archiv“.
Wie viele Jahre werden übernommen, und sieht die Kundschaft ihre alten Bestellungen im Konto oder nur Sie im Backend?
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Weiterleitungen für gewachsene Alt-URLs
Fehlt meistDer teuerste stille Posten. Nicht die tausend Produkt-URLs sind das Problem, sondern die Kategoriepfade, Filterseiten, PDFs und Landingpages aus zehn Jahren, die Rankings tragen.
Wird die Weiterleitungsliste aus Search Console, Logfiles und Backlinkdaten gebaut — oder nur aus dem Produktexport?
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Rechnungskauf und die übrigen DACH-Zahlarten
Fehlt meistKauf auf Rechnung, Lastschrift und Ratenzahlung sind im deutschsprachigen Raum umsatzrelevant und laufen über Anbieter mit eigenem Vertrag, eigener Prüfung und eigener Vorlaufzeit.
Welche Zahlarten sind am ersten Tag live, und wer beantragt die Verträge dafür — mit welchem Vorlauf?
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Anbindung an ERP oder Warenwirtschaft
NachtragFast immer ein eigener Posten, und zu Recht. Unklar ist meist nur, ob eine fertige Middleware gemeint ist oder eine Entwicklung — der Unterschied ist erheblich.
Welche Objekte laufen in welche Richtung, wie oft, und wer ist zuständig, wenn die Schnittstelle nachts stehen bleibt?
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Kategorietexte, Landingpages, Redaktion
Fehlt meistDer Posten, der Projekte um Wochen verzögert. Die Technik steht, aber dreihundert Kategorietexte schreibt niemand nebenbei — und im Angebot steht dazu meist gar nichts.
Wer liefert Texte und Bilder, bis wann, und was passiert mit dem Starttermin, wenn diese Lieferung ausbleibt?
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Testfälle und fachliche Abnahme
Fehlt meistDer Dienstleister testet, ob das Gebaute funktioniert. Ob es Ihr Geschäft abbildet, kann nur Ihr Team prüfen — das kostet Arbeitszeit, die selten jemand einplant.
Gibt es eine schriftliche Liste von Testfällen, wer arbeitet sie ab, und wie viele Personentage sind dafür auf unserer Seite vorgesehen?
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Schulung des Teams
NachtragHäufig als „Einweisung“ enthalten, was zwei Stunden Bildschirmteilen bedeutet. Eine echte Schulung für Kundenservice, Einkauf und Redaktion ist ein eigener Posten.
Wie viele Stunden, für welche Rollen, und bleibt eine Aufzeichnung oder Dokumentation im Haus?
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Hypercare: die ersten vier Wochen
Fehlt meistDie Fehler eines Systemwechsels zeigen sich nicht am Starttag, sondern in der ersten vollen Woche mit echtem Bestellaufkommen. Endet der Vertrag am Go-live, tragen Sie diese Woche allein.
Was ist nach dem Start noch enthalten, in welcher Reaktionszeit, und ab wann beginnt die reguläre Abrechnung?
Das Hauptbuch ist der Kern dieses Artikels. Drei Positionen stehen in praktisch jedem Angebot — und genau diese drei vergleichen die meisten Interessenten. Neun weitere entscheiden über den Preis, tauchen aber nur in manchen Dokumenten auf.
Zwei davon sind so verlässlich unterschätzt, dass sie eine eigene Erwähnung verdienen.
Die Weiterleitungen. Der Posten wird fast immer auf die Produkt-URLs verkürzt, und die sind das einfachste Drittel. Teuer sind die gewachsenen Pfade: alte Kategoriestrukturen aus zwei Relaunches, Filterseiten mit Parametern, Datenblätter als PDF, Landingpages aus Kampagnen von 2019, die immer noch Backlinks tragen. Diese Liste entsteht nicht aus dem Produktexport, sondern aus Search Console, Serverlogs und Backlinkdaten — und wer sie nicht baut, verliert Sichtbarkeit, die er anschließend jahrelang zurückkauft. Wie das sauber läuft, steht in 301-Weiterleitungen bei der Shopify-Migration und im weiteren Zusammenhang in SEO bei der Shopify-Migration.
Die Redaktion. Der Posten, der Projekte verzögert, ohne dass jemand einen Fehler gemacht hat. Die Technik ist fertig, aber dreihundert Kategorietexte, überarbeitete Produktbeschreibungen und neue Bilder für die Startseite schreibt niemand nebenbei. In fast jedem verzögerten Projekt, das wir gesehen haben, lag die Verzögerung nicht in der Entwicklung, sondern in einer Textlieferung, die niemand als Lieferung geplant hatte.
Der praktische Umgang damit ist unspektakulär und wirkt sofort: Schicken Sie allen Anbietern dieselbe Liste dieser zwölf Positionen und bitten Sie um „enthalten“, „nicht enthalten“ oder einen Preis je Zeile. Das kostet Sie zehn Minuten. Die Angebote werden dadurch nicht billiger — aber zum ersten Mal vergleichbar. Und Sie erfahren nebenbei etwas über die Anbieter: Wer eine solche Liste zurückschickt, ohne nachzufragen, hat sie nicht gelesen.
Was Sie im Erstgespräch hören
Das Erstgespräch
Zehn Sätze, an denen sich die Auswahl entscheidet
Die Entscheidung fällt selten beim Lesen des Angebots, sondern im ersten Gespräch. Aussagekräftig ist dabei nicht, wie überzeugend jemand klingt, sondern wie genau er fragt und wie bereitwillig er Grenzen benennt. Fünf Themen kommen in jedem Erstgespräch vor — hier in beiden Ausführungen.
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Die Datenmigration
Kostet später Geld
Die Migration läuft bei uns automatisiert, das ist Standard.
Automatisiert wird das Übertragen, nicht das Entscheiden. Was mit vierzehn Jahre gewachsenen Attributen, doppelten Artikelnummern und Varianten ohne Bestand passiert, ist keine Maschinenfrage. Wer das Wort „Standard“ benutzt, bevor er Ihre Daten gesehen hat, hat sie nicht gesehen.
Gutes Zeichen
Schicken Sie uns bitte einen Katalogexport, bevor wir eine Zahl nennen.
Der Anbieter weiß, dass der Aufwand in Ihren Daten steckt und nicht in seinem Werkzeug. Ein Angebot, das nach einem Export entsteht, hält deutlich häufiger.
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Der Projektumfang
Kostet später Geld
Wir bauen Ihnen alles genau so nach, wie Sie es heute haben.
Der teuerste Satz im ganzen Gespräch. Ein Eins-zu-eins-Nachbau überträgt jede Eigenheit des Altsystems in eine Plattform, die anders funktioniert — und Sie bezahlen zweimal: einmal für den Nachbau und einmal dafür, dass er später gegen die Standardfunktion arbeitet.
Gutes Zeichen
Diesen Teil würden wir nicht nachbauen — dafür gibt es einen anderen Weg.
Wer bereit ist, Ihnen Arbeit auszureden, verkauft Ihnen kein Volumen, sondern ein Ergebnis. Das ist das verlässlichste Einzelsignal im Erstgespräch.
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Der Termin
Kostet später Geld
In sechs Wochen sind Sie live.
Genannt, bevor Katalog, Schnittstellen und Textlieferung bekannt sind, ist das keine Schätzung, sondern ein Verkaufsargument. Termine, die im ersten Gespräch fallen, verschieben sich in der Regel — nur wird das dann Ihr Problem und nicht seines.
Gutes Zeichen
Der Termin hängt daran, wann Ihre Kategorietexte fertig sind.
Der Anbieter benennt eine Abhängigkeit, die auf Ihrer Seite liegt. Das ist unangenehm im Gespräch und die halbe Miete in der Planung.
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Die offenen Punkte
Kostet später Geld
Das klären wir dann im Projekt.
Jeder so verschobene Punkt wird später ein Nachtrag — zu einem Zeitpunkt, an dem Sie den Anbieter nicht mehr wechseln können. Genau darin liegt der Reiz, ihn zu verschieben.
Gutes Zeichen
Hier hat uns ein vergleichbares Projekt zuletzt vier Wochen gekostet.
Wer eigene Fehlschläge erzählt, hat welche gehabt und daraus etwas mitgenommen. Anbieter ohne solche Geschichten haben entweder keine Projekte oder keine Erinnerung.
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Die Menschen im Projekt
Kostet später Geld
Ihr fester Ansprechpartner ist unser Kundenbetreuer.
Ein Ansprechpartner ist gut. Wenn er aber die einzige Person ist, die Sie kennen, läuft jede fachliche Frage über eine Weiterleitung — und jede Antwort über eine zweite. In dieser Schleife entstehen Missverständnisse, die niemand beabsichtigt.
Gutes Zeichen
Die Entwicklerin, die das umsetzt, ist beim nächsten Termin dabei.
Sie lernen nicht den Vertrieb kennen, sondern das Projekt. Bestehen Sie darauf — es ist eine Bitte, die seriöse Anbieter erfreut und andere in Verlegenheit bringt.
Eine Bitte lohnt sich in jedem Erstgespräch, unabhängig vom Anbieter: Nennen Sie uns drei Dinge, die an unserem Vorhaben schwierig werden. Wer darauf nichts zu sagen hat, hat entweder nicht zugehört oder verkauft gerade. Beides ist ein Ergebnis.
Die Auswahl fällt selten beim Lesen des Angebots. Sie fällt im ersten Gespräch, und dort achten die meisten auf das Falsche — nämlich darauf, wie überzeugend jemand klingt. Verkaufsstärke ist aber kein Hinweis auf Umsetzungsstärke; in einer Branche, in der beide Rollen selten dieselbe Person sind, sagt sie sogar besonders wenig.
Aussagekräftig sind zwei andere Dinge.
Wie genau jemand fragt. Ein Anbieter, der nach dem Katalogexport fragt, bevor er eine Zahl nennt, sagt Ihnen damit, dass der Aufwand in Ihren Daten steckt und nicht in seinem Werkzeug. Ein Anbieter, der ohne diesen Blick eine Summe nennt, hat entweder ein sehr großes Puffer eingerechnet oder wird nachträglich verhandeln.
Wie bereitwillig jemand Grenzen benennt. Der wertvollste Satz im Erstgespräch ist der, in dem Ihnen Arbeit ausgeredet wird: „Diesen Teil würden wir nicht nachbauen.“ Er kostet den Anbieter Umsatz und ist deshalb schwer zu fälschen. Umgekehrt ist der Wunsch, alles genau so nachzubauen, wie es heute ist, der teuerste Satz überhaupt — er überträgt jede Eigenheit eines fremden Systems in eine Plattform, die anders funktioniert, und Sie bezahlen zweimal: für den Nachbau und dafür, dass er anschließend gegen die Standardfunktion arbeitet. Wo eigene Entwicklung wirklich gerechtfertigt ist, klärt Custom Liquid oder Custom App.
Eine Bitte lohnt sich in jedem Erstgespräch: Nennen Sie uns drei Dinge, die an unserem Vorhaben schwierig werden. Wer darauf nichts zu sagen hat, hat nicht zugehört. Wer drei plausible Punkte nennt, hat sich mit Ihrem Fall beschäftigt — und Sie haben nebenbei drei Risiken auf dem Tisch, die sonst erst in Woche sechs aufgetaucht wären. Wie sich solche Risiken systematisch einordnen lassen, steht in Risikomanagement beim Plattformwechsel.
Der Aufwand, den kein Angebot beziffert
Der Aufwand, der im Angebot fehlt
Zwei von fünf Abschnitten tragen Sie selbst — und keiner steht im Angebot
Ein Angebot beziffert, was der Partner tut. Es beziffert nie, was das eigene Haus dafür leisten muss. Genau dort platzen Zeitpläne: nicht weil der Dienstleister zu langsam war, sondern weil niemand die Personentage eingeplant hat, die auf der eigenen Seite anfallen.
- Partner
- Gemeinsam
- Nur Sie
Sechs Punkte, die bei Ihnen bleiben — unabhängig vom Vertrag
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Die Entscheidung, was nicht mitkommt
Jede Migration ist zur Hälfte eine Streichliste. Ein Dienstleister kann Ihnen sagen, was etwas kostet — ob es Ihr Geschäft trägt, entscheiden Sie.
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Rechtstexte, Datenschutz, Einwilligungen
Der Partner baut das Banner ein und bindet die Texte an. Verantwortlicher im Sinne der DSGVO bleiben Sie — inklusive der Auftragsverarbeitungsverträge mit jedem eingesetzten Dienst.
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Die fachliche Abnahme
Eine Abnahme, die aus einem Blick auf die Startseite besteht, ist keine. Es braucht eine Liste echter Vorgänge aus Ihrem Alltag, abgearbeitet von den Menschen, die sie täglich machen.
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Inhalte: Texte, Bilder, Kategorien
Der häufigste Grund, warum ein technisch fertiges Projekt trotzdem nicht startet. Planen Sie die Redaktion wie eine Lieferung — mit Menge, Termin und Verantwortlicher.
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Die Konten gehören Ihnen
Shopify-Konto, Domain, Analytics, Search Console, Zahlungsanbieter: alles auf Ihre Firma, Ihre Zahlungsdaten, Ihre Adressen. Der Partner bekommt Zugriff, nicht Eigentum. Diese Frage stellt man am Anfang, nicht beim Abschied.
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Abschaltung und Archivierung des Altsystems
Der vollständige Export gehört vor die Kündigung, nicht danach. Mit dem Vertrag endet der Zugriff, und Ihre Aufbewahrungspflichten laufen unabhängig davon weiter.
Bis hierher ging es darum, Anbieter zu bewerten. Der letzte Teil dreht die Richtung um, und er ist der unbequemere: Der häufigste Grund für ein gescheitertes Migrationsprojekt liegt nicht beim Dienstleister.
Ein Angebot beschreibt, was der Partner tut. Es beschreibt nie, was Ihr Haus dafür leisten muss — und in zwei von fünf Projektabschnitten ist dieser Anteil größer als der des Partners. Das ist keine Kritik an Angeboten; ein Dienstleister kann Ihre internen Personentage nicht schätzen. Es ist nur ein Posten, der in keiner Kalkulation steht und deshalb in keiner Planung auftaucht.
Am deutlichsten wird das bei der Abnahme. Der Partner prüft, ob das Gebaute funktioniert. Ob es Ihr Geschäft abbildet, kann nur prüfen, wer dieses Geschäft täglich macht: die Kollegin im Kundenservice, die weiß, wie eine Teilretoure mit Gutschein tatsächlich abläuft; der Einkauf, der eine Staffelpreisregel im Kopf hat, die nirgends dokumentiert ist. Diese Prüfung kostet mehrere Personentage, verteilt über mehrere Abteilungen, und sie fällt in eine Zeit, in der das Tagesgeschäft weiterläuft.
Setzen Sie diese Tage in den Plan wie einen Liefertermin, mit Namen und Datum. Ein Projekt, dessen Abnahme aus einem Blick auf die Startseite besteht, geht nicht schneller live — es geht nur mit mehr Überraschungen live. Wie sich diese Aufwände in den Gesamtzeitraum einfügen, steht in Wie lange ein Shopsystem-Wechsel dauert.
Was der Vertrag regeln muss
Ein guter Auswahlprozess endet in einem Vertrag, der auch dann noch funktioniert, wenn die Zusammenarbeit schlechter läuft als erhofft. Sechs Punkte tun genau das — und sie sind unstrittig, solange die Stimmung gut ist. Genau deshalb gehören sie an den Anfang.
| Was geregelt sein muss | Warum es später nicht mehr geht |
|---|---|
| Eigentum an allen Konten: Shopify, Domain, Analytics, Zahlungsanbieter | Ein Konto, das auf den Dienstleister läuft, ist im Streitfall nicht Ihres. Die Übertragung ist dann Verhandlungsmasse statt Formalie |
| Herausgabe des Quellcodes und der Theme-Dateien bei Vertragsende | Ohne Regelung bekommen Sie den laufenden Shop, aber nicht zwingend den Stand, aus dem er gebaut wurde |
| Zugriff auf die Repositories und die Dokumentation | Ein Nachfolgepartner braucht Wochen weniger, wenn er Historie und Entscheidungen lesen kann statt zu raten |
| Definition der Abnahme: wer, woran, in welcher Frist | Ohne Kriterium gilt irgendwann „in Betrieb“ als abgenommen — und damit gilt auch jeder offene Punkt als akzeptiert |
| Umgang mit Änderungswünschen: Prozess, Stundensatz, Freigabe | Änderungen kommen sicher. Ungeregelt werden sie zur Diskussion über Schuld statt über Aufwand |
| Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmer | Sie bleiben Verantwortlicher im Sinne der DSGVO. Wer im Hintergrund mitarbeitet, muss deshalb benannt sein |
Keiner dieser Punkte ist ein Misstrauensvotum. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass ein Wechsel des Partners später möglich bleibt, ohne das Projekt zu wiederholen — und diese Möglichkeit ist auch dann etwas wert, wenn Sie nie davon Gebrauch machen.
Checkliste
Auswahl eines Umsetzungspartners: sechzehn Punkte
Die Punkte eins bis fünf gehören vor die erste Anfrage — danach sind sie Nacharbeit. Die letzten vier lassen sich nach Vertragsunterschrift nur noch verhandeln, nicht mehr festlegen. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 16 erledigt
Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Katalog unter 1.000 Artikeln, keine Anbindung, Standardtheme | Freelance-Team oder kleine Agentur. Ein großer Anbieter kostet hier vor allem Overhead |
| ERP oder Warenwirtschaft wechselt im selben Jahr | Systemintegrator oder ein Partner mit klarer Gesamtverantwortung. Zwei getrennte Projekte ohne gemeinsame Leitung werden teuer |
| Gewachsener Shop mit zehn Jahren URL-Historie | Anbieter nach dem Weiterleitungskonzept auswählen. Dieser eine Posten trägt mehr Risiko als das halbe Theme |
| Keine interne Projektleitung verfügbar | Agentur mit eigener Projektleitung, und diesen Posten im Angebot ausweisen lassen. Ohne ihn übernimmt ihn niemand |
| B2B mit Preislisten, Freigaben und Rechnungskauf | Referenzen mit echtem B2B verlangen. Der Unterschied zu B2C steckt in Details, die man nicht improvisiert |
| Drei Angebote mit großer Preisspanne auf dem Tisch | Nicht entscheiden, bevor alle drei dieselbe Positionsliste beantwortet haben |
| Sorge vor allem um die Zeit nach dem Start | Betrieb als eigenen Vertrag verhandeln, mit Reaktionszeit und Ansprechpartner. Nicht als Goodwill mitlaufen lassen |
| Bestehender Dienstleister soll den Wechsel machen | Dieselbe Positionsliste anwenden wie bei Fremden. Vertrautheit ersetzt keine Plattformerfahrung |
| Ausschreibung mit fünf und mehr Anbietern geplant | Auf drei reduzieren. Der Erkenntnisgewinn steigt kaum, der Aufwand auf beiden Seiten schon |
| Angebot ist auffällig günstig | Prüfen, welche der neun stillen Positionen fehlen. In der Regel sind es genau die, die später nicht optional sind |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Die Auswahl eines Umsetzungspartners wird als Vertrauensfrage behandelt, obwohl sie zum größten Teil eine Umfangsfrage ist. Drei Punkte tragen den größten Teil des Ergebnisses.
Der Preisunterschied ist ein Umfangsunterschied. Angebote für denselben Wechsel liegen um den Faktor drei auseinander, weil sie unterschiedlich viel enthalten — nicht weil ein Anbieter dreimal so teuer rechnet. Wer allen Anbietern dieselbe Positionsliste vorlegt, verwandelt eine Bauchentscheidung in einen Vergleich.
Das Erstgespräch verrät mehr als das Angebot. Nicht daran, wie überzeugend jemand klingt, sondern daran, ob er nach Ihren Daten fragt, bevor er eine Zahl nennt, und ob er bereit ist, Ihnen Arbeit auszureden. Beides kostet den Anbieter etwas und ist deshalb schwer zu fälschen.
Ihr eigener Anteil ist größer, als jedes Angebot vermuten lässt. Anforderungen, Abnahme und Redaktion bleiben bei Ihnen, ebenso Rechtstexte, Kontoeigentum und die Abschaltung des Altsystems. Wer diese Personentage einplant, verschiebt kein Budget — er verschiebt nur nicht den Zeitpunkt, an dem sie auffallen, in die Woche vor dem Start.
Wenn bei Ihnen gerade mehrere Angebote für einen Systemwechsel liegen und Sie wissen wollen, was in welchem davon fehlt: Lassen Sie uns sprechen — auch dann, wenn am Ende ein anderer Anbieter die bessere Wahl ist. Wie wir Systemwechsel aufsetzen und was wir dabei ausdrücklich nicht übernehmen, steht auf Shopsystem-Migration; eine Schritt-für-Schritt-Sicht auf den Ablauf gibt die Migrations-Checkliste.