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Sterne weg, Ranking gleich: Rich Snippets beim Shopsystem-Wechsel

Preis, Sterne und Breadcrumb im Suchergebnis stehen nicht im Katalog, sondern im Theme, in einer App und in einem Feed. Beim Umstieg wird alles drei neu gebaut — und der Verlust zeigt sich nicht als Rankingverlust, sondern als stille Klickrate. Warum in der Go-live-Woche noch nichts zu sehen ist, welche zwei Markup-Typen Sie streichen können und was Sie exportieren müssen, bevor der alte Shop abgeschaltet wird.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
15 Min.
Editorial Illustration: drei Gruppen waagerechter Linien, unter jeder eine Reihe kurzer gefüllter Marken. Eine feine senkrechte Linie schneidet durch das Bild — rechts davon laufen die waagerechten Linien unverändert weiter, die Marken darunter sind nur noch leere Umrisse. Sinnbild für einen Suchtreffer, der seine Position behält und seine Zusatzinformationen verliert.

Sechs Wochen nach dem Umschalten kommt der Monatsbericht, und darin steht eine Zahl, die niemand erklären kann. Die Rankings sind stabil, teils besser als vorher. Die Impressionen liegen im Rahmen. Der organische Umsatz liegt spürbar darunter. Wer in dieser Lage nach der Ursache sucht, sucht sie fast immer an der falschen Stelle — in den Positionen, in der Ladezeit, in den Weiterleitungen. Alles drei ist in Ordnung.

Die Ursache ist banal und steht in der Suchergebnisliste selbst: Ihre Produkttreffer haben ihre Sterne verloren. Und den Preis. Und den Breadcrumb-Pfad, der vorher statt der rohen URL dort stand. Die Seiten stehen weiterhin auf denselben Positionen — sie sehen dort nur unscheinbarer aus als die Treffer darüber und darunter.

Der Grund dafür ist derselbe, aus dem beim Systemwechsel auch die Onsite-Suche und der Vergleichen-Button verschwinden: Was Ihre Suchtreffer erweitert hat, war nie Teil Ihres Katalogs. Es war Markup — erzeugt von einem Theme, einer Bewertungs-App und einem Feed. Alle drei werden beim Umstieg neu gebaut, und keiner der drei steht auf einer Datenmigrationsliste.

Sechs Zeilen, sechs Quellen

Anatomie eines Produkt-Snippets

Sechs Zeilen im Suchergebnis, sechs verschiedene Quellen

Was Google unter Ihrem Suchtreffer anzeigt, ist kein Feld, das jemand ausgefüllt hat. Es ist das Ergebnis einer Kette aus sichtbarer Angabe, ausgezeichneter Eigenschaft und Googles Entscheidung, sie darzustellen. Beim Systemwechsel wird jedes Glied dieser Kette neu gebaut — und die Produktseite sieht danach völlig normal aus.

Schematische Darstellung, kein echtes Suchergebnis. Die Nummern verweisen auf die Zeilen darunter.
5/6

dieser Zeilen hängen an etwas, das beim Systemwechsel neu entsteht: an einer App, an der URL-Struktur, an einem Feed oder an einer Feldentscheidung im Import. Nur der Preis kommt unverändert aus dem Katalog.

  1. 1

    Breadcrumb statt roher URL

    Bricht typisch

    Eigenschaft im Markup

    BreadcrumbList

    Wo der Wert in Shopify liegt

    Theme, aus Kollektion und URL-Pfad erzeugt

    Hängt an der URL-Struktur, und die ändert sich beim Umstieg fast immer. Das ist die Zeile, die am zuverlässigsten anders aussieht — und die einzige, die man schon vor dem Go-live an einer Staging-URL prüfen kann.

  2. 2

    Sternebewertung und Anzahl

    Bricht typisch

    Eigenschaft im Markup

    aggregateRating

    Wo der Wert in Shopify liegt

    Bewertungs-App, nicht Shopify selbst

    Die auffälligste Zeile des Snippets und die fragilste. Die Sterne stammen aus der Bewertungs-App des Altsystems. Wechselt die App — und beim Systemwechsel wechselt sie fast immer —, wandern die alten Bewertungen entweder mit oder eben nicht. Ohne importierte Bewertungen gibt es kein aggregateRating, ohne aggregateRating keine Sterne.

  3. 3

    Preis mit Währung

    Wandert mit

    Eigenschaft im Markup

    offers.price

    Wo der Wert in Shopify liegt

    Produktvariante, direkt aus Shopify

    Die unproblematischste Zeile: Der Preis kommt aus dem Katalog und der wandert mit. Vorsicht nur bei Staffelpreisen und Netto-Darstellung im B2B — dort weicht das ausgezeichnete Feld gern von der sichtbaren Angabe ab, und genau das ist ein Verstoß gegen die Richtlinien.

  4. 4

    Verfügbarkeit

    Prüfen

    Eigenschaft im Markup

    offers.availability

    Wo der Wert in Shopify liegt

    Bestandsführung der Variante

    Kritisch in der Cutover-Woche: Wenn der Bestand aus dem alten System noch nicht sauber übernommen ist, meldet das Markup wochenlang „nicht auf Lager“ für Artikel, die im Regal liegen. Google glaubt dem Markup.

  5. 5

    Versand und Rückgabe

    Prüfen

    Eigenschaft im Markup

    shippingDetails / hasMerchantReturnPolicy

    Wo der Wert in Shopify liegt

    Markets, Versandprofile, Merchant Center

    Der Unterschied zwischen einem einfachen Produkt-Snippet und einem vollen Merchant-Listing. Diese Angaben stehen selten im Theme-Markup, sondern kommen über das Merchant Center dazu — und dessen Feed wird beim Systemwechsel neu aufgesetzt.

  6. 6

    Artikelnummer und Marke

    Prüfen

    Eigenschaft im Markup

    sku / brand / gtin

    Wo der Wert in Shopify liegt

    SKU-Feld, Vendor-Feld, Metafeld

    Wandert die Marke beim Import in ein Metafeld statt ins Vendor-Feld, fällt sie aus dem Markup. Dieselbe Feldentscheidung, die auch die Onsite-Suche kostet — sie fällt einmal und wirkt an drei Stellen.

Keine dieser Zeilen ist ein Rankingfaktor. Sie entscheiden nicht darüber, ob Sie gefunden werden, sondern darüber, wie Ihr Treffer aussieht, wenn Sie gefunden werden — und damit darüber, wie viele Menschen ihn anklicken. Genau deshalb fällt ihr Verlust in keinem Rankingbericht auf.

Diese Zerlegung ist der eigentliche Aha-Moment in Migrationsprojekten, weil sie eine verbreitete Annahme auflöst. Die Annahme lautet: Rich Snippets sind eine Eigenschaft der Plattform, und wenn die neue Plattform sie unterstützt, sind sie da. Der erste Teil stimmt sogar — aktuelle Shopify-Themes bringen Produkt-Markup mit, ohne dass jemand eine Zeile Code schreibt. Der zweite Teil stimmt nicht.

Denn das Markup ist nur die Hülle. Der Inhalt kommt aus sechs verschiedenen Ecken, und für die meisten davon ist der Umstieg ein Bruch. Der Preis wandert mit, weil er im Katalog steht. Die Sterne wandern nicht mit, weil sie in einer App liegen. Der Breadcrumb ändert sich, weil sich die URL-Struktur ändert. Die Versandangaben hängen an einem Feed, den beim Umstieg jemand neu anlegt.

Eine Zeile verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil sie am meisten kostet und am spätesten auffällt: die Bewertungen. Sie sind das auffälligste Element eines Suchtreffers — fünf Sterne und eine dreistellige Zahl daneben sind in einer Ergebnisliste schwer zu übersehen. Und sie sind das Element, das sich am schwersten wiederherstellen lässt. Ein fehlendes Pflichtfeld ist ein Nachmittag. Zweitausend fehlende Bewertungen sind ein Jahr.

Konkret und mit Frist: Klären Sie vor der Migration, ob Ihre bestehenden Produktbewertungen in die neue Bewertungs-App importierbar sind — und exportieren Sie sie aus dem Altsystem, bevor es abgeschaltet wird. Fast alle gängigen Apps können einen CSV-Import. Die Frage ist nicht, ob das technisch geht, sondern ob jemand in Ihrem Projekt dafür zuständig ist. In den meisten Migrationsangeboten steht diese Position nicht.

Warum der Einbruch erst in Woche vier auffällt

Die Schere nach dem Umschalten

Gleich oft angezeigt, seltener angeklickt

Der Verlust erweiterter Suchergebnisse hat eine unangenehme Eigenschaft: Er sieht in keinem Rankingbericht nach einem Problem aus. Die Positionen bleiben, die Impressionen bleiben, der Sichtbarkeitsindex bleibt. Nur die Klickrate fällt — weil derselbe Treffer auf derselben Position plötzlich ohne Sterne, ohne Preis und ohne Breadcrumb dasteht.

Typischer Verlauf von Impressionen und Klickrate rund um einen Shopsystem-Wechsel Zwei Linien über sieben Projektpunkte, beide auf das Niveau vor dem Wechsel indexiert. Die Impressionen bleiben durchgehend zwischen fünfundneunzig und hundert. Die Klickrate liegt am Go-live noch bei sechsundneunzig, fällt nach dem erneuten Crawlen in Woche zwei auf achtundsiebzig und in Woche vier auf einundsiebzig. Nach dem Aufräumen des Markups in Woche sechs liegt sie bei vierundachtzig, nach dem Import der Bewertungen in Woche zehn bei fünfundneunzig und erreicht in Woche sechzehn wieder neunundneunzig. Die Fläche zwischen beiden Linien markiert den Verlust. 40 60 80 100 −29 % Klickrate bei gleicher Position Vorher letzter Monat Go-live Woche 0 Recrawl Woche 2 Tiefpunkt Woche 4 Markup Woche 6 Bewertungen Woche 10 Eingeschwungen Woche 16 Impressionen Klickrate Typischer Verlauf, keine Messreihe eines einzelnen Projekts · beide Werte indexiert auf das Niveau vor dem Wechsel = 100
  1. 1 Der Referenzwert, den kaum jemand notiert

    Vorher · letzter Monat · Klickrate 100

    Produktseiten mit Sternen, Preis und Breadcrumb im Suchergebnis. Diese Zahl steht in der Search Console des alten Shops und ist ohne Export nach zwölf Monaten aus dem Bericht verschwunden.

  2. 2 Nichts passiert — noch

    Go-live · Woche 0 · Klickrate 96

    Google weiß in der Umschaltwoche noch gar nichts. Die alten Snippets stehen weiter im Index, weil die Seiten noch nicht neu gecrawlt wurden. Wer in dieser Woche prüft, findet nichts und hakt das Thema ab.

  3. 3 Die Sterne verschwinden

    Recrawl · Woche 2 · Klickrate 78

    Jetzt hat Google die neuen Seiten gesehen. Fehlt das aggregateRating, weil die Bewertungen nicht mitgewandert sind, fällt die auffälligste Zeile des Treffers weg. Die Position bleibt, der Treffer wird unscheinbarer.

  4. 4 Die Schere steht am weitesten offen

    Tiefpunkt · Woche 4 · Klickrate 71

    Der Punkt, an dem die Diskussion im Projekt beginnt — meist mit der falschen Frage: „Warum sind wir abgerutscht?“ Sind Sie nicht. Sie werden gleich oft angezeigt und seltener angeklickt.

  5. 5 Doppeltes Markup entfernt, Pflichtfelder ergänzt

    Markup · Woche 6 · Klickrate 84

    Die schnellste Runde: widersprüchliche Auszeichnungen aus Theme, Apps und Altbeständen zusammenführen, fehlende Pflichtangaben nachziehen. Kein Content, nur Aufräumen.

  6. 6 Bewertungen importiert oder neu gesammelt

    Bewertungen · Woche 10 · Klickrate 95

    Die aufwendigste Runde und die mit dem größten Hebel. Sind die alten Bewertungen nicht importierbar, dauert der Wiederaufbau Monate — was der Grund ist, warum der Import in den Migrationsumfang gehört und nicht in die Nacharbeit.

  7. 7 Wieder auf dem alten Stand

    Eingeschwungen · Woche 16 · Klickrate 99

    Der Normalzustand ist erreicht — nach vier Monaten, in denen jeder Klick auf einem unscheinbareren Treffer beruhte. Wer die drei Runden vorzieht, verkürzt diese Strecke auf Wochen.

Die praktische Folge steht in der zweiten Zeile der Liste: In der Go-live-Woche ist noch nichts zu sehen. Wer die Prüfung dort ansetzt und abhakt, sieht den Einbruch erst, wenn ihn jemand anderes meldet — meist der Monatsbericht, sechs Wochen später.

Die Form dieser Schere erklärt, warum das Thema so verlässlich zu spät auf den Tisch kommt.

In der Go-live-Woche ist tatsächlich nichts zu sehen. Google hat die neuen Seiten noch nicht gecrawlt, im Index stehen weiterhin die alten Snippets mit den alten Sternen. Wer in dieser Woche einen Stichprobentest macht — und in gut geführten Projekten macht das jemand —, findet ein intaktes Suchergebnis und hakt den Punkt ab. Der Test war richtig, der Zeitpunkt war falsch.

Ab Woche zwei arbeitet sich der Recrawl durch den Katalog, und zwar ungleichmäßig: Die meistbesuchten Produktseiten zuerst, die lange Liste dahinter über Wochen. Das Ergebnis ist ein schleichender Übergang statt eines klaren Ereignisses. Es gibt keinen Tag, an dem die Sterne weg sind. Es gibt zwei Monate, in denen sie immer seltener werden.

Und dann kommt der Punkt, der die Diskussion im Projekt vergiftet: Die Kennzahl, die fällt, steht in keinem der Berichte, die in dieser Phase gelesen werden. Rankingtools zeigen Positionen — die halten. Sichtbarkeitsindizes rechnen aus Positionen und Suchvolumen — die halten ebenfalls. Die Klickrate bei gleicher Position sieht man nur in der Search Console, und sie ist in der Go-live-Phase selten die Zahl, auf die jemand schaut. Was in derselben Phase mit dem Lighthouse-Score passiert und warum auch dort der Tiefpunkt nach dem Go-live liegt, steht in Lighthouse beim Shopsystem-Wechsel.

Daraus folgt eine unspektakuläre, aber wirksame Maßnahme: Notieren Sie die Klickrate Ihrer wichtigsten Produktseiten, bevor Sie umschalten. Nicht die Positionen — die notieren alle. Die Klickrate. Sie ist der einzige Wert, an dem sich dieser Verlust später überhaupt nachweisen lässt, und die Search Console des alten Shops hält sie nur sechzehn Monate vor.

Nach dem Umstieg ist zu viel Markup da, nicht zu wenig

Vier Schreiber, eine Seite

Das Problem nach dem Umstieg ist selten zu wenig Markup

Auf einer Shopify-Produktseite schreibt nicht eine Instanz die strukturierten Daten, sondern vier. Jede für sich liefert korrektes JSON-LD. Zusammen ergeben sie zwei oder drei Produkt-Objekte auf derselben Seite, die sich in Preis, Verfügbarkeit und Bewertung widersprechen — und Google entscheidet sich in dem Fall lieber für gar keine erweiterte Darstellung als für die falsche.

  1. Das Theme

    Grundlage

    schreibt Product, Offer, BreadcrumbList, Organization

    Ab dem ersten Tag, ohne Zutun

    Die Grundlage und in aktuellen Themes solide. Bei stark angepassten oder älteren Themes fehlen einzelne Pflichtangaben — geprüft wird das aber selten, weil „das Theme macht das ja“.

  2. Die Bewertungs-App

    Kommt hinzu

    schreibt aggregateRating, Review

    Mit der Installation

    Die häufigste Kollision. Viele Bewertungs-Apps schreiben ein eigenes, vollständiges Product-Objekt statt nur die Bewertung an das vorhandene zu hängen. Ergebnis: zwei Produkte auf einer Seite, mit unterschiedlichen Preisen, wenn die App ihren Stand nicht aktualisiert.

  3. Weitere Apps

    Kommt hinzu

    schreibt Product, Offer, FAQPage, Video

    Je nach Funktionsumfang

    SEO-Apps, Größentabellen, Video-Einbindungen, FAQ-Blöcke: Jede bringt eigenes Markup mit, oft abschaltbar, aber standardmäßig an. Nach einer Migration mit zwanzig frisch installierten Apps weiß niemand mehr, wer was schreibt.

  4. Reste aus dem Umstieg

    Übrig geblieben

    schreibt Product, Offer — mit alten Werten

    Aus der Übergangsphase

    Der unangenehmste Posten. Während der Migration wird gern ein Snippet ins Theme kopiert, um eine Lücke zu schließen. Die Lücke schließt sich später von selbst, das Snippet bleibt — und liefert Preise und Verfügbarkeiten, die zum Zeitpunkt des Einbaus stimmten.

Was unten herauskommt

Drei Produkt-Objekte, zwei Preise, eine Bewertung ohne zugehöriges Produkt. Der Rich-Results-Test meldet das als Warnung, nicht als Fehler — die Seite besteht den Test also, und trotzdem zeigt Google nichts an. Deshalb heißt die erste Maßnahme nach einem Umstieg fast nie „Markup ergänzen“, sondern „Markup zusammenführen“: Sehen Sie sich den Quelltext einer Produktseite an, zählen Sie die JSON-LD-Blöcke, und schalten Sie in den Apps ab, was das Theme bereits liefert.

Wenn das Thema dann endlich auf dem Tisch liegt, geht der erste Reflex fast immer in die falsche Richtung: Es soll Markup ergänzt werden. Eine SEO-App wird installiert, ein Snippet ins Theme kopiert, ein Entwickler gebeten, „die strukturierten Daten zu bauen“.

Das macht es in aller Regel schlimmer, weil die Diagnose falsch ist. Eine frisch migrierte Shopify-Produktseite liefert selten zu wenig Markup. Sie liefert zu viel — aus mehreren Quellen gleichzeitig, mit widersprüchlichen Angaben. Zwei Product-Objekte mit unterschiedlichen Preisen sind für Google kein halb richtiges Ergebnis, sondern ein Grund, gar keine erweiterte Darstellung zu zeigen.

Das Tückische daran ist, dass diese Lage die Prüfung besteht. Der Rich-Results-Test meldet mehrere Objekte desselben Typs nicht als Fehler, sondern als Hinweis. Die Seite ist damit „gültig“ und zeigt trotzdem nichts. Genau an dieser Stelle enden viele interne Prüfungen mit dem Ergebnis „technisch alles in Ordnung“ — was stimmt und trotzdem nicht hilft.

Der erste Schritt nach einem Umstieg ist deshalb kein Bauen, sondern ein Zählen. Öffnen Sie den Quelltext einer Produktseite und suchen Sie nach application/ld+json. Wenn Sie mehr als einen Block mit "@type": "Product" finden, ist das Ihr Befund — und die Lösung besteht darin, in den Apps abzuschalten, was das Theme bereits liefert, statt eine weitere Quelle hinzuzufügen. Diese Prüfung ist eine Viertelstunde und geht jeder App-Entscheidung voraus.

Zwei Typen, für die Sie nichts mehr bauen müssen

Streichliste für das Lastenheft

Was Google für Shops noch ausspielt — und was nicht mehr

Rich-Result-Typen werden nicht nur ergänzt, sie werden auch abgeschafft. Für einen laufenden Shop ist das eine Randnotiz. Für einen Systemwechsel ist es bares Geld: Ein Relaunch-Konzept, das FAQ- und How-to-Markup als Anforderung führt, plant Aufwand für eine Darstellung ein, die Google nicht mehr anzeigt.

Trägt den Shop Situativ Abgeschafft
  • Merchant Listing

    Trägt den Shop

    Preis, Verfügbarkeit, Versand, Rückgabe, Varianten

    Die relevanteste Auszeichnung für einen Shop, weil sie für Seiten gilt, auf denen man das Produkt direkt kaufen kann. Sie zieht ihre Angaben aus zwei Quellen gleichzeitig: dem Markup auf der Produktseite und dem Feed im Merchant Center. Beide werden beim Systemwechsel neu aufgesetzt.

  • Produkt-Snippet

    Trägt den Shop

    Bewertung, Preis, Verfügbarkeit im klassischen Treffer

    Die kleinere Variante, die auch auf redaktionellen Seiten und Testberichten greift. Für Kategorieseiten und Ratgeberinhalte mit Produktbezug oft der einzige erreichbare Typ.

  • Breadcrumb

    Trägt den Shop

    Pfad statt roher URL unter dem Titel

    Unauffällig und deshalb unterschätzt. Er hängt an der URL-Struktur und an der Kollektionslogik — beides Dinge, die ein Umstieg per Definition anfasst. Die günstigste Zeile der Liste und die am leichtesten zu übersehende.

  • Organization

    Situativ

    Firmenangaben im Wissenspanel

    Kein Produkt-Thema, aber beim Umstieg ein Nebenschauplatz mit Folgen: Logo, Firmenname und Kontaktangaben stehen häufig im alten Theme fest verdrahtet und fehlen im neuen ersatzlos.

  • Local Business

    Situativ

    Standort, Öffnungszeiten, Bewertung

    Relevant, sobald es Filialen gibt. Gehört zusammen mit dem Unternehmensprofil gedacht, nicht mit dem Katalog.

  • Video

    Situativ

    Vorschaubild und Kapitelmarken

    Lohnt sich für Shops mit eigenen Produktvideos. Das Markup entsteht meist im Theme oder in der Video-App und wandert entsprechend nicht mit.

  • How-to

    Abgeschafft

    Bebilderte Schrittfolge im Suchergebnis

    seit September 2023 nicht mehr ausgespielt

    Steht in vielen SEO-Konzepten noch als Anforderung an Ratgeberinhalte. Der Text bleibt sinnvoll, das Markup dafür zu bauen nicht mehr.

  • FAQ

    Abgeschafft

    Ausklappbare Fragen unter dem Treffer

    seit Mai 2026 nicht mehr ausgespielt

    Der häufigste blinde Fleck. Über Jahre war FAQ-Markup die Standardempfehlung für Produkt- und Kategorieseiten, und entsprechend oft steht es noch in Lastenheften für den Relaunch. Ein FAQ-Bereich, der echte Fragen beantwortet, bleibt richtig — nur nicht mehr mit dem Ziel einer erweiterten Darstellung.

2

Typen, die in älteren SEO-Ratgebern noch als Empfehlung stehen und heute nichts mehr bewirken. Wer sie aus dem Migrationsumfang streicht, gewinnt Zeit für die drei Zeilen darüber, die tatsächlich zählen.

Stand September 2026. Googles Search Gallery ist die verbindliche Quelle dafür, welche Typen aktuell unterstützt werden — sie zu prüfen ist Teil der Konzeptarbeit, nicht der Umsetzung.

Dieser Teil ist der einzige in diesem Artikel, der Ihnen Arbeit spart statt welche zu machen — und er lohnt sich, weil die Streichung in fast jedem Relaunch-Konzept nötig ist.

SEO-Konzepte für einen Systemwechsel entstehen selten von Grund auf neu. Sie werden aus früheren Projekten und aus vorhandenen Ratgebern zusammengesetzt, und viele dieser Vorlagen sind mehrere Jahre alt. In ihnen steht FAQ-Markup als Standardanforderung für Produkt- und Kategorieseiten, oft mit dem Hinweis, es vergrößere die Fläche im Suchergebnis. Das stimmte auch — bis Google diese Darstellung im Mai 2026 abgeschaltet hat. How-to-Markup ist schon seit September 2023 raus.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass Fragen und Antworten auf Ihren Seiten überflüssig wären. Ein FAQ-Block, der die tatsächlichen Rückfragen zu einem Produkt beantwortet, ist gute Arbeit und zahlt auf die Conversion ein — und zunehmend darauf, dass KI-Assistenten Ihre Produkte korrekt beschreiben, wie in Produktdaten für die KI-Suche beschrieben. Was wegfällt, ist der Grund, ihn extra auszuzeichnen und diese Auszeichnung im Migrationsumfang zu bezahlen.

Die frei werdende Zeit gehört in die drei oberen Zeilen der Übersicht. Und dort besonders in eine, die in Migrationsprojekten regelmäßig durchrutscht, weil sie so unauffällig ist: den Breadcrumb. Er hängt direkt an der URL-Struktur, und die wird bei einem Umstieg per Definition neu geordnet — Shopify legt Produkte unter /products/, Kollektionen unter /collections/, und wer aus Magento oder Shopware kommt, bringt fast immer eine andere Logik mit. Was dabei sonst noch zu beachten ist, steht in Shopify-URL-Struktur und in 301-Redirects bei Shopify-Migrationen.

Die zwei Quellen, die Google gleichzeitig liest

Ein Punkt, der in der Praxis für die meiste Verwirrung sorgt: Für Produktangaben hat Google zwei Kanäle, und beide werden beim Umstieg angefasst.

Der eine ist das Markup auf der Produktseite selbst. Der andere ist der Feed im Merchant Center. Beide beschreiben dasselbe Produkt, beide werden gelesen, und sie können sich widersprechen. Ein Merchant-Listing — die umfangreichere Darstellung mit Versand- und Rückgabeangaben, die für kaufbare Produktseiten interessant ist — entsteht in der Regel aus dem Zusammenspiel beider.

Beim Systemwechsel passiert typischerweise Folgendes: Der Feed wird neu aufgesetzt, weil er vorher aus dem alten System kam. In der Übergangsphase laufen beide Feeds parallel oder es läuft für ein paar Tage keiner. Artikelnummern ändern sich, weil der Import neue IDs vergeben hat. Und plötzlich stimmen die Produkt-IDs im Feed nicht mehr mit denen im Markup überein — womit Google zwei getrennte Datensätze für dasselbe Produkt hat statt einem vollständigen.

Praktisch heißt das: Die Produkt-ID im Feed und die sku beziehungsweise gtin im Markup müssen dieselbe sein. Das ist eine Prüfung von zehn Minuten an drei Produkten und einer der wenigen Punkte, an denen ein einzelner Abgleich einen sichtbaren Unterschied macht. Wer ohnehin mit Produktdaten arbeitet, findet in Shopify Markets den angrenzenden Fall: Bei mehreren Ländern und Währungen vervielfacht sich diese Prüfung entsprechend.

Was in der Search Console zu tun ist — und wann

Die Search Console ist bei diesem Thema kein Kontrollinstrument, sondern das einzige Messgerät. Drei Dinge gehören hinein, und zwar in dieser Reihenfolge.

Vor dem Umschalten: den Ausgangswert sichern. Exportieren Sie den Leistungsbericht Ihrer wichtigsten Produktseiten mit Impressionen, Klicks und Klickrate. Notieren Sie außerdem, wie viele URLs unter „Merchant-Listings“ und „Produkt-Snippets“ als gültig ausgewiesen sind. Diese zwei Zahlen sind später der einzige belastbare Vorher-Wert. Ohne sie diskutieren Sie nach dem Go-live über Eindrücke.

In den ersten vier Wochen: nicht auf Fehler warten, sondern auf Abdeckung schauen. Die interessante Frage in dieser Phase ist nicht „gibt es Fehler“, sondern „wie viele meiner Produktseiten sind überhaupt schon als gültig erfasst“. Diese Zahl steigt beim Recrawl langsam an, und ihre Kurve sagt Ihnen, ob der Aufbau läuft oder hängt.

Ab Woche vier: die Klickrate gegen den Ausgangswert halten. Nicht die Positionen, nicht die Impressionen. Wenn Klicks fallen, während Impressionen und Position stabil bleiben, haben Sie den Befund aus diesem Artikel — und zwar mit Zahlen statt mit Vermutungen.

Ein Hinweis zur Erwartungshaltung, weil er sonst zu falschen Schlüssen führt: Ein bestandener Rich-Results-Test bedeutet nur, dass Ihre Seite für eine erweiterte Darstellung infrage kommt. Ob Google sie ausspielt, entscheidet Google — je nach Suchanfrage, Gerät und Wettbewerbsumfeld, und nicht selten unterschiedlich für dieselbe Seite an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Erwarten Sie einen Anteil, keinen Schalter.

Was das für die Reihenfolge im Projekt heißt

Die Arbeit an strukturierten Daten hat eine unangenehme Eigenschaft: Sie ist billig, wenn sie vor dem Go-live passiert, und teuer danach. Nicht weil die Aufgaben andere wären, sondern weil sie danach unter Zeitdruck und unter Beobachtung stattfinden.

Drei Dinge gehören deshalb vor das Umschalten, und sie kosten zusammen keine zwei Tage: der Export der Bewertungen aus dem Altsystem, der Export der Klickraten aus der Search Console, und ein Blick in den Quelltext einer Staging-Produktseite mit dem Rich-Results-Test. Der dritte Punkt ist der, den fast niemand macht — obwohl die Staging-Umgebung wochenlang steht und die Prüfung an einer einzelnen URL zehn Minuten dauert. Sie zeigt Ihnen, welche Pflichtangaben das neue Theme liefert und welche fehlen, bevor irgendjemand außerhalb des Projekts davon betroffen ist.

Alles Weitere kann danach kommen. Es sollte nur jemandem gehören: Die Erfahrung aus Migrationsprojekten ist, dass strukturierte Daten zwischen SEO, Entwicklung und Katalogpflege liegen und deshalb regelmäßig bei niemandem. Wie sich Zuständigkeiten in einem Migrationsprojekt sauber schneiden lassen, steht in Umsetzungspartner auswählen.

Checkliste

Rich Snippets beim Shopify-Wechsel: vierzehn Punkte

Die ersten vier Punkte haben eine Frist — sie sind nur erledigbar, solange der alte Shop und dessen Search-Console-Property noch laufen. Die Punkte fünf bis neun gehören in die Wochen um den Go-live, der Rest in den Betrieb. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist

Ihre SituationDer nächste Schritt
Der alte Shop läuft nochHeute die Bewertungen und die Klickraten exportieren. Alles andere in dieser Tabelle hat später noch Zeit, diese zwei Punkte nicht
Alter Shop bereits abgeschaltetAb jetzt messen statt vergleichen. Vier Wochen Abdeckungsdaten aus der Search Console sind belastbarer als eine Erinnerung an vorher
Viele Produktbewertungen im AltsystemDer Import gehört in den Migrationsumfang, nicht in die Nacharbeit. Ohne ihn dauert der Wiederaufbau der Sterne Monate bis Jahre
Kaum Bewertungen vorhandenDie Sterne sind nicht Ihr Thema. Konzentrieren Sie sich auf Preis, Verfügbarkeit und Breadcrumb — die kommen ohne fremde Daten aus
Zwanzig frisch installierte AppsErst zählen, dann bauen. Ein Blick in den Quelltext einer Produktseite ersetzt die Diskussion über eine weitere SEO-App
Merchant Center und Shopping-Anzeigen im EinsatzProdukt-IDs im Feed gegen die SKU im Markup abgleichen. Zehn Minuten, und der häufigste Grund für abgeschnittene Merchant-Listings
Relaunch-Konzept liegt vor und nennt FAQ-MarkupStreichen. Diese Darstellung gibt es seit Mai 2026 nicht mehr — der FAQ-Inhalt bleibt, die Auszeichnung dafür nicht
Mehrere Länder und Währungen über MarketsPrüfung je Markt wiederholen. Preis und Verfügbarkeit im Markup müssen zur jeweils ausgelieferten Seite passen, nicht zum Hauptmarkt
B2B mit Nettopreisen oder StaffelpreisenHeikelster Fall der Liste. Weicht der ausgezeichnete Preis vom sichtbaren ab, ist das ein Richtlinienverstoß, kein Optimierungsthema
Rankings stabil, organischer Umsatz gefallenGenau der Befund aus diesem Artikel. Klickrate bei gleicher Position prüfen, bevor jemand am Content arbeitet
Search Console erst nach dem Go-live eingerichtetDer Vorher-Wert fehlt dauerhaft. Property jetzt anlegen und die Abdeckung als Aufbaukurve lesen statt als Verlustrechnung
Migration steht erst noch bevorDrei Punkte in den Projektplan: Bewertungsexport, Klickratenexport, Rich-Results-Test auf Staging. Zusammen keine zwei Tage

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Strukturierte Daten sind der Teil eines Shopsystem-Wechsels, der am leisesten kaputtgeht. Kein Fehler im Monitoring, keine Beschwerde, kein Rankingverlust — nur ein Treffer, der weniger hermacht als der darüber. Drei Punkte tragen den größten Teil davon.

Der Verlust versteckt sich hinter stabilen Zahlen. Positionen, Impressionen und Sichtbarkeitsindex bleiben, weil sich am Ranking nichts ändert. Was fällt, ist die Klickrate bei gleicher Position — und die steht in keinem der Berichte, die in der Go-live-Phase gelesen werden. Wer sie nicht vor dem Umschalten exportiert, hat später keinen Vergleichswert.

Nach dem Umstieg ist zu viel Markup da, nicht zu wenig. Theme, Bewertungs-App, weitere Apps und Reste aus der Übergangsphase schreiben gleichzeitig in dieselbe Seite. Widersprüchliche Angaben führen dazu, dass Google gar keine erweiterte Darstellung zeigt — und der Rich-Results-Test meldet das als Hinweis, nicht als Fehler. Zählen kommt vor Bauen.

Zwei Dinge haben eine Frist, ein drittes spart Geld. Bewertungen und Klickraten sind nach dem Abschalten des alten Shops nicht mehr zu holen. FAQ- und How-to-Markup dagegen können aus jedem Relaunch-Konzept gestrichen werden — Google zeigt beides nicht mehr an. Die frei werdende Zeit ist beim Breadcrumb und bei den Pflichtangaben des Produkt-Markups deutlich besser angelegt.

Wenn Sie einen Systemwechsel planen und wissen wollen, welche Ihrer heutigen Suchergebnisse an einer App hängen und welche am Katalog: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen aufsetzen, steht auf Shopsystem-Migration; was beim SEO sonst noch zu sichern ist, steht in SEO bei der Shopify-Migration und in der Migrations-Checkliste.

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Shopify hat Zahlen aus dem zweiten Quartal veröffentlicht, die für Umsteiger unbequemer sind als für alle anderen: KI-vermittelte Sessions haben sich verdreifacht, jede zweite landet direkt auf einer Produktseite, und strukturierte Katalogdaten konvertieren doppelt so gut wie gescrapte Feeds. Alle drei Befunde hängen an derselben Sache — der Qualität Ihrer Produktdaten. Und die liegt genau einmal vollständig auf dem Tisch: während der Migration.

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