Plus elf oder minus sechs Prozent: Die Conversion Rate beim Shopify-Umstieg
Im alten Shop kam die Conversion Rate aus Google Analytics oder Matomo. Shopify rechnet die Quote selbst aus, nach eigenen Regeln, die es gerade erst geändert hat. Warum Zähler, Nenner und Werkzeug am Go-live gleichzeitig wechseln, wie viele Sitzungen dieselben Besuche je nach Werkzeug ergeben und wie Sie die alte Quote in die neue Zählweise übersetzen.
Ein Händler für Outdoor-Ausrüstung, bisher Magento 2, rund 1.400 Bestellungen im Monat. Vier Wochen nach dem Go-live liegt der erste Monatsbericht auf dem Tisch. Vor dem Umstieg stand dort eine Conversion Rate von 1,8 Prozent, gemessen mit Google Analytics. Jetzt meldet Shopify Analytics 2,0 Prozent und Google Analytics 1,7.
Die Agentur schreibt „plus elf Prozent“ in die Zusammenfassung, Shopify gegen den alten Wert. Der Controller schreibt „minus sechs Prozent“ darunter, Google Analytics gegen Google Analytics. Beide haben richtig gerechnet, aber nur einer hat zwei vergleichbare Zahlen verglichen.
Die Conversion Rate ist ein Bruch. Beim Umstieg auf Shopify wechseln Zähler, Nenner und das Werkzeug, das beides zählt, am selben Tag. Dazu kommt in diesen Tagen eine Besonderheit: Shopify hat zwischen dem 21. und 23. September 2026 die eigene Zählweise für Sitzungen umgestellt.
Shopify hat am 23. September einen Leitfaden zur Conversion Rate veröffentlicht: Formel, Einflussfaktoren, Werkzeuge und der ehrliche Hinweis, dass es keinen allgemeingültigen Richtwert gibt. Statt auf Branchenschnitte zu schauen, soll man die eigenen Werte über einen längeren Zeitraum beobachten. Genau das wird beim Umstieg schwierig, denn der längere Zeitraum hat jetzt zwei Hälften, die unterschiedlich gezählt wurden.
Bisher hat ein anderes Werkzeug gerechnet
Shopware 6, Magento 2 und WooCommerce kennen ihre Bestellungen genau, ihre Besucher aber nicht. Das Dashboard der Shopware-6-Administration zeigt Bestellungen und Umsatz. Die Berichte in Magento reichen von Verkäufen über Warenkörbe bis zu Produktaufrufen, Sitzungen kommen darin nicht vor. WooCommerce Analytics wertet Umsatz, Bestellungen und Produkte aus, keine Besucher.
Die Conversion Rate kam deshalb von außen: aus Google Analytics, aus Matomo, aus etracker oder aus einer Tabelle, die Backend-Bestellungen durch die Sitzungen eines dieser Werkzeuge teilt. Shopify rechnet die Quote selbst aus. Nach dem Go-live haben Sie deshalb mindestens zwei Conversion Rates. Vergleichbar mit der alten ist höchstens die aus dem Werkzeug, das schon vorher gemessen hat, und auch die nur, wenn es unverändert weiterläuft.
Zähler und Nenner
Was jedes Werkzeug unter „Conversion Rate“ versteht
Die Formel ist überall dieselbe: Conversions geteilt durch Besuche, in den meisten Werkzeugen Sitzungen genannt. Was oben und unten im Bruch steht, legt jedes Werkzeug selbst fest. Die Markierungen unter dem Bruch sind die Regeln, nach denen es den Nenner bildet.
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Backend von Shopware 6, Magento 2 oder WooCommerce
Vor dem UmstiegZähler Bestellungen, vollständig, auch ohne EinwilligungNenner Fehlt. Das Backend zählt keine Besuche.Wer die Quote aus Backend-Bestellungen und den Sitzungen eines Analyse-Tools gebildet hat, hat zwei Quellen gemischt: einen vollständigen Zähler über einem Nenner, der nur Besucher mit Einwilligung kennt.
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Google Analytics 4
Vorher und nachherZähler Gemessene Käufe oder Sitzungen mit Kauf, je nach BerichtNenner Sitzungen, statistisch geschätzt- Ende nach 30 Min. ohne Aktivität, einstellbar
- Kein Neustart um Mitternacht
- Kein Neustart bei neuer Kampagne
- Bekannte Bots immer herausgefiltert
- Ohne Einwilligung nur per Consent Mode geschätzt
Schlüsselereignisse zählt GA4 standardmäßig bei jedem Auftreten, auch mehrmals in einer Sitzung. Die Rate der Sitzungen mit Schlüsselereignis zählt jede Sitzung nur einmal, aber jede, in der irgendein Schlüsselereignis ausgelöst wurde. Für eine Kaufquote wählen Sie im Bericht nur das Kaufereignis aus.
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Matomo
Vor dem UmstiegZähler Besuche mit Bestellung oder erreichtem ZielNenner Besuche- Ende nach 30 Min. ohne Aktivität
- Neuer Besuch um Mitternacht
- Neuer Besuch bei neuer Kampagne
- Bekannte Bots herausgefiltert
- Einwilligung je nach Einrichtung
Werte der Standardkonfiguration. Wer Matomo selbst betreibt, kann den Schnitt um Mitternacht und bei Kampagnenwechsel in der Konfiguration ändern.
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Shopify Analytics
Nach dem UmstiegZähler Sitzungen mit abgeschlossenem Checkout, nicht BestellungenNenner Sitzungen im Onlineshop- Ende nach 30 Min. ohne Aktivität
- Kein Schnitt um Mitternacht UTC mehr
- Auch manche Sitzungen ohne Seitenaufruf
- Erkannte Bots standardmäßig herausgefiltert
- In Regionen mit Banner nur mit Einwilligung
Zwei Käufe in einer Sitzung zählen einmal. Bestellungen über die Ladenkasse, Entwurfsbestellungen und andere Verkaufskanäle haben keine Sitzung im Onlineshop. Die Regeln gelten seit der Umstellung vom 21. bis 23. September 2026.
Nach dem Dashboard der Shopware-6-Administration, dem Berichtsmenü von Adobe Commerce, der Dokumentation zu WooCommerce Analytics, den Hilfeseiten zu Sitzungen, Bot-Filter und dem Vergleich mit Universal Analytics in der Google-Analytics-Hilfe, der Standardkonfiguration von Matomo und den Hilfeseiten zu Verhaltensberichten, Bot-Filter und der Sitzungsumstellung, help.shopify.com, Stand September 2026.
In der Shopify-Karte steht oben ein Detail, das leicht übersehen wird: Gezählt werden Sitzungen mit abgeschlossenem Checkout, nicht Bestellungen. Die Shopify-Hilfe weist ausdrücklich darauf hin, dass Bestellungen und diese Sitzungen deshalb auseinanderliegen können. Wer in derselben Sitzung zweimal bestellt, weil beim ersten Mal etwas gefehlt hat, zählt als eine Conversion.
Folgenreicher ist die Backend-Karte. Viele Monatsberichte teilen Bestellungen aus dem Backend durch Sitzungen aus Google Analytics. Im Zähler steht dann alles, was im Backend landet: Bestellungen von Besuchern ohne Einwilligung, telefonische Bestellungen und bei manchen Shops auch Marktplatzbestellungen, die ein Plugin importiert. Im Nenner stehen nur Besucher mit Einwilligung. Diese Quote war schon vorher zu hoch. Am Go-live springt sie, sobald sich die Zustimmungsrate ändert, und das passiert fast immer. Warum, steht im Beitrag zu Cookie-Banner und Einwilligungen beim Shopify-Umstieg. Welche Bestellungen im Zähler überhaupt vergleichbar sind, beschreibt der Beitrag zum Bruttowarenwert nach dem Plattformwechsel.
Was als Sitzung zählt, entscheidet das Werkzeug
Ein Wort zu den Begriffen: Der Besuch ist das, was der Kunde tut. Die Sitzung ist das, was ein Werkzeug daraus zählt. Matomo nennt seine Sitzungen allerdings ebenfalls Besuche.
Alle Werkzeuge in diesem Vergleich beenden eine Sitzung standardmäßig nach 30 Minuten ohne Aktivität. Unterschiedlich sind die Ausnahmen.
Google Analytics 4 beginnt weder um Mitternacht noch bei neuen Kampagnenangaben eine neue Sitzung. Bekannte Bots filtert es nach einer Liste des Interactive Advertising Bureau heraus, und die Zahl der Sitzungen wird statistisch geschätzt statt exakt gezählt.
Matomo beginnt in der Standardkonfiguration um Mitternacht und bei jeder neuen Kampagne einen neuen Besuch. Nach dieser Logik hat bis Mitte 2023 auch Universal Analytics gezählt. Wer noch Werte aus Universal Analytics im Archiv hat, vergleicht also schon innerhalb von Google zwei Zählweisen.
Shopify hat bis vor wenigen Tagen jede Sitzung um Mitternacht UTC beendet, in deutscher Sommerzeit also um 2 Uhr nachts, und Bot-Sitzungen in den Berichten mitgezählt. Seit der Umstellung laufen Sitzungen, solange der Besucher aktiv ist. Manche Sitzungen ohne Seitenaufruf zählen jetzt mit, etwa wenn jemand über einen Warenkorb-Link direkt im Checkout landet. Erkannte Bots sind standardmäßig herausgefiltert.
Vier Besuche
Wie viele Sitzungen jedes Werkzeug daraus macht
Vier Besuche in einem Onlineshop, drei davon mit Kauf. Alle vier Zählweisen beenden eine Sitzung nach 30 Minuten ohne Aktivität. Unterschiedlich sind die Ausnahmen, und genau die verschieben den Nenner.
- Sitzung ohne Kauf
- Sitzung mit Kauf
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Besuch 1
Kauf kurz nach Mitternacht
- 23:48 Klick auf eine Suchanzeige
- 23:55 Warenkorb
- 00:06 Kauf
- Google Analytics 4 GA4
- 1 Sitzung
- Matomo Matomo
- 2 Sitzungen
- Shopify, alte Zählung Shopify alt
- 1 Sitzung
- Shopify, neue Zählung Shopify neu
- 1 Sitzung
Matomo beginnt um Mitternacht einen neuen Besuch. Die Sitzung vor dem Kauf zählt dort als Besuch ohne Kauf.
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Besuch 2
Kauf gegen zwei Uhr nachts
- 01:51 Einstieg über Google
- 01:58 Warenkorb
- 02:04 Kauf
- Google Analytics 4 GA4
- 1 Sitzung
- Matomo Matomo
- 1 Sitzung
- Shopify, alte Zählung Shopify alt
- 2 Sitzungen
- Shopify, neue Zählung Shopify neu
- 1 Sitzung
Mitternacht UTC ist in der Sommerzeit 2 Uhr, im Winter 1 Uhr. Dort hat Shopify bisher jede Sitzung beendet.
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Besuch 3
Newsletter-Klick mitten im Besuch
- 19:10 Einstieg über Google
- 19:16 Klick im Newsletter
- 19:24 Kauf
- Google Analytics 4 GA4
- 1 Sitzung
- Matomo Matomo
- 2 Sitzungen
- Shopify, alte Zählung Shopify alt
- 1 Sitzung
- Shopify, neue Zählung Shopify neu
- 1 Sitzung
Neue Kampagnenangaben starten bei Matomo einen neuen Besuch. GA4 ordnet sie der laufenden Sitzung zu.
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Besuch 4
Crawler mit 40 Seitenaufrufen
- 14:02 Kategorieseiten
- 14:05 Produktseiten
- Google Analytics 4 GA4
- 0 Sitzungen
- Matomo Matomo
- 0 Sitzungen
- Shopify, alte Zählung Shopify alt
- 1 Sitzung
- Shopify, neue Zählung Shopify neu
- 0 Sitzungen
GA4 und Matomo filtern bekannte Bots heraus. Shopify tut das erst seit der Umstellung standardmäßig, sofern es den Bot erkennt.
Käufe ÷ Sitzungen bei denselben vier Besuchen
- Google Analytics 4 GA4
- 100 % 3 Käufe ÷ 3 Sitzungen 3 ÷ 3
- Matomo Matomo
- 60 % 3 Käufe ÷ 5 Sitzungen 3 ÷ 5
- Shopify, alte Zählung Shopify alt
- 60 % 3 Käufe ÷ 5 Sitzungen 3 ÷ 5
- Shopify, neue Zählung Shopify neu
- 100 % 3 Käufe ÷ 3 Sitzungen 3 ÷ 3
Uhrzeiten in deutscher Sommerzeit, alle Besucher haben eingewilligt. Matomo in der Standardkonfiguration mit der Website-Zeitzone Berlin. „Shopify, alte Zählung“ meint die Regeln bis zur Umstellung vom 21. bis 23. September 2026. Einen Neustart bei neuer Kampagne nennt die Shopify-Hilfe nicht, sie beschreibt Sitzungen als durchgehende Aktivität mit 30 Minuten Zeitlimit. Nach den Hilfeseiten zu Sitzungen und Bot-Filter in Google Analytics, der Konfiguration und dem Bot-Ausschluss von Matomo und der Hilfeseite zur Sitzungsumstellung, help.shopify.com. In einem echten Monat sind die Abstände kleiner, weil die meisten Besuche kurz sind und tagsüber stattfinden. Die Richtung bleibt.
In einem echten Monat ist der Abstand viel kleiner als 60 zu 100 Prozent. Die meisten Besuche sind kurz, finden tagsüber statt und kommen ohne Kampagnenwechsel aus. Jede dieser Regeln verschiebt den Nenner aber in eine feste Richtung. Ein Shop, dessen Kunden oft mitten im Besuch über einen Newsletter- oder Anzeigenlink zurückkommen, zählt in Matomo mehr Sitzungen als in Google Analytics und hat dort die niedrigere Quote. Ein Shop, den Preisvergleichs-Crawler häufig abgrasen, hatte in der alten Shopify-Zählung eine zu niedrige Quote.
Die Umstellung trifft auch Shops, die schon auf Shopify laufen. Shopify schreibt selbst, dass sich die Conversion Rate ändern kann, obwohl sich Bestellungen und Umsatz nicht geändert haben, und dass ältere Daten nicht neu berechnet werden. Beim Vergleich von Zeiträumen soll man die Umstellung deshalb als Messänderung behandeln und die Daten danach als neue Ausgangsbasis nehmen. Wer vor dem 21. September live gegangen ist, hat damit einen Bruch mitten in der noch jungen Shopify-Reihe. Und wer schon länger auf Shopify verkauft, sollte wissen: Sitzungen vor dem 7. Oktober 2025 kann Shopify nicht als Bot einordnen. Vorjahresvergleiche über diesen Tag hinweg mischen gefilterte und ungefilterte Zahlen.
Für Umsteiger kommt ein weiterer Punkt dazu: Sitzungen lassen sich nicht importieren. Die Sitzungshistorie in Shopify beginnt am Tag des Go-live. Für die Zeit davor kennt Shopify keine Besuche und damit auch keine Quote.
Der Trichter beginnt an einer anderen Stelle
Neben der Gesamtquote schauen die meisten Teams auf den Trichter: Wie viele Sitzungen legen etwas in den Warenkorb, wie viele beginnen den Checkout, wie viele kaufen? Diese Quoten brechen beim Umstieg noch stärker, weil sich die Schritte selbst ändern.
Shopware 6 führt über Anmeldung und Bestellübersicht zum Abschluss, Magento 2 über Versand und Zahlung, WooCommerce über eine Kassenseite. Shopify richtet den Checkout standardmäßig als eine Seite ein, wahlweise als drei. Wer seinen Trichter im alten Shop über eigene Seiten für Versand und Zahlung gebaut hat, findet sie im Standard nicht mehr als eigene Seiten.
Checkout-Trichter
Vier Kassen, vier Stellen, an denen der Checkout anfängt
Die Markierung zeigt, wo „Checkout begonnen“ gezählt wird. Im alten Shop hat das meist ein Seitenaufruf ausgelöst. Shopify zählt eine Sitzung erst dann als „Checkout erreicht“, wenn im Checkout etwas eingegeben oder angeklickt wurde.
- Checkout beginnt
- Kauf abgeschlossen
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Shopware 6 Zwei Checkout-Seiten
Checkout begonnen meist beim Aufruf der Seite- Warenkorb
/checkout/cart - Anmelden oder als Gast
/checkout/register - Bestellübersicht
/checkout/confirm - Abschluss
/checkout/finish
- Warenkorb
-
Magento 2 Zwei Checkout-Schritte
Checkout begonnen meist beim Aufruf der Seite- Warenkorb
/checkout/cart - Versand
/checkout/#shipping - Zahlung und Prüfung
/checkout/#payment - Erfolgsseite
/checkout/onepage/success
- Warenkorb
-
WooCommerce Eine Kassenseite
Checkout begonnen meist beim Aufruf der Seite- Warenkorb
- Kasse
- Bestellung erhalten
-
Shopify Standard: eine Seite
Checkout erreicht erst mit einer Eingabe- Warenkorb
- Checkout: Kontakt, Lieferung, Zahlung
- Danke-Seite
-
Shopify Wahlweise: drei Seiten
Checkout erreicht erst mit einer Eingabe- Warenkorb
- Informationen
- Versand
- Zahlung
- Danke-Seite
Nach dem Storefront-Code von Shopware 6, dem Standard-Checkout von Magento 2 und WooCommerce und den Hilfeseiten zum One-Page-Checkout und zu den Verhaltensberichten, help.shopify.com, Stand September 2026. Welches Ereignis im alten Shop „Checkout begonnen“ ausgelöst hat, hängt am Plugin oder am Tag-Manager-Container. Prüfen Sie es dort, bevor Sie Trichter vergleichen.
Ein Unterschied wirkt stärker, als er aussieht. Shopify zählt eine Sitzung erst dann als „Checkout erreicht“, wenn im Checkout eine Eingabe stattfindet, ein Tastendruck oder ein Klick. Wer den Checkout öffnet, die Gesamtsumme sieht und wieder geht, hat ihn in dieser Zählung nicht erreicht. Im alten Shop hat meist schon der Seitenaufruf gezählt.
Die Folge: Weniger Sitzungen erreichen den Checkout, und von denen, die ihn erreichen, kaufen anteilig mehr. Der Schritt vom Warenkorb in den Checkout sieht schlechter aus, die Abbruchrate im Checkout niedriger. An der Kasse muss sich dafür nichts geändert haben. In der Kennzahl für gestartete Checkouts zählt Shopify außerdem nur Sitzungen mit Einwilligung und ohne Werbeblocker. Rechnungen zu Entwurfsbestellungen und Bestelländerungen, Umtausch und Verkäufe über Shopify POS fehlen darin.
Für den ersten Vergleich über den Go-live taugt deshalb nur der kürzeste Trichter: Sitzungen mit Warenkorb und Sitzungen mit Kauf. Die Zwischenschritte vergleichen Sie erst, wenn beide Seiten nach denselben Ereignissen gezählt werden.
Eine Messung, die über den Go-live reicht
Beide Shops messen kann nur ein Werkzeug: das Analyse-Tool, das schon im alten Shop lief. Führen Sie es über den Go-live unverändert weiter, mit derselben Google-Analytics-Property, denselben Schlüsselereignissen, derselben Zählweise, derselben Consent-Mode-Einstellung und denselben Filtern für internen Verkehr. Dann haben Sie eine Brücke. Shopify Analytics läuft ab dem Go-live daneben. Aus vollständigen Wochen, in denen beide denselben Shop messen, ergibt sich das Verhältnis zwischen den zwei Zählweisen. Die erste Woche nach dem Go-live, mit Testbestellungen und Launch-Aktionen, lassen Sie dabei aus.
Im neuen Shop kommt Google Analytics über die Google-&-YouTube-App oder ein Custom Pixel, nicht mehr über das Plugin oder den Tag-Manager-Container von vorher. An dieser Stelle reißt die Brücke am häufigsten: Das Kaufereignis wird an einer anderen Stelle ausgelöst, die Schlüsselereignisse werden neu angelegt, oder die App schreibt in eine neue Property, weil das beim Einrichten am schnellsten ging.
Rechenbeispiel
Die Messbrücke: GA4 misst beide Shops, Shopify nur den neuen
Tragen Sie drei Quoten über je vier volle Wochen ein: GA4 vor dem Go-live, GA4 danach und Shopify Analytics in denselben Wochen danach. Der Rechner zeigt, welcher Vergleich zwei Zählweisen mischt und welcher nicht.
Vier volle Wochen vor dem Go-live
Vier volle Wochen ab der zweiten Woche nach dem Go-live, gleiche Property
Dieselben vier Wochen
+11 %
Direkter Vergleich. Shopify neu gegen GA4 alt. Mischt zwei Zählweisen.
−6 %
Gleiche Zählweise. GA4 gegen GA4, dieselbe Property über den Go-live.
Rechenbeispiel. Die Übersetzung setzt voraus, dass das Verhältnis zwischen GA4 und Shopify in den vier Wochen stabil bleibt. Ändert sich die Zustimmungsrate am Go-live stark, verschiebt das auch die GA4-Quote; notieren Sie alte und neue Rate neben dem Ergebnis. Legen Sie die vier Wochen hinter Shopifys Sitzungsumstellung vom 21. bis 23. September 2026 und lassen Sie die erste Woche nach dem Go-live aus. Wie groß der Abstand zwischen GA4 und Shopify ist, unterscheidet sich von Shop zu Shop.
Im Beispiel liegt der direkte Vergleich bei plus elf Prozent, der Vergleich mit gleicher Zählweise bei minus sechs. Die zweite Zahl ist unbequemer, aber mit ihr lässt sich arbeiten. Sechs Prozent weniger können eine Folge der neuen Zustimmungsrate sein, eines Filters, der im neuen Shop noch fehlt, einer Shopsuche, die nach dem Umstieg ins Leere läuft, oder schlicht der Saison und eines anderen Kanalmix. Plus elf Prozent sind eine Zahl, die niemand hinterfragt, bis der Umsatz nicht mitzieht.
Wie groß der Abstand zwischen GA4 und Shopify im selben Shop ausfällt, ist von Shop zu Shop verschieden. Er hängt unter anderem an der Einwilligung, an Werbeblockern und daran, wie zuverlässig das Kaufereignis in GA4 ankommt. Deshalb taugt nur der eigene Faktor, kein Richtwert aus einem anderen Shop.
Die übersetzte alte Quote, im Beispiel 2,12 Prozent, ist die Ausgangsbasis für alle Berichte, die ab jetzt aus Shopify kommen. Für spätere Vergleiche übersetzen Sie mit demselben Faktor den Vorjahreswert desselben Zeitraums. Wer im Dezember fragt, ob der neue Shop wieder so gut konvertiert wie der alte, vergleicht Shopify mit dem übersetzten Dezember des Vorjahres und nicht mit 1,8.
Eine Grenze hat die Brücke. Sie hängt in beiden Shops an der Einwilligung, und die Zustimmungsrate ändert sich am Go-live. Schreiben Sie deshalb alte und neue Zustimmungsrate neben das Ergebnis. Und legen Sie die Vergleichswochen hinter Shopifys Umstellung vom 21. bis 23. September. Wer den Faktor schon vorher ermittelt hat, rechnet ihn mit vollständigen Wochen ab dem 24. September neu.
Checkliste
Conversion Rate über den Go-live: elf Punkte
Die ersten vier Punkte brauchen nur den alten Shop. Die Punkte fünf bis acht gehören in die Einrichtung des neuen, der Rest in die Wochen nach dem Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
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Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Bisher Google Analytics 4 im alten Shop | Dieselbe Property im neuen Shop weiterführen, Schlüsselereignisse, Zählweise und Consent-Mode-Einstellung übernehmen. GA4 gegen GA4 ist Ihr ehrlicher Vergleich, sofern Saison und Kanalmix passen |
| Bisher Matomo | Die letzten Wochen vor dem Go-live mit den Sitzungsregeln exportieren. Wer die Reihe fortführen will, misst im neuen Shop über ein Custom Pixel parallel weiter |
| Monatsbericht teilt Backend-Bestellungen durch Analytics-Sitzungen | Diese Quote nicht weiterführen. Sie mischt einen vollständigen Zähler mit einem Nenner, der nur Besucher mit Einwilligung kennt |
| Alte Werte aus Universal Analytics | Nicht mit GA4 oder Shopify vergleichen. Universal Analytics hat Sitzungen um Mitternacht und bei neuer Kampagne neu begonnen und Ziele einmal pro Sitzung gezählt |
| Kunden kommen oft mitten im Besuch über Newsletter- oder Anzeigenlinks zurück | In GA4 mit weniger Sitzungen rechnen als in Matomo oder Universal Analytics. Die Quote steigt, ohne dass mehr gekauft wird |
| Go-live vor dem 21. September 2026 | Shopify-Berichte ab dem 21. September getrennt lesen und die Wochen danach als neue Ausgangsbasis nehmen. Die Umstellung hat Sitzungen und Quote verändert, Bestellungen und Umsatz nicht |
| Checkout-Trichter mit Versand- und Zahlungsschritt | Zwischenschritte erst wieder vergleichen, wenn der neue Shop sie nach denselben Ereignissen zählt. Bis dahin nur Warenkorb und Kauf |
| Viele Zugriffe durch Crawler, etwa von Preisvergleichen | Die Shopify-Quote mit und ohne Bot-Filter ansehen. Der Filter ist vorsichtig eingestellt und lässt lieber einen Bot durch, als einen Kunden auszusortieren |
| Geschäftsführung will eine Zahl für den Erfolg | Zuerst Bestellungen und Umsatz aus dem Backend, dann die Quote mit gleicher Zählweise. Die Shopify-Quote nur gegen die übersetzte alte Quote |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Die Conversion Rate ist die Kennzahl, auf die nach einem Umstieg alle schauen, und die, die am schlechtesten über den Go-live trägt. Drei Punkte verhindern die meisten Fehlschlüsse.
Eine Quote ohne Quelle ist keine Zahl. Zähler, Nenner und Werkzeug wechseln am Go-live gleichzeitig. Shopify teilt Sitzungen mit abgeschlossenem Checkout durch Sitzungen im Onlineshop, nach Regeln, die sich gerade erst geändert haben. Schreiben Sie zu jeder Quote dazu, woher sie kommt.
Die ehrliche Veränderung liefert das Werkzeug, das beide Shops gemessen hat. Führen Sie Ihr bisheriges Analyse-Tool mit denselben Einstellungen über den Go-live weiter. GA4 gegen GA4 beantwortet die Frage, ob der neue Shop besser oder schlechter konvertiert, sofern Saison und Kanalmix vergleichbar sind. Shopify gegen GA4 beantwortet sie nicht.
Die alte Quote bekommt eine neue Einheit. Aus gemeinsamen Wochen nach Shopifys Umstellung ergibt sich der Faktor zwischen GA4 und Shopify. Mit ihm werden die alte Quote und die Vorjahreswerte zur Ausgangsbasis für alle Shopify-Berichte, und der Vergleich in drei Monaten hat eine Grundlage.
Wenn Sie einen Umstieg planen und die Messung so aufsetzen wollen, dass am Tag nach dem Go-live niemand über drei Quoten streitet: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir die Messung im neuen Shop einrichten, steht auf Tracking-Setups, wie wir Migrationen aufsetzen, auf Shopsystem-Migration. Was nach dem Go-live mit Ihrer Sichtbarkeit in der Suche passiert, beschreibt der Beitrag zum SEO-Monitoring rund um den Shopsystem-Wechsel.