Was der alte Shop rechtlich still erledigt hat: Pflichtangaben beim Umstieg auf Shopify
Grundpreis, Lieferzeit, „Zahlungspflichtig bestellen“, Widerrufsformular: In Shopware, Magento oder WooCommerce erledigen Kern, Plugins und Mail-Vorlagen vieles, ohne dass es noch jemand bemerkt. Der Beitrag zeigt, welche 18 Pflichtangaben an welcher Station der Bestellung sitzen, was Shopify davon ab Werk mitbringt, warum der 30-Tage-Tiefstpreis um den Go-live eine Lücke hat und welche Rechtstexte Sie neu erzeugen sollten, statt sie zu kopieren.
Ein Beispiel: ein Händler für Naturkosmetik aus Leipzig, sechs Jahre auf Shopware 6, rund 400 Produkte, fast alle in Flaschen, Tiegeln und Tuben. Der Umstieg auf Shopify war sauber geplant: Produkte, Kunden und Bestellungen übertragen, Weiterleitungen getestet, das neue Theme nach den Vorlagen des alten gebaut. Drei Wochen nach dem Go-live kam die erste Abmahnung. Auf keiner Produktseite stand ein Grundpreis.
Im alten Shop hatte ihn niemand gepflegt, Shopware hatte ihn gerechnet, aus Inhalt und Grundeinheit am Produkt. Im Export standen diese beiden Werte, aber das Import-Mapping kannte sie nicht, und Shopifys Grundpreisfelder blieben leer. Das Theme zeigte deshalb nichts an, und im Projektplan hatte es keinen Punkt „Grundpreis“ gegeben, weil er im alten Shop nie ein Thema gewesen war. Bei der Durchsicht fielen drei weitere Lücken auf. Die Bestellbestätigung enthielt keine Widerrufsbelehrung mehr, denn die hatte jemand vor Jahren in die Shopware-Vorlage geschrieben, und Shopify verschickte seine Standardvorlage. Das Widerrufsformular, das seit dem Frühjahr im Footer des alten Shops stand, gab es im neuen nicht. Und die Rechtstexte waren eins zu eins kopiert worden, samt Link zur EU-Streitschlichtungsplattform, die seit Juli 2025 abgeschaltet ist.
Shopify hat am 22. Oktober einen Überblick über das E-Commerce-Recht veröffentlicht: Impressum, Datenschutz, Widerrufsrecht und Widerrufsbutton, Preisangaben, Button-Lösung, Produktsicherheit, Verpackung, Barrierefreiheit. Er ist für Händler geschrieben, die einen Shop eröffnen. Wer umsteigt, hat diese Pflichten längst erfüllt, im alten System. Seine Frage ist eine andere: Was davon hat das alte System erledigt, ohne dass es jemand bemerkt hat, und wer übernimmt es auf Shopify?
Dieser Beitrag ist für Händler, die von Shopware, Magento oder WooCommerce auf Shopify wechseln und an Verbraucher in Deutschland verkaufen. Er ist keine Rechtsberatung. Er zeigt, wo die Pflichten technisch sitzen, damit Ihre Rechtsberatung prüfen kann, ob die Umsetzung genügt. Wie die Funktionen von Germanized einzeln umziehen, steht in WooCommerce verlassen, wie Cookie-Banner und Einwilligungen umziehen, in Cookie-Banner beim Shopify-Umstieg.
Wo der alte Shop die Pflichten versteckt
In einem deutschen Onlineshop stecken die Pflichtangaben selten an einer Stelle. Ein Teil kommt aus dem Kern des Shopsystems, ein Teil aus Plugins, ein Teil aus dem Theme, und ein Teil steht in Mail-Vorlagen, die zuletzt bei der Einrichtung jemand geöffnet hat. Dazu kommen Rechtstexte, die ein Anbieter wie die IT-Recht Kanzlei, der Händlerbund oder eRecht24 per Schnittstelle in den Shop schreibt.
Wie die Verteilung aussieht, hängt am System. Shopware 6 ist für den deutschen Markt gebaut und bringt das meiste im Kern mit. Die deutschen Storefront-Texte enthalten „Zahlungspflichtig bestellen“, „Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten“, den Grundpreis, eine Lieferzeit je Produkt und den Haken für die AGB. Seit Version 6.7.9 vom April 2026 gehört auch ein Online-Widerrufsformular dazu. Magento bringt Geschäftsbedingungen im Checkout ab Werk mit. Der Rest kommt aus Erweiterungen, etwa FireGento MageSetup, das Rechtstexte als CMS-Seiten, die Checkout-Haken und die Steuerregeln für Deutschland einrichtet, und weiteren Modulen für Grundpreis und Lieferzeit. In WooCommerce bündelt meist ein einziges Plugin fast alles, Germanized oder German Market.
Shopify ist eine Plattform für viele Länder. Manches, was deutsche Shops brauchen, ist eingebaut, etwa der Grundpreis. Manches ist eine Einstellung oder ein Text, den Sie anpassen, und manches kommt aus einer App. Welche Pflicht wo landet, zeigt die Übersicht entlang der Bestellung.
Pflichtangaben entlang der Bestellung
18 Pflichten an sechs Stationen, und woher jede auf Shopify kommt
Vom Footer bis zur Mail nach dem Widerruf: Jede Station zeigt, was dort stehen muss, wo es im alten Shop meist herkam und was Shopify dafür mitbringt. Wählen Sie eine Station.
- 2 ab Werk
- 9 einrichten oder befüllen
- 7 fehlt ab Werk
01 Im Fuß jeder Seite
- einrichten oder befüllen
Impressum
§ 5 DDG- Im alten Shop
- CMS-Seite, im Footer verlinkt.
- Auf Shopify
- Als Richtlinie „Impressum“ in den Einstellungen anlegen. Der Checkout verlinkt sie im Fuß von selbst, im Shop-Footer kommt sie über das Menü.
- einrichten oder befüllen
Datenschutzerklärung
Art. 13 DSGVO- Im alten Shop
- CMS-Seite oder Text vom Rechtstext-Anbieter.
- Auf Shopify
- Ebenfalls eine Richtlinie. Der Inhalt ist neu: Shopify als Dienstleister, die Apps, die Zahlungsanbieter, das neue Tracking.
- fehlt ab Werk
Widerrufsbutton
§ 356a BGB- Im alten Shop
- Shopware ab 6.7.9 ab Werk, WooCommerce über Germanized, sonst ein Plugin.
- Auf Shopify
- Keine eigene Funktion. Eine App oder ein Formular mit Shopify Forms und Flow, dauerhaft sichtbar, ohne Login, auch für Gastbestellungen.
- einrichten oder befüllen
Hinweis zur Verbraucherschlichtung
§ 36 VSBG- Im alten Shop
- Im Impressum oder in den AGB, oft noch mit Link zur OS-Plattform.
- Auf Shopify
- Der Hinweis bleibt, der Link nicht: Die OS-Plattform ist seit dem 20. Juli 2025 abgeschaltet. Nicht mitkopieren.
02 In der Produktübersicht
- einrichten oder befüllen
Grundpreis an der Kachel
§ 4 PAngV- Im alten Shop
- Aus Inhalt und Grundeinheit am Produkt gerechnet.
- Auf Shopify
- Online-Store-2.0-Themes zeigen ihn in der Übersicht, sobald die Grundpreisfelder an Produkt oder Variante befüllt sind.
- fehlt ab Werk
Streichpreis mit 30-Tage-Tiefstpreis
§ 11 PAngV- Im alten Shop
- Streichpreis-Feld, der Tiefstpreis per Plugin oder von Hand.
- Auf Shopify
- Der Vergleichspreis ist ein Feld ohne Verlauf. Den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage liefern Apps, und die kennen nur Preise ab ihrer Installation.
03 Neben dem Preis
- einrichten oder befüllen
Hinweis auf Steuer und Versandkosten
§ 6 PAngV- Im alten Shop
- In Shopware ab Werk: „Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten“.
- Auf Shopify
- Steuern in Preisen einschließen und den Hinweis im Theme setzen, mit Link zur Versandseite. Den Wortlaut gibt das Theme vor.
- einrichten oder befüllen
Grundpreis neben dem Preis
§ 4 PAngV- Im alten Shop
- Shopware ab Werk, WooCommerce über Germanized, Magento per Erweiterung.
- Auf Shopify
- Ab Werk an Produkt oder Variante: Gesamtmenge und Basismenge, etwa 250 ml auf 1 l. Der Import muss die Felder füllen, sonst bleiben sie leer.
- fehlt ab Werk
Lieferzeit
Art. 246a § 1 EGBGB- Im alten Shop
- Shopware: Lieferzeit je Produkt ab Werk, WooCommerce über Germanized.
- Auf Shopify
- Kein Feld dafür. Üblich ist ein Metafeld je Produkt oder Variante, das das Theme neben dem Preis ausgibt.
- fehlt ab Werk
Hersteller und Sicherheitshinweise
Art. 19 GPSR- Im alten Shop
- Herstellerfelder, Zusatzfelder oder Daten aus dem PIM.
- Auf Shopify
- Kein eigenes Feld. Hersteller, verantwortliche Person in der EU und Warnhinweise kommen in Metafelder, angezeigt vom Theme oder einer App.
- fehlt ab Werk
Prüfhinweis zu Bewertungen
§ 5b Abs. 3 UWG- Im alten Shop
- Bewertungsmodul im Shop oder ein Siegel-Anbieter.
- Auf Shopify
- Shopify hat keine eigenen Bewertungen mehr. Die App muss zeigen können, ob und wie geprüft wird, dass eine Bewertung von einem Käufer stammt.
04 Vor dem letzten Klick
- ab Werk
Übersicht über dem Bestellbutton
§ 312j Abs. 2 BGB- Im alten Shop
- Bestätigungsseite des Checkouts.
- Auf Shopify
- Artikel, Varianten, Mengen, Versandkosten und Gesamtpreis stehen in der Bestellübersicht. Ob Titel und Variante die wesentlichen Merkmale abdecken, hängt am Sortiment.
- einrichten oder befüllen
Beschriftung des Bestellbuttons
§ 312j Abs. 3 BGB- Im alten Shop
- Shopware ab Werk: „Zahlungspflichtig bestellen“.
- Auf Shopify
- Unter Standard-Theme-Inhalte, Bereich Checkout & System, änderbar. In einer Testbestellung prüfen, auch mit Shop Pay, dessen Texte sich nur zum Teil anpassen lassen.
- einrichten oder befüllen
AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutz
§ 305 Abs. 2 BGB- Im alten Shop
- Haken oder Hinweis über dem Button, in Shopware ab Werk.
- Auf Shopify
- Der Checkout verlinkt die Richtlinien im Fuß. Hinweis oder Haken über dem Button gibt es ab Werk nicht, mit Plus per Checkout-Erweiterung. Ob die Links genügen, klärt Ihre Rechtsberatung.
05 In der E-Mail nach der Bestellung
- ab Werk
Eingang der Bestellung bestätigen
§ 312i Abs. 1 BGB- Im alten Shop
- Bestellbestätigung ab Werk.
- Auf Shopify
- Geht ab Werk sofort raus. Die deutschen Standardtexte duzen, für „Sie“ wird jede Vorlage von Hand angepasst.
- einrichten oder befüllen
Vertragsbestätigung mit Widerrufsbelehrung
§ 312f Abs. 2 BGB- Im alten Shop
- Rechtstexte in der Mail-Vorlage, im Text oder als Anhang.
- Auf Shopify
- Die Vorlage ist in Liquid bearbeitbar. Widerrufsbelehrung und Muster-Formular gehören als Text hinein, ein Link auf die Website ist kein dauerhafter Datenträger.
06 Bis die Frist abgelaufen ist
- fehlt ab Werk
Widerruf bestätigen, mit Datum und Uhrzeit
§ 356a BGB- Im alten Shop
- Teil der Widerrufsfunktion im Shop oder im Plugin.
- Auf Shopify
- Übernimmt die App oder ein Flow. Shopifys Rücksendungen im Kundenkonto brauchen einen Login per Code und sind ein Rückgabeweg, kein Widerrufsbutton.
- fehlt ab Werk
Kündigungsbutton bei Abos
§ 312k BGB- Im alten Shop
- Abo-Plugin oder eigene Kontoseite.
- Auf Shopify
- Shopify verkauft Abos über Apps. Ob die App einen Kündigungsbutton nach § 312k BGB mitbringt, gehört in die Auswahl der App.
Geprüft am 24.10.2026 in der Shopify-Hilfe (Grundpreise, Checkout-Texte), in den deutschen Storefront-Texten und Release-Notes von Shopware 6 und bei Händlerbund, eRecht24 und IT-Recht Kanzlei. „Ab Werk“ heißt: Shopify erledigt es ohne Zutun. Ob eine Umsetzung rechtlich genügt, ist keine technische Frage. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Nur zwei der achtzehn Punkte laufen auf Shopify ohne Zutun. Das sagt wenig darüber, ob Shopify für deutsche Shops taugt. Neun weitere sind eingebaut und müssen eingerichtet oder befüllt werden, und die sieben Lücken schließen verbreitete Apps oder ein Metafeld im Theme. Es sagt aber viel darüber, wie ein Projekt geplant werden muss. Jeder der achtzehn Punkte gehört als Anforderung in dieselbe Liste wie Produktfilter, Suche und Zahlarten, mit einer Person, die ihn abnimmt. Wer sie erst in der Woche vor dem Go-live sucht, findet sie im Theme nicht und im Import zu spät.
Grundpreis und Lieferzeit: Das alte System hat gerechnet, der Export nicht
Der Grundpreis ist das Musterbeispiel einer stillen Pflicht. In Shopware steht am Produkt, wie viel drin ist und auf welche Einheit sich der Grundpreis bezieht. Den Preis je Liter rechnet der Shop bei jeder Anzeige selbst. Im Export stehen deshalb nur die Zutaten, nicht das Ergebnis, und wer im Mapping nur nach Spalten mit „Preis“ sucht, übersieht sie.
Shopify kennt den Grundpreis seit Jahren. Laut Shopify-Hilfe stellen Sie ihn an jedem Produkt oder jeder Variante ein, mit einer Gesamtmenge und einer Basismenge, etwa 250 ml auf 1 l. Alle Online-Store-2.0-Themes zeigen ihn dann auf Produkt- und Kategorieseiten, im Warenkorb und im Checkout. Drei Dinge sind beim Umstieg zu beachten.
Die Felder müssen im Import befüllt werden. Der Admin fragt nicht danach, ob ein Grundpreis fehlt. Grundpreise lassen sich per CSV importieren, und genau dort gehören sie ins Mapping, je Variante. Eine Creme in 50 und 100 ml braucht zwei Einträge.
Die Basis ist 1 kg oder 1 l. Seit der Novelle der Preisangabenverordnung im Mai 2022 ist die Basis von 100 g oder 100 ml nicht mehr vorgesehen. Wer im alten Shop noch Grundpreise je 100 g zeigt, übernimmt sie nicht, sondern setzt die Basismenge im Import neu. Einheiten wie Tonne oder Zentigramm kennt Shopify ohnehin nicht.
Angepasste Mail-Vorlagen zeigen ihn nicht von selbst. Die Standardvorlage der Bestellbestätigung zeigt Grundpreise. Wer die Vorlage anpasst, und das tun fast alle deutschen Shops, muss laut Shopify-Hilfe ein Snippet von Hand ergänzen.
Bei der Lieferzeit ist die Lage anders. Shopify hat kein Feld dafür. Üblich ist ein Metafeld je Produkt oder Variante, das das Theme neben dem Preis und auf der Produktkachel ausgibt. Aus Shopware kommt die Lieferzeit als eigener Datensatz, „1 bis 3 Tage“ oder „2 bis 4 Wochen“, und lässt sich als Text in dieses Metafeld schreiben. Dasselbe gilt für die Angaben nach der EU-Produktsicherheitsverordnung: Hersteller, verantwortliche Person in der EU, Warnhinweise. Legen Sie die Metafeld-Definitionen an, bevor der erste Import läuft, sonst landen die Werte als lose Metafelder ohne Typ. Wie Grundpreis und Lieferzeit auf der Kachel wieder sichtbar werden, steht in Produktkacheln beim Shopify-Umstieg.
Der Streichpreis braucht 30 Tage Vorgeschichte
Seit Mai 2022 gilt bei jeder Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern: Wer eine Ermäßigung ankündigt, gibt den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage davor an (§ 11 PAngV). Ein durchgestrichener Preis, der in diesen 30 Tagen nie verlangt wurde, ist kein Bezugspreis.
Shopify hat dafür den Vergleichspreis, ein Feld je Variante, das das Theme durchgestrichen zeigt. Einen Verlauf hat dieses Feld nicht. Den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage liefern Apps aus dem App Store, die ab ihrer Installation jeden Preis mitschreiben. Im laufenden Betrieb ist das eine saubere Lösung. Um den Go-live hat sie eine Lücke: Die App kennt nur die Tage seit der Installation, das Gesetz fragt aber nach den Preisen, die Sie verlangt haben, egal in welchem System.
Tiefstpreis um den Go-live
Wie viele der 30 Tage vor einer Rabattaktion noch im alten Shop liegen
Ein Produkt kostet regulär 49,90 €. Im alten Shop lief zwei bis drei Wochen vor dem Go-live eine Aktion zu 39,90 €. Auf Shopify schreibt eine App die Preise ab dem Go-live mit. Wann startet die erste Rabattaktion im neuen Shop?
Aktion startet am Go-live-Tag
- Tage im alten Shop
- 30 von 30
- Niedrigster Preis
- 39,90 €
- Bekannt aus
- alter Shop
Kein einziger der 30 Tage liegt auf Shopify. Eine App, die ab dem Go-live mitschreibt, kennt keinen davon. „Statt 49,90 €“ wäre irreführend, der Bezugspreis ist 39,90 €.
Aktion startet nach 1 Woche
- Tage im alten Shop
- 23 von 30
- Niedrigster Preis
- 39,90 €
- Bekannt aus
- alter Shop
Die App kennt 7 Tage, alle zum Normalpreis. Die Aktion aus dem alten Shop liegt mit 7 Tagen noch im Fenster, der Bezugspreis ist 39,90 €.
Aktion startet nach 2 Wochen
- Tage im alten Shop
- 16 von 30
- Niedrigster Preis
- 39,90 €
- Bekannt aus
- alter Shop
Die App kennt 14 Tage, alle zum Normalpreis. Die Aktion aus dem alten Shop liegt mit 3 Tagen noch im Fenster, der Bezugspreis ist 39,90 €.
Aktion startet nach 3 Wochen
- Tage im alten Shop
- 9 von 30
- Niedrigster Preis
- 49,90 €
- Bekannt aus
- alter Shop
Der Tiefstpreis ist der Normalpreis. Belegen lässt er sich trotzdem nur mit 9 Tagen aus dem alten Shop, die die App nicht kennt.
Aktion startet nach 30 Tagen
- Tage im alten Shop
- 0 von 30
- Niedrigster Preis
- 49,90 €
- Bekannt aus
- Shopify
Alle 30 Tage liegen auf Shopify. Eine App, die seit dem Go-live mitschreibt, kennt den Tiefstpreis selbst.
- Tag im alten Shop
- Tag auf Shopify
- Aktion zu 39,90 €
- Start der neuen Aktion
Rechenbeispiel mit einer Aktion vom 20. bis 14. Tag vor dem Go-live. Maßgeblich ist nach § 11 PAngV der niedrigste Gesamtpreis, den der Händler in den 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hat, egal in welchem System. Ob eine App Preise aus dem alten Shop übernehmen kann, steht in ihrer Beschreibung, meist kann sie es nicht.
Die Lücke schließt sich nach 30 Tagen von allein. Bis dahin gibt es drei Wege.
Die erste Rabattaktion nach Tag 30 planen. Das ist der einfachste Weg und oft der beste, weil die ersten Wochen nach dem Go-live ohnehin den Fehlern gehören, nicht den Aktionen. Bei einem Go-live Anfang November fällt Black Friday am 27. November allerdings genau in dieses Fenster. Wie Sie den Go-live um solche Termine legen, steht in Go-live-Termin beim Shopify-Umstieg.
Die Tiefstpreise aus dem alten Shop sichern. Für alle Produkte, die in den ersten 30 Tagen reduziert werden sollen, ziehen Sie vor dem Go-live die Preise der letzten 30 Tage aus dem alten Shop oder dem Warenwirtschaftssystem. Den Tiefstpreis hinterlegen Sie als Metafeld, das das Theme zeigt, bis die App genug Tage kennt.
Aktionen ohne Streichpreis. Ob eine bestimmte Werbeform eine Preisermäßigung ankündigt, ist eine juristische Frage. Klären Sie sie mit Ihrer Rechtsberatung, bevor die Kampagne gebucht ist, nicht danach.
Widerrufsbutton und Bestellbestätigung: was nach dem Kauf passiert
Seit dem 19. Juni 2026 brauchen Onlineshops eine elektronische Widerrufsfunktion. So verlangt es § 356a BGB, mit dem Deutschland die Richtlinie (EU) 2023/2673 umsetzt. Die Funktion muss gut lesbar beschriftet sein, etwa mit „Vertrag widerrufen“, während der ganzen Widerrufsfrist leicht erreichbar sein und den Widerruf in zwei Schritten aufnehmen, mit einer eigenen Bestätigungsschaltfläche. Danach bestätigt der Shop den Eingang unverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger, mit Datum und Uhrzeit, in der Praxis per E-Mail.
Shopware bringt seit Version 6.7.9 ein Online-Widerrufsformular im Kern mit, Germanized hat eine eigene Funktion. Shopify hat keine. Händlerbund und eRecht24 bieten Einbindungen für ihre Kunden an, der App Store führt mehrere Apps, und die IT-Recht Kanzlei hat einige davon geprüft. Wer selbst baut, kommt mit Shopify Forms und Shopify Flow ans Ziel, muss aber Formular, Bestätigungsschritt und Eingangsbestätigung selbst zusammensetzen. Wichtig ist in jedem Fall: kein Login, auch Gastbesteller müssen widerrufen können. Shopifys Selbstbedienung für Rücksendungen im Kundenkonto ersetzt den Button deshalb nicht. Sie braucht einen Login per Code und ist ein Rückgabeweg, keine Widerrufsfunktion. Nennen Sie die App, die Sie wählen, in der Datenschutzerklärung.
Die zweite Station nach dem Kauf ist die Bestellbestätigung. Nach § 312f Abs. 2 BGB bekommt der Kunde den Vertragsinhalt auf einem dauerhaften Datenträger, spätestens mit der Lieferung. In deutschen Shops steht deshalb meist alles in der Bestellbestätigung: AGB, Widerrufsbelehrung, Muster-Widerrufsformular. Ein Link auf die Website genügt dafür nach der Rechtsprechung des EuGH nicht, weil sich der Text dort ändern kann.
In Shopify sind alle Mail-Vorlagen in HTML und Liquid bearbeitbar. Die Texte gehören also in die Vorlage der Bestellbestätigung, und zwar so, dass sie mit den Richtlinien im Shop übereinstimmen. Die Schnittstellen der Rechtstext-Anbieter pflegen die Richtlinienseiten. Ob sie auch die Mail-Vorlage aktualisieren, steht in der Beschreibung der jeweiligen App. Falls nicht, braucht jede Textänderung einen zweiten Handgriff. Und noch etwas fällt in der Vorlage auf: Shopifys deutsche Standardtexte duzen, im Checkout wie in den Mails. Wer seine Kunden siezt, passt jede Vorlage von Hand an. Wie das zusammen mit Logo und Farben geht, steht in Markenpaket beim Shopify-Umstieg.
Rechtstexte: neu erzeugen statt kopieren
Der naheliegende Weg ist, Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung aus dem alten Shop in Shopifys Richtlinien zu kopieren. Es ist der falsche, aus zwei Gründen.
Rechtstexte beschreiben das System. Die AGB erklären nach Art. 246c EGBGB, welche technischen Schritte zum Vertrag führen, wie Kunden Eingabefehler erkennen und berichtigen und ob der Vertragstext gespeichert wird und zugänglich ist. Auf Shopify sind diese Schritte andere: ein Checkout auf einer Seite, Express-Buttons wie Shop Pay, PayPal oder Apple Pay, die ihn abkürzen, Kundenkonten mit Code statt Passwort. Die Zahlarten in den AGB müssen zu denen passen, die Shopify Payments und Ihre Zahlungsanbieter anbieten. Die Datenschutzerklärung nennt künftig Shopify, die installierten Apps und die neuen Pixel. Bei den meisten Anbietern ist das ein neuer Durchlauf im Generator, mit Shopify als Shopsystem. Die IT-Recht Kanzlei etwa hat eine eigene Shopify-App, die AGB, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und Impressum in den Shop überträgt und aktualisiert.
Die alten Texte sind älter, als sie aussehen. Viele Shops wurden einmal sorgfältig eingerichtet und danach nur noch über Text-Updates gepflegt. Ein Abo beim Rechtstext-Anbieter hält die Texte aktuell, aber nicht den Shop drumherum. Den Link zur OS-Plattform im Footer, die Basis des Grundpreises oder die Felder für Herstellerangaben ändert kein Textupdate. Was seit der letzten vollständigen Durchsicht dazugekommen ist, zeigt die Zeitleiste.
Rechtsstand des Altshops
Was seit der letzten Durchsicht Ihrer Rechtstexte dazugekommen ist
Wann wurden Shop und Rechtstexte zuletzt vollständig rechtlich durchgesehen? Wählen Sie das Jahr. Hervorgehoben ist, was danach in Kraft trat und beim Umstieg nicht einfach mitkopiert werden sollte.
8 Änderungen seit Ende 2021, eine weitere folgt 2027. 5 Änderungen seit Ende 2022, eine weitere folgt 2027. 5 Änderungen seit Ende 2023, eine weitere folgt 2027. 3 Änderungen seit Ende 2024, eine weitere folgt 2027. 1 Änderung seit Ende 2025, eine weitere folgt 2027.
-
neu seit Ihrer Durchsicht
Neues Gewährleistungsrecht
Updatepflicht für Waren mit digitalen Elementen, verkürzte Gewährleistung bei Gebrauchtware nur nach gesonderter Vereinbarung (§ 476 BGB).
Beim Umstieg prüfen Gewährleistungsklausel der AGB und, bei Gebrauchtware, wo die Vereinbarung im Shopify-Checkout stattfindet.
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neu seit Ihrer Durchsicht
Neue Preisangaben und Bewertungsregeln
Grundpreis nur noch je 1 kg, 1 l oder 1 m, die 100-g-Basis entfällt. Bei Preisermäßigungen zählt der niedrigste Preis der letzten 30 Tage. Bewertungen brauchen einen Hinweis, ob und wie geprüft wird.
Beim Umstieg prüfen Basismengen im Import, Streichpreise der ersten 30 Tage, Einstellungen der Bewertungs-App.
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neu seit Ihrer Durchsicht
Kündigungsbutton für Abos
Wer Abos online abschließen lässt, muss sie auch online kündigen lassen, über eine Schaltfläche „Verträge hier kündigen“ (§ 312k BGB).
Beim Umstieg prüfen Ob die Abo-App auf Shopify den Kündigungsweg mitbringt.
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neu seit Ihrer Durchsicht
DDG statt TMG
Das Impressum stützt sich auf § 5 DDG, Cookies auf § 25 TDDDG. Das Telemediengesetz gibt es nicht mehr.
Beim Umstieg prüfen Gesetzesverweise in Impressum und Datenschutzerklärung, bevor sie in die Shopify-Richtlinien kopiert werden.
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neu seit Ihrer Durchsicht
EU-Produktsicherheitsverordnung
Im Onlineangebot stehen Hersteller, verantwortliche Person in der EU, Angaben zur Identifikation und Warnhinweise (Art. 19 GPSR).
Beim Umstieg prüfen Welche Felder das Altsystem dafür hat und ob der Export sie mitnimmt.
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neu seit Ihrer Durchsicht
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
Onlineshops für Verbraucher müssen barrierefrei sein. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme.
Beim Umstieg prüfen Theme, Apps und eigene Inhalte. Für den Checkout veröffentlicht Shopify einen eigenen Prüfbericht.
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neu seit Ihrer Durchsicht
OS-Plattform abgeschaltet
Die EU hat die Plattform zur Online-Streitbeilegung eingestellt, die Pflicht zum Link entfällt. Der Hinweis nach § 36 VSBG bleibt.
Beim Umstieg prüfen OS-Link aus Impressum, AGB, Mail-Signaturen und Mail-Vorlagen streichen.
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neu seit Ihrer Durchsicht
Elektronische Widerrufsfunktion
Ein Widerrufsbutton, die ganze Frist über erreichbar, mit Bestätigungsschritt und Eingangsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger (§ 356a BGB).
Beim Umstieg prüfen App oder Formular auf Shopify, ohne Login, auch für Gastbestellungen.
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kommt
Pflicht zur E-Rechnung im B2B
Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz stellen inländische B2B-Rechnungen elektronisch aus, ab 2028 alle. B2C bleibt ausgenommen.
Beim Umstieg prüfen Welche App auf Shopify Rechnungen schreibt und ob sie XRechnung oder ZUGFeRD kann.
Stichtage geprüft am 24.10.2026 (Gesetzestexte, Bundesgesetzblatt, IHK und Händlerbund). Ein Abo beim Rechtstext-Anbieter hält die Texte aktuell, nicht den Shop: Grundpreis-Basis, Herstellerfelder und Widerrufsbutton ändert kein Textupdate.
Ein Teil der Pflichten hängt dagegen am Unternehmen, nicht am Shopsystem, und zieht deshalb einfach mit: die Registrierung im Verpackungsregister LUCID und die Beteiligung an einem dualen System, Registrierungen für Elektrogeräte und Batterien, die Gewerbeanmeldung, das OSS-Verfahren. Laut Shopifys Überblick gilt seit August 2026 außerdem die EU-Verpackungsverordnung. Prüfen Sie nur, ob Registrierungsnummern, die im alten Impressum oder auf Produktseiten standen, im neuen Shop wieder auftauchen.
Barrierefreiheit: Shopify liefert den Checkout, Sie den Rest
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch für Onlineshops, die an Verbraucher verkaufen. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Für alle anderen ist der Umstieg eine gute Gelegenheit, weil ohnehin ein neues Theme entsteht.
Shopify teilt die Verantwortung dabei klar auf. Laut seiner Erklärung zur Barrierefreiheit testet Shopify gegen WCAG 2.2 auf Stufe AA und veröffentlicht Prüfberichte, für den Checkout nach WCAG 2.2, für das Theme Dawn nach WCAG 2.1. Das Theme, das Sie tatsächlich einsetzen, Ihre Anpassungen daran, die Apps und Ihre Inhalte verantworten Sie selbst. Ein Theme aus dem Theme Store ist ein guter Ausgangspunkt, kein Nachweis. Jede App, die etwas auf der Seite einblendet, vom Cookie-Banner bis zum Bewertungs-Widget, gehört mit in die Prüfung, und Produktbilder brauchen Alternativtexte, die beim Import meist leer bleiben. Einen ersten Eindruck vom Stand Ihres Shops gibt der BFSG-Check.
Checkliste
Die rechtliche Abnahme vor dem Go-live
Die ersten vier Punkte gehören in die Planung, die nächsten vier in die Testphase, die letzten drei in die Wochen um den Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 11 erledigt
Wo Sie ansetzen, je nach Ausgangslage
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Shopware 6 mit Grundpreis und Lieferzeit an fast allen Produkten | Inhalt und Grundeinheit ins Import-Mapping, Basis auf 1 kg oder 1 l prüfen, Lieferzeit als Metafeld. Das Widerrufsformular aus Shopware durch eine App ersetzen |
| WooCommerce mit Germanized oder German Market | Funktion für Funktion zuordnen, wie in WooCommerce verlassen beschrieben. Den Widerrufsweg zuerst klären |
| Magento mit Erweiterungen für den deutschen Markt | Liste der installierten Module ziehen, jede Funktion einer Stelle in Shopify zuordnen. Was als CMS-Seite angelegt war, wird zur Richtlinie |
| Rechtstexte per Schnittstelle vom Anbieter | App des Anbieters für Shopify einrichten, Shopsystem im Generator umstellen. Klären, ob die Mail-Vorlagen mitgepflegt werden |
| Rabattaktion in den ersten 30 Tagen geplant, etwa Black Friday | Tiefstpreise aus dem alten Shop sichern und als Metafeld hinterlegen, oder die Aktion verschieben |
| Abos im Sortiment | Kündigungsbutton nach § 312k BGB bei der Wahl der Abo-App prüfen. Mehr in Abo-Commerce beim Umstieg |
| Gebrauchtware mit verkürzter Gewährleistung | Die Vereinbarung nach § 476 BGB neu verorten, siehe Gebrauchtware beim Shopify-Umstieg |
| Zehn oder mehr Beschäftigte oder über 2 Mio. € Umsatz | Theme, Apps und Inhalte vor dem Go-live auf Barrierefreiheit prüfen. Shopifys Prüfbericht deckt nur den Checkout |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Ein deutscher Onlineshop erfüllt seine Pflichten an vielen kleinen Stellen, und viele davon erledigt das alte System, ohne dass es noch jemand bemerkt. Drei Fragen helfen, sie beim Umstieg nicht zu verlieren.
Wo sitzt jede Pflicht heute? Achtzehn Punkte an sechs Stationen, von Impressum bis Kündigungsbutton. Nur zwei laufen auf Shopify ohne Zutun. Die anderen gehören als Anforderung in den Projektplan, mit Import-Mapping, Metafeldern und Apps.
Was hat das alte System gerechnet? Grundpreis, Lieferzeit und der Tiefstpreis der letzten 30 Tage stehen nicht fertig im Export. Die Zutaten müssen ins Mapping, und für die ersten 30 Tage nach dem Go-live liegen die Tiefstpreise im alten Shop.
Welche Texte entstehen neu? Rechtstexte beschreiben das System und sind oft älter, als sie aussehen. Neu erzeugen, mit Shopify als Shopsystem, und die Bestellbestätigung mitpflegen.
Wenn Sie Ihren Umstieg planen und die Pflichtangaben einmal mit jemandem durchgehen möchten, der das schon gemacht hat: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen planen, steht auf Shopsystem-Migration. Für Shops ohne B2B und ERP-Anbindung gibt es den Migration-Starter zum Festpreis. Was der Wechsel von Ihrem System konkret bedeutet, lesen Sie auf Shopware zu Shopify, Magento zu Shopify und WooCommerce zu Shopify.