Rabattcodes aus der Automatik: Was beim Shopify-Umstieg aus Willkommens-, Warenkorb- und Geburtstagscodes wird
Ein fester Code wie SOMMER20 ist schnell übertragen. Willkommens-, Warenkorb- und Geburtstagscodes entstehen dagegen in Werkzeugen, die nach dem Go-live weiter in den alten Shop schreiben oder still stehen bleiben. Der Beitrag zeigt, welche acht der 21 Rabattideen aus Shopifys Liste solche Automaten sind, woher sie ihre Codes holen, was jeder am Go-live-Tag braucht, was mit den Codes passiert, die beim Umschalten noch in Postfächern liegen, und wie Rabattlinks auf Shopify gebaut sind.
Ein Beispiel: ein Teeversand aus Bremen, seit 2017 auf Magento 2, rund 1.400 Bestellungen im Monat. Das E-Mail-Marketing läuft über Klaviyo, und drei Flows verschicken Codes: 10 % nach der Newsletter-Anmeldung, 5 % einen Tag nach einem abgebrochenen Warenkorb, 15 % zum Geburtstag. Dazu kommen ein Empfehlungs-Plugin im Magento-Shop und eine Liste mit Kulanzcodes, aus der der Kundenservice bei verspäteten Paketen einen Code nimmt.
Im Migrationsplan stand „Rabattcodes übertragen“, und die Zeile wurde gründlich erledigt. Alle festen Codes existierten am Go-live-Tag namensgleich in Shopify, die Codes der Influencerinnen waren mit Testbestellungen geprüft. Magento lief danach noch ein paar Wochen im Wartungsmodus weiter, für Rückfragen zu alten Bestellungen.
Am Donnerstag nach dem Go-live schreibt eine Kundin, ihr Willkommenscode funktioniere nicht. Am Freitag schreiben zwei weitere. Die Mails waren pünktlich gekommen, mit einem Code, der völlig echt aussah. Klaviyo hatte ihn erzeugt wie immer, nur eben im Magento-Shop, der noch lief. Drei Wochen später fällt in der Monatsauswertung auf, dass seit dem Go-live keine einzige Warenkorb-Erinnerung verschickt wurde. Beschwert hatte sich darüber niemand. Und eine Stammkundin fragt, warum ihre Freundin über den Empfehlungslink keinen Rabatt bekommen hat.
Keiner dieser Fehler steckt in den Codes, die im Plan standen. Sie stecken in Werkzeugen, die Codes selbst erzeugen, Tag für Tag, und die beim Umzug niemand umgehängt hat.
In Shopifys Blog steht seit dem 24. Oktober ein Artikel mit 21 Ideen für Rabattcodes: von der Saisonaktion über den Exit-Intent-Rabatt bis zum Studierendenrabatt, dazu Namensvorschläge von WILLKOMMEN10 bis HOHOHO20. Für die nächste Aktion ist das eine gute Ideensammlung. Wer umsteigt, sollte dieselbe Liste anders lesen. Acht der 21 Ideen sind keine Codes, die jemand anlegt, sondern Automaten, die Codes erzeugen. Und Automaten ziehen anders um als Codes.
Dieser Beitrag ist für Händler, die von Shopware, Magento oder WooCommerce auf Shopify wechseln und Codes automatisch verschicken: aus dem Newsletter-Tool, aus Plugins oder über externe Dienste. Was mit festen Codes, Streichpreisen und Rabattregeln passiert, steht in Rabatte, Streichpreise, Aktionscodes. Wie die Newsletter-Abonnenten selbst umziehen, steht in Newsletter-Abonnenten beim Shopify-Umstieg.
Acht von 21 Ideen tippt niemand von Hand ein
Shopifys Liste ist nach Anlässen sortiert: Saison, Warenkorb, Newsletter, Empfehlung, Geburtstag. Für den Umzug hilft eine andere Sortierung, nämlich nach der Frage, wer den Code erzeugt. Daraus ergeben sich vier Gruppen, und jede zieht auf ihre eigene Art um.
Die 21 Ideen der Shopify-Vorlage
Sortiert nach der Frage, wer den Code erzeugt
Für eine neue Aktion zählt die Idee. Für einen Umzug zählt, woher der Code kommt. Die Nummern entsprechen der Reihenfolge in Shopifys Artikel.
Ein Automat erzeugt je Person einen Code
- 4 Abgebrochener Warenkorb
- 5 Newsletter-Anmeldung
- 7 Empfehlung
- 8 Erstkauf per SMS
- 11 Kundenbindung
- 12 Exit-Intent-Pop-up
- 18 Geburtstag und Meilensteine
- 21 Studierende und Berufsgruppen
Ein Werkzeug legt den Code selbst an oder nimmt ihn aus einer Liste. Am Go-live muss das Werkzeug umgestellt werden, und die offenen Codes müssen mit.
Ein Code für alle, von Hand angelegt
- 1 Wochen- und Monatsaktion
- 2 Vorverkauf
- 3 Feiertag und Saison
- 6 Likes und Follows
- 10 Exklusiv für Follower
- 13 Retargeting-Anzeige
- 14 Influencer
- 15 Anreiz für Onlinekauf
- 19 Flash-Sale
Der Code wird namensgleich angelegt. Was verloren geht, ist sein Zähler: bisherige Einlösungen und „einmal pro Kunde“.
Gedruckt oder vor Ort verteilt
- 16 Gutschein für den Ladenkauf
- 17 Eventteilnehmer
Steht auf Karten und Flyern, die niemand zurückholt. Der Code muss bis zu seinem letzten Gültigkeitstag existieren, online und an der Kasse.
Eine Regel, ganz ohne Code
- 9 Mindestbestellwert
- 20 Öko-Rabatt
Greift im Warenkorb von selbst. Auf Shopify ein automatischer Rabatt oder eine App, keine Codeliste.
Eigene Einordnung nach den Beschreibungen in Shopifys Artikel „21 kreative Ideen für Rabattcodes“. Manche Ideen lassen sich auch anders umsetzen, eine Kundenbindungsaktion etwa mit einem festen Code. Gezählt ist die Variante, die die Vorlage beschreibt.
Die neun Ideen der zweiten Gruppe sind der bekannte Fall. Ein Code wie SOMMER20 wird in Shopify unter demselben Namen angelegt, und was verloren geht, ist sein Gedächtnis: wie oft er schon eingelöst wurde und von wem. Gedruckte Codes brauchen dasselbe, nur länger, weil Flyer und Paketbeileger noch Monate nach dem Go-live auftauchen. Die zwei Ideen ohne Code werden automatische Rabatte. Alle drei Gruppen behandelt der Beitrag zu Rabatten und Aktionscodes.
Bleiben die acht Automaten. Sie sind der Grund, warum eine Codeliste, die am Go-live-Tag vollständig war, eine Woche später schon wieder veraltet ist. Jeder von ihnen erzeugt weiter Codes, und die Frage ist nur, wo.
Drei Wege, auf denen ein Automat an seine Codes kommt
Ob ein Automat nach dem Umzug weiterarbeitet, hängt weniger am Anlass als an seiner Codequelle. In der Praxis gibt es drei.
Er legt die Codes selbst im Shop an. Klaviyo kann laut eigener Hilfe eindeutige Codes für Shopify, WooCommerce, PrestaShop sowie Magento 1 und 2 erzeugen, ohne dass jemand eine Liste hochlädt. Treue- und Empfehlungs-Plugins arbeiten genauso: Sie legen den Code in dem Shop an, mit dem sie verbunden sind. Das ist bequem und beim Umzug gefährlich. Solange das alte System läuft, entstehen dort weiter gültige Codes, die im neuen Shop niemand kennt. So ist es dem Teeversand passiert.
Er nimmt die Codes aus einer Liste. Shopware 6 erzeugt für eine Promotion auf Wunsch Einzelcodes nach einem Muster, in dem %s für einen Buchstaben und %d für eine Ziffer steht. Jeder dieser Codes lässt sich nur einmal einlösen. Magento erzeugt ganze Stapel mit Länge, Format, Präfix und Suffix und exportiert sie als CSV oder Excel-XML. Die Liste wandert dann in ein Mail-Tool, ein SMS-Tool oder zu einem Dienst, der Studierendenrabatte prüft. Klaviyo weist bei jedem Versand einen Code aus einer solchen Liste zu und stellt klar, dass das Hochladen keine Rabatte im Shop anlegt. Beim Umzug heißt das: Die Restliste besteht aus Codes, die nur im alten Shop gelten, und sie wird weiter verbraucht, als wäre nichts gewesen.
Er verschickt einen festen Code. WILLKOMMEN10 für alle, im Flow als Text hinterlegt. Das ist der einfachste Fall, weil der Code nur namensgleich in Shopify existieren muss. Was nicht mitkommt, ist die Regel „einmal pro Kunde“. Shopify prüft sie je Rabatt und weiß nichts davon, wer den Code im alten Shop schon eingelöst hat.
Auch eine Liste im Kundenservice gehört hierher. Wer Kulanzcodes aus einer Tabelle oder aus einem Makro im Ticketsystem verschickt, betreibt ebenfalls einen Automaten, nur einen langsamen. Er taucht in keiner App-Liste auf und wird deshalb beim Umzug am häufigsten vergessen.
Für die Inventur genügt eine Tabelle mit vier Spalten: Automat, Codequelle, Gültigkeit der Codes, Ort der Einstellung. Die Antworten stehen in den Flows des Mail-Tools, in den Plugin-Einstellungen des alten Shops und bei den Diensten, die Codes ausgeben.
Der Umbau, Automat für Automat
Mit der Inventur in der Hand lässt sich für jeden Automaten festlegen, was am Go-live-Tag passieren muss. Dabei lohnt ein Blick darauf, wie sich ein vergessener Automat bemerkbar macht.
Acht Automaten im Umzug
Was jeder Automat am Go-live-Tag braucht
Jeder Automat hat einen Auslöser, eine Codequelle und eine Stelle, an der er nach dem Umzug hängen bleibt. Manche Ausfälle melden sich über den Kundenservice. Die anderen bemerkt man erst in der Monatsauswertung.
- 4 laut Kundinnen merken es an der Kasse
- 4 still Es kommen einfach keine Codes mehr
- Idee 5
Willkommenscode
nach der Newsletter-Anmeldung
- Heute
- Das Mail-Tool legt je Anmeldung einen Code im alten Shop an oder nimmt ihn aus einer hochgeladenen Liste.
- Am Go-live vergessen laut
- Die Mail kommt an, der Code sieht echt aus und scheitert an der neuen Kasse.
- Auf Shopify
- Im Mail-Tool einen Coupon für Shopify anlegen und in Flow und Anmeldeformular austauschen. Klaviyo füllt Codes für Flows dann selbst nach.
- Idee 4
Warenkorb-Erinnerung
nach einem abgebrochenen Kauf
- Heute
- Ein Plugin im alten Shop verschickt die Erinnerung, oder das Mail-Tool bekommt die Warenkörbe von dort.
- Am Go-live vergessen still
- Mit dem alten Shop endet das Plugin. Es gehen keine Erinnerungen mehr raus, und in der ersten Woche vermisst sie niemand.
- Auf Shopify
- Shopify erkennt abgebrochene Checkouts selbst. Die Erinnerung läuft über Shopify Messaging oder das Mail-Tool, der Code kommt aus Shopify.
- Idee 8
Erstkauf-Code per SMS
nach der SMS-Anmeldung
- Heute
- Das SMS-Tool ist an den alten Shop angebunden und holt den Code von dort.
- Am Go-live vergessen laut
- Der Code in der SMS greift im neuen Checkout nicht.
- Auf Shopify
- Das SMS-Tool neu mit Shopify verbinden. Bei Klaviyo passt höchstens ein persönlicher Code in eine SMS.
- Idee 7
Empfehlungscode
wenn jemand einen Freund wirbt
- Heute
- Ein Plugin erzeugt einen Code für die Geworbenen und eine Gutschrift für die Werbenden. Die Empfehlungslinks zeigen auf den alten Shop.
- Am Go-live vergessen still
- Geworbene landen ohne Code auf der Startseite, Werbende bekommen keine Gutschrift. Auffallen wird es erst, wenn jemand nachfragt.
- Auf Shopify
- Eine Empfehlungs-App, die ihre Codes selbst in Shopify anlegt. Offene Gutschriften übertragen, alte Empfehlungslinks weiterleiten.
- Idee 11
Treuecode
wenn Punkte eingelöst werden
- Heute
- Das Treue-Plugin tauscht Punkte gegen einen Code, den es im alten Shop anlegt.
- Am Go-live vergessen laut
- Eingelöste, aber noch nicht genutzte Codes sind ungültig. Für die Kundin sind ihre Punkte damit weg.
- Auf Shopify
- Eine Treue-App mit Import der Punktestände. Offene Einlösecodes mit Restlaufzeit gehören in denselben Import.
- Idee 12
Pop-up-Code
wenn jemand die Seite verlassen will
- Heute
- Ein Pop-up-Werkzeug mit Skript im alten Theme zeigt einen Code aus einer Liste oder aus dem Shop.
- Am Go-live vergessen still
- Das Skript stand im alten Theme. Im neuen fehlt das Pop-up einfach, und mit ihm die Anmeldungen, die es gebracht hat.
- Auf Shopify
- Die App im Theme-Editor als App-Einbettung einschalten und ihre Codequelle auf Shopify umstellen.
- Idee 18
Geburtstagscode
am Geburtstag oder Kundenjubiläum
- Heute
- Das Mail-Tool liest das Datum, das Kundinnen bei der Registrierung im alten Shop angegeben haben. Shopware und Magento haben dafür ein Feld.
- Am Go-live vergessen still
- Bekannte Daten bleiben im Mail-Tool. Neue Kundinnen bringen keins mehr mit, weil die Anmeldung bei Shopify per E-Mail-Code läuft, ohne Formular mit Geburtstagsfeld. Der Flow wird Monat für Monat kleiner.
- Auf Shopify
- Das Datum ins Standard-Metafeld facts.birth_date importieren und die Abfrage neu bauen, über ein Formular oder eine App.
- Idee 21
Nachweis-Code
nach geprüftem Studierenden- oder Berufsstatus
- Heute
- Ein Verifizierungsdienst gibt nach der Prüfung Codes aus einer Liste aus, die Sie dort hochgeladen haben.
- Am Go-live vergessen laut
- Die Liste beim Dienst stammt aus dem alten Shop. Jeder neu ausgegebene Code ist im neuen ungültig.
- Auf Shopify
- Eine neue Liste in Shopify erzeugen, über die API bis zu 250 Codes je Aufruf, und beim Dienst austauschen.
Nach den Hilfeseiten von Klaviyo zu Coupons, der Shopify-Hilfe zu Marketing-Automationen und der Entwicklerdoku zu Rabattcodes und Standard-Metafeldern, Stand Oktober 2026. Welche Codequelle ein Plugin oder eine App im Einzelnen nutzt, steht in dessen Einstellungen.
Die stillen Ausfälle sind die teureren. Ein Willkommenscode, der an der Kasse scheitert, erzeugt eine Mail an den Kundenservice, und am nächsten Tag ist der Fehler behoben. Eine Warenkorb-Erinnerung, die nicht mehr verschickt wird, erzeugt gar nichts. Sie fehlt einfach in der Monatsauswertung, und bis jemand nachsieht, sind Wochen vergangen. Bei Händlern, die einen nennenswerten Teil ihres Umsatzes über solche Erinnerungen zurückholen, kann das der größte einzelne Posten in dieser Liste sein.
Für Klaviyo, das in vielen Shops die Willkommens- und Warenkorb-Mails verschickt, gelten ein paar Besonderheiten, die die Hilfe zu Shopify-Codes beschreibt:
- Der Coupon wird neu angelegt. Ein Coupon, der Codes in Magento oder WooCommerce erzeugt, erzeugt sie auch weiterhin dort. Für Shopify entsteht ein neuer Coupon, und jede Flow-Mail, jedes Anmeldeformular und jede geplante Kampagne bekommt ihn statt des alten.
- Flows füllen sich selbst auf. Für Flow-Mails erzeugt Klaviyo die Codes in Shopify automatisch. Für Anmeldeformulare hält es rund 600 Codes je Formular vor und legt nach, sobald weniger als 400 übrig sind. Für Kampagnen werden die Codes vorab erzeugt, und das kann bei großen Mengen mehrere Stunden dauern.
- Wer den Rabatt ändert, entscheidet, was mit verschickten Codes passiert. Ändern Sie Wert oder Art in Klaviyo, legt Klaviyo in Shopify eine neue Preisregel an, und bereits verschickte Codes behalten ihren alten Wert. Ändern Sie den Rabatt direkt in Shopify, gilt die Änderung auch für Codes, die schon in Postfächern liegen.
Den Geburtstagscode trifft der Umzug von zwei Seiten. Shopware und Magento fragen das Geburtsdatum bei der Registrierung ab, wenn es eingeschaltet ist. Shopifys neue Kundenkonten melden Kunden dagegen mit einem Code an ihre E-Mail-Adresse an, ein Registrierungsformular mit Geburtstagsfeld gibt es nicht. Die Daten, die im Mail-Tool schon stehen, bleiben dort. Neue Kundinnen bringen keine mehr mit. Für das Datum selbst hat Shopify ein Standard-Metafeld am Kunden, facts.birth_date. Importieren Sie die vorhandenen Daten dorthin und bauen Sie die Abfrage neu, über ein Formular oder eine App, die in dieses Feld schreibt. Sonst läuft der Flow weiter und wird Monat für Monat kleiner. Was mit Punkteständen und VIP-Status passiert, steht in Stammkunden beim Shopify-Umstieg, wie Partner- und Creator-Codes umziehen, in Partnerprogramme beim Shopify-Umstieg.
Was in den Postfächern liegt, wenn umgeschaltet wird
Selbst wenn jeder Automat am Go-live-Tag pünktlich umgehängt wird, bleibt ein Rest. Bis zur letzten Minute vor dem Umschalten hat der alte Shop Codes ausgegeben, und viele davon sind noch Tage oder Wochen gültig. Die Kundinnen, die sie bekommen haben, lösen sie im neuen Checkout ein.
Überhang am Go-live
Rund 1.800 Codes aus dem alten Shop warten auf den neuen Checkout
Eine Beispielrechnung mit runden Zahlen: vier Automaten, die bis zum letzten Tag Codes verschicken. Links der Zeitraum, in dem noch gültige Codes ausgegeben wurden, rechts die Tage, in denen sie nach dem Go-live eingelöst werden können.
-
960 offen
-
149 offen
-
306 offen
-
378 offen
Offene Codes am Go-live-Tag 1.793
Offene Codes = Codes je Tag × Gültigkeit × Anteil noch nicht eingelöst. Vereinfacht mit gleichmäßiger Ausgabe und einer gemittelten Einlösequote. Ihre eigenen Zahlen stehen im Mail-Tool und im alten Shop: verschickte Codes der letzten Wochen und wie viele davon eingelöst sind.
Für diesen Überhang gibt es drei Wege, und die Gültigkeit der Codes entscheidet, welcher passt.
Übertragen. Die offenen Codes werden aus dem alten System exportiert und in Shopify angelegt: ein Rabatt je Automat mit Wert und Bedingungen wie im alten Shop, die Codes über die Schnittstelle dazu. Shopify nimmt bis zu 250 Codes je Aufruf an und verarbeitet sie im Hintergrund. Die rund 1.800 Codes aus dem Beispiel sind acht Aufrufe. Das lohnt sich für alles mit langer Gültigkeit, also Willkommens-, Geburtstags- und Kulanzcodes.
Auslaufen lassen. Für kurze Fenster wie die Warenkorb-Erinnerung mit sieben Tagen kann es reichen, den Kundenservice vorzubereiten. Wer sich mit einem alten Code meldet, bekommt einen neuen. Das ist ehrlich, aber laut, und es passt nur zu kleinen Mengen.
Ersetzen. Wer weiß, welche Kundin welchen Code bekommen hat, kann den Empfängern noch offener Codes eine kurze Mail mit einem neuen Code aus Shopify schicken. Klaviyo kennt diese Zuordnung für die Codes, die es selbst verschickt hat. Für eine Liste im Ticketsystem gibt es sie meist nicht.
Beim Übertragen sind drei Dinge wichtig. Erstens der Zeitpunkt. Ein Export eine Woche vor dem Go-live verpasst alle Codes, die danach ausgegeben werden. Planen Sie einen zweiten Export direkt nach dem Umschalten ein, so wie bei verkauften Gutscheinen, die im Beitrag zum Go-live-Termin dieselbe Lücke haben. Zweitens die Schreibweise. Magento behandelt Codes mit unterschiedlichem Bindestrich-Muster als verschiedene Codes. Übertragen Sie jeden Code Zeichen für Zeichen so, wie er verschickt wurde. Drittens die Abnahme. Lösen Sie einen übertragenen Code in einer Testbestellung ein und versuchen Sie es dann ein zweites Mal. Der zweite Versuch muss scheitern.
Bei der Gelegenheit lohnt es sich, die Namen der neuen Codes zu ordnen. Ein Präfix je Automat, etwa WK- für Willkommen und GB- für Geburtstag, macht in Shopifys Rabattberichten sichtbar, welcher Automat was bringt, und trennt übertragene von neuen Codes. Klaviyo und Magento können Präfixe setzen. Umlaute und Sonderzeichen gehören nicht in Codes. Shopifys eigener Artikel schlägt zwar Namen wie KOMM_ZURÜCK10 vor, mit dem Hinweis, man solle prüfen, ob Umlaute erlaubt sind. Die Shopify-Hilfe rät dagegen von Sonderzeichen ab, weil der Code sonst nicht sauber in die Checkout-Adresse übernommen wird.
Wenn der Code in einem Link steckt
Viele Automaten verschicken den Code nicht nur als Text, sondern hinter einem Button, der ihn gleich in den Warenkorb legt. Auf Shopify hat dieser Link ein festes Format.
Rabattlinks
So ist ein Shopify-Link gebaut, der den Code gleich mitbringt
Ein Klick genügt, der Rabatt liegt im Warenkorb. Das Format ist fest, und es ist ein anderes als das der meisten alten Shops.
https://ihr-shop.de/discount/TEE-WK-7Q4M?redirect=/collections/gruentee
- 1
Ihre Domain
Nach dem Go-live die Shopify-Domain, nicht die des alten Shops.
- 2
Fester Pfad
Daran erkennt Shopify den Rabattlink und legt den Code in den Warenkorb.
- 3
Der Code
Ein aktiver Rabattcode in Shopify, fest oder persönlich aus dem Mail-Tool.
- 4
Zielseite
Optional. Ohne diesen Teil landet die Kundin auf der Startseite.
Fünf Regeln für Rabattlinks
- Ein Link trägt genau einen Rabatt.
- Er funktioniert nur, solange der Rabatt aktiv ist.
- Rabatte, die eine App anlegt, bekommen im Admin keinen Link. Den liefert die App.
- Der Rabatt bleibt in Warenkorb und Browser, bis die Kundin ihn entfernt.
- Er zählt zum Limit von fünf Rabattcodes je Bestellung.
Ein Link aus einer alten Mail
https://ihr-shop.de/?gutschein=TEE10
Der Parameter stammt aus einem Plugin des alten Shops. Die Startseite gibt es auch auf Shopify, also greift keine Weiterleitung. Die Kundin landet auf der Startseite, der Code bleibt draußen.
Abhilfe: Links in laufenden Flows auf /discount/ umstellen. Für
Mails, die schon verschickt sind, liest ein kleines Skript im Theme den alten Parameter und leitet
auf den passenden Rabattlink weiter.
Nach der Shopify-Hilfe zu Rabattcodes, Abschnitt „Shareable links and QR codes“, Stand Oktober 2026. Der Parametername im alten Link ist ein Beispiel. Welchen Namen Ihr Plugin nutzt, zeigt jeder Link aus einer alten Kampagne.
Nach dem Go-live gehört deshalb jeder Button in jedem Flow auf die Prüfliste: Zeigt er auf die neue Domain, und hat er das Format /discount/? Die Shopify-Hilfe beschreibt Link und QR-Code im Abschnitt zum Verwalten von Rabatten. Den passenden QR-Code bietet der Admin beim Rabatt gleich mit an. Das ist praktisch für Paketbeileger, deren alte QR-Codes in dieselbe Falle laufen wie alte Mail-Links: Sie zeigen auf die Startseite mit einem Parameter, den Shopify nicht kennt.
Für Links in Mails, die schon verschickt sind, hilft keine Weiterleitung. Shopify leitet nur Adressen um, die im neuen Shop nicht existieren, und die Startseite existiert. Hier hilft das kleine Skript im Theme. Es liest den alten Parameter aus der Adresse und schickt die Kundin auf /discount/ mit demselben Code. Das setzt voraus, dass der Code übertragen wurde. Wie Shopify Weiterleitungen sonst behandelt, steht in Landingpages beim Shopify-Umstieg.
Checkliste
Rabattcode-Automaten vor dem Go-live: zwölf Punkte
Die ersten vier Punkte sind Inventur und brauchen nur den alten Shop. Die Punkte fünf bis acht gehören in die Umsetzung, die letzten vier in Go-live-Tag und erste Woche. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 12 erledigt
Was zu Ihrer Ausgangslage passt
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Magento 2 oder WooCommerce mit Klaviyo-Coupons | Für Shopify neue Coupons anlegen und am Go-live-Tag in allen Flows, Formularen und Kampagnen tauschen. Den alten Shop danach nicht mehr Codes erzeugen lassen |
| Shopware 6 mit Einzelcodes aus einer Promotion | Die noch nicht eingelösten Codes der Promotion in Shopify übertragen. Für neue Ausgaben eine Liste aus Shopify erzeugen und im Mail-Tool die alte ersetzen |
| Mail-Tool mit hochgeladener Codeliste | Die Restliste stilllegen, sie gilt nur im alten Shop. Eine neue Liste über die Shopify-Schnittstelle anlegen und hochladen |
| Warenkorb-Erinnerung über ein Plugin im alten Shop | Auf Shopifys abgebrochene Checkouts umstellen, per Shopify Messaging oder Mail-Tool. Am ersten Tag prüfen, ob Erinnerungen rausgehen |
| Geburtstagsrabatt mit Datum aus dem Kundenkonto | Daten ins Metafeld facts.birth_date importieren und eine neue Abfrage bauen. Die Anmeldung bei Shopify fragt kein Geburtsdatum ab |
| Empfehlungsprogramm als Plugin | Eine App, die Codes selbst in Shopify anlegt. Offene Gutschriften übertragen und alte Empfehlungslinks weiterleiten |
| Treuepunkte, die gegen Codes eingelöst werden | Punktestände und offene Einlösecodes im selben Import übertragen. Mehr in Stammkunden beim Shopify-Umstieg |
| Kulanzcodes aus einer Liste im Ticketsystem | Neue Liste aus Shopify erzeugen, Makros am Go-live-Tag tauschen, offene Codes übertragen |
| Studierenden- oder Berufsgruppenrabatt über einen Prüfdienst | Neue Codeliste in Shopify erzeugen und beim Dienst austauschen, bevor die alte leer ist |
| Paketbeileger mit QR-Code auf den alten Shop | Alte Codes übertragen und das Skript für den alten Parameter testen. Neue Beileger mit dem QR-Code aus dem Shopify-Admin drucken |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Rabattcodes gelten als einfacher Teil einer Migration, weil jeder einzelne Code einfach ist. Die Codes, die Ärger machen, stehen aber in keiner Liste. Sie entstehen jeden Tag neu, in Werkzeugen, die am alten Shop hängen. Drei Punkte verhindern das meiste davon.
Inventarisieren Sie Automaten, nicht Codes. Eine Codeliste, die am Go-live-Tag vollständig ist, ist eine Woche später veraltet, wenn die Werkzeuge dahinter weiter in den alten Shop schreiben. Die richtige Frage an jede Rabattidee lautet nicht „Welcher Code?“, sondern „Wer erzeugt ihn, und wo?“.
Die stillen Ausfälle zuerst. Was an der Kasse scheitert, meldet der Kundenservice. Warenkorb-Erinnerung, Empfehlung, Pop-up und Geburtstag scheitern still. Für sie gehört eine Zahl in die Abnahme der ersten Woche: Codes je Automat und Tag, erzeugt in Shopify.
Der Überhang ist planbar. Die Codes, die beim Umschalten noch in Postfächern liegen, lassen sich vorher schätzen und danach übertragen. Mit einem zweiten Export direkt nach dem Umschalten und einer Testbestellung je Automat landet jede Kundin mit einem alten Code im neuen Checkout dort, wo sie hinwollte.
Wenn Sie einen Umstieg planen und Ihre Automaten einmal mit jemandem durchgehen möchten, der das schon gemacht hat: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen planen, steht auf Shopsystem-Migration. Für Shops ohne B2B und ERP-Anbindung gibt es den Migration-Starter zum Festpreis. Was der Wechsel von Ihrem System konkret bedeutet, lesen Sie auf Shopware zu Shopify, Magento zu Shopify und WooCommerce zu Shopify.