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Das Theme ist fertig, die Marke nicht: Das Markenpaket beim Shopify-Umstieg

Beim Wechsel auf Shopify baut das Theme-Projekt die Marke im Onlineshop nach. Checkout, Bestellmails, Rechnung, Lieferschein, Kundenkonto und Kassenbon werden an eigenen Stellen gestaltet und stehen am Go-live oft noch auf Standard. Der Beitrag zeigt, welche Stellen das sind, welche Logodateien sie brauchen, wie aus der Palette Farbschemata werden und warum „du“ oder „Sie“ eine Markenentscheidung ist.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
12 Min.
Editorial Illustration: Links einer gestrichelten, messingfarbenen Linie liegt ein kleines Markenpaket aus einem schwarzen Quadrat, drei Farbpunkten in Schwarz, Terrakotta und Messing und drei Schriftlinien. Rechts davon stehen sechs Umrissflächen in verschiedenen Formaten, von einer breiten Fläche bis zu einem schmalen Streifen wie ein Kassenbon. Nur die breite Fläche trägt das schwarze Quadrat, alle anderen zeigen an seiner Stelle ein gestricheltes Feld, eines davon terrakottafarben und warm hinterlegt. Sinnbild für eine Marke, die nach dem Umstieg nur im Onlineshop ankommt.

Ein Händler für Wohnaccessoires, bisher Shopware 6, geht an einem Dienstag mit Shopify live. Die Startseite ist abgenommen, die Produktseiten auch, die Farben stimmen bis auf den letzten HEX-Wert. Am Nachmittag bestellt die Geschäftsführerin zum ersten Mal selbst im neuen Shop.

Im Checkout sitzt das Logo, aber die Buttons haben eine andere Farbe als im Shop, und die Schrift ist eine andere. Die Danke-Seite duzt, in einem Shop, der seine Kundschaft seit zwölf Jahren siezt. Die Bestellbestätigung kommt mit einem kleinen Logo auf weißem Grund und einer Akzentfarbe, die niemand ausgesucht hat. Am nächsten Tag liegt im Paket ein Lieferschein im Standardlayout, und die Rechnung aus der App, die jemand für die Pflichtangaben installiert hat, kommt ganz ohne Logo.

Nichts davon ist ein Fehler. Jede dieser Stellen hat in Shopify eigene Einstellungen, und keine davon gehört zum Theme. Das Theme-Projekt war fertig, die Marke war es nicht.

Shopify hat am 23. September einen Leitfaden für Branding-Pakete veröffentlicht. Er bündelt Logo-Varianten, Farbpalette, Typografie, Bildsprache, Tonalität und Anwendungsregeln, damit eine Marke „vom Onlineshop über Social Media und E-Mails bis zur Verpackung“ einheitlich auftritt. Für eine Gründung ist so ein Paket der Anfang. Für einen Umstieg ist es eine Inventur: Das Paket gibt es längst, nur liegt es nicht in einem Ordner, sondern verteilt im alten System.

Im alten Shop war die Marke an mehr Stellen eingestellt, als das Pflichtenheft kennt

In Shopware 6 steckt die Marke in der Theme-Konfiguration: Logos für Desktop, Tablet und Smartphone, Favicon, Teilen-Icon, Primär- und Sekundärfarbe, die Farbe des Kaufen-Buttons, die Schriften. Dazu kommen die Kopf- und Fußzeilen der Mail-Vorlagen, je Verkaufskanal, und die Dokumentvorlagen für Rechnung, Lieferschein und Gutschrift, jede mit eigenem Logo und den Firmenangaben. Magento 2 verteilt dasselbe auf die Design-Konfiguration (Logo, Favicon, Mail-Logo), die Transaktionsmails und das PDF-Logo in den Verkaufseinstellungen. Bei WooCommerce liegen Logo und Website-Icon im Customizer oder, bei Block-Themes, im Website-Editor, Kopfbild, Grundfarbe und Fußzeile der Mails in den WooCommerce-Einstellungen, und die Rechnung kommt aus einem PDF-Plugin mit eigener Vorlage.

Das alles wurde einmal eingerichtet, oft vor Jahren, oft von Menschen, die heute nicht mehr im Projekt sind. In einem Migrationsplan taucht es nicht auf, weil es keine Daten sind. Das Migrationswerkzeug überträgt Produkte, Kunden und Bestellungen. Die Einstellungen, die aus diesen Datensätzen eine erkennbare Marke machen, bleiben im alten System zurück. Für die Schrift haben wir das im Beitrag zur Markenschrift beim Shopify-Umstieg ausführlich beschrieben. Für Logo, Farben und Anrede gilt dasselbe, nur an mehr Stellen.

Kontaktpunkte

Wo die Marke in Shopify gepflegt wird

Elf Stellen, an denen Ihre Marke im neuen Shop gepflegt werden muss. Links, wo sie im alten Shop eingestellt war, rechts, wo sie in Shopify hingehört. Die Markierung zeigt, ob ein Theme-Projekt die Stelle üblicherweise mitliefert.

  • Seiten, Produktseite, Warenkorb

    Im Theme-Projekt

    Im alten Shop Theme-Konfiguration: Logos, Farben, Schriften

    In Shopify Theme-Editor mit Farbschemata und Schriftauswahl

  • Favicon und Vorschaubild beim Teilen

    Teilweise

    Im alten Shop Theme-Konfiguration

    In Shopify Theme-Einstellungen für das Favicon, Onlineshop › Einstellungen für das Vorschaubild

    Wird selten abgenommen, weil man es auf keiner Seite sieht. Im Checkout zeigt Shopify das Favicon nur auf Shopify Plus.

  • Checkout und Danke-Seite

    Eigene Position

    Im alten Shop Teil des Themes, mit denselben Farben und Schriften

    In Shopify Checkout-Editor unter Einstellungen › Checkout

    Der größte Bruch: Im Altsystem war der Checkout eine Seite des Themes, in Shopify ist er es nicht.

  • Kundenkonto

    Eigene Position

    Im alten Shop Teil des Themes

    In Shopify Checkout-Editor, gemeinsam mit Checkout und Anmeldung

  • Bestell-, Versand- und Erstattungsmails

    Eigene Position

    Im alten Shop Mail-Vorlagen mit Kopf- und Fußzeile, Mail-Logo, Grundfarbe

    In Shopify Einstellungen › Benachrichtigungen

  • Rechnung

    Eigene Position

    Im alten Shop Dokumentvorlage mit Logo und Firmenangaben, bei WooCommerce ein PDF-Plugin

    In Shopify Shopify-App Order Printer, andere Rechnungs-App oder Warenwirtschaft

    Eine PDF-Rechnung erzeugt Shopify ohne App nicht. Wer sie erzeugt, bringt auch die Vorlage mit.

  • Lieferschein

    Eigene Position

    Im alten Shop Dokumentvorlage wie die Rechnung

    In Shopify Lieferscheinvorlage unter Einstellungen › Versand und Zustellung

  • Geschenkkarte

    Teilweise

    Im alten Shop Plugin mit eigener Vorlage

    In Shopify Theme-Vorlage für die Seite, Benachrichtigungen für die Mails

  • Markenelemente für Kanäle und Apps

    Eigene Position

    Im alten Shop Gab es in dieser Form nicht

    In Shopify Einstellungen › Allgemein, Markenelemente

    Neu mit dem Umstieg: Logo, quadratisches Logo, Farben, Slogan und Kurzbeschreibung an einer Stelle. Themes, Vertriebskanäle und kompatible Apps können sie übernehmen, der Kassenbon nimmt das Logo als Standard.

  • Kassenbon

    Eigene Position

    Im alten Shop Eigenes Kassensystem

    In Shopify Shopify POS, Einstellungen für Belege

  • Mails und Seiten von Apps

    Eigene Position

    Im alten Shop Plugins mit eigenen Vorlagen

    In Shopify In jeder App einzeln: Bewertungen, Retouren, Abos, Newsletter

Altsystem nach Shopware 6, Magento 2 und WooCommerce in der Standardausstattung; Einstellungsorte in Shopify nach help.shopify.com, Stand September 2026. Was ein Theme-Projekt abdeckt, hängt vom Angebot ab. Die Markierung beschreibt den üblichen Zuschnitt.

Die unbequeme Zeile in dieser Karte ist der Checkout. Im Altsystem war er eine Seite des Themes: Wer die Farben des Shops geändert hat, hat den Checkout mitgeändert. In Shopify hat er einen eigenen Editor, und ein Theme-Angebot endet in aller Regel dort, wo der Checkout beginnt.

Daraus folgt die wichtigste Regel für den Projektplan: Das Theme deckt den Onlineshop ab. Jede andere Stelle braucht eine eigene Position, mit einer Person, die sie einrichtet, und einer, die sie abnimmt. Das ist selten viel Arbeit. Es wird nur ohne eigene Position nicht erledigt.

Das neue Fach im Admin: die Markenelemente

Eine Stelle in der Karte hat im Altsystem kein Gegenstück. In den allgemeinen Einstellungen von Shopify gibt es einen Bereich für Markenelemente: ein Standardlogo (mindestens 512 Pixel breit), ein quadratisches Logo (mindestens 512 × 512 Pixel), Primär- und Sekundärfarbe mit je einer Kontrastfarbe, ein Titelbild, einen Slogan mit bis zu 80 und eine Kurzbeschreibung mit bis zu 150 Zeichen.

Diese Angaben sind das, was einem Branding-Paket im Admin am nächsten kommt. Themes können das Logo von hier übernehmen, Vertriebskanäle und kompatible Apps ebenso. Shopify POS nimmt das Logo als Standard für gedruckte Belege, und die Mail-Vorlagen von Shopify Messaging, dem früheren Shopify Email, richten sich zunächst nach diesen Einstellungen. Die Benachrichtigungen zu Bestellung und Versand dagegen haben ihr eigenes Logo, der Checkout ebenfalls.

Füllen Sie die Markenelemente deshalb früh und vollständig aus. Sie ersetzen die übrigen Stellen nicht, aber sie sind der einzige Ort, an dem Shopify eine Marke als Ganzes kennt. Was hier fehlt, fehlt überall dort, wo sich Kanäle und Apps bedienen.

Jede Fläche braucht ihre eigene Logodatei

Shopifys Leitfaden empfiehlt statt einer einzelnen Datei ein Logo-System: Hauptlogo, kompakte Version, Bildmarke, Fassungen für helle und dunkle Hintergründe, eine einfarbige Version, Formate für Web und Druck. Für einen Umstieg wird aus dieser Empfehlung eine Dateiliste, denn die Flächen in Shopify stellen sehr unterschiedliche Anforderungen.

Drei davon überraschen in fast jedem Projekt. Der Checkout nimmt kein SVG an, auch wenn das Theme eines verwendet. Mailprogramme wie Gmail und Outlook zeigen SVG ebenfalls nicht an. Und der Bondrucker einer Filiale macht aus einem farbigen Logo eine Graustufenfläche, in der helle Töne verschwinden.

Logo-Dateien

Ein Logo, neun Dateien

Jede Fläche in Shopify bekommt ihre eigene Datei, an ihrem eigenen Ort. Die Vorschau zeigt schematisch, wie das Logo dort steht. Unter der Vorschau: Format, Größe und wo die Datei hochgeladen wird.

  • Hauptlogo quer

    Theme-Editor, Kopfbereich

    Datei
    SVG oder PNG, transparent
    Größe
    Breite im Theme einstellbar, Datei in doppelter Anzeigebreite

    Das einzige Logo, das ein Theme-Projekt sicher mitbringt. Es kann auch aus den Markenelementen übernommen werden.

  • Hauptlogo hell

    Theme-Editor, dunkle Farbschemata und Fußbereich

    Datei
    SVG oder PNG, transparent
    Größe
    wie das Hauptlogo

    Fehlt es, steht das dunkle Logo auf dunklem Grund, oder die Fläche bleibt ohne Marke.

  • Quadratisches Logo

    Einstellungen › Allgemein, Markenelemente

    Datei
    PNG oder JPG
    Größe
    mindestens 512 × 512 Pixel

    Neben dem Standardlogo, das mindestens 512 Pixel breit sein muss. Themes, Vertriebskanäle und kompatible Apps können beide von hier übernehmen.

  • Favicon

    Theme-Editor, Theme-Einstellungen

    Datei
    PNG
    Größe
    ideal 32 × 32 Pixel

    Bei dieser Größe ist ein Schriftzug unlesbar, hierher gehört die Bildmarke. Im Checkout zeigt Shopify das Favicon nur auf Shopify Plus.

  • Vorschaubild zum Teilen

    Onlineshop › Einstellungen

    Datei
    JPG oder PNG
    Größe
    1200 × 630 Pixel, das übliche Open-Graph-Format

    Erscheint, wenn jemand den Shop teilt und die Seite kein eigenes Bild hat. Ein Bild aus dem Theme hat Vorrang, ohne Bild springt das Logo ein.

  • Checkout-Logo

    Checkout-Editor

    Datei
    PNG oder JPG, kein SVG
    Größe
    Anzeigebreite und Ausrichtung im Editor einstellbar

    Wird nicht aus dem Theme übernommen. Gilt auch für Kundenkonten und Anmeldung, die auf Wunsch ein eigenes Logo bekommen.

  • Mail-Logo

    Einstellungen › Benachrichtigungen

    Datei
    PNG oder JPG, kein SVG
    Größe
    Breite in Pixeln einstellbar

    Verbreitete Mailprogramme wie Gmail und Outlook zeigen SVG nicht an. Ein Logo mit transparentem Hintergrund braucht einen Test in einem Mailprogramm mit dunkler Darstellung.

  • Drucklogo

    Lieferscheinvorlage, Order Printer oder Rechnungs-App

    Datei
    PNG, dunkel auf Weiß
    Größe
    als hochgeladene Datei per Code in der Vorlage

    Die Lieferscheinvorlage holt das Logo nicht aus den Markenelementen. Gedruckt wird auf Büropapier, eine helle oder farbige Fassung verliert dabei.

  • Kassenbon-Logo

    Shopify POS, Belege

    Datei
    Standard: Logo aus den Markenelementen, in Graustufen
    Größe
    empfohlen 400 × 200 Pixel

    Bondrucker drucken nur Schwarz. Helle Farben und feine Linien können nach der Umwandlung verschwinden, eine eigene Schwarz-Weiß-Fassung ist sicherer.

Formate und Größen nach den Hilfeseiten zu Markenelementen, Favicon, Vorschaubild, Checkout-Editor, Benachrichtigungen, Lieferscheinvorlage und Shopify-POS-Belegen (help.shopify.com) sowie der Checkout-Dokumentation auf shopify.dev, Stand September 2026. Für das Vorschaubild nennt Shopify keine Größe; die Karte nennt das übliche Open-Graph-Format.

Wer aus dem alten System nur die Datei aus dem Kopfbereich mitnimmt, hat eine von neun. Die übrigen entstehen am besten in einem Arbeitsgang, von der Person, die auch die Originaldateien hat. Nachträglich aus einem PNG ausgeschnitten, sieht man ihnen das an.

Aus der Palette werden Farbschemata

Im Altsystem hatte die Marke meist eine Handvoll Farbvariablen: Primärfarbe, Sekundärfarbe, Kaufen-Button, Preisfarbe. Aktuelle Shopify-Themes wie Horizon und Dawn arbeiten stattdessen mit Farbschemata. Ein Schema legt Hintergrund, Text, Buttons, Button-Beschriftung und Rahmen gemeinsam fest, und jeder Abschnitt einer Seite bekommt eines davon zugewiesen. Aus der Palette muss also eine Rollenverteilung werden: Welche Farbe ist Button, welche seine Beschriftung, welcher Hintergrund trägt welchen Text?

Der Checkout hat eigene Farbfelder für Kopfbereich, Hauptbereich, Bestellübersicht, Buttons und Fehlermeldungen, dazu eine Palette mit bis zu 20 Farben. Die Benachrichtigungen haben eine einzige Akzentfarbe. Dieselbe Markenfarbe landet also an drei Stellen in drei unterschiedlichen Rollen.

Bei dieser Übersetzung zeigt sich ein Problem, das im alten Shop oft niemand bemerkt hat: Viele Markenfarben sehen als Fläche hervorragend aus und tragen trotzdem keine weiße Schrift. Orange, Gelb, helles Grün und Türkis fallen fast immer durch. Seit dem 28. Juni 2025 ist das für viele Onlineshops mehr als eine Stilfrage. Seitdem gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, und als technischer Maßstab dient in der Praxis die europäische Norm EN 301 549. Sie übernimmt für Webinhalte die WCAG 2.1 in Stufe AA, und die verlangt für normale Schrift ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 zu 1. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme.

Kontrastprüfung

Trägt Ihre Markenfarbe einen Button?

Geben Sie Ihre Markenfarbe ein. Der Rechner prüft die drei Paarungen, in denen sie im neuen Shop am häufigsten landet, gegen die Schwellen der WCAG 2.1 in Stufe AA: 4,5 : 1 für normale Schrift, 3 : 1 für große Schrift, Icons und Rahmen.

Drei oder sechs Stellen, zum Beispiel #1f7a8c

Oder ein Beispiel

  • In den Warenkorb

    Weiße Schrift auf Markenfarbe

    3,1 : 1

    Button, Ankündigungsleiste, Badge. Derselbe Wert gilt für Markenfarbe als Schrift auf Weiß, etwa für Links und Preise.

    • Normale Schrift verfehlt
    • Große Schrift, Icons, Rahmen erfüllt
  • In den Warenkorb

    Dunkle Schrift auf Markenfarbe

    5,9 : 1

    Die Alternative, wenn weiße Schrift durchfällt. Funktioniert bei hellen Markenfarben.

    • Normale Schrift erfüllt
    • Große Schrift, Icons, Rahmen erfüllt
  • Versandkosten ansehen

    Markenfarbe auf hellem Farbschema

    2,7 : 1

    Links und Hervorhebungen auf einem cremefarbenen Hintergrund, wie ihn viele Themes als zweites Farbschema nutzen.

    • Normale Schrift verfehlt
    • Große Schrift, Icons, Rahmen verfehlt

Für Buttons mit weißer Schrift und für Links braucht die Palette eine dunklere Stufe desselben Tons, etwa #ac5419 (5,2 : 1 mit weißer Schrift, 4,5 : 1 auf Creme). Alternativ behalten Sie die Farbe für Buttons und setzen die Beschriftung dunkel.

Kontrastverhältnis nach der Formel der WCAG 2.1 (W3C), Schwellen der Stufe AA. Als große Schrift gelten ab etwa 24 Pixel normal oder 18,5 Pixel fett, eine Button-Beschriftung ist das selten. Der Rechner ersetzt keine Prüfung der fertigen Seiten, zeigt aber, ob die Palette das Problem schon mitbringt.

Die Lösung ist fast nie eine Ausnahme auf einzelnen Seiten, sondern eine zweite Stufe in der Palette: dieselbe Farbe, dunkel genug für weiße Schrift, als eigene Rolle dokumentiert. Die helle Fassung bleibt für Flächen, Illustrationen und große Überschriften. Die dunkle Stufe dient für Buttons, Links und als Akzentfarbe der Mails. Wer diese Stufe im Markenpaket festhält, muss sie nicht in jedem Editor neu erfinden.

Die Schrift im Checkout ist eine Auswahl

Im Checkout-Editor wählen Sie die Schriften für Überschriften und Fließtext aus einer Liste. Eine eigene Schriftdatei, also etwa die lizenzierte Hausschrift, kommt nur über die Programmierschnittstelle für das Checkout-Styling hinein, und die steht nur Shopify Plus offen. Ohne Plus heißt die Entscheidung deshalb: Welche Schrift aus der Auswahl kommt der eigenen am nächsten?

Das ist weniger dramatisch, als es klingt, solange es bewusst entschieden wird. Im Checkout lesen Kund:innen Formularfelder und Beträge, keine Überschriften. Eine gut gewählte, ruhige Schrift fällt dort nicht auf. Auffällig wird nur der Wechsel von einer markanten Display-Schrift im Warenkorb zu einer beliebigen Standardschrift im nächsten Schritt. Wie Sie Schriften beim Umstieg auswählen und lizenzieren, steht im Beitrag zur Markenschrift.

Die Anrede steht selten im Styleguide, aber in jedem Text

Tonalität und Sprachregeln gehören laut Shopifys Leitfaden zum Branding-Paket. Beim Umstieg wird die grundlegendste dieser Regeln still neu entschieden: die Anrede. Shopware siezt in seinen deutschen Standardtexten, und auch in deutschen Magento-Shops ist das Sie verbreitet. WooCommerce überlässt die Anrede der WordPress-Sprache: „Deutsch“ duzt, „Deutsch (Sie)“ siezt. Die deutschen Standardtexte von Shopify duzen: im Theme, im Checkout und in den Benachrichtigungen. Einen Schalter für die Sie-Form gibt es nicht.

Tonalität

Eine Bestellung, zwei Anreden

Derselbe Satz im Standard beider Systeme. Wer bisher gesiezt hat, bekommt im neuen Shop eine Mischung, sobald eine einzige Stelle vergessen wird.

Shopware 6, Standard

Ihr Warenkorb ist leer.

132 Texte siezen, 3 duzen

Shopify Horizon, Standard

Dein Warenkorb ist leer

10 Texte duzen, keiner siezt; in Dawn duzen 27

  • Theme-Texte

    Shopify duzt
    Standard
    Du-Form
    Ändern in
    Theme-Editor, Standardtexte des Themes bearbeiten

    Die meisten Texte kommen ohne Anrede aus. Die wenigen mit Anrede sind schnell umgeschrieben, müssen aber vollständig sein: Ein einzelnes „dein“ fällt zwischen lauter „Ihr“ stärker auf als ein durchgängiges Du.

  • Checkout-Texte

    Shopify duzt
    Standard
    Du-Form
    Ändern in
    Einstellungen › Checkout, Checkout-Texte bearbeiten

    Einen Schalter für die Sie-Form gibt es nicht. Jeder Text mit Anrede wird einzeln überschrieben, für jede Sprache des Shops.

  • Mail-Vorlagen

    Shopify duzt
    Standard
    Du-Form
    Ändern in
    Einstellungen › Benachrichtigungen, Code jeder Vorlage

    Dutzende Vorlagen, von der Bestellbestätigung bis zur Erstattung. Eine angepasste Vorlage bleibt, wie sie ist: Neuerungen, die Shopify später in die Standardvorlage einbaut, kommen erst nach einem Zurücksetzen an.

  • Rechnung und Lieferschein

    Eigener Text
    Standard
    Ihre eigene Vorlage
    Ändern in
    Order Printer oder Rechnungs-App, Lieferscheinvorlage

    Die einzigen Stellen, an denen Sie die Texte ohnehin selbst schreiben. Die Anrede ist hier eine Frage der Sorgfalt, nicht des Aufwands.

  • Apps

    Offen
    Standard
    Je nach App
    Ändern in
    In den Einstellungen jeder App

    Bewertungsanfragen, Hinweise auf wieder verfügbare Ware, Abo-Mails: Jede App bringt eigene deutsche Texte mit, mal in der Du-, mal in der Sie-Form. Das gehört in die Auswahl der App, nicht erst in die Abnahme.

Zählung über die deutschen Sprachdateien der Shopware-6-Storefront und der Shopify-Themes Horizon und Dawn, Stand 26. September 2026. Die übrigen Texte kommen ohne Anrede aus. Einstellungsorte nach help.shopify.com; dass es keine Sie-Option gibt, bestätigt Shopify in der Community.

Welche Anrede richtig ist, entscheidet Ihre Kundschaft, nicht die Plattform. Wichtig ist nur, dass sie entschieden wird, bevor das Theme gebaut wird, und dass sie dann an allen Stellen gilt. Wer bisher gesiezt hat, plant die Umstellung als eigenes Arbeitspaket: Standardtexte des Themes, Checkout-Texte, jede genutzte Benachrichtigung, die Texte der Apps. Wer die Gelegenheit nutzt, zum Du zu wechseln, schreibt das ebenfalls auf, denn dann müssen Rechnung, Lieferschein und alle eigenen Texte mitziehen.

Die Abnahme ist eine Bestellung, keine Seite

Die übliche Markenabnahme im Projekt findet an Entwürfen statt: Startseite, Kategorieseite, Produktseite, vielleicht der Warenkorb. Alles, was danach kommt, sieht in dieser Abnahme niemand, weil es erst entsteht, wenn jemand bestellt. Die zuverlässigste Prüfung ist deshalb eine Testbestellung, die ihren ganzen Weg geht: bezahlt im Testmodus, versandt, zurückgeschickt, erstattet.

Markenabnahme

Eine Testbestellung, zehn Tage, zehn Stationen

Eine Bestellung mit Testzahlung, die versandt, retourniert und erstattet wird. Nur an der ersten Station hilft das Theme. An den übrigen neun Stationen wirkt eine andere Einstellung, und die meisten sieht man erst Tage nach dem Kauf.

  1. Minute 0

    Produktseite und Warenkorb

    Gepflegt in Theme-Editor Theme-Projekt

    • Logo
    • Farbe
    • Schrift
    • Tonalität

    Der Teil, den jede Abnahme sieht. Die Texte stammen zum großen Teil aus den Standardtexten des Themes, nicht aus Ihren Inhalten.

  2. Minute 1

    Checkout

    Gepflegt in Checkout-Editor

    • Logo
    • Farbe
    • Schrift
    • Tonalität

    Eigene Einstellungen für Logo, Farben und Schrift. Was im Theme eingestellt ist, kommt hier nicht an, auch das Favicon nicht.

  3. Minute 2

    Danke-Seite und Bestellstatus

    Gepflegt in Checkout-Editor

    • Logo
    • Farbe
    • Tonalität

    Dieselben Einstellungen wie der Checkout. Hier landen auch Hinweise von Apps, etwa zur Sendungsverfolgung.

  4. Minute 3

    Bestellbestätigung per Mail

    Gepflegt in Benachrichtigungen

    • Logo
    • Farbe
    • Tonalität

    Logo und Akzentfarbe gelten für alle Kundenmails auf einmal. Die Texte stehen in jeder Vorlage einzeln.

  5. Tag 1

    Rechnung zur Bestellung

    Gepflegt in Order Printer, App oder Warenwirtschaft

    • Logo
    • Pflichtangaben
    • Tonalität

    Eine PDF-Rechnung erzeugt Shopify ohne App nicht. Wer sie erzeugt, gestaltet sie auch; bei Order Printer ist das eine eigene HTML-Vorlage.

  6. Tag 1

    Lieferschein im Paket

    Gepflegt in Lieferscheinvorlage

    • Logo
    • Tonalität

    Eine eigene HTML-Vorlage in den Versandeinstellungen. Das Logo kommt dort als hochgeladene Datei hinein, nicht aus den Markenelementen.

  7. Tag 1

    Versandbestätigung und Sendungsverfolgung

    Gepflegt in Benachrichtigungen

    • Tonalität

    Nutzt Logo und Akzentfarbe der Benachrichtigungen. Mails eines Versanddienstleisters oder einer Tracking-App haben eigene Vorlagen.

  8. Tag 2

    Kundenkonto nach dem Kauf

    Gepflegt in Checkout-Editor

    • Logo
    • Farbe
    • Tonalität

    Kundenkonto und Anmeldung übernehmen die Gestaltung aus dem Checkout-Editor, nicht aus dem Theme. Bestellübersicht und Profil sehen Kund:innen oft erst nach dem ersten Kauf.

  9. Tag 7

    Rücksendung

    Gepflegt in Benachrichtigungen, Retouren-App

    • Logo
    • Tonalität

    Rücksendeanfrage, Etikett und Bestätigung. Mit einer Retouren-App kommen deren Seiten und Mails dazu, jede mit eigener Gestaltung.

  10. Tag 10

    Erstattung

    Gepflegt in Benachrichtigungen

    • Tonalität

    Die letzte Mail der Bestellung und oft die einzige, die niemand vor dem Go-live gelesen hat.

Nebenstrecken, die dieselbe Prüfung brauchen: die Geschenkkarte (Seite aus dem Theme, Mail aus den Benachrichtigungen), der Kassenbon, wenn Sie Shopify POS nutzen, und alle Mails, die Apps selbst verschicken, etwa Bewertungsanfragen oder Abo-Hinweise. Einstellungsorte nach help.shopify.com und shopify.dev, Stand September 2026.

Legen Sie von jeder Station einen Screenshot oder ein PDF in einen gemeinsamen Ordner. Diese Sammlung ist der Teil des Branding-Pakets, der im alten System nie existiert hat: die Anwendungsbeispiele für jede Fläche des neuen Shops. Sie ist gleichzeitig die Vorlage für jede spätere Änderung. Wer in einem Jahr die Markenfarbe anpasst, sieht auf einen Blick, an welchen Stellen sie steht.

Checkliste

Die Marke im neuen Shop: fünfzehn Punkte

Die ersten vier Punkte gehören vor das Theme-Angebot, die Punkte fünf bis dreizehn in den Projektverlauf, die letzten beiden vor den Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist

Ihre SituationEmpfehlung
Die Migration ist beschlossen, das Theme-Angebot liegt vorNachfragen, welche Stellen außerhalb des Onlineshops enthalten sind. Checkout, Benachrichtigungen und Belege stehen selten darin
Es gibt keinen Styleguide, nur das alte ThemeLogos, Farbwerte und Schriften aus der Theme-Konfiguration sichern, bevor das Altsystem abgeschaltet wird. Der Styleguide entsteht dann rückwärts aus dem, was ohnehin da ist
Die Markenfarbe ist Orange, Gelb, helles Grün oder TürkisDen Kontrast mit weißer Schrift prüfen. Meist braucht die Palette eine dunklere Stufe für Buttons und Links
Ihr Shop hat bisher gesieztDie Anrede vor dem Theme-Bau festlegen und die Umstellung als eigenes Arbeitspaket planen: Theme, Checkout, Benachrichtigungen, Apps
Ihr Shop hat bisher geduztDie Standardtexte passen. Rechnung, Lieferschein und die Texte der Apps trotzdem prüfen
Die Hausschrift ist lizenziert und markantOhne Shopify Plus im Checkout die nächstliegende Schrift aus der Auswahl wählen, mit Plus die Lizenz für den Einsatz im Checkout klären
Die Rechnungen kamen bisher aus dem ShopsystemDen Rechnungsweg vor dem Go-live festlegen. Shopify erzeugt ohne App keine PDF-Rechnung
Sie haben Filialen mit KasseEin schwarz-weißes Bonlogo anlegen und einen Beleg auf dem echten Drucker testen. Wie Kasse und Onlineshop zusammenspielen: Kasse und Onlineshop beim Umstieg
Sie verkaufen in mehreren LändernDie Anrede je Sprache festlegen. Mit der Shopify-App Translate & Adapt lässt sich für einzelne Märkte auch ein eigenes Logo hinterlegen
Der Go-live liegt hinter IhnenDie Testbestellung mit Versand, Rücksendung und Erstattung jetzt nachholen und jede Station einmal ansehen

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Ein Branding-Paket ist für eine Gründung ein Designprojekt. Für einen Umstieg ist es eine Inventur und eine Verteilungsaufgabe. Drei Punkte entscheiden, ob die Marke nach dem Go-live überall ankommt.

Das Theme ist eine von elf Stellen. Checkout, Kundenkonto, Benachrichtigungen, Rechnung, Lieferschein, Kassenbon und die Texte der Apps werden in Shopify an eigenen Orten gestaltet. Im Altsystem waren sie längst eingerichtet, deshalb stehen sie in keinem Pflichtenheft. Jede braucht eine eigene Position im Projektplan.

Aus einer Palette und einem Logo werden Rollen und Dateien. Farbschemata, Checkout-Farben und die Akzentfarbe der Mails verlangen eine Rollenverteilung, und die Kontrastregel verlangt oft eine zweite, dunklere Stufe. Aus einem Logo werden neun Dateien, weil der Checkout kein SVG nimmt, verbreitete Mailprogramme es nicht anzeigen und der Bondrucker nur Schwarz kennt.

Die Anrede wird still neu entschieden. Shopify duzt in seinen deutschen Standardtexten, einen Schalter für die Sie-Form gibt es nicht. Wer siezt, stellt jede Stelle einzeln um. Eine Testbestellung, die ihren ganzen Weg geht, zeigt, ob das gelungen ist.

Wenn Sie vor einem Wechsel stehen und die Marke von Anfang an in den ganzen Shop bringen wollen, nicht nur ins Theme: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Gestaltung und Design-System für Shopify aufsetzen, steht auf Shopify UX/UI Design, wie wir Migrationen planen, auf Shopsystem-Migration. Die systemspezifischen Fälle finden Sie auf Shopware zu Shopify, Magento zu Shopify und WooCommerce zu Shopify.

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