Ein Baum, vier Aufgaben: Was beim Umstieg auf Shopify aus Ihrer Kategoriestruktur wird
In Shopware, Magento und WooCommerce erledigt der Kategoriebaum vier Dinge gleichzeitig: Er ordnet Produkte zu, baut das Menü, bildet die Adresse und liefert die Brotkrumen. Shopify verteilt drei davon auf Bauteile, die nichts voneinander wissen — und für die vierte gibt es keines. Warum das neue Kollektionsmodell den Baum nicht zurückbringt, wohin die vierte Ebene gehört und was aus Kategorieadressen wird, die heute ranken.
Der Katalog ist importiert, 14.000 Produkte, alles da. Auf dem Bildschirm steht der neue Shop, und im Admin stehen 340 Kollektionen — genau so viele, wie der alte Shop Kategorien hatte. Der Import hat sauber gearbeitet.
Dann klappt jemand das Menü auf. Dort stehen 340 Einträge, alphabetisch, von „Accessoires“ bis „Zubehör“, alle auf derselben Ebene. „Regenjacken“ steht zwischen „Reisetaschen“ und „Rucksäcken“, nicht unter „Herren › Jacken“. Die Breadcrumb-Zeile über der Produktliste ist verschwunden. Und als jemand die alte Adresse /herren/jacken/regenjacken/ aufruft, kommt eine 404.
Verloren gegangen ist dabei nichts. Alle Produkte sind zugeordnet, jede Kategorie hat ihre Kollektion. Was fehlt, ist etwas, das im alten Shop nie als eigener Gegenstand existierte, weil es niemand anlegen musste: die Struktur zwischen den Kategorien. In Shopware, Magento und WooCommerce ist sie ein Nebenprodukt des Kategoriebaums. Bei Shopify ist sie Arbeit — und zwar Arbeit, die in Migrationsprojekten typischerweise niemandem zugewiesen ist, weil sie im Altsystem keine Arbeit war.
Ratgeber zum Website-Aufbau beschreiben Header, Hero, Hauptinhalt und Footer und empfehlen eine Hierarchie, die so tief wie nötig und so flach wie möglich ist. Das ist richtig, hilft beim Umstieg aber nur begrenzt. Wer bei null anfängt, entwirft eine Struktur. Wer umzieht, hat bereits eine, die seit Jahren funktioniert — und muss sie auf ein System übertragen, das den Gegenstand, auf dem sie beruht, nicht kennt.
Vier Aufgaben, ein einziger Knoten
Was ein Kategorieknoten leistet
Im Altsystem ein Knoten, bei Shopify drei getrennte Bauteile
Der Kategoriebaum eines gewachsenen Shops erledigt vier Aufgaben auf einmal, und genau deshalb fällt im Projekt niemandem auf, dass es vier sind. Shopify verteilt drei davon auf Bauteile, die nichts voneinander wissen. Die vierte hat dort kein Zuhause.
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Produkte zuordnen
Shopware, Magento, WooCommerce
Kategoriezuordnung am Produkt
Ein Produkt hängt in einer oder mehreren Kategorien. Ob eine Oberkategorie die Produkte ihrer Unterkategorien mitzeigt, ist eine Einstellung.
Shopify
Kollektion
Bedingungen, manuell gewählte Produkte und andere Kollektionen als Quelle, beliebig kombinierbar. Das ist die eine Aufgabe, die Shopify vollständig übernimmt.
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Navigation bauen
Shopware, Magento, WooCommerce
Der Baum ist das Menü
Wer eine Kategorie anlegt, hat einen Menüpunkt. Wer sie verschiebt, verschiebt den Menüpunkt mit.
Shopify
Menü unter Online Store › Navigation
Eine eigene Liste aus Links, die den Katalog nicht kennt. Eine neue Kollektion erscheint nirgends, bis jemand sie in ein Menü hängt.
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Adresse bilden
Shopware, Magento, WooCommerce
Pfad spiegelt den Baum
/herren/jacken/regenjacken/ — die Ebene steht in der Adresse und wandert mit, wenn die Kategorie umzieht.
Shopify
Handle der Kollektion
/collections/regenjacken-herren, immer einstufig. Die Adresse verrät nicht, wo die Kollektion im Menü hängt — und ändert sich nicht, wenn sie dort umzieht.
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Herkunft zeigen
Shopware, Magento, WooCommerce
Breadcrumb aus dem Baum
Die Brotkrumen entstehen von allein, weil jede Kategorie ihre Eltern kennt.
Shopify
kein Bauteil
Eine Kollektion hat keine Elternbeziehung, die das Theme auslesen könnte. Brotkrumen müssen aus einer anderen Quelle gebaut werden — oder es gibt sie nicht.
Vereinfacht auf das Standardverhalten der Systeme; Erweiterungen verschieben einzelne Aufgaben. Shopify-Verhalten nach Hilfe-Center und Entwicklerdokumentation, Stand September 2026.
Der entscheidende Satz steht in der letzten Zeile der Übersicht. Die ersten drei Aufgaben bekommen bei Shopify ein neues Zuhause: Die Produktzuordnung wird zur Kollektion, die Navigation zum Menü, die Adresse zum Handle. Das ist Umbauarbeit, aber jede dieser Aufgaben hat einen klaren Adressaten.
Die vierte hat keinen. Eine Shopify-Kollektion weiß nicht, dass sie unter einer anderen hängt. Sie weiß es auch dann nicht, wenn sie im Menü brav an dritter Stelle unter „Herren › Jacken“ steht, denn das Menü ist eine Liste von Links und keine Eigenschaft der Kollektion. Für Brotkrumen, für „ähnliche Kategorien“, für einen Kategoriebaum in der Seitenleiste gibt es damit keine Datenquelle, aus der ein Theme schöpfen könnte.
Daraus folgen zwei Dinge, die den Rest dieses Artikels tragen.
Struktur wird zweimal gebaut. Einmal als Produktzuordnung in Kollektionen, einmal als Wegenetz im Menü. Beide können auseinanderlaufen, und sie tun es zuverlässig: Eine neu angelegte Kollektion erscheint nirgends, bis jemand sie in ein Menü hängt. Eine gelöschte Kollektion hinterlässt einen Menüpunkt, der ins Leere zeigt. Im alten Shop war beides derselbe Vorgang.
Was Sie an Struktur zeigen wollen, müssen Sie irgendwo hinterlegen. Nicht als Nebeneffekt, sondern als eigene Entscheidung — im Menü, in einem Metafeld oder gar nicht. Diese Entscheidung gehört in das Import-Mapping, weil sie sich danach nur mit erneuter Datenarbeit nachholen lässt.
Endlich verschachtelt — aber nicht so, wie Sie denken
Das neue Kollektionsmodell
Was eine Unterkollektion tut — und was nicht
Eine Kollektion ist seit 2026 die Vereinigung mehrerer Quellen, und eine Quelle darf eine andere Kollektion sein. Das sieht nach dem wiedergefundenen Kategoriebaum aus. Es ist eine Bündelung von Produkten — mit einer Stufe Tiefe und einer Obergrenze, die in großen Sortimenten früher greift, als man denkt.
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Bedingungen
Regeln auf Produkt- oder Variantenfeldern, dazu einzeln gewählte Produkte
Der Nachfolger der Regeln aus automatischen Kollektionen — jetzt gemeinsam mit Handverlesenem in derselben Kollektion.
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Unterkollektionen
Eine oder mehrere andere Kollektionen als Quelle
Die Mitglieder wandern mit: Ändert sich die Quellkollektion, ändert sich die übergeordnete automatisch mit.
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Geteilte Quelle
Eine benannte Bedingungsquelle, die mehrere Kollektionen gemeinsam nutzen
Meist von einer App gepflegt. Eine Regel an einer Stelle, wirksam in vielen Kollektionen.
Dazu in jeder Quelle Ausschlüsse: Einzelne Produkte ausschließen · Über Bedingungen ausschließen · Eine ganze Kollektion ausschließen
Die Tiefenregel
Eine Kollektion, die aus anderen Kollektionen zieht, darf selbst nicht Quelle einer weiteren sein. Ein vierstufiger Kategoriebaum lässt sich so nicht nachbauen — die oberen Ebenen brauchen entweder eigene Bedingungen oder sind reine Menüpunkte ohne eigene Kollektion.
Je Shop
- 100.000
- Kollektionen insgesamt
- 5.000
- Kollektionen mit Bedingungen
- 50
- Kollektionen, die Unterkollektionen nutzen
- 100
- Kollektionen auf Variantenebene
- 5
- Kollektionen, die andere Kollektionen ausschließen
Je Kollektion
- 10
- Quellen
Je Quelle
- 60
- Bedingungen, jeder Wert zählt einzeln
- 10
- eingebundene Unterkollektionen
- 5
- ausgeschlossene Kollektionen
- 1.000
- manuell ausgeschlossene Produkte
Grenzen nach der Limits-Übersicht zum neuen Kollektionsmodell auf shopify.dev, Stand September 2026. Bestehende automatische und manuelle Kollektionen laufen unverändert weiter: Das neue Modell ändert, woraus sich eine Kollektion speist, nicht ihr Handle.
Seit 2026 gibt es bei Shopify etwas, das nach der Rückkehr des Kategoriebaums aussieht. Das neue Kollektionsmodell — in der GraphQL Admin API ab Version 2026-07, im Admin inzwischen für alle Shops ausgerollt — macht aus der alten Entweder-oder-Frage eine Zusammensetzung: Eine Kollektion ist die Vereinigung mehrerer Quellen, und eine dieser Quellen darf eine andere Kollektion sein. „Jacken“ kann sich aus „Regenjacken“, „Softshelljacken“ und „Daunenjacken“ speisen, und wenn dort Produkte dazukommen, stehen sie ohne weiteres Zutun auch in „Jacken“.
Das ist eine echte Verbesserung, und für Umsteiger aus einem System mit Vererbung entlang des Baums ist es die Nachricht, auf die sie gewartet haben. Nur beantwortet sie eine andere Frage als die, die im Projekt offen ist. Drei Einschränkungen sollten Sie kennen, bevor Sie die Struktur darauf aufbauen.
Eine Stufe, nicht beliebig viele. Eine Kollektion, die aus anderen Kollektionen zieht, darf selbst nicht mehr Quelle einer weiteren sein. „Regenjacken“ speist „Jacken“ — aber „Jacken“ kann nicht zusätzlich „Herrenbekleidung“ speisen. Ein vierstufiger Baum lässt sich damit nicht abbilden. Die oberen Ebenen brauchen entweder eigene Bedingungen, die direkt auf Produktfelder zugreifen, oder sie sind gar keine Kollektionen, sondern reine Menüpunkte.
Fünfzig, nicht fünftausend. Ein Shop darf insgesamt 100.000 Kollektionen haben und 5.000 davon mit Bedingungen — aber nur 50 dürfen Unterkollektionen einbinden. In einem Fachhandelssortiment mit 60 Warengruppen, die jeweils ihre Untergruppen bündeln sollen, ist diese Grenze vor dem Menü erreicht. Sie ist der Grund, Unterkollektionen gezielt dort einzusetzen, wo sich die Zuordnung nicht über eine Bedingung ausdrücken lässt.
Unterkollektionen bündeln Produkte, keine Seiten. Das ist der Punkt, der im Projekt am meisten Zeit kostet, wenn er zu spät auffällt. Dass „Jacken“ sich aus „Regenjacken“ speist, ist eine Aussage über Produktmengen. Es erzeugt keinen Menüpunkt, keine Brotkrume, keine Kachel auf der Kategorieseite und keine Adresse mit Ebene. Wer die Beziehung sichtbar machen will, baut sie zusätzlich ins Menü und ins Theme ein.
Praktisch heißt das: Prüfen Sie für jede Gruppierungskategorie zuerst, ob eine Bedingung reicht. „Alle Produkte mit dem Produkttyp Jacke“ ist wartungsärmer als eine Unterkollektionsquelle, kostet keinen der 50 Plätze und funktioniert auch auf der fünften Ebene. Unterkollektionen sind das Mittel für die Fälle, in denen die Mitgliedschaft im Altsystem von Hand gepflegt wurde und sich nicht aus einem Feld herleiten lässt.
Drei Ebenen, und das Theme zeigt oft nur zwei
Tiefe im Menü
Wohin die vierte Ebene geht
Ein Shopify-Menü trägt den Hauptpunkt und darunter zwei Stufen Klappmenü. Nicht die Zahl der Einträge ist die Grenze, sondern die Tiefe — und die dritte Ebene existiert im Admin, bevor sie im Theme sichtbar ist. Für alles darunter gibt es drei Wege, und keiner davon heißt „tiefer verschachteln“.
Was das Menü trägt
- Hauptpunkt Herren Jedes Theme zeigt sie
- Erstes Klappmenü Jacken Jedes Theme zeigt sie
- Zweites Klappmenü Regenjacken Shopify speichert sie, viele Themes rendern sie nicht
- Vierte Ebene Regenjacken Herren, wasserdicht Kein Platz im Menü — muss anderswo landen
- 3
- Ebenen je Menü
- 10.000
- Einträge je Menü
- 1.000
- Menüs je Shop
Jeder Eintrag mit Unterpunkten zählt zusätzlich als eigenes Menü gegen die 1.000.
Drei Wege für alles darunter
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Übersichtsseite statt Menüebene
Die Kollektion der dritten Ebene bekommt oben Kacheln auf ihre Unterkollektionen. Der Weg nach unten steht auf der Seite, nicht im Menü.
Passend Wenn die vierte Ebene echte Einstiege enthält, die Besucher ansteuern und Suchmaschinen finden sollen.
-
Filter statt Menüebene
Was in Wahrheit eine Eigenschaft ist — wasserdicht, Damen, GORE-TEX —, wird Filter auf der Kollektion darüber.
Passend Wenn die unterste Ebene das Sortiment nur nach einem Merkmal schneidet. Das ist der häufigste Fall.
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Zweites Menü im Footer
Service, Hilfe, Rechtliches und Randsortimente laufen in einem eigenen Menü, das der Footer ausgibt.
Passend Wenn die Ebene wichtig, aber nicht auf dem Weg zum Kauf ist.
Grenzen nach dem Shopify-Hilfe-Center, Stand September 2026. Ob ein Theme die dritte Ebene ausgibt, steht in keiner Dokumentation — das zeigt nur der Test im gewählten Theme.
Die zweite Baustelle ist das Menü, und hier ist die gute Nachricht, dass Mengen praktisch nie das Problem sind: 10.000 Einträge je Menü und 1.000 Menüs je Shop reichen für jedes Sortiment, das über eine Migration nachdenkt. Zu beachten ist nur, dass jeder Eintrag mit Unterpunkten zusätzlich als eigenes Menü gegen die 1.000 zählt — bei einem Mega-Menü mit vielen aufklappenden Zweigen summiert sich das schneller, als die Zahl vermuten lässt.
Die Grenze ist die Tiefe. Ein Shopify-Menü trägt den Hauptpunkt und darunter zwei Stufen Klappmenü, zusammen also drei Ebenen. Für die meisten Sortimente ist das ausreichend — nur haben gewachsene Shops oft vier oder fünf, weil über die Jahre jede neue Produktgruppe eine Ebene tiefer eingehängt wurde, statt die bestehende Einteilung anzufassen.
Dazu kommt eine Lücke, die regelmäßig erst im Abnahmetermin auffällt: Shopify speichert die dritte Ebene zuverlässig, aber viele Themes rendern sie nicht. Im Admin sieht die Navigation dann vollständig aus, im Shop endet sie nach der zweiten Stufe. Das ist kein Fehler, sondern eine Theme-Entscheidung, und sie ist mit überschaubarem Aufwand zu ändern — aber nur, wenn jemand vor dem Go-live nachsieht. Diese Prüfung gehört in die Theme-Auswahl, nicht in die Fehlerliste danach.
Für alles unterhalb der dritten Ebene gibt es die drei Wege aus der Übersicht. In der Praxis ist der zweite der häufigste, und er ist meistens auch der richtige: Ein großer Teil der untersten Ebene in gewachsenen Shops sind keine Kategorien, sondern Eigenschaften, die irgendwann jemand als Kategorie angelegt hat, weil das der einzige verfügbare Mechanismus war. „Regenjacken wasserdicht“, „Regenjacken Damen“ und „Regenjacken bis 200 Euro“ sind drei Filter auf einer Kollektion, kein Ast. Welche dieser Ebenen wirklich Nachfrage haben, verrät die Filternutzung des alten Shops — wie Sie die auswerten, steht in Produktfilter beim Umstieg auf Shopify.
Die Adresse verrät die Ebene nicht mehr
Adresse und Herkunft
Woher die Brotkrumen ihre Ebene bekommen
Dieselbe Eigenschaft — die Kollektion kennt ihre Eltern nicht — trifft zwei Dinge auf einmal. Die Adresse wird flach, und zwar dauerhaft. Und die Brotkrume verliert ihre Quelle, weshalb das Theme eine bekommen muss.
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Shopware 6
/herren/jacken/regenjacken/Der Pfad bildet den Baum ab, so tief wie die Kategorie hängt.
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Magento 2
/herren/jacken/regenjacken.htmlEbenen im Pfad, wenn der Kategoriepfad in der URL aktiv ist.
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WooCommerce
/produkt-kategorie/herren/jacken/regenjacken/Basis-Präfix plus vollständiger Pfad der Produktkategorie.
Shopify, unabhängig von der Menüebene
/collections/regenjacken-herren Der Handle ist die ganze Adresse. Das kostet die Ebene im Pfad — und macht im Gegenzug jedes spätere Umhängen im Menü folgenlos für Adresse und Rankings. Jede alte Kategorieadresse braucht dafür eine eigene Weiterleitung.
Drei mögliche Quellen für den Breadcrumb
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Aus dem Menü zurückgerechnet
Das Theme sucht die aktuelle Kollektion im Hauptmenü und liest den Weg dorthin aus.
Hängt eine Kollektion in zwei Zweigen, ist die erste Fundstelle nicht zwingend die richtige. Was nicht im Menü steht, bekommt keine Brotkrumen.
Sinnvoll für Sortimente, deren Menü den Baum vollständig abbildet
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Aus einem Metafeld an der Kollektion
Jede Kollektion trägt eine Referenz auf ihre übergeordnete Kollektion. Das Theme hangelt sich daran entlang.
Muss beim Import gefüllt und danach gepflegt werden. Dafür ist die Brotkrume unabhängig davon, ob und wo die Kollektion im Menü steht.
Sinnvoll für Große Kataloge, tiefe Bäume, mehrsprachige Shops
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Aus dem Kollektionskontext des Produkts
Auf /collections/regenjacken/products/x weiß das Theme, aus welcher Kollektion der Besucher kam, und zeigt genau diese eine Stufe.
Nur eine Stufe, und nur bei Aufruf aus der Kollektion heraus. Wer direkt aus der Suche auf /products/x landet, sieht nichts.
Sinnvoll für Als Ergänzung auf der Produktseite, nicht als alleinige Lösung
Adressformen vereinfacht auf die Standardeinstellung; SEO-Erweiterungen verändern sie. Ohne eine dieser Quellen gibt es im Referenztheme Dawn keine Brotkrumen — und ohne Brotkrumen auch kein BreadcrumbList-Markup für die Suchergebnisse. Stand September 2026.
Die flache Adresse ist die sichtbarste Folge und zugleich die, die am wenigsten kostet. /collections/regenjacken-herren statt /herren/jacken/regenjacken/ heißt: Der Handle ist die ganze Adresse, und er bleibt es, egal wo die Kollektion im Menü hängt. Das kostet die Ebene im Pfad. Im Gegenzug macht es jedes spätere Umhängen im Menü folgenlos für Adresse und Rankings — im alten Shop war eine Umsortierung im Baum eine Weiterleitungsaktion. Was Sie am Handle selbst steuern können und wo die feste Struktur wirklich stört, steht in Shopify-URL-Struktur: Handles und Slugs.
Teuer ist etwas anderes: Jede alte Kategorieadresse braucht eine eigene Weiterleitung. Bei 340 Kategorien sind das 340 Zeilen, und sie entstehen nicht von allein, weil sich aus /herren/jacken/regenjacken/ kein Handle ableiten lässt. Die Zuordnung ist eine Tabelle mit zwei Spalten, die jemand mit Sortimentskenntnis prüft — nicht, weil die Technik schwierig wäre, sondern weil beim Verdichten mehrere alte Kategorien auf dieselbe neue Kollektion fallen und dann entschieden werden muss, welche das ist. Wie Sie diese Liste aufbauen und priorisieren, beschreibt 301-Redirects bei Shopify-Migrationen.
Die Brotkrumen sind der Teil, den Projekte am häufigsten übersehen, und zwar aus einem nachvollziehbaren Grund: Im alten Shop sieht ein Breadcrumb nach Theme aus. Er ist aber keine Gestaltung, sondern eine Abfrage an den Baum, und diese Abfrage gibt es bei Shopify nicht mehr. Wer Brotkrumen haben will — und in tiefen Sortimenten sollten Sie sie haben, für die Orientierung ebenso wie für das BreadcrumbList-Markup in den Suchergebnissen —, entscheidet sich für eine der drei Quellen aus der Übersicht.
Für Kataloge mit mehr als ein paar Dutzend Kollektionen ist das Metafeld die Antwort, die auf Dauer trägt. Es kostet eine Spalte im Import, es wird mit derselben Zuordnungstabelle gefüllt, die Sie für die Weiterleitungen ohnehin brauchen, und es funktioniert unabhängig davon, ob und wo eine Kollektion im Menü auftaucht. Der Weg über das Menü ist schneller eingerichtet und genügt, solange das Menü den Baum vollständig abbildet — nur gilt das in dem Moment nicht mehr, in dem Sie die vierte Ebene ins Theme oder in die Filter verlagern.
Nicht alles im Baum ist eine Kategorie
Zuordnung beim Import
Wo der Inhalt aus dem alten Baum landet
Im Altsystem hängt fast alles im selben Baum. Shopify hat dafür fünf verschiedene Zuhause, und die Wahl fällt beim Import. Danach ist sie eine Adresse, die jemand weiterleiten muss — deshalb gehört diese Tabelle vor das Mapping und nicht in die Nacharbeit.
- Produktkategorie mit eigenen Produkten Kollektion
/collections/…Der Normalfall. Bedingungen statt manueller Pflege, wo es geht. - Kategorie, die nur gruppiert Kollektion mit Unterkollektionen — oder reiner Menüpunkt
/collections/… oder gar keineErst entscheiden, ob die Seite eine eigene Nachfrage hat. Wenn nicht, reicht ein Menüpunkt, der direkt aufklappt. - Marken- und Herstellerseite Kollektion über die Bedingung „Hersteller“
/collections/…Pflegt sich selbst, sobald das Herstellerfeld beim Import sauber gefüllt ist. - Ratgeber, Magazin, Blog Blog mit Artikeln
/blogs/…/…Nicht als einzelne Seiten anlegen: Nur der Blog bringt Übersicht, Feed und Verschlagwortung mit. - Servicetexte: Versand, Zahlung, Über uns Seite
/pages/…Seiten sind ebenfalls flach. Ihre Ordnung entsteht allein im Menü. - Rechtstexte Seite plus eigener Menüpunkt im Footer
/pages/…Impressum und Widerruf gehören in ein Footer-Menü, nicht in die Hauptnavigation. - Filialen, Standorte, Ansprechpartner Metaobjekte
/pages/… als ÜbersichtGleichartige Datensätze gehören nicht in Freitextseiten, sondern in ein gepflegtes Objekt. - Kampagnen- und Landingpages Seite oder Kollektion, je nach Inhalt
/pages/… oder /collections/…Sobald Produkte gezeigt werden sollen, ist die Kollektion der kürzere Weg. - Kategorietext für Suchmaschinen Beschreibung und Metafelder der Kollektion
keine eigeneDer Text wandert mit der Kollektion. Wo er auf der Seite steht, entscheidet das Theme.
Hervorgehoben sind die beiden Zeilen, die in Projekten am häufigsten falsch entschieden werden. Seitentypen und Adressformen nach dem Shopify-Hilfe-Center, Stand September 2026.
Wer den Baum des alten Shops exportiert, bekommt selten eine reine Produktstruktur. Dazwischen hängen Markenseiten, Ratgeberrubriken, Servicetexte, Filialübersichten und Rechtstexte — alles im selben Baum, weil es dort den einen Mechanismus gab, mit dem sich etwas in die Navigation bringen ließ.
Shopify hat dafür fünf verschiedene Zuhause, und die Wahl fällt beim Import. Danach ist sie eine Adresse, die jemand weiterleiten muss, und deshalb gehört diese Zuordnung vor das Mapping. Zwei Zeilen der Übersicht entscheiden Projekte besonders oft falsch.
Die Kategorie, die nur gruppiert. „Herrenbekleidung“ hat im alten Shop keine eigenen Produkte, sondern nur Unterkategorien. Der Reflex ist, dafür eine Kollektion anzulegen. Prüfen Sie vorher, ob diese Seite eigene Nachfrage hat: Bekommt sie organische Klicks, wird sie verlinkt, steuern Besucher sie an? Wenn ja, wird sie eine Kollektion mit Unterkollektionen oder einer Bedingung — und braucht dann auch einen Text, der eine eigene Seite rechtfertigt. Wenn nein, ist sie ein Menüpunkt, der direkt aufklappt, und Sie sparen sich eine Seite, die für dünnen Inhalt in den Suchergebnissen steht.
Der Ratgeber. Rubriken aus dem Magazin landen beim Import gern als einzelne Seiten unter /pages/. Das funktioniert, verliert aber alles, was den Bereich ausmacht: die Übersichtsseite, den Feed, die Verschlagwortung. Ratgeberinhalte gehören in einen Blog, auch wenn sie im alten System im Kategoriebaum hingen.
Und eine Einschränkung, die in mehrsprachigen Projekten dazukommt: Menüs werden je Sprache übersetzt, aber die Struktur bleibt dieselbe. Ein Sortiment, das in Frankreich anders geschnitten gehört als in Deutschland, braucht dafür ein eigenes Menü — welche Wege es dafür gibt, steht in Shopify Markets.
Was die Navigation im Theme braucht
Die Daten legen fest, welche Kollektionen es gibt, das Menü legt die Wege fest. Ob beides benutzt wird, entscheidet das Theme — und hier lohnt der Vergleich mit dem alten Shop, weil die gewohnten Details nicht von allein mitkommen.
Die dritte Ebene sichtbar machen. Erst im gewählten Theme prüfen, ob sie gerendert wird, dann entscheiden, ob sie ergänzt oder die Struktur gekürzt wird.
Unterkollektionen auf der Kategorieseite zeigen. Wo eine Kollektion Untergruppen hat, gehören sie als Kacheln über die Produktliste. Das ist der Ersatz für den Baum in der Seitenleiste und zugleich der Weg, auf dem die vierte Ebene erreichbar bleibt, ohne im Menü zu stehen.
Brotkrumen ausgeben, inklusive Markup. Die gewählte Quelle wird einmal ins Theme eingebaut und liefert dann sowohl die sichtbare Zeile als auch das strukturierte BreadcrumbList-Markup. Was Shopify an strukturierten Daten mitbringt und was nicht, beschreibt Rich Snippets beim Shopsystem-Wechsel.
Das Mobilmenü eigenständig prüfen. Drei Ebenen in einer Schublade sind etwas anderes als drei Ebenen in einem Mega-Menü. Testen Sie den Weg zur tiefsten Kollektion auf dem Smartphone mit der Hand, nicht mit der Maus.
Die Suche als zweiten Einstieg ernst nehmen. Je flacher die Navigation wird, desto mehr Gewicht bekommt die Suche — und die überlebt den Systemwechsel ebenfalls nicht von allein, wie Warum die Shopsuche den Systemwechsel nicht überlebt zeigt.
Checkliste
Kategoriestruktur und Navigation: vierzehn Punkte vor dem Go-live
Die ersten vier Punkte brauchen den alten Shop und seine Daten — erledigen Sie sie, solange er läuft. Die Punkte fünf bis elf gehören vor den Import, der Rest in die Wochen um den Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 14 erledigt
Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Kategoriebaum mit vier oder mehr Ebenen | Vor dem Import kürzen, nicht danach. Die unterste Ebene ist meist eine Filtereigenschaft, die nie eine Kategorie hätte sein sollen |
| Über 300 Kategorien aus einem Fachhandelssortiment | Erst verdichten, dann zuordnen. Ein Menü mit 340 gleichrangigen Einträgen ist keine Navigation, sondern eine Liste |
| Viele Gruppierungskategorien ohne eigene Produkte | Organische Klicks prüfen. Ohne eigene Nachfrage wird daraus ein Menüpunkt, keine Kollektion |
| Mitgliedschaft wurde im Altsystem von Hand gepflegt | Fall für Unterkollektionen. Aber gegen die 50 je Shop zählen, bevor Sie es zum Muster machen |
| Kategorien hängen in mehreren Zweigen gleichzeitig | Brotkrumen nicht aus dem Menü ableiten. Das Metafeld ist hier die einzige eindeutige Quelle |
| Kategorieadressen mit stabilen Rankings | Weiterleitungstabelle hat Vorrang vor allem anderen. Zusammengelegte Kategorien einzeln entscheiden |
| Ratgeber oder Magazin im Kategoriebaum | In einen Blog überführen, nicht in Einzelseiten. Übersicht, Feed und Schlagworte gibt es nur dort |
| Theme steht noch nicht fest | Die dritte Menüebene in die Auswahlkriterien aufnehmen und am Demo-Shop testen, nicht in der Dokumentation nachlesen |
| Shop in mehreren Sprachen oder Märkten | Je Markt eigenes Menü einplanen. Übersetzt wird die Beschriftung, nicht die Struktur |
| Kleines Sortiment, unter 40 Kategorien | Zwei Menüebenen und Filter genügen meist. Brotkrumen erst ergänzen, wenn die Navigation wirklich tiefer wird |
| Sehr große Kollektionen als Haupteinstiege | Feiner schneiden. Oberhalb von 5.000 Produkten blendet Shopify dort die Filter aus — ausgerechnet auf den meistbesuchten Seiten |
| Migration läuft bereits, Import ist durch | Zuordnung nachziehen statt Kollektionen neu bauen: Menü, Brotkrumen-Quelle und Weiterleitungen in dieser Reihenfolge |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Der Kategoriebaum ist das Bauteil, das beim Systemwechsel am unauffälligsten verloren geht, weil alle seine Inhalte ankommen und nur sein Zusammenhang fehlt. Drei Punkte verhindern das meiste davon.
Struktur wird bei Shopify zweimal gebaut. Einmal als Produktzuordnung in Kollektionen, einmal als Wegenetz im Menü. Beide kennen sich nicht, und was Sie in einem ändern, ändert sich im anderen nicht mit. Wer das im Projektplan berücksichtigt, plant für die Navigation eine eigene Aufgabe mit eigenem Verantwortlichen ein — im Altsystem gab es sie nicht, weil sie dort nebenbei entstand.
Unterkollektionen sind eine Produktbeziehung, keine Seitenhierarchie. Das neue Kollektionsmodell nimmt Ihnen echte Pflegearbeit ab, und wo sich Mitgliedschaft nicht aus einem Feld herleiten lässt, ist es das richtige Werkzeug. Es erzeugt aber weder Menü noch Brotkrume noch Adresse, es geht nur eine Stufe tief, und nur 50 Kollektionen je Shop dürfen es nutzen. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob eine Bedingung reicht.
Die vierte Ebene braucht vor dem Import eine Entscheidung. Filter, Kachel auf der Übersichtsseite oder Footer-Menü — jeder der drei Wege ist vertretbar, keiner entsteht von allein, und alle drei setzen voraus, dass die Daten an der richtigen Stelle liegen. Welche Knoten überhaupt betroffen sind, sagt Ihnen der Export des alten Baums zusammen mit den Klickzahlen, nicht das Bauchgefühl im Workshop.
Wenn Sie einen Systemwechsel planen und wissen wollen, welche Ihrer heutigen Kategorien auf Shopify Kollektion, Menüpunkt oder Filter werden: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Katalogmigrationen aufsetzen, steht auf Shopsystem-Migration; den Ablauf Schritt für Schritt zeigt die Migrations-Checkliste.