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Migration CROTestsRollouts

Die Gewinner stehen im alten Werkzeug: A/B-Tests beim Umstieg auf Shopify

Wer im alten Shop jahrelang getestet hat, hat Gewinner, die nur im Testwerkzeug laufen, Ziele an der Adresse einer Danke-Seite, die es auf Shopify nicht gibt, und Zielgruppen aus alten Kundengruppen. Der Beitrag zeigt, was davon beim Umstieg mitmuss, warum rund um den Go-live eine Testpause gehört, wie lange ein Test bei Ihrem Traffic läuft und was sich auf Shopify womit testen lässt.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
13 Min.
Editorial Illustration: Links ein kleiner Knoten, von dem sich eine goldene Linie in zwei Äste teilt. Der obere Ast endet an einer schlichten, tintenschwarz umrandeten Seitenkarte, der untere an einer gleich großen Karte mit goldenem Ring. Von dieser Gewinnerkarte führt eine gestrichelte Linie nach rechts in einen großen Rahmen mit Kopfleiste, in dem ein gestricheltes, noch leeres Feld auf die Karte wartet. Oben rechts ein rundes terrakottafarbenes Siegel mit goldenem Ring. Sinnbild dafür, dass die Gewinner früherer Tests beim Umstieg in den neuen Shop getragen werden müssen.

Ein Beispiel: ein Händler für Outdoor-Bekleidung aus Freiburg, fünf Jahre auf Shopware 6, seit drei Jahren mit einem Testwerkzeug im Browser. Gut zwanzig Tests im Jahr, die meisten auf Produktseite und Warenkorb. Nach dem Umstieg auf Shopify lag die Conversion-Rate vier Wochen lang unter der des Vorjahres, und im Marketing war die Erklärung schnell gefunden: der neue Checkout.

Die Ursachen lagen woanders. Zwei Gewinner aus früheren Tests, das Lieferdatum über dem Kaufbutton und ein Link zur Größentabelle neben der Größenauswahl, liefen seit Monaten im Testwerkzeug für alle Besucher. Im Code des alten Themes standen sie nie, und das neue Theme war nach den Vorlagen des alten gebaut. Niemand vermisste sie, weil sie in keinem Ticket standen. Das Skript des Werkzeugs dagegen war ins neue Theme kopiert worden. Zwei laufende Tests suchten nach den CSS-Klassen der alten Produktseite, fanden nichts und zeigten allen Besuchern das Original, während das Werkzeug weiter Besucher verteilte. Gezählt wurde dabei nichts Brauchbares. Das Ziel „Bestellung“ war der Aufruf von /checkout/finish, der Danke-Seite von Shopware. Die gibt es auf Shopify nicht, und das Werkzeug meldete drei Wochen lang null Bestellungen in beiden Gruppen.

Shopify hat am 21. Oktober A/B-Testing-Werkzeuge verglichen, von VWO und AB Tasty über Kameleoon und Convert bis Optimizely und Adobe Target. Der Beitrag erklärt, was ein gutes Werkzeug können sollte, welche Testarten es gibt und wie ein Test von der Hypothese bis zur Auswertung abläuft. Er ist für Händler geschrieben, die mit dem Testen anfangen. Wer im alten Shop schon testet, hat beim Umstieg andere Fragen: Was steckt im Werkzeug, das mitmuss? Wann darf wieder getestet werden? Und was lässt sich auf Shopify womit testen?

Dieser Beitrag ist für Händler, die auf Shopware, Magento oder WooCommerce A/B-Tests fahren, mit einem Werkzeug im Browser oder einem Plugin, und auf Shopify weitertesten wollen. Wie Sie Conversion-Raten über den Go-live hinweg vergleichbar machen, steht in Conversion-Rate beim Shopify-Umstieg, wie das Tracking umzieht, in GA4-Tracking beim Shopify-Umstieg.

Im Testwerkzeug steckt mehr als die laufenden Tests

Fragt man ein Team nach seinem Testwerkzeug, hört man meist die Zahl der laufenden Tests. Nach ein paar Jahren steckt darin aber viel mehr: abgeschlossene Tests, deren Gewinner das Werkzeug dauerhaft ausspielt, Kampagnen ohne Kontrollgruppe, Ziele, Zielgruppen, ein Skript im Theme und ein Archiv mit allem, was schon versucht wurde. Bei einer Migration fällt davon nichts von allein auf. Das Migrationswerkzeug überträgt Produkte, Kunden und Bestellungen. Das Testwerkzeug kennt es nicht.

Inventur

Sieben Dinge, die nach ein paar Jahren in einem Testwerkzeug stecken

Was mit jedem davon passiert, hängt an einer Entscheidung: Zieht das Werkzeug mit auf Shopify, oder testen Sie künftig mit Shopify Rollouts oder einer App aus dem App Store? Wählen Sie den Weg.

Weg wählen
Das Werkzeug bleibt
  1. Gewinner auf 100 %: ins Theme
  2. Laufende Tests: beenden
  3. Ziele: neu einrichten
  4. Zielgruppen: neu definieren
  5. Personalisierungen: prüfen
  6. Skript und Flackerschutz: neu einbauen
  7. Testarchiv: abschließen
Wechsel zu Rollouts oder App
  1. Gewinner auf 100 %: ins Theme
  2. Laufende Tests: beenden
  3. Ziele: Shopify misst
  4. Zielgruppen: mit Rollouts nicht
  5. Personalisierungen: übertragen
  6. Skript und Flackerschutz: weglassen
  7. Testarchiv: exportieren
  1. Gewinner auf 100 %

    Ein Test ist vorbei, das Werkzeug spielt die Gewinner-Variante seitdem allen Besuchern aus. Die Änderung steht in keinem Template, nur im Werkzeug.

    Das Werkzeug bleibt: ins Theme Ins neue Theme einbauen. Die alte Kampagne spricht Elemente im HTML des alten Shops an und greift auf Shopify ins Leere.

    Wechsel zu Rollouts oder App: ins Theme Ins neue Theme einbauen. Ohne Werkzeug verschwindet die Änderung spätestens am Tag der Kündigung.

  2. Laufende Tests

    Experimente, deren Varianten auf Seiten des alten Shops gebaut sind, mit offenen Ergebnissen.

    Das Werkzeug bleibt: beenden Vor dem Code-Freeze beenden und den Stand festhalten, auch ohne klares Ergebnis. Ist die Frage noch offen, kommt sie nach dem Go-live neu auf den Testplan.

    Wechsel zu Rollouts oder App: beenden Vor dem Code-Freeze beenden und den Stand festhalten. Offene Fragen gehen als Ideen in den Testplan für Rollouts oder die App.

  3. Ziele

    Kauf als Aufruf der alten Danke-Seite, Klick auf „In den Warenkorb“, Absenden eines Formulars.

    Das Werkzeug bleibt: neu einrichten Den Kauf über das Pixel der Werkzeug-App oder ein eigenes Pixel auf checkout_completed melden. Klickziele an die Elemente des neuen Themes hängen.

    Wechsel zu Rollouts oder App: Shopify misst Rollouts misst Conversion-, Absprung-, Warenkorb- und Checkout-Rate selbst. Eigene Ziele lassen sich dort nicht anlegen, Apps bringen eigene mit.

  4. Zielgruppen

    Kundengruppe aus dem alten Shop, eingeloggte Kunden, Neu- oder Stammkunden, Land, Gerät.

    Das Werkzeug bleibt: neu definieren Auf Shopify-Daten neu aufbauen: Kundentags, Markt, Gerät. Die Kundengruppen des alten Shops gibt es nicht mehr.

    Wechsel zu Rollouts oder App: mit Rollouts nicht Rollouts verteilt zufällig auf alle Besucher. Kundensegmente, Kundentags und Geräte lassen sich nicht ansteuern. Tests für eine Gruppe brauchen eine App.

  5. Personalisierungen

    Dauerhafte Kampagnen ohne Kontrollgruppe: Banner für Stammkunden, Hinweis je Land, Gutschein für Erstbesucher.

    Das Werkzeug bleibt: prüfen Einzeln entscheiden, ob sie im Werkzeug bleiben. Was alle Besucher eines Landes sehen sollen, gehört in Märkte und Theme.

    Wechsel zu Rollouts oder App: übertragen In Theme, Märkte, Rabatte oder Kundensegmente übertragen. Was dort keinen Platz findet, endet mit dem Werkzeug.

  6. Skript und Flackerschutz

    Das Snippet im Kopf des alten Themes, oft mit Code, der die Seite kurz ausblendet, bis die Variante steht.

    Das Werkzeug bleibt: neu einbauen Über die App-Einbettung des Werkzeugs oder in theme.liquid einbauen. Wie lange der Flackerschutz die Seite ausblendet, am neuen Shop messen.

    Wechsel zu Rollouts oder App: weglassen Nicht ins neue Theme übernehmen. Ein vergessenes Snippet lädt weiter, auch wenn kein Test mehr läuft.

  7. Testarchiv

    Hypothesen, Screenshots und Ergebnisse aus Jahren, auch die Tests ohne Gewinner.

    Das Werkzeug bleibt: abschließen Bleibt im Werkzeug. Alte Tests als abgeschlossen kennzeichnen, damit niemand Ergebnisse aus zwei Shops vermischt.

    Wechsel zu Rollouts oder App: exportieren Vor der Kündigung exportieren. Es zeigt dem Team am neuen Theme, was schon versucht wurde und was nicht funktioniert hat.

Rollouts-Funktionen laut Shopify-Hilfe, Pixel und checkout_completed laut shopify.dev, Stand 23.10.2026. Wie ein Werkzeug Gewinner, Kampagnen und Archiv nennt, ist je Anbieter verschieden. Gemeint ist jeweils dasselbe.

Welcher der beiden Wege passt, hängt weniger am Werkzeug als an Ihrem Testprogramm. Wer viele Tests mit eigenen Zielgruppen fährt, einzelne Seiten testet oder ein eigenes CRO-Team hat, behält meist das Werkzeug. Wer zweimal im Jahr eine größere Änderung testet, kommt mit Rollouts aus und spart Vertrag und Skript. Dazwischen liegen die Apps aus dem App Store. Was jeder Weg auf Shopify kann, zeigt die Matrix weiter unten.

Gewinner, die nur im Werkzeug leben

Der teuerste Punkt der Inventur ist der erste. In den meisten Testwerkzeugen lässt sich eine Gewinner-Variante mit einem Klick für alle Besucher ausspielen. Das ist bequem, weil niemand das Theme anfassen muss. Es bedeutet aber, dass die Änderung bei jedem Seitenaufruf im Browser nachgebaut wird, von einem Skript, das auf Klassen und Struktur des alten HTML zielt. Im Code des Shops steht sie nicht.

Beim Umstieg wird das zum Problem, weil das neue Theme nach dem gebaut wird, was im alten Shop zu sehen ist: Vorlagen, Screenshots, Seitenbäume. Manche Gewinner sind auf diesen Screenshots zu sehen, aber niemand weiß, dass sie aus dem Werkzeug kommen. Und wer die Screenshots ohne Zustimmung im Cookie-Banner aufgenommen hat, sieht sie gar nicht, wenn das Werkzeug erst nach der Zustimmung lädt.

Ziehen Sie die Liste aus dem Werkzeug, nicht aus dem Shop. Filtern Sie nach allem, was mit voller Verteilung oder ohne Kontrollgruppe läuft, und machen Sie aus jedem Eintrag eine Anforderung an das neue Theme, mit Screenshot der Variante. Diese Anforderungen gehören in dieselbe Liste wie Filter, Suche und Produktseiten, nicht in einen späteren Testplan.

Bauen Sie Gewinner ein, statt sie neu zu testen. Ein Test, der im alten Shop gewonnen hat, beweist nicht, dass die Änderung auf Shopify genauso wirkt. Ihn vor dem Einbau zu wiederholen, kostet aber Wochen, in denen ein bekannter Gewinner fehlt. Ob das Ergebnis im neuen Shop noch gilt, ist eine gute Frage für einen der ersten Tests nach dem Go-live, aber keine Bedingung für den Einbau.

Sichern Sie das Archiv, bevor Sie kündigen. Hypothesen, Screenshots und Ergebnisse, auch die der Tests ohne Gewinner. Wer das neue Theme gestaltet, sollte wissen, was schon versucht wurde und was nicht funktioniert hat. Klären Sie mit dem Anbieter, wie lange Sie nach Vertragsende noch Zugriff haben, und exportieren Sie vorher.

Der Go-live ist kein Test

Nach dem Go-live will jeder wissen, ob der neue Shop besser verkauft als der alte. Ein Vergleich der Wochen davor mit den Wochen danach beantwortet das nicht. Am Go-live ändert sich alles auf einmal: Design, Checkout, Zahlarten, Adressen, Ladezeit, oft die Zustimmungsrate im Cookie-Banner und vor allem die Messung selbst. Shopify zählt Sitzungen anders als das Werkzeug im alten Shop, und Shopify hat seine eigene Zählung erst vom 21. bis 23. September umgestellt, ohne ältere Daten neu zu berechnen. Wie Sie die alte Quote trotzdem übersetzen, steht im Beitrag zur Conversion-Rate.

Den neuen Shop gegen den alten zu testen, mit je der Hälfte der Besucher, ist technisch möglich, aber selten sinnvoll. Für die Dauer des Tests liefen zwei Shops mit zwei Beständen, zwei Kundenkonten und zwei Bestellströmen, und Google sähe unter derselben Domain zwei verschiedene Seiten. Der Aufwand gleicht einer zweiten Migration.

Auch ein Test im alten Shop, der über den Go-live hinaus läuft, misst nichts mehr. Seine Varianten sind auf das alte HTML gebaut, und sein Ziel ist eine Adresse, die es nicht mehr gibt. Ein Test im neuen Shop, der am ersten Tag startet, misst dagegen die Wochen, in denen Weiterleitungen nachgezogen, Fehler behoben und Zahlarten korrigiert werden. Jede dieser Korrekturen trifft beide Gruppen, aber nicht gleich stark. Deshalb gehört um den Go-live eine Testpause.

Testpause

Vom letzten Test im alten Shop bis zum ersten im neuen: fünf Abschnitte

Rund um den Go-live gibt es eine Zeit, in der kein Test etwas Brauchbares misst. Was in diesen Wochen trotzdem zu tun ist, steht je Abschnitt in drei Spuren: Testwerkzeug, Theme und Messung. Die dicke Linie ist der Go-live.

  1. 8 bis 6 Wochen vorher

    Inventur

    Tests laufen im alten Shop

    Testwerkzeug

    Alles exportieren: laufende Tests, Gewinner auf 100 %, Personalisierungen, Ziele, Zielgruppen, Archiv.

    Theme

    Jeder Gewinner auf 100 % wird eine Anforderung an das neue Theme, mit Screenshot der Variante.

    Messung

    Entscheiden, womit Sie auf Shopify testen: altes Werkzeug, Rollouts oder eine App.

  2. bis zum Code-Freeze

    Auslaufen

    nur noch zu Ende testen

    Testwerkzeug

    Keine Tests mehr starten, die vor dem Code-Freeze nicht fertig werden. Den Stand jedes Tests festhalten.

    Theme

    Die Gewinner sind im neuen Theme eingebaut und abgenommen.

    Messung

    Kaufsignal für das neue Werkzeug vorbereiten: App-Pixel oder eigenes Pixel.

  3. Code-Freeze bis Go-live

    Stillstand

    Testpause

    Testwerkzeug

    Die Gewinner laufen im alten Shop weiter, bis er abgeschaltet wird. Das alte Snippet kommt nicht ins neue Theme.

    Theme

    Am neuen Theme werden nur noch Fehler behoben.

    Messung

    Testkauf im neuen Shop: Kommt der Kauf beim Werkzeug oder in der App an?

  4. Go-live bis Woche 4

    Einschwingen

    Testpause

    Testwerkzeug

    Keine Tests. Erst müssen Weiterleitungen, Suche, Zahlarten und Versand stabil laufen.

    Theme

    Fehler beheben, die erst mit echtem Traffic auffallen. Jede Korrektur würde einen laufenden Test verfälschen.

    Messung

    Basiswerte aufnehmen: Conversion-, Warenkorb- und Checkout-Rate je volle Woche, dazu die Einwilligungsquote.

  5. ab Woche 5

    Erster Test

    Tests im neuen Shop

    Testwerkzeug

    Mit einer großen Frage anfangen, Laufzeit vorher rechnen, Enddatum festlegen.

    Theme

    Variante als Theme-Kopie oder im Werkzeug. Kontrollgruppe ist das live geschaltete Theme.

    Messung

    Gegen die Basiswerte der ersten Wochen auswerten, nicht gegen den alten Shop.

Die Abstände sind eine Empfehlung aus Migrationsprojekten, keine Vorgabe von Shopify. Wer mehr Traffic hat, kommt nach dem Go-live schneller zu belastbaren Basiswerten, wer weniger hat, braucht länger. Vier volle Wochen sind die Untergrenze, weil jeder Wochentag mehrmals vorkommen soll.

Die Pause ist keine verlorene Zeit. In den Wochen nach dem Go-live entstehen die Basiswerte, an denen sich jeder spätere Test misst: Conversion-, Warenkorb- und Checkout-Rate im neuen Shop, je volle Woche. Rollouts zeigt für Experimente genau diese Kennzahlen. Wer sie kennt, kann die Laufzeit des ersten Tests rechnen, statt sie zu schätzen.

Wie lange ein Test bei Ihrem Traffic läuft

Shopify rät im Vergleichsbeitrag, die nötige Stichprobe vor dem Test zu berechnen. Beim Umstieg ist das besonders wichtig, weil zwei Dinge den Test im neuen Shop verlängern, die im alten oft niemand bemerkt hat.

Das erste ist die Einwilligung. Ein Testwerkzeug im Browser speichert eine Kennung auf dem Gerät, damit ein Besucher bei jedem Aufruf dieselbe Variante sieht. Nach § 25 TDDDG braucht das eine Einwilligung, es sei denn, es ist für den ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Ob ein A/B-Test darunter fällt, klären Sie mit Ihrer Datenschutzberatung. Shopify Rollouts geht einen eigenen Weg. Laut Hilfe bekommt jeder Besucher eine Gruppe, auch ohne Einwilligung, in den Ergebnissen zählen aber nur die, die zugestimmt haben. Bots zählen nicht, und wer beide Versionen im selben Browser gesehen hat, auch nicht. Getestet wird also in beiden Fällen mit dem Teil der Besucher, der zustimmt.

Das zweite ist die Messgröße. Die Conversion-Rate liegt in den meisten Shops bei wenigen Prozent, und kleine Unterschiede in kleinen Raten brauchen viele Besucher.

Testlaufzeit

Wie viele Wochen ein Test braucht, bevor sein Ergebnis etwas bedeutet

Stellen Sie ein, wie viele Sitzungen Ihr Shop pro Woche hat, wie hoch die Messgröße heute liegt und welchen Unterschied der Test mindestens finden soll. Als Messgröße taugt die Conversion-Rate, für kürzere Tests die Warenkorbrate. Der letzte Regler zieht die Besucher ab, die im Cookie-Banner nicht zustimmen.

20.000
2,0 %
+15 %
60 %

7 Wochen mit 60 % Einwilligung

4 Wochen, wenn jede Sitzung zählen würde

Sitzungen je Variante
36.691
Beide Varianten zusammen
73.382
Davon zählen pro Woche
12.000

Lang. Unterwegs ändern sich Saison, Kampagnen und Sortiment. Für eine wichtige Frage geht das, für eine kleine Änderung nicht.

Klassische Rechnung für den Vergleich zweier Anteile: zweiseitig, 5 % Irrtumswahrscheinlichkeit, 80 % Teststärke, Besucher je zur Hälfte auf beide Varianten verteilt. Werkzeuge mit anderen Statistikverfahren kommen zu anderen Zahlen, für die Planung taugt die Größenordnung. Shopify Rollouts zählt laut Hilfe nur Besucher mit Einwilligung, Stand 23.10.2026.

Mit den voreingestellten Werten, 20.000 Sitzungen pro Woche, 2 % Conversion-Rate und 60 % Einwilligung, braucht ein Test sieben Wochen, um einen Unterschied von 15 % zu zeigen, also von 2,0 auf 2,3 %. Ohne den Verlust durch fehlende Einwilligungen wären es vier. Soll der Test schon 10 % zeigen, sind es vierzehn Wochen. So lange läuft kein Test sauber durch, weil sich unterwegs Saison und Kampagnen ändern.

Für die meisten mittelgroßen Shops heißt das: groß testen oder näher am Klick messen. Eine neue Produktseite, ein anderer Warenkorb, eine andere Schwelle für kostenlosen Versand haben eine Chance, 15 oder 20 % zu bewegen. Eine andere Buttonfarbe nicht. Wer statt der Conversion-Rate die Warenkorbrate misst, hat eine höhere Ausgangsrate und damit kürzere Tests. Bei 8 % Warenkorbrate zeigt derselbe Shop einen Unterschied von 10 % in vier Wochen. Ob mehr Warenkörbe auch mehr Bestellungen bringen, beantwortet dieser Test allerdings nicht.

Was sich auf Shopify womit testen lässt

Im alten Shop war die Frage meist entschieden: ein Werkzeug im Browser, seit Google Optimize im September 2023 eingestellt wurde fast immer ein kostenpflichtiges. Auf Shopify gibt es drei Wege. Seit Juni 2026 testet Shopifys eigenes Werkzeug Rollouts auch Themes und Checkout-Konfigurationen, zu finden im Admin unter Märkte › Rollouts. Test-Apps aus dem App Store hängen sich in Theme und Shopify-Daten. Und die Browser-Werkzeuge aus Shopifys Vergleich laufen auf Shopify wie im alten Shop, mit einem Skript im Theme.

Testen auf Shopify

Drei Wege zum A/B-Test und acht Fragen, an denen sie sich unterscheiden

Rollouts ist Shopifys eigenes Werkzeug, Test-Apps greifen auf Theme und Shopify-Daten zu, Browser-Werkzeuge ändern die Seite im Browser, so wie im alten Shop. Die Matrix zeigt alle drei auf einen Blick. Wählen Sie einen Weg für die Details.

Frage Rollouts Test-App Browser
Ein Abschnitt oder eine einzelne Seite mit Einschränkung geht geht
Ein neues Theme gegen das alte geht geht mit Einschränkung
Der Checkout geht mit Einschränkung geht nicht
Preise mit Einschränkung mit Einschränkung geht nicht
Rabatte und Versandkosten mit Einschränkung geht geht nicht
Nur für eine bestimmte Gruppe geht nicht mit Einschränkung geht
Umsatz je Besucher als Messgröße geht nicht geht mit Einschränkung
Laufende Kosten geht mit Einschränkung mit Einschränkung
  • geht
  • mit Einschränkung
  • geht nicht
Weg wählen
  1. Ein Abschnitt oder eine einzelne Seite

    Shopify Rollouts: mit Einschränkung Änderungen im Theme-Editor einer Kopie, Liquid-Code nur über ein ganzes Ersatz-Theme. Verglichen wird immer das ganze Theme, nicht eine einzelne Seite.

    Test-App: geht Templates, Seiten und Inhalte lassen sich direkt im Theme testen, ohne eigenen Code.

    Browser-Werkzeug: geht Ihr angestammtes Feld: Varianten im visuellen Editor oder per Code, auf jeder Seite bis zum Warenkorb.

  2. Ein neues Theme gegen das alte

    Shopify Rollouts: geht Dafür ist Rollouts gebaut: zwei ganze Themes gegeneinander, mit fester Aufteilung der Besucher und Enddatum.

    Test-App: geht Theme-Tests gehören etwa bei Shoplift zum Umfang.

    Browser-Werkzeug: mit Einschränkung Nur über Umwege wie einen Split-URL-Test. Ein ganzes Theme auszutauschen, ist nicht ihr Feld.

  3. Der Checkout

    Shopify Rollouts: geht Zwei Checkout- und Kundenkonto-Konfigurationen gegeneinander, zum Beispiel mit und ohne Upsell-Block. Gemessen an der Checkout-Conversion-Rate.

    Test-App: mit Einschränkung Intelligems nennt Checkout-Tests. Was dort geht, hängt an Checkout-Erweiterungen, und die gibt es für Informations-, Versand- und Zahlungsschritt nur mit Plus.

    Browser-Werkzeug: geht nicht Erweiterungen laufen im Checkout isoliert, ohne Zugriff auf die Seite. Ein Skript aus dem Theme erreicht ihn nicht.

  4. Preise

    Shopify Rollouts: mit Einschränkung Über Kataloge: ein Katalog mit anderen Preisen, aktiv nur für die Testgruppe. Google, Meta und andere Kanäle zeigen weiter die normalen Preise.

    Test-App: mit Einschränkung Kernfunktion von Intelligems, auch Shoplift testet Preise. Feeds und Anzeigen zeigen auch hier den normalen Preis.

    Browser-Werkzeug: geht nicht Ändert nur die Anzeige. Warenkorb und Checkout rechnen mit dem Preis, der in Shopify steht.

  5. Rabatte und Versandkosten

    Shopify Rollouts: mit Einschränkung Rabatte ja: bis zu 250 je Rollout, die Kontrollgruppe bekommt keinen. Versandkosten sind kein eigener Baustein.

    Test-App: geht Intelligems nennt Rabatte und Versandkosten ausdrücklich als Testgegenstand.

    Browser-Werkzeug: geht nicht Kann einen Hinweis zeigen, aber nicht ändern, was der Checkout berechnet.

  6. Nur für eine bestimmte Gruppe

    Shopify Rollouts: geht nicht Kein Kundensegment, kein Kundentag, kein Gerät. Besucher landen zufällig in einer der beiden Gruppen.

    Test-App: mit Einschränkung Je nach App. Intelligems wirbt mit Segmenten, prüfen Sie vorher, ob Ihre Gruppe dabei ist.

    Browser-Werkzeug: geht Segmente nach Gerät, Quelle, Land oder eigenen Merkmalen gehören zum Standard.

  7. Umsatz je Besucher als Messgröße

    Shopify Rollouts: geht nicht Experimente zeigen Conversion-, Absprung-, Warenkorb- und Checkout-Rate. Umsatz und Warenkorbwert je Gruppe stehen nicht im Bericht.

    Test-App: geht Apps lesen die Bestellungen aus Shopify. Intelligems rechnet auf Wunsch mit Ihren Wareneinsatzkosten.

    Browser-Werkzeug: mit Einschränkung Nur, wenn ein Pixel den Kauf samt Betrag an das Werkzeug meldet. Die alte Danke-Seite als Ziel gibt es nicht mehr.

  8. Laufende Kosten

    Shopify Rollouts: geht Im Tarif enthalten. Rollouts gibt es ab Basic, Experimente ab Grow.

    Test-App: mit Einschränkung Monatliche Gebühr, laut App Store ab 69 $ bei Intelligems und ab 99 $ bei Shoplift.

    Browser-Werkzeug: mit Einschränkung Eigener Vertrag beim Anbieter, oft nach Traffic gestaffelt. Läuft der alte Vertrag weiter, entfällt nur der Umbau.

Geprüft am 23.10.2026 in der Shopify-Hilfe (Rollouts), auf shopify.dev (Checkout-Erweiterungen) und im Shopify App Store. Shoplift und Intelligems stehen als Beispiele, der App Store führt weitere Test-Apps. Preise ohne Steuern, Funktionsumfang laut Anbieter.

Rollouts testet Themes, keine Seiten. Ein Experiment vergleicht eine Kontrollgruppe mit einer Testgruppe, mehr Varianten gibt es nicht. Die Testgruppe bekommt eine Kopie des Themes, die Sie im Theme-Editor ändern, oder ein anderes Theme aus Ihrer Bibliothek. Liquid-Templates lassen sich innerhalb eines Rollouts nicht ändern, Code-Änderungen kommen also über ein Ersatz-Theme. Das passt gut zu großen Fragen wie einer neuen Produktseite und schlecht zu vielen kleinen Tests auf einzelnen Seiten. Experimente brauchen mindestens den Tarif Grow, enden standardmäßig nach 90 Tagen, und mehrere können gleichzeitig laufen, ohne dass ein Besucher in zwei davon landet. Umsatz und Warenkorbwert je Gruppe zeigt Rollouts nicht. Für Theme-Experimente stehen Conversion-, Absprung-, Warenkorb- und Checkout-Rate im Bericht.

Preis- und Rabatttests wirken über den Shop hinaus. Rollouts kann Kataloge mit eigenen Preisen und bis zu 250 Rabatte in ein Experiment nehmen. Experimente gelten aber nur im Onlineshop. Google, Meta und andere Kanäle zeigen weiter die aktuellen Preise, und laut Shopify-Hilfe können solche Abweichungen zu Prüfungen, zur Auslistung von Produkten oder zur Sperrung eines Kontos führen. Für Preistests mit einer App gilt dasselbe, denn auch dort zeigen Feeds und Anzeigen den normalen Preis. Nehmen Sie Produkte, die gerade im Preistest sind, aus den Shopping-Kampagnen, oder testen Sie Produkte, die nicht im Feed stehen. Wie der Feed nach dem Umstieg funktioniert, steht in Google Shopping beim Shopify-Umstieg.

Den Checkout erreicht kein Skript aus dem Theme. Erweiterungen laufen dort laut Entwicklerdoku isoliert, ohne Zugriff auf die Seite, und für die Schritte Information, Versand und Zahlung gibt es sie nur mit Plus. Ein Browser-Werkzeug testet auf Shopify deshalb alles bis zum Warenkorb. Wer bisher im Checkout getestet hat, etwa einen Hinweis zum Lieferdatum über dem Bestellbutton, braucht dafür Rollouts oder eine App, und für die ersten drei Schritte Plus. Welche Funktionen sonst am Tarif hängen, steht in Shopify Plus oder Advanced.

Wie der Kauf beim Testwerkzeug ankommt

Im alten Shop war das Ziel „Bestellung“ meist eine Adresse, die Danke-Seite nach dem Kauf. In Shopware 6 ist das /checkout/finish, in Magento /checkout/onepage/success/, in WooCommerce /checkout/order-received/. Das Skript des Werkzeugs lief auf dieser Seite wie auf jeder anderen und zählte den Aufruf.

Auf Shopify gehört die Danke-Seite zum Checkout, und dort läuft das Skript aus dem Theme nicht. Shops ohne Plus hatten auf Danke- und Bestellstatusseite bis zum Sommer noch ein Feld für zusätzliche Skripte. Laut Shopify-Hilfe war der 26. August 2026 der Stichtag für die Umstellung, und Shops, die nicht umgestellt hatten, wurden automatisch umgestellt. Ein Kaufziel, das an der Danke-Seite hängt, zählt seitdem nichts mehr. Drei Wege führen den Kauf zum Werkzeug.

Das Pixel der Werkzeug-App. Viele Anbieter haben eine Shopify-App, die das Skript ins Theme bringt und ein eigenes Pixel einrichtet, das den Kauf aus Shopifys Ereignissen meldet. In Ländern, in denen Tracking eine Einwilligung braucht, werden solche Pixel laut Entwicklerdoku erst nach der Zustimmung aktiv.

Ein eigenes Pixel. Unter Einstellungen › Kundenereignisse lässt sich ein Pixel anlegen, das auf das Ereignis checkout_completed hört, die Kennung des Werkzeugs aus dessen Cookie liest und den Kauf samt Betrag weitergibt. Das Ereignis kommt einmal je Checkout, meist auf der Danke-Seite. Läuft nach dem Kauf ein Upsell, kommt es schon auf dessen erster Seite. Lädt die Seite nicht, kommt es gar nicht.

Die Variante an der Bestellung. Das robusteste Signal ist eines, das in der Bestellung selbst steht. Das Theme kann die Variante eines Besuchers als Warenkorb-Attribut speichern, und Warenkorb-Attribute gehen mit der Bestellung mit. Dann lässt sich jeder Test gegen echte Bestellungen und echten Umsatz auswerten, aus dem Bestellexport, unabhängig davon, ob ein Pixel gefeuert hat. Das ersetzt die Auswertung im Werkzeug nicht, ist aber die Probe, ob sie stimmt. Bei Rollouts liefert es außerdem den Umsatz je Gruppe, den der Bericht nicht zeigt, vorausgesetzt, das Theme der Testgruppe schreibt ein anderes Attribut als das der Kontrollgruppe.

Prüfen Sie vor dem ersten Test mit einer Testbestellung je Variante, ob der Kauf im Werkzeug ankommt, mit dem richtigen Betrag und in der richtigen Gruppe. Wie Sie dabei vermeiden, dass GA4 Käufe doppelt zählt, steht in GA4-Tracking beim Shopify-Umstieg.

Checkliste

Bevor im neuen Shop der erste Test startet

Die ersten vier Punkte gehören in die Inventur, die nächsten vier vor den Go-live, die letzten zwei in die Wochen danach. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Wo Sie ansetzen, je nach Ausgangslage

Ihre SituationEmpfehlung
Gewinner laufen seit Jahren auf 100 % im WerkzeugListe aus dem Werkzeug ziehen, jeden Gewinner als Anforderung ans neue Theme, mit Screenshot. Einbauen, nicht neu testen
Viele Tests im Jahr, eigene Zielgruppen, CRO-TeamWerkzeug behalten, Skript per App-Einbettung, Kauf über App-Pixel oder eigenes Pixel. Zielgruppen auf Kundentags und Märkte umstellen
Zwei, drei größere Tests im JahrRollouts ab Grow. Varianten als Theme-Kopie, Umsatz je Gruppe über die Variante an der Bestellung auswerten
Preistests geplantRollouts mit Katalog oder eine App. Getestete Produkte vorher aus Shopping-Kampagnen nehmen
Tests im Checkout, etwa Hinweise über dem BestellbuttonRollouts mit zwei Checkout-Konfigurationen. Für Erweiterungen in Information, Versand und Zahlung braucht es Plus
Unter 10.000 Sitzungen pro WocheNur große Änderungen testen, Warenkorbrate als Messgröße. Kleine Verbesserungen einbauen und beobachten statt testen
Kaufziel hängt an der alten Danke-SeiteVor dem Go-live auf checkout_completed umstellen und mit einer Testbestellung je Variante prüfen
Werkzeug wird gekündigtArchiv exportieren, Personalisierungen in Theme, Märkte oder Rabatte übertragen, das alte Snippet nicht ins neue Theme kopieren

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Ein Testprogramm zieht nicht mit den Daten um. Es hängt an Skripten, Adressen und Zielgruppen des alten Shops. Drei Fragen helfen, es nicht unterwegs zu verlieren.

Was steckt im Werkzeug? Sieben Dinge, und das wichtigste sind die Gewinner, die nur dort laufen. Sie gehören ins neue Theme, bevor es fertig ist, als Anforderung mit Screenshot.

Wann wird wieder getestet? Nicht über den Go-live hinweg und nicht in den ersten vier Wochen danach. Die Pause liefert die Basiswerte, mit denen sich die Laufzeit des ersten Tests rechnen lässt, die Einwilligungsquote eingeschlossen.

Womit wird getestet, und wie kommt der Kauf an? Rollouts für ganze Themes und Checkout-Konfigurationen, Apps für Preise, Rabatte und Versand, Browser-Werkzeuge für einzelne Seiten und Zielgruppen. Der Kauf kommt in jedem Fall über ein Pixel oder die Bestellung, nicht mehr über die Adresse der Danke-Seite.

Wenn Sie Ihren Testplan beim Umstieg mitnehmen wollen und die Inventur einmal mit jemandem durchgehen möchten, der das schon gemacht hat: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen planen, steht auf Shopsystem-Migration. Für Shops ohne B2B und ERP-Anbindung gibt es den Migration-Starter zum Festpreis. Was der Wechsel von Ihrem System konkret bedeutet, lesen Sie auf Shopware zu Shopify, Magento zu Shopify und WooCommerce zu Shopify.

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