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WooCommerce verlassen: Was aus WordPress, Plugins und Kundenkonten wird

Ein WooCommerce-Shop ist zur Hälfte WordPress: Plugins für Pflichtangaben, SEO und Sprachen, ein Blog, der Besucher bringt, Kundenkonten mit Passwort. Der Beitrag zeigt, wohin jedes Plugin bei Shopify wandert, warum Germanized in elf Teile zerfällt, was mit Blog und Seiten passiert, welche Daten mitkommen und wie aus den alten Adressen neue werden.

DE
Daniel Ehrhardt
Geschäftsführer & Head of Development
14 Min.
Editorial Illustration: Links ein hoher, tintenschwarz umrandeter Block aus drei übereinanderliegenden Schichten, die oberste mit einem Raster aus kleinen Kacheln. Von den Kacheln führen feine goldene Linien über eine senkrechte goldene Leiste zu vier kleinen Ablagen auf der rechten Seite, eine davon massiv schwarz. Eine einzelne Kachel bleibt links zurück, nur als gestrichelter terrakottafarbener Umriss mit einem runden terrakottafarbenen Siegel. Sinnbild für einen WooCommerce-Shop, dessen Plugins beim Umstieg auf Shopify an verschiedene Orte wandern.

Ein Teehandel aus Bremen, seit 2016 auf WooCommerce, rund 900 Produkte. Unter „Plugins“ stehen 34 aktive Einträge, von Germanized über WPML bis zu einem Cache-Plugin, das niemand mehr anfassen will, seit es nach einem Update die Kasse lahmgelegt hat. Der Ratgeber mit 180 Beiträgen über Teesorten und Zubereitung bringt mehr Besucher aus der Google-Suche als alle Kategorieseiten zusammen.

Die Entscheidung für Shopify fällt nach zwei Terminen. Drei Wochen später hängt das Projekt an Fragen, die im Systemvergleich nicht vorkamen. Was wird aus dem Ratgeber? Wer zeigt künftig Grundpreis, Lieferzeit und Widerrufsbutton an? Und womit melden sich die Stammkunden an, wenn ihre Passwörter nicht mitkommen?

Nichts davon ist exotisch. Ein WooCommerce-Shop ist eben kein Shopsystem, sondern ein Content-Management-System mit einem Shop-Plugin und vielen weiteren Plugins drumherum.

Shopify hat am 13. Oktober einen Vergleich von acht WooCommerce-Alternativen veröffentlicht: Shopify, OXID eShop, Shopware, Salesforce Commerce Cloud, Adobe Commerce, Spryker, Weebly und Squarespace. Dazu kommen Wege, auf WordPress zu bleiben und WooCommerce trotzdem abzulösen, etwa mit dem Shopify Buy Button oder Plugins wie SureCart und Ecwid. Der Kern des Beitrags: WooCommerce ist ein Plugin für ein System, das fürs Bloggen entstanden ist. Viele Funktionen brauchen Erweiterungen, Hosting, Sicherheit und PCI-Konformität liegen beim Händler. Beim Kostenvergleich gehören deshalb Hosting, Erweiterungen, Entwicklung und Wartung mit auf die Rechnung. Laut dem Beitrag nutzen rund vier Millionen Shops WooCommerce aktiv.

Wer schon einen WooCommerce-Shop betreibt, braucht nach dem Systemvergleich eine zweite Liste. Wie Sie Shopsysteme vergleichen, wenn Sie bereits eines haben, steht in Umziehen ist nicht Gründen. Dieser Beitrag behandelt, was nur WooCommerce-Händler betrifft: wohin jedes Plugin wandert, warum Germanized in elf Teile zerfällt, was mit Blog und Seiten passiert, welche Daten die Datenbank hergibt und wie aus den alten Adressen neue werden.

Ein Shop, der zur Hälfte WordPress ist

In einem WooCommerce-Shop arbeiten drei Schichten zusammen. WordPress verwaltet Seiten, Beiträge, Medien, Benutzer und Adressen. WooCommerce bringt Katalog, Warenkorb, Kasse und Bestellungen. Plugins erledigen alles andere: die deutschen Pflichtangaben, SEO, Sprachen, Zahlungsarten, Cache, Sicherheit, Backups.

Bei Shopify sind die ersten beiden Schichten eine Plattform, die Shopify betreibt. Die dritte zerfällt. Einen Teil ihrer Aufgaben erledigt Shopify selbst, ein Teil wandert in Apps, ein Teil ins Theme. Und ein Teil fällt weg, weil es den Server, um den sich das Plugin gekümmert hat, nicht mehr gibt. Diese Sortierung ist die erste Arbeit eines Umstiegs. Sie geht schneller als gedacht, wenn man sie Plugin für Plugin macht.

Vier Plätze für jedes Plugin

Am Anfang steht die Liste der aktiven Plugins. Jedes bekommt einen von vier Plätzen.

Plugin-Inventur

19 typische Plugins und ihr Ziel bei Shopify

Eine Auswahl, wie sie in vielen deutschen WooCommerce-Shops aktiv ist. Germanized und German Market fehlen hier, sie bekommen die nächste Grafik. Filtern Sie nach dem Ziel.

  • Shopify ab Werk 7
  • App aus dem App Store 6
  • Theme und Metafelder 3
  • Entfällt, Shopify betreibt das 3
Nach Ziel filtern
  • Yoast SEO, Rank Math

    Ab Werk

    SEO-Titel, Beschreibung, Sitemap

    Titel und Beschreibung an jedem Produkt, jeder Kollektion und Seite. Die Sitemap schreibt Shopify selbst.

  • WPML, Polylang

    Ab Werk

    Sprachen

    Sprachen und Märkte in Shopify Markets, die Übersetzungen in der kostenlosen Shopify-App Translate & Adapt.

  • PayPal Payments, Stripe, Mollie

    Ab Werk

    Zahlungsarten

    Shopify Payments und PayPal als Zahlungsanbieter in den Einstellungen.

  • Redirection

    Ab Werk

    Weiterleitungen

    URL-Weiterleitungen mit CSV-Import. Sie greifen nur für Adressen, unter denen es keine Seite mehr gibt.

  • Contact Form 7, WPForms

    Ab Werk

    Kontaktformular

    Kontaktformular als Abschnitt im Theme. Für mehrstufige Formulare eine App.

  • MailPoet, Mailchimp for WooCommerce

    Ab Werk

    Newsletter

    Shopify Messaging oder ein Anbieter wie Klaviyo. Die Einwilligungen ziehen als eigener Datensatz um.

  • B2B Market, B2B King

    Ab Werk

    Firmenkunden, eigene Preise

    B2B mit Firmen, Standorten und Katalogen, ohne Plus bis zu drei Kataloge.

  • Borlabs Cookie, Real Cookie Banner

    App

    Einwilligung

    Der Shopify-Banner deckt nur Shopify-Cookies und -Pixel ab. Mit weiteren Diensten eine Consent-App, die die Customer Privacy API nutzt.

  • WooCommerce Subscriptions

    App

    Abos

    Shopify Subscriptions oder eine Abo-App. Laufende Abos brauchen die Zahlungs-Tokens des alten Anbieters.

  • WooCommerce-Bewertungen

    App

    Produktbewertungen

    Eine Bewertungs-App mit CSV-Import. Eine eigene Bewertungsfunktion hat Shopify seit Mai 2024 nicht mehr.

  • PDF Invoices & Packing Slips

    App

    Rechnungen

    Rechnungs-App, Buchhaltungsprogramm oder ERP. Den Packzettel druckt Shopify selbst.

  • YITH Wishlist, TI Wishlist

    App

    Merkzettel

    Eine Wunschlisten-App. Gespeicherte Listen kommen nur mit, wenn die App sie importiert.

  • UpdraftPlus, BackWPup

    App

    Backup

    Server-Backups entfallen, eine Sicherung der Shopdaten nicht. Shopify stellt keinen Gesamtstand wieder her, dafür gibt es Backup-Apps.

  • Elementor, Divi

    Theme

    Seitengestaltung

    Abschnitte und Blöcke im Theme-Editor. Layouts werden neu gebaut, übertragen lassen sie sich nicht.

  • Advanced Custom Fields

    Theme

    Zusatzfelder

    Metafelder mit Definition, wiederkehrende Feldgruppen als Metaobjekte.

  • Product Add-Ons, Extra Product Options

    Theme

    Gravur, Zusatzangaben

    Eingabefelder im Produktformular, die an der Bestellposition landen. Mit Aufpreis per App.

  • WP Rocket, Autoptimize

    Entfällt

    Cache, Ladezeit

    Shopify liefert über ein eigenes CDN aus. Die Ladezeit hängt danach vor allem an Theme und Apps.

  • Wordfence, Solid Security

    Entfällt

    Sicherheit

    Server, Updates und Zertifikat betreibt Shopify. Bei Ihnen bleiben Konten, Rechte und Zwei-Faktor-Anmeldung.

  • WP Mail SMTP

    Entfällt

    Mailversand

    Shopify verschickt die Mails selbst. Die Absenderdomain authentifizieren Sie einmal in den Einstellungen.

Die Plugin-Namen stehen für ihre Gattung, ähnliche Plugins landen am selben Ort. Ihre eigene Liste bekommen Sie unter „Plugins“ im WordPress-Backend oder mit wp plugin list --status=active. Eigene, für Ihren Shop programmierte Plugins gehören in keine dieser Spalten: Sie werden einzeln geprüft.

Drei Dinge fallen in fast jedem Projekt auf.

Entfällt heißt nicht vergessen. Cache-, Sicherheits- und Mail-Plugins verschwinden, weil Shopify Server, Updates und Mailversand betreibt. Beim Backup gilt das nur halb. Server-Backups brauchen Sie nicht mehr, eine Sicherung Ihrer Shopdaten schon: Ein gelöschtes Produkt oder einen gelöschten Kunden stellt Shopify nicht wieder her, und einen Gesamtstand zum Zurückspielen gibt es nicht. Was stattdessen nötig ist, steht in Datensicherung nach dem Umstieg. Auch Sicherheit bleibt Ihre Aufgabe, nur an anderer Stelle: bei Konten, Rechten und Zwei-Faktor-Anmeldung, siehe Kontosicherheit nach dem Umstieg.

Jede App ist ein Abo und ein Datensatz mehr. Der Shopify-Beitrag rät, beim Kostenvergleich nicht nur auf den Grundpreis zu schauen. Das gilt auch für die Gegenseite. Rechnen Sie die Apps ein, die Sie brauchen, und prüfen Sie vor jeder, ob Shopify die Aufgabe nicht selbst erledigt. Bei Bewertungen ist die Antwort eindeutig: Shopify hat seine eigene Bewertungs-App im Mai 2024 eingestellt. Die Bewertungen aus WooCommerce brauchen also eine App, die sie importiert.

Page-Builder-Seiten werden neu gebaut. Ein Layout aus Elementor oder Divi lässt sich nicht übertragen. Bei Shopify entsteht es aus Abschnitten und Blöcken im Theme-Editor, die das Marketing selbst bedienen kann. Zusatzfelder aus Advanced Custom Fields werden Metafelder, wiederkehrende Feldgruppen wie Rezepte oder Pflegehinweise werden Metaobjekte. Wer das früh entscheidet, spart sich beim Import die zweite Runde.

Germanized zerfällt in Einzelteile

In deutschen WooCommerce-Shops steckt ein großer Teil der Pflichtangaben in einem einzigen Plugin, meist Germanized, laut WordPress.org in mehr als 70.000 Installationen aktiv, oder German Market. Dort stellen Sie Grundpreis, Lieferzeit, Steuerhinweis, Checkboxen und Rechtstexte an einer Stelle ein. Inzwischen bringt Germanized auch einen Widerrufsbutton mit. Bei Shopify gibt es dieses eine Menü nicht. Dieselben Funktionen liegen an elf verschiedenen Stellen.

Ein Plugin, 11 Ziele

Wohin die Funktionen von Germanized bei Shopify wandern

Im alten Shop war es ein Menüpunkt. Bei Shopify verteilt sich dasselbe auf Einstellungen, Theme, Metafelder und Apps. German Market sortiert sich genauso.

WordPress-Plugin

Germanized · German Market

  • 3 Ab Werk
  • 4 Theme und Metafeld
  • 3 App oder Plus
  • 1 Entfällt
  • Grundpreis

    Ab Werk

    Einheitspreis an der Variante

    Online-Store-2.0-Themes zeigen ihn an, die Bestellbestätigung auch.

  • Rechtstexte

    Ab Werk

    Richtlinien in den Einstellungen

    AGB, Widerruf, Datenschutz, Versand und rechtlicher Hinweis. Shopify verlinkt sie automatisch im Checkout.

  • Versandetiketten

    Ab Werk

    Etiketten im Admin, sonst DHL-App

    DHL Express und DHL Kleinpaket direkt in Shopify. DHL Paket und Warenpost über die offizielle App mit eigenem DHL-Konto.

  • Steuer- und Versandhinweis am Preis

    Theme und Metafeld

    Hinweis im Theme

    Erscheint bei Preisen inklusive Steuern und hinterlegter Versandrichtlinie. Den Wortlaut ändern Sie unter „Sprachen bearbeiten“.

  • Lieferzeit

    Theme und Metafeld

    Metafeld plus Theme-Block

    Ein eigenes Feld gibt es nicht. Je nach Sortiment am Produkt oder an der Variante.

  • Lebensmittelangaben

    Theme und Metafeld

    Metafelder, im Theme ausgegeben

    Zutaten, Allergene und Nährwerte als Felder mit Definition, damit sie überall gleich erscheinen.

  • Rechtstexte in E-Mails

    Theme und Metafeld

    Benachrichtigungsvorlagen

    Text oder Link in den Vorlagen der Bestell- und Versandmails ergänzen.

  • Checkboxen vor dem Kauf

    App oder Plus

    Plus oder App vor dem Checkout

    Ab Werk hat der Checkout keine Pflicht-Checkbox. Auf Plus per Checkout-Erweiterung, sonst setzt eine App sie in den Warenkorb.

  • Widerrufsbutton

    App oder Plus

    Formular ohne Anmeldung, meist per App

    Shopify verweist auf Self-Service-Rückgaben im Kundenkonto. Dafür muss sich der Kunde anmelden.

  • Rechnungen und Lieferscheine

    App oder Plus

    App, Buchhaltung oder ERP

    Den Packzettel druckt Shopify selbst, eine Rechnung schreibt es nicht.

  • Double-Opt-in fürs Kundenkonto

    Entfällt

    Nicht mehr nötig

    Kunden melden sich mit einem Code an, den Shopify an ihre E-Mail-Adresse schickt. Ein Passwort gibt es nicht.

Das ist eine technische Zuordnung, keine Rechtsberatung. Ob Ihr Shop eine Checkbox braucht und ob ein Widerruf über das Kundenkonto genügt, klären Sie mit Ihrem Rechtsberater oder Ihrem Händlerbund, bevor der neue Shop live geht.

Zwei Punkte brauchen vor dem Go-live mehr als eine Einstellung.

Der Widerrufsbutton. Seit dem 19. Juni 2026 müssen Onlineshops in der EU eine elektronische Widerrufsfunktion anbieten. So verlangt es die Richtlinie (EU) 2023/2673, in Deutschland im BGB umgesetzt. Shopify bringt keinen eigenen Button mit. Die Shopify-Hilfe zum EU-Widerrufsrecht verweist auf die Regeln für Rückgaben und Stornierungen. Die Rückgabe per Self-Service liegt im Kundenkonto, und dafür muss sich der Kunde anmelden. Ob das genügt, wird unter Händlern diskutiert. Viele bieten zusätzlich ein Formular an, das ohne Anmeldung erreichbar ist, meist über eine App. Klären Sie den Weg mit Ihrem Rechtsberater, bevor Sie Germanized abschalten.

Die Lieferzeit. In vielen Shops ist sie die Angabe, die am häufigsten gepflegt wird, und Shopify hat kein Feld dafür. Legen Sie ein Metafeld an, entscheiden Sie, ob es am Produkt oder an der Variante hängt, und übernehmen Sie die Werte beim Import. Germanized speichert Lieferzeiten als eigene Taxonomie, ähnlich wie Kategorien. Aus „3–5 Werktage“ wird so ein Wert, den das Theme auf der Produktseite und im Warenkorb anzeigt.

Ein Punkt erledigt sich dagegen von selbst. Das Double-Opt-in für Kundenkonten braucht es nicht mehr, weil sich Shopify-Kunden mit einem Code an ihre E-Mail-Adresse anmelden. Für den Newsletter hat Shopify ein eigenes Double-Opt-in bei den Kundenbenachrichtigungen. Wie die bestehenden Einwilligungen umziehen, steht in Newsletter-Abonnenten beim Shopify-Umstieg.

Wohin der Ratgeber zieht

Beim Teehandel war die schwierigste Frage keine technische. Der Ratgeber bringt die Besucher, und niemand wollte ihn riskieren. Vier Wege stehen zur Wahl.

Vier Wege

Was mit Blog und Seiten aus WordPress passieren kann

Der Shop zieht in jedem Fall zu Shopify. Offen ist, wo die Inhalte künftig liegen und wie viel WordPress Sie danach noch betreiben.

  1. Alles zieht zu Shopify

    Beiträge werden Blogartikel, Seiten werden Shopify-Seiten, WordPress wird abgeschaltet.

    Adressen
    /blogs/ratgeber/… und /pages/…, jede alte Adresse wird weitergeleitet
    Sie pflegen
    ein System
    Einwilligung
    ein Banner, ein Tracking-Setup
    Betrieb danach

    Passt, wenn Die Inhalte dienen dem Verkauf, und ein kleines Team pflegt Shop und Texte zusammen.

    Achten Sie auf Shortcodes und Page-Builder-Layouts kommen als Code-Reste an. Jeder Beitrag braucht eine Durchsicht.

  2. WordPress bleibt als Magazin

    Der Shop zieht zu Shopify, WordPress läuft ohne WooCommerce auf einer Subdomain weiter.

    Adressen
    Beiträge ziehen etwa auf magazin.ihr-shop.de
    Sie pflegen
    WordPress-Updates und Hosting bleiben
    Einwilligung
    zwei Banner, zwei Tracking-Setups
    Betrieb danach

    Passt, wenn Viele Inhalte, eine eigene Redaktion oder Funktionen wie Forum und Mitgliederbereich.

    Achten Sie auf Die Beiträge wechseln den Host. Produkte im Magazin sind nur noch Links in den Shop.

  3. Shopify im WordPress

    WordPress bleibt die Website, Produkte kommen per Buy Button hinein, der Checkout läuft bei Shopify.

    Adressen
    bleiben, wie sie sind
    Sie pflegen
    WordPress vollständig, dazu Produkte und Bestellungen in Shopify
    Einwilligung
    auf WordPress wie bisher, im Checkout bei Shopify
    Betrieb danach

    Passt, wenn Der Shop ist ein kleiner Teil einer großen Website, etwa bei Verlagen, Verbänden oder Kursanbietern.

    Achten Sie auf Ein vollwertiger Shop ist das nicht: Suche, Filter, Kollektionen und Kundenkonto liegen nicht auf der Website.

  4. Headless mit WordPress als CMS

    Ein eigenes Frontend holt Inhalte aus WordPress und Produkte aus Shopify.

    Adressen
    frei wählbar, auch ohne /blogs/
    Sie pflegen
    zwei Systeme und ein eigenes Frontend
    Einwilligung
    selbst gebaut, Shop und Checkout unter einer Hauptdomain
    Betrieb danach

    Passt, wenn Großes Content-Team, viel Redaktion und dauerhaft Entwickler im Haus oder bei der Agentur.

    Achten Sie auf Der teuerste Weg. Er lohnt sich erst, wenn Inhalte und Shop wirklich gleichgewichtig sind.

„Betrieb danach“ meint den laufenden Aufwand für Updates, Hosting und Abstimmung zwischen den Systemen, nicht die Kosten des Umzugs. Weg A ist für die meisten Shops mit Blog der kürzeste.

Für die meisten Shops mit Blog ist Weg A der richtige. Drei Dinge sollten Sie vorher wissen.

Shopify-Blogs haben Tags, keine Kategorien. Ein Shop kann mehrere Blogs haben, etwa „Ratgeber“ und „Rezepte“, und jeder Beitrag trägt Tags. Die Kategorien aus WordPress werden also entweder eigene Blogs oder Tags. Jede Beitragsadresse beginnt mit /blogs/ und dem Namen des Blogs, ohne dieses Präfix geht es nicht.

Der Import ist kein Knopf im Admin. Für Blogbeiträge bringt Shopify keinen Import mit. Beiträge kommen über die Admin-API oder eine Migrations-App, die Bilder ziehen mit um und werden in den Texten neu verlinkt. Shortcodes, Galerie-Plugins und Page-Builder-Reste fallen dabei auf. Sie gehören bereinigt, bevor der Beitrag online geht.

Was immer gleich aufgebaut ist, wird ein Metaobjekt. Rezepte mit Zutaten und Ziehzeit, Pflegeanleitungen oder Händlerstandorte sind in WordPress oft Beiträge mit ACF-Feldern. Bei Shopify werden daraus Metaobjekte mit eigenen Seiten. Das Theme gestaltet sie einmal, die Redaktion füllt nur noch Felder.

Bevor Sie sich für einen Weg entscheiden, schauen Sie in die Search Console. Welche Beiträge bringen Besucher, welche verlinken auf Produkte, welche hat seit Jahren niemand mehr aufgerufen? Ein Umzug ist eine gute Gelegenheit, die letzte Gruppe nicht mitzunehmen. Ihre Adressen brauchen trotzdem ein Ziel.

Kunden, Bestellungen und das fehlende Passwort

Bei WooCommerce ist die Datenübernahme gut planbar, weil alles in einer MySQL-Datenbank liegt. Zwei Stellen funktionieren aber anders, als viele erwarten.

Datenübernahme

Was aus der WooCommerce-Datenbank bei Shopify ankommt

Zwölf Datenarten, wo sie heute liegen und wohin sie ziehen. Die linke Spalte ist die Liste, die Ihre Migration abarbeiten muss, auch für die Daten, die nicht mitkommen.

  • 4 kommt mit
  • 6 kommt anders an
  • 2 bleibt zurück
Daten Liegt in WooCommerce Bei Shopify

Produkte und Variationen

kommt mit
wp_posts: product, product_variation

Produkte mit Varianten

Höchstens drei Optionen und 2.048 Varianten je Produkt.

Attribute ohne Variante

kommt anders an
globale Attribute pa_…, eigene Attribute am Produkt

Metafelder mit Definition

Erst als Metafeld lassen sie sich als Filter anlegen.

Produktkategorien

kommt anders an
Taxonomie product_cat, beliebig tief

Kollektionen und Menü

Eine Kollektion kann andere einschließen, eine Ebene tief. Die Hierarchie trägt das Menü.

Gruppierte und externe Produkte

kommt anders an
Produkttypen grouped und external

Shopify Bundles oder Kollektion, extern ohne Gegenstück

Einen Produkttyp mit Link zu fremdem Shop gibt es nicht.

Kunden und Adressen

kommt mit
wp_users, wp_usermeta: billing_…, shipping_…

Kunden mit Adressen, Tags, Metafeldern

Umsatz und Bestellanzahl zählen nur aus importierten Bestellungen.

Passwörter

bleibt zurück
wp_users.user_pass, phpass oder bcrypt

kein Gegenstück

Kunden melden sich mit einem Code per E-Mail an.

Bestellungen

kommt mit
wc_orders… (HPOS) oder wp_posts: shop_order

Bestellungen mit altem Datum

Per API oder Migrations-App, im Admin gibt es keinen Import.

Gutscheine

kommt anders an
wp_posts: shop_coupon

Rabattcodes

Codes bleiben, Regeln und Kombinationen werden neu angelegt.

Bewertungen

kommt anders an
wp_comments am Produkt, Sterne in wp_commentmeta

Bewertungs-App

CSV aus WordPress, Import in die App.

Laufende Abos

kommt anders an
WooCommerce Subscriptions

Shopify Subscriptions oder Abo-App

Ohne die Zahlungs-Tokens des alten Anbieters gibt jeder Abonnent seine Zahlungsdaten neu ein.

Bilder und Medien

kommt mit
/wp-content/uploads/…

Shopify-CDN, Bereich Dateien

Jede Datei bekommt eine neue Adresse.

Daten aus Plugins

bleibt zurück
eigene Tabellen und Meta-Felder je Plugin

je nach App

Merkzettel, Punkte, Formulareinträge: nur, was die neue App importieren kann.

Tabellennamen ohne Präfix, in Ihrer Datenbank meist mit wp_ davor. Welche Bestelltabellen bei Ihnen gelten, steht unter WooCommerce › Einstellungen › Erweitert › Funktionen.

Passwörter kommen nicht mit, und das ist kein Problem mehr. WordPress speichert Passwörter nur als Hash, bis Version 6.8 mit phpass, seitdem mit bcrypt. Shopify kann keinen der beiden übernehmen. Früher hieß das: Nach dem Go-live bekommen alle Kunden eine Mail, um ein neues Passwort zu setzen, und ein Teil davon landet im Spam. Bei Shopify gibt es heute keine Passwörter mehr. Kunden geben ihre E-Mail-Adresse ein und bekommen einen sechsstelligen Code. Die alten Kundenkonten mit Passwort hat Shopify im Februar 2026 abgekündigt. Ihre Kunden müssen also nichts neu setzen, sie müssen nur wissen, dass die Anmeldung anders funktioniert. Ein Satz in der Mail zum Go-live und ein Hinweis auf der Anmeldeseite reichen.

Bestellungen liegen je nach Shop an zwei Orten. Seit Version 8.2 vom Oktober 2023 legt WooCommerce Bestellungen in neuen Installationen in eigenen Tabellen ab, dem High-Performance Order Storage. Ältere Shops haben sie oft noch in den Beitragstabellen von WordPress oder, im Kompatibilitätsmodus, an beiden Orten. Ein Export-Werkzeug muss aus der Tabelle lesen, die bei Ihnen führend ist. Sonst fehlen Bestellungen der letzten Monate oder ihre Statusänderungen, ohne dass der Import einen Fehler meldet.

Auch bei den Produkten lohnt ein genauer Blick. Shopify erlaubt höchstens drei Optionen je Produkt, seit Oktober 2025 aber bis zu 2.048 Varianten. Wer in WooCommerce Farbe, Größe, Länge und Material als Variationen führt, muss eine Achse anders abbilden. Attribute, die nur beschreiben, werden Metafelder, und erst dann lassen sie sich als Filter nutzen, wie in Produktfilter beim Umstieg beschrieben. Wie Stammkunden ihren Status behalten, steht in Stammkunden beim Shopify-Umstieg, was mit laufenden Abos passiert, in Abo-Commerce beim Plattformwechsel.

Jede alte Adresse braucht ein Ziel

WordPress und WooCommerce folgen in deutschsprachigen Shops festen Mustern. Das macht die Liste der Weiterleitungen kürzer, als sie bei einem gewachsenen Shop aussieht.

Adressmuster

Wie aus WooCommerce-Adressen Shopify-Adressen werden

Die Standardpfade eines deutschsprachigen WooCommerce-Shops und ihr Ziel bei Shopify, am Beispiel eines Teehandels. Was ein Muster ist, lässt sich in einem Durchgang erzeugen.

  1. Produkt Muster
    /produkt/teekanne-glas-1-2-l/ wird zu /products/teekanne-glas-1-2-l

    Den Slug als Handle übernehmen, dann reicht eine Regel für alle Produkte.

  2. Kategorie Einzeln prüfen
    /produkt-kategorie/teekannen/glas/ wird zu /collections/teekannen-glas

    Unterkategorien werden flache Handles. Gleichnamige Unterkategorien brauchen eindeutige Namen.

  3. Schlagwort Einzeln prüfen
    /produkt-schlagwort/geschenk/ wird zu /collections/geschenkideen

    Nur wenn die Seite Besucher bringt. Sonst auf die passende Kollektion leiten.

  4. Beitrag Muster
    /2023/04/gruener-tee-zubereiten/ wird zu /blogs/ratgeber/gruener-tee-zubereiten

    Das Präfix /blogs/ und der Blogname gehören bei Shopify immer dazu.

  5. Seite Muster
    /ueber-uns/ wird zu /pages/ueber-uns

    Unterseiten verlieren ihre Elternseite in der Adresse.

  6. Shop-Seiten Muster
    /warenkorb/ · /mein-konto/ wird zu /cart · /account

    Ohne Suchwert, aber in Mails und Lesezeichen verlinkt.

  7. Feed Muster
    /feed/ wird zu /blogs/ratgeber.atom

    Für Newsletter-Tools und Aggregatoren, die den Feed abonniert haben.

  8. Parameter Unsicher
    /?p=1834 · /?product=teekanne wird zu Ziel je Adresse

    Shopify-Weiterleitungen mit Parametern greifen nicht zuverlässig. Prüfen, ob solche Links Besucher bringen.

Shopify leitet nur Adressen um, unter denen es keine Seite mehr gibt. Ein Shop kann bis zu 100.000 Weiterleitungen anlegen, auf Plus bis zu 20 Millionen, auch per CSV. Die Liste aus dem Plugin Redirection gehört mit hinein, sonst brechen alte Umleitungsketten.

Zwei Fehler sehen wir dabei häufig. Der erste: Nur Produkte und Kategorien werden weitergeleitet, die Beiträge aus der post-sitemap.xml von Yoast oder Rank Math nicht. Gerade die bringen in vielen WooCommerce-Shops einen großen Teil der Besucher. Der zweite: Die Weiterleitungen, die das Plugin Redirection über Jahre gesammelt hat, gehen beim Umzug verloren. Dann führt eine Adresse, die 2019 auf eine neue Kategorie umgeleitet wurde, plötzlich ins Leere. Wie Sie die Liste aufbauen und testen, steht in 301-Redirects bei Shopify-Migrationen, was mit der alten Sitemap passiert, in Die Sitemap beim Shopify-Umstieg.

Wann WooCommerce die bessere Antwort bleibt

Nicht jeder WooCommerce-Shop gehört zu Shopify. In drei Lagen raten wir eher ab:

  • Der Shop ist ein Nebenschauplatz. Ein Verlag, ein Verband oder ein Kursanbieter verkauft ein paar Produkte auf einer großen WordPress-Website. Dann ist der Buy Button oder ein schlankes Plugin oft die bessere Antwort als der Umzug der ganzen Website.
  • Das Geschäft steckt in eigenem Code. Buchungslogik, Preisberechnung oder Konfiguratoren, die eine Agentur über Jahre als eigenes Plugin gebaut hat, lassen sich auf Shopify nachbauen, aber nicht kopieren. Wenn das der größte Teil des Shops ist, rechnen Sie den Neubau ehrlich durch.
  • Ein WordPress-Team im Haus betreut alles. Wenn eigene Entwickler den Betrieb ohnehin übernehmen und der Shop ruhig läuft, fällt der größte Vorteil weg, den Shopify im Alltag bringt.

Für alle anderen gilt: Der Aufwand des Umstiegs liegt weniger im Shop als in der Inventur drumherum. Je früher Plugins, Inhalte und Adressen sortiert sind, desto kürzer wird das Projekt.

Checkliste

WooCommerce-Umstieg: zwölf Punkte

Die ersten sechs Punkte gehören in die Planung, die nächsten vier in die Datenübernahme, die letzten zwei an den Go-live. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.


Was für Ihre Ausgangslage sinnvoll ist

Ihre SituationEmpfehlung
WooCommerce mit Germanized, wenig InhaltPlugin für Plugin sortieren, die Germanized-Funktionen einzeln zuordnen, den Widerrufsweg rechtlich klären. Seiten und Blog mit Weg A
Großer Ratgeber, der die meisten Besucher bringtBeiträge nach Search Console sortieren, mit Weg A in Shopify-Blogs, wiederkehrende Inhalte als Metaobjekte. Jede Beitragsadresse weiterleiten
Eigene Redaktion, Forum oder Mitgliederbereich in WordPressWeg B: WordPress als Magazin auf einer Subdomain, der Shop zieht zu Shopify. Zwei Einwilligungs-Setups einplanen
Der Shop ist ein kleiner Teil einer großen WebsiteBuy Button prüfen oder bei WooCommerce bleiben
WooCommerce Subscriptions mit vielen laufenden AbosDie Übergabe der Zahlungs-Tokens früh mit dem Zahlungsanbieter anstoßen, die Abo-App vor dem Go-live mit echten Verlängerungen testen
Mehrsprachig mit WPML oder PolylangSprachen in Shopify Markets anlegen, Übersetzungen importieren, hreflang nach dem Go-live in der Search Console prüfen
Viele eigene Plugins einer früheren AgenturJedes einzeln beschreiben lassen, bevor der Umstieg geplant wird. Daran hängt, ob Shopify die richtige Antwort ist

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten

Die Liste der WooCommerce-Alternativen beantwortet, wohin Sie gehen. Für den Umstieg selbst zählt, was Sie aus WordPress mitnehmen.

Jedes Plugin bekommt einen Platz. Ab Werk, App, Theme oder entfällt. Germanized braucht dabei die meiste Aufmerksamkeit, weil sich seine Funktionen auf elf Stellen verteilen und eine davon, der Widerrufsbutton, seit Juni 2026 Pflicht ist.

Der Inhalt entscheidet über WordPress. In den meisten Shops ziehen Blog und Seiten mit zu Shopify. WordPress daneben weiter zu betreiben lohnt sich, wenn dort mehr passiert als ein Blog.

Die Datenbank gibt fast alles her, nur keine Passwörter. Die braucht bei Shopify auch niemand mehr. Wichtiger ist, aus der richtigen Bestelltabelle zu exportieren und jede alte Adresse weiterzuleiten, auch die der Beiträge.

Wenn Sie einen WooCommerce-Shop umziehen wollen und wissen möchten, was aus Ihrer Plugin-Liste wird: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir den Wechsel angehen, steht auf WooCommerce zu Shopify, was eine Migration zum Festpreis kostet, auf Shopify-Migration zum Festpreis. Wie wir Migrationen allgemein planen, finden Sie auf Shopsystem-Migration.

Weiterlesen

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Landingpages beim Shopify-Umstieg: Die Kampagne zeigt noch auf die alte Seite

Erlebniswelten, CMS-Seiten und Elementor-Seiten stehen in keinem Produkt- oder Kategorieexport, tragen aber den bezahlten Traffic. Der Beitrag zeigt, wo Landingpages im alten Shop liegen, welcher Ort in Shopify zu welchem Zweck passt, an welchen sechs Stellen ein Anzeigenklick nach dem Go-live reißt, wie lange Weiterleitungen für QR-Codes und Partnerlinks bleiben müssen und womit Ihr Marketing künftig neue Seiten baut.

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Zahlungsziele beim Shopify-Umstieg: Netto 30 zählt ab der Bestellung

Im B2B steht „30 Tage netto“ in fast jedem Rahmenvertrag, gemeint ist meist: ab Rechnungsdatum. Shopify zählt ab dem Bestelltag. Der Beitrag zeigt, warum dieselbe Bestellung danach zwei Fälligkeitstage hat, welches Gegenstück zwölf übliche Konditionen in Shopify finden, wer nach dem Umstieg Zahlungen abgleicht und erinnert und was mit den offenen Rechnungen am Stichtag passiert.

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Im alten Shop hat der Shop die Rechnung geschrieben, die Gutschrift und oft auch den DATEV-Export. Shopify liefert die Bestellung und die Auszahlung, aber keine Rechnung. Der Beitrag zeigt, wo jeder Beleg heute entsteht, welche drei Wege es bei Shopify gibt, wie der Nummernkreis den Stichtag übersteht, was in einer Auszahlung steckt und ab wann Ihr Shop E-Rechnungen schreiben muss.

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