Affiliate- und Creator-Programme beim Shopify-Umstieg: Der Link funktioniert, die Provision nicht
Am Go-live-Tag funktionieren alle Partnerlinks und alle Codes, und trotzdem meldet das Netzwerk ab Dienstag keine Verkäufe mehr. Der Beitrag zeigt, wo Ihr Partnerprogramm heute lebt, an welchen sieben Stellen eine Provision beim Umzug reißt, was mit Klicks aus der Zeit vor dem Go-live passiert, wann Shopify Collabs, eine Affiliate-App oder die App des Netzwerks passt und wie Sie das alte Programm sauber abschließen.
Ein Beispiel: ein Naturkosmetik-Händler aus dem Rheinland, seit 2018 auf WooCommerce. Gut ein Fünftel des Umsatzes kommt über Partner. Rund 140 Blogs, Magazine und Kosmetikstudios laufen über AffiliateWP, 30 Creator haben einen eigenen Rabattcode, und Gutschein- und Cashback-Portale kommen über Awin.
Der Go-live ist an einem Dienstag. Alle Codes stehen namensgleich in Shopify, die Testbestellung mit dem Code der größten Creatorin hat funktioniert. Am Donnerstag fragt die Betreuerin bei Awin, warum seit Dienstag keine Verkäufe mehr gemeldet werden. Das Awin-Plugin steckte im alten WooCommerce, und in Shopify hat niemand die Awin-App installiert, weil „das Netzwerk ja extern ist“. Am Montag schreiben drei Bloggerinnen, ihr Partnerbereich sei nicht erreichbar. Der lag im alten WordPress, und das ist abgeschaltet. Ende des Monats fragt die größte Creatorin nach ihrer Abrechnung. Die Bestellungen mit ihrem Code lassen sich zählen. Die über den Link in ihrer Bio nicht.
Shopify hat am 12. Oktober erklärt, wie Sie Creator zu Shopify Collabs migrieren. Creator informieren, die App einrichten, ein Programm oder ein Geschenk anlegen, die Creator per CSV einladen, das alte Programm abschließen. Für einen Shop, der schon auf Shopify läuft und nur das Affiliate-Werkzeug wechselt, ist das die ganze Arbeit. Wer das Shopsystem wechselt, zieht mit den Creatorn meist auch ein Netzwerk und ein Plugin im alten Shop um, und das alles am selben Tag, an dem sich Adressen, Checkout und Tracking ändern.
Dieser Beitrag ist für Händler, die mit einem laufenden Partnerprogramm von Shopware, Magento, WooCommerce oder JTL zu Shopify wechseln. Er zeigt, wo das Programm heute lebt, an welchen Stellen eine Provision beim Umzug reißt, was mit Klicks aus der Zeit vor dem Go-live passiert, welcher Weg auf Shopify passt und wie Sie das alte Programm abschließen. Was mit Ihren Rabattcodes allgemein passiert, steht in Rabatte, Streichpreise, Aktionscodes, wie Pixel und Einwilligung auf Shopify zusammenspielen, in Cookie-Banner beim Shopify-Umstieg.
Drei Arten, Partner zu führen
Bevor Sie entscheiden, wo Ihre Partner auf Shopify geführt werden, klären Sie, wo sie heute leben. In Projekten begegnen uns drei Arten, und die meisten Shops betreiben zwei davon nebeneinander. Für den Umzug ist der Unterschied entscheidend: Bei einem Netzwerk zieht nur das Tracking um, bei einem Plugin im alten Shop das ganze Programm.
Ausgangslage
Wo Ihr Partnerprogramm heute lebt
Drei Arten, Partner zu führen, und jede zieht anders um. Wählen Sie die Art, die bei Ihnen den größten Umsatz bringt. Viele Shops betreiben zwei oder alle drei nebeneinander.
Über ein Affiliate-Netzwerk
- Awin
- Tradedoubler
- ADCELL
- Webgains
- CJ
- Was im Shop hängt
- Ein Plugin oder Skript des Netzwerks. Es merkt sich beim Landen die Klick-Kennung, bei Awin heißt sie awc, und meldet die Bestellung samt Kennung. Partner, Verträge und Auszahlungen liegen beim Netzwerk.
- Was reißt
- Das Plugin im alten Shop. Mit ihm verschwinden das Skript, das die Kennung liest, und die Meldung von der Danke-Seite. Ab dem Go-live zählt das Netzwerk nur, was das neue Tracking meldet.
- Weg auf Shopify
- Die Shopify-App des Netzwerks. Awin, Tradedoubler, ADCELL, Webgains und CJ haben eine im App Store. Partner, Links und Verträge bleiben, wo sie sind.
Vor dem Abschalten sichern Wenig, die Daten liegen beim Netzwerk. Wichtig sind die Deeplinks der Partner auf alte Adressen, die Laufzeit der Kennung und die Provisionen, die noch nicht freigegeben sind.
Über ein Plugin im alten Shop
- AffiliateWP
- Amasty Affiliate
- Mageplaza Affiliate
- Partnerprogramm Shopware 5
- Was im Shop hängt
- Alles: Partnerkonten mit Login, Klicks, Provisionssätze, offene und bezahlte Provisionen, das Dashboard der Partner. Die Klick-Kennung steht in einem Cookie des alten Shops.
- Was reißt
- Alles auf einmal. Mit dem alten Shop gehen das Login der Partner, ihre Statistik und jeder Klick, der noch läuft. Die beiden verbreiteten Magento-Erweiterungen setzen dafür standardmäßig 365 Tage.
- Weg auf Shopify
- Shopify Collabs oder eine Affiliate-App. Jeder Partner bekommt ein neues Konto und einen neuen Link, seinen Code kann er behalten.
Vor dem Abschalten sichern Partner mit Kontakt- und Auszahlungsdaten, Provisionssätze, Codes, offene und bezahlte Provisionen. Die Historie je Partner archivieren Sie außerhalb, kaum eine App nimmt alte Bestellungen auf.
Nur über Rabattcodes
- Creator-Codes
- Podcast-Codes
- Abrechnung per Tabelle
- Was im Shop hängt
- Nur der Rabattcode. Wer wie viel verdient, steht in einer Tabelle, gerechnet aus einem Bestellexport des alten Shops, gefiltert nach Code.
- Was reißt
- Wenig, wenn die Codes zum Go-live namensgleich in Shopify stehen. Was reißt, ist der Monatsbericht: Die Abfrage, aus der die Tabelle kam, gibt es in Shopify nicht.
- Weg auf Shopify
- Codes namensgleich anlegen und die Abrechnung aus den Shopify-Berichten nach Rabattcode ziehen. Oder die Creator gleich in Collabs holen, dort hängen Code, Link und Provision zusammen.
Vor dem Abschalten sichern Alle Codes mit Creator, Provisionssatz und Laufzeit, dazu die Einlösungen bis zum Go-live. Sonst lässt sich der Monat, in dem umgestellt wird, nicht sauber abrechnen.
Was die Shopsysteme selbst beitragen, ist sehr unterschiedlich:
- WooCommerce hat kein Partnerprogramm im Kern. Meist läuft es über AffiliateWP. Die Links tragen
?ref=und eine Partnernummer, das Cookie gilt standardmäßig einen Tag. Partner und Provisionen lassen sich als CSV exportieren. AffiliateWP warnt selbst, dass beim Wiedereinlesen die Partnernummern wechseln und die Verbindung zu Bestellungen und Auszahlungen verloren geht. Die Historie archivieren Sie deshalb, Sie ziehen sie nicht um. - Magento 2 und Adobe Commerce bringen keine Partnerfunktion mit. Verbreitet sind Amasty Affiliate und Mageplaza Affiliate. Beide setzen das Cookie standardmäßig auf 365 Tage. Am Go-live-Tag sind also Klicks aus einem ganzen Jahr noch gültig.
- Shopware 6 erkennt die Parameter
affiliateCodeundcampaignCodein der Adresse. Laut Shopware-Doku setzt es dafür kein Cookie. Die Werte stehen in der Sitzung und werden an der Bestellung gespeichert, die Bestellliste im Admin lässt sich danach filtern. Provisionen rechnet Shopware 6 nicht. Wer Partner bezahlt, rechnet aus einem Bestellexport. - Shopware 5 bringt ein Partnerprogramm mit: Parameter
sPartner, eine Provision in Prozent auf den Nettowarenwert und eine Cookie-Gültigkeit in Sekunden. - JTL-Shop misst mit Kampagnen über einen frei gewählten Parameter Besuche, Verkäufe, Registrierungen und Newsletter-Anmeldungen, für die Dauer der Sitzung. Eine Provision rechnet JTL-Shop nicht.
Und die Netzwerke: Awin bietet Plugins für Shopware, Magento und WooCommerce. Auf Shopify ersetzt die Awin-App dieses Plugin. Sie kommt nicht von selbst mit, auch wenn Partner und Verträge beim Netzwerk bleiben.
Wo die Provision am Go-live-Tag reißt
Eine Provision entsteht nicht an einer Stelle, sondern entlang einer Kette. Der Partner veröffentlicht einen Link oder Code, ein Besucher klickt, willigt ein oder nicht, eine Kennung wird gespeichert, die Bestellung wird gemeldet, geprüft und bezahlt. Im Alltag fällt diese Kette niemandem auf. Am Go-live-Tag ändert sich fast jedes Glied gleichzeitig.
Provisionskette
Sieben Stationen einer Provision
Von der Empfehlung eines Partners bis zum Geld auf seinem Konto. Zu jeder Station, was dort entsteht und woran sie am Go-live-Tag reißt.
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Partner
Link oder Code wird veröffentlicht
shop.de/gesichtsserum?ref=124 · Code LENA15Reißt, wenn der Link auf eine Adresse zeigt, die es nach dem Go-live nicht mehr gibt. Videos, Artikel und Bio-Links ändert kaum ein Partner, ein Link lebt so lange wie der Beitrag, in dem er steht.
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Besucher
Klick landet auf der alten Adresse
/produkt/gesichtsserum/?ref=124 → /products/gesichtsserumReißt, wenn die Weiterleitung den Parameter verliert. Ob Shopify Parameter wie ref oder awc an das Ziel weiterreicht, ist nicht dokumentiert. Die Hilfe warnt nur, Adressen mit Parametern könnten sich unerwartet verhalten.
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Besucher
Einwilligung im Cookie-Banner
Marketing · Statistik · DatenverkaufReißt, wenn das alte Tracking anders eingestuft war als das neue. Auf Shopify lädt ein Pixel nur, wenn der Besucher allen Kategorien zugestimmt hat, die es verlangt. App-Pixel verlangen standardmäßig Marketing, Statistik und Datenverkauf.
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Shop
Klick-Kennung wird gespeichert
awc · ref · Cookie oder Sitzung auf der ShopdomainReißt, wenn die Kennung nur im alten Shop lag: in seiner Sitzung, in einem Cookie mit eigenem Namen oder in seiner Datenbank. Dort liest Shopify nicht nach, das neue Tracking beginnt mit dem ersten Klick nach dem Go-live.
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Shop
Code an der Kasse
LENA15 = lena15 · 15 % auf die BestellungReißt, wenn der Code in Shopify fehlt oder anders geschrieben ist als im Video. Groß- und Kleinschreibung spielt in Shopify keine Rolle, ein Bindestrich mehr schon.
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Netzwerk oder App
Bestellung wird gemeldet
checkout_completed · Meldung vom Server · Kennung · CodeReißt, wenn die Meldung als Skript auf der Danke-Seite stand. Zusätzliche Skripte laufen dort seit dem 26. August 2026 in keinem Tarif mehr. Gemeldet wird über ein App-Pixel, ein Custom Pixel oder vom Server.
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Netzwerk oder App
Prüfen, freigeben, auszahlen
offen → bestätigt → ausgezahltReißt, wenn das alte System abgeschaltet ist, bevor die letzten Provisionen geprüft sind. Stornos und Retouren zu Bestellungen vor dem Go-live lassen sich dann keinem Partner mehr zuordnen.
Zwei Stationen kosten in Projekten am häufigsten Geld.
Die Meldung von der Danke-Seite. In vielen alten Shops steht das Conversion-Tag des Netzwerks direkt in der Vorlage der Bestellbestätigung. Diesen Platz gibt es auf Shopify nicht mehr. Laut Shopify-Hilfe sind zusätzliche Skripte auf der Danke- und der Bestellstatusseite seit dem 28. August 2025 nur noch lesbar, seit dem 26. August 2026 sind alle Shops umgestellt. Gemeldet wird jetzt über App-Pixel, Custom Pixel oder vom Server. Die Awin-App macht beides: Sie bindet das Awin-Skript als App-Einbettung im Theme ein und meldet Bestellungen per Pixel und vom Server. Die App-Einbettung müssen Sie im Theme-Editor selbst einschalten. Das ist der Schalter, der in Projekten am häufigsten aus bleibt.
Die Einwilligung. Auf Shopify lädt ein Pixel laut Entwicklerdoku nur, wenn der Besucher allen Kategorien zugestimmt hat, die das Pixel verlangt. App-Pixel verlangen standardmäßig Marketing, Statistik und Datenverkauf, neue Custom Pixel Marketing und Statistik. Eine eigene Kategorie für Affiliate-Tracking kennt Shopify nicht. War das Tag im alten Shop anders eingestuft, sinken die gemeldeten Verkäufe nach dem Go-live, ohne dass technisch etwas kaputt ist. Klären Sie die Einstufung vor dem Go-live mit Ihrer Datenschutzberatung und sagen Sie den Partnern, wenn sich die Zahlen deshalb ändern.
Klicks aus der Zeit vor dem Go-live
Die Kette oben beschreibt einen neuen Klick. Am Go-live-Tag sind aber Klicks unterwegs, die noch im alten Shop passiert sind. Jemand hat am Freitag den Link einer Creatorin geöffnet, sich das Serum angesehen und kauft am Mittwoch. Wem gehört diese Bestellung?
Cookie-Fenster
Geklickt im alten Shop, gekauft im neuen
Vier Partnerklicks, jeder mit 30 Tagen Laufzeit. Drei davon fallen in die Zeit vor dem Umschalten, gekauft wird danach. Schalten Sie um, was das neue Tracking mit der alten Klick-Kennung macht.
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Partner A · Gutscheinportal
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Creator B · Link in der Instagram-Bio
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Partner C · Vergleichsartikel
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Creator D · neuer Link nach dem Go-live
1 von 4 Bestellungen finden ihren Partner. Die anderen drei laufen in Shopify als direkte Käufe, der Partner sieht sie nie, und sein Dashboard zeigt ab dem Go-live eine Lücke.
4 von 4 Bestellungen finden ihren Partner. Das klappt nur, wenn die Kennung im Browser überlebt hat: gleiche Domain, gleicher Speicherort, Einwilligung erteilt, und das neue Tracking liest genau diesen Speicherort.
Wie viele solcher Bestellungen es gibt, hängt an der Laufzeit. Mit dem Standard von AffiliateWP, einem Tag, sind es wenige. Mit 365 Tagen aus einer Magento-Erweiterung ist es jeder Klick des letzten Jahres. Bei Netzwerken legt jedes Programm seine Laufzeit selbst fest. Sie steht in den Programmbedingungen.
Was hilft, hängt davon ab, wo die Kennung liegt.
Bei Netzwerken lohnt ein Test am Go-live-Morgen. Bleibt die Domain dieselbe und setzt das Netzwerk auf beiden Seiten dasselbe Skript ein, kann die Kennung im Browser den Umzug überstehen. Dokumentiert ist das nirgends. Prüfen lässt es sich nur am echten Tag: Vor dem Umschalten im alten Shop einen Partnerlink öffnen, nach dem Umschalten im selben Browser bestellen und nachsehen, ob die Bestellung beim Partner ankommt. Dann wissen Sie, ob Sie eine Übergangsregel brauchen.
Bei einem Plugin im alten Shop ist die Kennung verloren. Sie liegt in dessen Cookie, Sitzung oder Datenbank, und nichts auf Shopify liest dort nach. Vereinbaren Sie deshalb vorher eine Übergangsregel und kündigen Sie sie an. Zum Beispiel: Bestellungen mit dem Code des Partners zählen in den ersten zwei Wochen voll, oder der Partner bekommt für den Monat des Umzugs eine Pauschale nach dem Schnitt der Vormonate. Eine angekündigte Regel kostet weniger Vertrauen als eine Diskussion über fehlende Verkäufe.
Shopify merkt sich selbst einiges. Die Conversion-Übersicht jeder Bestellung zeigt Verweisquelle, Einstiegsseite, UTM-Parameter und einen Empfehlungscode. Diesen Code liest Shopify laut Entwicklerdoku aus den Parametern ref, source oder r der Adresse. Ein alter AffiliateWP-Link mit ?ref=124 hinterlässt an der Bestellung also die Partnernummer 124, ganz ohne App, vorausgesetzt die Weiterleitung reicht den Parameter durch. Das ist kein Ersatz für ein Programm, aber eine belastbare Grundlage für die Abrechnung der ersten Wochen. Ob Weiterleitungen Parameter weitergeben, beschreibt Shopify nicht. Testen Sie es mit einer alten Partneradresse über Ihre myshopify-Domain.
Welcher Weg auf Shopify passt
Der Shopify-Beitrag empfiehlt Collabs. Für viele Umsteiger ist das ein Teil der Antwort, selten die ganze. Gutschein- und Cashback-Portale arbeiten über ihr Netzwerk und wechseln nicht in Ihr eigenes Programm. Und wer 140 Blogs mit eigenem Partnerportal geführt hat, sollte prüfen, ob Collabs deren Abläufe abbildet.
Auf Shopify
Collabs, Affiliate-App oder die App des Netzwerks
Drei Wege, dieselben fünf Fragen. Die meisten Umsteiger brauchen am Ende zwei davon: eines für Creator und eigene Partner, eines für das Netzwerk.
App von Shopify
Shopify Collabs
- Wer die Partner führt
- Sie, in der App Collabs im Shopify-Admin. Programme mit Provision und Rabatt, dazu Geschenke. Jeder Creator steckt in genau einem Ihrer Programme.
- Wie ein Verkauf zugeordnet wird
- Persönlicher Link und Creator-Code. Provision und Rabatt lassen sich für Neukunden anders setzen als für Bestandskunden, bei Abos für die erste oder mehrere Bestellungen.
- Wer die Provision auszahlt
- Shopify. Die Provisionen stehen auf Ihrer Shopify-Rechnung, plus 2,9 % Gebühr, in US-Dollar. Creator bekommen zweimal im Monat Geld per PayPal oder Überweisung, ab 25 US-Dollar.
- Wie bestehende Partner hineinkommen
- CSV mit zwei Spalten, E-Mail und Creator-Code, alte Codes lassen sich eintragen. Einladungen verfallen nach 30 Tagen, normal sind höchstens 100 pro Woche.
- Grenze
- Die App gibt es nur auf Englisch. Steuerformulare beschreibt die Hilfe nur für die USA, Umsatzsteuer und Gutschriften für Creator in Deutschland gar nicht. Wie lange ein Klick zählt, ist nicht dokumentiert.
Passt, wenn Ihre Partner vor allem Creator sind, die Sie selbst betreuen, und Code, Link und Auszahlung an einem Ort liegen sollen.
Aus dem App Store
Affiliate-App
- Wer die Partner führt
- Sie, in einer App wie UpPromote, GoAffPro, Refersion oder Social Snowball. Die Partner bekommen ein eigenes Portal mit Link, Code und Statistik.
- Wie ein Verkauf zugeordnet wird
- Link und Code, nach den Regeln der jeweiligen App. Vergleichen Sie Laufzeit und Zuordnung mit den Einstellungen Ihres alten Programms, bevor Sie es Ihren Partnern zusagen.
- Wer die Provision auszahlt
- Je nach App über eine angebundene Auszahlung oder per Export, und Sie überweisen selbst. Klären Sie vorher, wer die Gutschrift für den Partner erstellt.
- Wie bestehende Partner hineinkommen
- Per CSV. UpPromote nimmt bis zu 200 Partner je Datei und 300 am Tag, GoAffPro auch Kundenzuordnungen und alte Partnerbestellungen. Bei Refersion lädt das Support-Team die Datei hoch.
- Grenze
- Einen fertigen Import aus AffiliateWP oder WooCommerce dokumentiert keine der vier. Partner-IDs und Historie bauen Sie selbst nach, jeder Partner bekommt neue Links.
Passt, wenn Sie viele eigene Partner haben, etwa Blogs, Magazine und Vereine, die bisher über AffiliateWP oder eine Magento-Erweiterung liefen.
Awin und andere
App des Netzwerks
- Wer die Partner führt
- Das Netzwerk, wie bisher. Verträge, Partner und Auszahlungen bleiben dort, im Shop ändert sich nur das Tracking.
- Wie ein Verkauf zugeordnet wird
- Über die Klick-Kennung. Die Awin-App bindet das Awin-Skript als App-Einbettung im Theme ein, die Sie selbst aktivieren, und meldet Bestellungen per Pixel und vom Server.
- Wer die Provision auszahlt
- Das Netzwerk, nachdem Sie die Provisionen freigegeben haben. Awin empfiehlt als automatische Freigabefrist die Rückgabefrist plus sieben Tage.
- Wie bestehende Partner hineinkommen
- Gar nicht, sie sind schon da. Neu sind nur die Deeplinks, wenn sich Produkt- oder Kategorieadressen geändert haben.
- Grenze
- Das Netzwerk sieht nur, was das neue Tracking meldet. Ohne Testbestellung vor dem Go-live merkt es zuerst der Partner, an einem Dashboard ohne Verkäufe.
Passt, wenn Ein großer Teil Ihres Partnerumsatzes aus Gutschein-, Cashback- und Vergleichsportalen kommt. Diese Partner wechseln nicht in Ihr eigenes Programm.
Wer sich für Collabs entscheidet, sollte vier Punkte kennen, die im Shopify-Beitrag fehlen.
Der Import ist schmal. Die Import-Datei hat zwei Spalten: E-Mail und Creator-Code. Den alten Code können Sie eintragen. Ob er mit einem gleichnamigen Rabattcode kollidiert, den Sie für den Go-live schon angelegt haben, dokumentiert Shopify nicht. Legen Sie jeden Code an genau einer Stelle an, als Collabs-Code oder als normalen Rabatt, und testen Sie es vorher mit einem Creator.
Einladungen haben Grenzen. Normal sind 100 Einladungen pro Woche. Manche Shops bekommen über den Import für 30 Tage 1.000 pro Woche, beantragen lässt sich das nicht. Bei 250 Creatorn planen Sie also drei Wochen ein. Jede Einladung verfällt nach 30 Tagen, und die Links darin sollten erst verschickt werden, wenn Ihre Domain auf Shopify zeigt.
Das Geld läuft über Ihre Shopify-Rechnung. Laut Hilfe zu den Zahlungen stehen die Provisionen auf Ihrer monatlichen Shopify-Rechnung, dazu kommen laut App Store 2,9 % Gebühr, abgerechnet in US-Dollar. Ausgezahlt wird erst nach einer Haltefrist, standardmäßig 30 Tage, einstellbar von 1 bis 90 Tagen. Wird eine Bestellung in dieser Zeit storniert oder voll erstattet, entfällt die Provision. Was bei Teilerstattungen passiert, beschreibt die Hilfe nicht. Setzen Sie die Haltefrist mindestens so lang wie Widerrufsfrist plus Rücksendung.
Steuern und Sprache sind offen. Die App gibt es nur auf Englisch. Steuerformulare beschreibt die Hilfe nur für die USA. Ob Sie für Creator in Deutschland Gutschriften brauchen und wie die Umsatzsteuer auf Provisionen läuft, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, bevor die erste Auszahlung ansteht. Und wer Collabs später wieder deinstalliert, deaktiviert damit alle Links und Codes, die darüber laufen.
Offene Provisionen aus dem alten Programm
Am Go-live-Tag endet das alte Programm nicht, es hört nur auf, neue Klicks zu sammeln. Für alle Bestellungen davor gilt es weiter, und die sind oft noch nicht abgerechnet.
Retouren kommen nach dem Go-live. Eine Bestellung vom Montag vor dem Umschalten wird zwei Wochen später zurückgeschickt. Haben Sie die alten Bestellungen nach Shopify übernommen, wird die Retoure dort gebucht. Das alte Programm erfährt davon nichts und gibt die Provision frei. Legen Sie für die Wochen nach dem Go-live eine Liste an: Bestellungen mit Partnerbezug, Storno oder Erstattung, Provision noch offen.
Netzwerke prüfen nach ihren eigenen Regeln. Bei Awin bestätigen oder lehnen Sie offene Provisionen ab, eine volle Erstattung wird abgelehnt, nicht geändert. Für die automatische Freigabe empfiehlt Awin die Rückgabefrist plus sieben Tage. Die automatische Prüfung für Shopify-Bestellungen greift laut Awin erst für Bestellungen nach ihrer Aktivierung, und Awin muss Ihre myshopify-Domain vorher freischalten. Beantragen Sie das zwei Wochen vor dem Go-live, nicht am Tag danach.
Partnerdaten sind personenbezogene Daten. Namen, E-Mail-Adressen, Bank- und PayPal-Daten Ihrer Partner gehören nicht in eine Tabelle auf dem Desktop. Übernehmen Sie in die neue App nur, was sie braucht. Auszahlungen und Gutschriften archivieren Sie mit Ihren übrigen Buchungsbelegen, die brauchen Sie für die Aufbewahrungsfristen ohnehin. Erst danach beenden Sie das Plugin oder kündigen den Vertrag.
Der Umzug im Zeitplan
Ein Partnerprogramm zieht in drei Wellen um: die Vorbereitung, solange der alte Shop noch alles zählt, der Go-live-Tag selbst und die Wochen danach, in denen zwei Programme gleichzeitig offen sind.
Zeitplan
Sechs Etappen vom Bestand bis zur Schlussabrechnung
Ein Partnerprogramm zieht nicht an einem Tag um. Es beginnt sechs Wochen vor dem Go-live und endet erst, wenn die letzte Provision aus dem alten System bezahlt ist.
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6 Wochen vorher
Bestand aufnehmen
- Shop
- Altsystem
- Alle Partner mit aktiven Links, Codes und Netzwerken in einer Liste
- Cookie-Laufzeit und Provisionsregeln je Programm notieren
- Entscheiden: Shopify Collabs, Affiliate-App oder App des Netzwerks
Fertig, wenn Für jeden Partner steht fest, wo er nach dem Go-live geführt wird.
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4 Wochen vorher
Partner und Netzwerk informieren
- Shop
- Partner
- Datum, neue Links und die Regel für Klicks aus der Zeit vor dem Go-live mitteilen
- Beim Netzwerk den Plattformwechsel anmelden und die Shopify-Integration abstimmen
- Neue Links noch nicht verteilen, sie zeigen erst nach dem Umschalten auf den echten Shop
Fertig, wenn Kein Partner erfährt vom Umzug durch ein leeres Dashboard.
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2 Wochen vorher
Shopify-Seite aufbauen und testen
- Shopify
- Shop
- App oder Collabs einrichten, Programme anlegen, Codes namensgleich übernehmen
- Testbestellung je Netzwerk und je Linkart, einmal mit und einmal ohne Einwilligung
- Eine alte Partneradresse mit Parameter über die Weiterleitung aufrufen
Fertig, wenn Jede Testbestellung erscheint beim richtigen Partner, mit Betrag und Bestellnummer.
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Go-live-Tag
Umschalten, nicht abschalten
- Shop
- Shopify
- Altsystem
- Echte Bestellung über einen Partnerlink, sobald die Domain umgezogen ist
- Einladungen ins neue Programm verschicken, Collabs erlaubt normal 100 pro Woche
- Altes Programm einfrieren: keine neuen Klicks, Daten und Zugänge bleiben
Fertig, wenn Die erste echte Partnerbestellung ist im Netzwerk oder in der App angekommen.
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Erste zwei Wochen
Täglich abgleichen
- Shop
- Bestellungen mit Partnercode oder Partnerlink in Shopify gegen die Meldungen im Netzwerk legen
- Fehlende Zuordnungen nachmelden, solange der Partner sie noch zuordnen kann
Fertig, wenn Shopify und Netzwerk zeigen für dieselben Tage dieselben Partnerbestellungen.
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Nach Laufzeit und Widerrufsfrist
Altes Programm abschließen
- Altsystem
- Partner
- Shop
- Letzte Provisionen aus dem alten Programm prüfen, freigeben und auszahlen
- Partnerliste, Auszahlungen und Provisionshistorie exportieren und archivieren
- Erst dann das Plugin oder den Vertrag beenden
Fertig, wenn Kein Partner hat eine offene Provision im alten System.
Checkliste
Bevor die Partner umziehen
Die ersten vier Punkte gehören in die Planung, die nächsten vier in die Testphase, die letzten drei an den Go-live und die Wochen danach. Ihre Häkchen bleiben in diesem Browser gespeichert.
0 von 11 erledigt
Wo Sie ansetzen, je nach Ausgangslage
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Partner laufen über Awin oder ein anderes Netzwerk | Shopify-App des Netzwerks vor dem Go-live einrichten, App-Einbettung einschalten, Testbestellung beim Netzwerk prüfen |
| WooCommerce mit AffiliateWP und vielen eigenen Partnern | Affiliate-App mit CSV-Import, Partner und Provisionen exportieren, Historie archivieren statt importieren |
| Magento mit Amasty oder Mageplaza Affiliate | Mit einem Jahr offener Klicks rechnen: Übergangsregel vereinbaren, bevor das alte Programm abgeschaltet wird |
| Shopware 6 mit affiliateCode in den Partnerlinks | Abrechnung bisher aus dem Bestellexport: auf Shopify Collabs oder eine App, für die Übergangszeit den Empfehlungscode nutzen |
| Vor allem Creator mit eigenem Code | Collabs oder Codes namensgleich anlegen. Abrechnung aus dem Bestellexport, der die Spalte Discount Code enthält |
| Mehr als 100 Creator für Collabs | Einladungen über drei Wochen planen und erst verschicken, wenn die Domain auf Shopify zeigt |
| Viele Retouren aus der Zeit vor dem Go-live | Liste für Stornos und Erstattungen mit Partnerbezug führen, bis das alte Programm abgerechnet ist |
| Creator in Deutschland, Auszahlung über Collabs geplant | Vorher mit der Steuerberatung klären, wie Gutschriften und Umsatzsteuer laufen. Collabs rechnet in US-Dollar ab |
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten
Beim Umstieg auf Shopify funktionieren Partnerlinks und Codes meistens. Was reißt, ist die Zuordnung dahinter. Drei Entscheidungen verhindern das.
Für jede Partnerart ein Weg auf Shopify. Netzwerke bekommen ihre App, eigene Partner eine Affiliate-App oder Collabs, Creator mit Code Collabs oder einen sauber angelegten Rabatt. Entschieden vor dem Go-live, nicht danach.
Eine Regel für Klicks aus der Zeit vor dem Go-live. Je nach Laufzeit sind das ein Tag oder ein ganzes Jahr. Angekündigt, bevor ein Partner die Lücke in seinem Dashboard selbst findet.
Ein altes Programm, das bis zur letzten Provision offen bleibt. Eingefroren am Go-live-Tag, abgeschlossen nach Rückgabefrist und Freigabe. Erst dann wird das Plugin gelöscht.
Wenn Sie mit einem laufenden Partnerprogramm zu Shopify wechseln wollen und wissen möchten, welcher Weg zu Ihren Partnern passt: Lassen Sie uns sprechen. Wie wir Migrationen planen, steht auf Shopsystem-Migration, was der Wechsel von WooCommerce konkret bedeutet, auf WooCommerce zu Shopify.